Fastenrezepte

Ich habe mich dieses Jahr tatsächlich das erste mal erfolgreich zu einer Fastenzeit durchgerungen. Am schlimmsten ist für mich dabei der Entlastungstag. Morgens gibt es auf nüchternen Magen nur einen Apfel. Der ist zwar köstlich saftig, aber mein Magen zieht sich angesäuert zusammen und ich habe ernsthaft Zweifel, ob das sinnvoll ist. Eine süßsaftige Birne bekommt mir besser. Schlimmer wird es dann trotzdem, denn für den restlichen Tag gibt es nur noch drögen Reis ohne Salz, dafür mit Sauerkraut. Da fühlt man sich dann fraglos selbstkasteiend.

Es folgt der erste Entschlackungstag mit Sauerkrautsaft und Buttermilch, aber besonders durchschlagend ist der Erfolg nicht. Das soll sich ja jeden zweiten Tag wiederholen und ich mache mit Pflaumensaft dann bessere Erfahrungen. Schmeckt zudem auch sehr lecker. Da der erwünschte Abbau über die Mundschleimhaut etwas unangenehm werden kann, schabe ich jeden morgen den Zungenbelag mit einem Teelöffel ab und ziehe dann einige Minuten Olivenöl durch den Mund bis es leicht schaumig ist – wichtig, nicht runterschlucken, sondern danach gründlich ausspülen – dann folgt die übliche Zahnpflege. Außerdem gönne ich mir jeden zweiten Tag einen Leberwickel. Dazu lege ich ein feuchtes Handtuch unterhalb des rechten Rippenbogens, darüber eine Wärmflasche und decke das mit einem trockenen Badetuch ab. So sollte man liegend mindestens eine Stunde die Leber beim Fett- und Giftstoffabbau unterstützen.

Damit ist das Schlimmste für mich geschafft und ich mache mich an die Fastensuppe. Die ist sehr wichtig, übernimmt sie doch die Aufgabe, den Basenhaushalt des Körpers auszugleichen und unterstützt damit wesentlich die Nierenfunktion. Suppe ist allerdings etwas übertrieben, denn eigentlich trinkt man davon nur die Brühe. Trotzdem empfiehlt es sich, möglichst viel Gemüse zu verwenden, um da wenigstens einen anständigen Geschmack rauszuholen:

Zwiebel
2 kleine Möhren
2 kleine Kartoffeln
Pastinake
1/4 Sellerieknolle
Petersilienwurzel
Lauchstange
handvoll Sauerkraut
2 Tomaten

Glatte Petersilie
Edelhefeflocken

Das geschnittene Gemüse ohne Öl im Topf gleichmäßig anrösten, mit 1,5 Liter Wasser aufgießen, kurz aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Ich lasse das Gemüse drin, schöpfe nur die Brühe vorsichtig raus und trinke die dann gepimpt mit gehackter Petersilie sowie ein paar Hefeflocken.

Fastensuppe

Wem es mit dem Magenziehen mal zu arg wird: Ein Löffel Honig beruhigt den Schweinehund. Abwechselnd zur Suppe gibt es auch mal einen Direktsaft und natürlich jede Menge Fastentee, Basentee, Fenchel-Anis-Kümmel-Tee, und frisches Gurkenwasser. Dazu einfach eine unbehandelte Salatgurke der Länge nach vierteln, gestückelt in eine Karaffe geben und mit Wasser auffüllen. Schmeckt super und beim Verzehr von mindestens 2,5 Liter pro Tag sollte man sich schon was einfallen lassen, um es möglichst schmackhaft zu haben.

Gurkenwasser

Die übrig bleibenden Gurkenstücke sowie das Suppengemüse können bestenfalls haushaltsintern weitergegeben werden.

Der Dritte Tag soll der Schlimmste sein. Ich komme da eigentlich ganz gut durch. Allerdings habe ich beim empfohlenen nachmittäglichen Spaziergang bei bestem Sonnenschein den letzten Treppenanstieg unterschätzt und bin danach ganz schön geschlaucht. Auch bei leichter Bewegung ist es also ratsam, einen stärkenden Buttermilchtrunk als Sicherheitsration mitzunehmen.

Ab jetzt schaltet der Körper auf das Notprogramm um und ernährt sich aus sich selbst heraus. Bei regelmäßigen Entschlackungstagen treten bei mir keine weiteren Probleme wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, aber ich muss auf mein Gewicht achten und faste insgesamt nicht länger als sieben Tage. Eine Wage besitze ich nicht, mein Gemütlichkeitsbauch ist jedoch ein ganz guter Indikator für den Reservenabbau. Sowieso lernt man derweil wieder genauer auf seinen Körper zu hören und dessen Signale richtig einzuschätzen. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen dann noch die folgenden Aufbautage, doch dazu später mehr.

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7 Antworten auf “Fastenrezepte”


  1. 1 KochSchlampe 17. Februar 2009 um 9:30 Uhr

    Vielleicht bin ich ein wenig naiv, aber warum fastest Du? Macht das Spaß?
    Unabhängig davon, dass ich nicht fasten sollte, da es bei mir ein wenig gefährlich wäre, habe ich den Reiz des freiwilligen Nahrungsentzugs nie ganz verstanden. Ich bekomme bei Unterzuckerung erst schlechte Laune und dann irgendwann Bauchweh.

  2. 2 Administrator 17. Februar 2009 um 15:51 Uhr

    Ja, total. Also, beides.

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