In einem Klaus Mann Roman bin ich auf diesen Autor gestoßen, der als Diplomatensohn lange in China lebte und zu Schulzeiten als überintelektueller Außenseiter gemieden wurde. Der mehrfache Pulitzer-Preisträger konzipiert diesen Roman anhand echter, erdachter und umgeschriebener Quellen, insbesondere Briefen aus der Zeit um Julius Caesars Tod. Damit gelingt es ihm, ein ungewöhnlich menschliches Porträt des Diktators zu zeichnen, welcher sich ausführlich seinem auf Capri lebenden Jugendfreund und Kriegsgefährten Maximilius anvertraut und damit seine privaten Gedanken zur Entwicklung Roms schildert. Ummantelt wird dies von privaten und offiziellen Briefen aus seinem unmittelbaren Umfeld, der römischen Gesellschaft, in der Intrigen an der Tagesordnung sind.
Eine besondere Stellung nimmt hier immer wieder die Rolle der Frauen ein:
Die Leute tun heute so, als wären sie entrüstet darüber, dass ihre Mütter und Großmütter sich offenbar aus Gründen politischer Zweckmäßigkeit mehrmals scheiden ließen und wieder verheirateten. Sie vergessen dabei, dass das nicht nur geschah, weil diese Bräute Reichtum und Familienverbindungen mitbrachten – alle Welt wusste, dass jede dieser Frauen selbst schon eine politische Macht war.
Cytheris schreibt an Caesars Vertrauten Lucius Maximillius Turrinus:
Caesar ist ein Tyrann – als Ehemann wie als Herrscher. Nicht etwa weil er, wie andere Tyrannen, Freiheit ungern anderen zugesteht; sondern, selber erhaben frei, hat er alles Bewußtsein davon verloren, wie Freiheit bei anderen wirkt und entwickelt ist; immer im Irrtum, gewährt er zu wenig oder zu viel.
Caesar selbst nennt seine Kritiker Witzbolde, Rom sei verlottert, verstecke sich hinter religiösen Riten und wenige seien bereit, Verantwortung zur Gestaltung der Freiheit zu übernehmen. Er notiert:
Wie schrecklich und wie glorreich wäre die Rolle des Menschen, wenn er wahrhaftig, ohne Führung und Trost, aus eigenem Innern die Bedeutung seines Daseins erschaffen und die Regeln vorschreiben müsste, nach denen er lebt.
Die Einsamkeit, in der Caesar die strategischen Weichen stellt, benennt er hier immer wieder offen und wirkt damit auch im Gespräch mit Cleopatra ungewohnt menschlich, im Gegensatz zu der sich als göttlich präsentierenden Herrscherin. Das macht das Besondere dieses Buches aus. Das schließlich von Brutus ausgeführte Attentat wird relativiert, die Messerstiche werden von Vielen gesetzt, aber nur dieser Eine endet tötlich.








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