Archiv für April 2009

Ofenspargel mit Estragon Mayonnaise

Katze im Blütenmeer BalkoniensWährend auf Balkonien ein Blütenmeer schwillt, darf endlich auch angespargelt werden und das ist diesmal äußerst genussvoll gelungen. Knackiger Spargel aus dem Ofen, Estragonmayonnaise und ein paar Kräuterseitlinge, mehr brauchts nicht, um sich einfach mal selbst abzufeiern.

Estragon Mayonnaise

2 Eigelb
1 El. Balsamicosenf
1 El. gehackten Estragon
Olivenöl

Die Eier mit Senf und Estragon aufmixen und langsam Olivenöl dazugießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken.

Estragon-Mayonaise

Ofenspargel

Spargel
Weißwein
Salz
Zucker
Zitronenscheiben
Olivenöl

Den geschälten Spargel auf Alufolie legen, einen Schuss Weißwein darüber geben, ebenso Salz, eine Prise Zucker und dann Zitronenscheiben auflegen. Mit reichlich Olivenöl übergießen und eingewickelt im Ofen bei 180 Grad etwa 45 Minuten garen.

Derweil Kräuterseitlinge in Butterschmalz und Olivenöl anbraten. Mit Estragon vermengt zu Spargel und Mayonnaise reichen.

Ofenspargel

Erdbeeren zum Nachtisch – perfekt!

Erdbeeren

Frank Wedekind – Frühlings Erwachen

Nach der Timmmanie der letzten Tage, war ich ernsthaft erpicht darauf, etwas völlig anderes zu lesen als ich nach diesem Büchlein griff, um doch festzustellen: Es gibt Parallelen.

Das Jugenddrama von Wedekind, eingebettet in der lustfeindlichen Zeit des Wilhelminismus, führt in drei grandios satirischen Akten den gesellschaftlichen Konservatismus vor, dem die heranwachsenden Protagonisten besonders an den Stellen zum Opfer fallen, an denen sie ihrem Verständnis nach dem absurd tabuisierenden Regelkanon wortwörtlich folgen und dabei in grotesken Szenerien verfallen.

Das Stück entstand in diesem Rahmen zeitgenössisch und autobiographisch nach dem Suizid eines Mitschülers des Autors um 1890 und ist im Projekt Gutenberg frei nachlesbar.

Kreatives Schreiben mit Uwe Timm in Lüneburg

Die angekündigte Vorlesung mit Uwe Timm in Lüneburg am Freitagabend wurde zeitlich arg begrenzt. Der vorangestellten und von zumindest athmosphärisch eindeutigem Unmutsgemurmel seitens des studentischen Publikums begleiteten Selbstbeweihräucherung des Leuphanapräsidenten Spoun, folgte nach eingehenderen Worten aus dem Kultusministerium eine Einleitung durch Kerstin Fischer aus dem Literaturbüro Lüneburg. Die Moderation durch Wend Kässens, ehemals NDR Hörfunk, war von persönlicher Interpretation geprägt. Dem Autor blieben nurmehr zwei Stellen aus Halbschatten und Heißer Sommer vorzulesen und kaum eine halbe Stunde erzählte er über seine Arbeit.

Am Samstag fand der Workshop im Rahmen eines Kompaktseminars statt, an dem ich über die Vergabe von Restplätzen in einem Bewerbungsverfahren teilnehmen konnte. Für acht Stunden angesetzt, ergab sich mehr Zeit für Uwe Timm, auf Fragen der Studenten einzugehen. Vieles davon wäre in thematischer Textform auch in Erzählen und kein Ende nachlesbar. Das Buch ist aus einer Poetikvorlesung an der Paderborner Universität heraus im Winter 1991/92 entstanden. Aus dem Klappentext:

Für Timm, der sich seinem Thema mit dem fremden Blick des engagierten Ethnografen nähert, gehört das Erzählen zur menschlichen Existenz wie das Sprechen. Es ist ununterdrückbar: in der Lüge, den Wandersagen, der täglichen Dramaturgie des Redens. Mit den Obsessionen des Schriftstellers verstärkt sich der Erzähltrieb, spürt die geschärfte Wahrnehmung Bedeutung abseits der Norm auf.

In diesem Sinne stellte Timm zum Ende des Workshops doch noch eine Aufgabe:

In seinem Regal liegen zwei Steine. Die Erinnerung zu dem ersten Stein erzählt er gerne und oft, doch wieso dieser zweite Stein da liegt, das hat er vergessen. Die Erinnerung soll sich jetzt nachträglich durch unsere Texte in diesem Stein des Vergessens manifestieren.

Klöße mit Röstbrot

Zum letzten Rest vom beschwippsten Gulasch werden ratzfatz ein paar Klöße mit Teig aus dem Frischeregal gefertigt. Gefüllt mit in wenig Butterschmalz gerösteten Brotwürfeln.

Klöße mit Röstbrot

Beschwipstes Gulasch

Ein durchgeplantes Wochenende steht an, also kümmer ich mich lieber schon vorab ums leibliche Wohl. Das geht kaum besser als mit einem saftigen Rotweingulasch, denn mehrmaliges Aufwärmen erweist sich dafür von Vorteil. Zudem lässt es sich in meinem praktischen Fresh Traveller optimal transportieren und schmeckt bei richtiger Zubereitung auch mit einem schnöden Stück Brot. Außerdem:

Fresh TravellerRindergulasch
Zwiebeln
Rotwein
Rinderfond
Dosentomaten
Möhre
Paprika rot und orange
Paprika scharf
Garam Masala
Schokolade 70%

Fleischwürfel und Zwiebeln in Butterschmalz scharf anbraten. Mit reichlich Rotwein (Hier: Primitivo) ablöschen und mit Rinderfond aufgießen, Dosentomaten dazugeben und mindestens zwei Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Fleisch schön schmorzart wird. In Streifen geschnittene Paprika und gestückelte Möhre dazu geben, danach mit Paprika scharf sowie Garam Masala abschmecken und ein wenig geriebene Schokolade unterrühren.

Beschwippstes Gulasch

Posteleingnocchi

Mit Lieferung meiner aktuellen Gemüsekiste fiel mir zu den Postelein ein Rezept in die Hände, dass ich angelehnt vorstellen möchte. Das nussig-pfeffrige Aroma der Postelein kommt hier gut durch, allerdings entpuppt sich das Ergebnis als etwas mehlig im Geschmack und ich würde daher beim nächsten mal lieber auf die Polenta-Variation zurückgreifen.

Für die Liste:
Postelein
Ricotta
Ei
Eigelb
Dinkelmehl
Polentamehl
Parmesan

Den Salat grob mit dem Stabmixer pürieren und mit Ricotta und Eiern vermengen. Mehl zuschütten und unterrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Daraus löffelweise Gnocchi in siedendes Wasser geben und mit der Schaumkelle abfischen. Der erste Versuch war leider murks:

Murks: Posteleingnocchi

Ich bin dann auf den Trichter gekommen, die wabbeligen Gnocchi vor dem Garen in Polentamehl zu wenden. So lassen sie sich einigermaßen in Form bringen.

Posteleingnocchi in Polentamehl wenden

Nach dem Garen in Salzwasser abgetropft in eine Form geben, mit ein wenig flüssiger Butter übergießen und mit Parmesan bestreut im Ofen gratinieren. Dazu schmeckt mildes Pesto.

Posteleingnocchi aus dem Ofen

Uwe Timm – Die Entdeckung der Currywurst

Ein weiteres Buch von Uwe Timm und wieder werden ganz Alltägliches und persönliche Erinnerungen verwoben, diesmal mit der Geschichte vom zweiten Kriegsende, der Kapitulation und dem Leben das weitergeht.

In dieser Novelle folgt der Erzähler seinen Spuren zurück in die Kindheit. Zu dieser bestimmten Erinnerung an den Hamburger Großneumarkt, zurück zu der ersten Currywurst und deren Erfinderin Frau Brücker. Wie ein alter Bekannter wird er hier von ihr begrüßt:

Wie hälste das bloß in München aus?
Imbißstände gibts dort auch.
Darauf wartete sie. Denn dann, und das gehörte zum Ritual, sagte sie Jaa, aber gibts da auch Currywurst?
Nein, jedenfalls keine gute.
(…)Das ist reel. Hat was mitm Wind zu tun. Glaub mir. Scharfer Wind braucht scharfe Sachen.

Bereits im Altersheim lebend, erzählt sie schließlich Ihre Geschichte:

Das ist eine Geschichte, die nur ich erzählen kann. Es gibt darin nämlich keine Helden.

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkrieges lernte sie Bremer im Kino kennen und versteckt den Marinesoldaten in ihrer Wohnung. Sie arbeitet als Köchin in einer Kantine, Mann und Sohn sind im Krieg und nur durch einen Zufall erfährt sie, dass auch er Familie hat. Er erzählt wenig von sich und auch ihr selbst verschlägt es ihm gegenüber die Sprache, als der Krieg plötzlich vorbei ist:

Aber Lügen, hat meine Mutter immer gesagt, Lügen macht die Seele krank. Aber manchmal macht das Lügen auch gesund. Ich denke, ich habe was verschwiegen, er hat was verschwiegen: seine Frau und sein Kind.

So versteckt sie ihn weiterhin. Der schnüffelnde Blockwart hat sich längst erhängt, der Schwarzmarkt floriert und die sicherste Währung ist die Zigarette:

Der Gebrauchswert der Zigarette, weder nahrhaft noch nützlich, liegt einzig und allein im Verzehr, soll sich in Duft, das heißt, die Nerven beruhigenden Geschmack und Rauch auflösen, wobei von diesem Tauschwert, wurde er tatsächlich realisiert, lediglich, dem anarchischen Schwarzmarkt entsprechend, etwas Asche übrig blieb.

Erst als sie Bremer von KZ-Bildern in der Zeitung erzählt, von dem systematischen Mord an den Juden und er das als Feindespropaganda abtut, wird alles anders. Aus dem Nichts heraus etwas anpacken, das hatte sie in dieser Zeit gelernt:

Man kannte den Geschmack, aber es gab die Zutaten nicht mehr, das war es, die Erinnerung an das Entbehrte, sie suchte nach einem Wort, das diesen Geschmack hätte beschreiben können: ein Erinnerungs-Geschmack.

Trotz der sich durchziehenden Dialoge, wird auch hier keine wörtliche Rede gekennzeichnet. Was einerseits angenehm zu lesen ist, lässt andererseits das Sprechen und Denken ineinander übergehen und unterstreicht die Subjektivität. Die Subjektivität der Erinnerung, der eigenen Geschichte in der Welt. Bei mir wäre das rückblickend Pippos Tomatensuppe in Bremerhaven. Guten Appetit!

Gegrillte Zucchini mit dreierlei Pesto

Da die Grillsaison trotz anhaltenden Sonnenscheins erst allmählich in Gang kommt, gibt es zur Vorfreude ein neues Ofengericht aus bunter Resteverwertung und:

Zucchini
Salz
Olivenöl
Knoblauch
Balsamicoessig

Die in Streifen geschnittene Zucchini beidseitig salzen und Beiseite stellen, damit sie Wasser abgeben können. Nebenher Olivenöl und gehackten Knoblauch verrühren und ebenfalls ziehen lassen. Die Zucchini trocken getupft auf ein Ofenrost geben und mit der Ölmarinade bestreichen. Bei Oberhitze im Ofen grillen, zwischendurch wenden und nochmals mit dem Öl bestreichen. Zu Röllchen gewickelt anrichten und mit Balsamicoessig beträufeln.

Dazu schmecken wieder Kartoffelspalten und dreierlei Pesto von Blattsalat, Bärlauch und eingelegten Tomaten.

Gegrillte Zucchini mit dreierlei Pesto

Geschmorter Chicorée auf Kartoffelspalten

Eine meiner kulinarischen Lieblingskombinationen besteht derzeit aus irgendeinem Gemüse mit Kartoffelspalten aus dem Ofen. Diesmal mit:

Chicorée
Weißwein
Parmesan

Während die Kartoffelspalten schon einige Zeit im Ofen brutzeln, den ebenfalls gespaltenen Chicorée in der Pfanne anbraten, mit Weißwein ablöschen und wenige Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren lassen. Alles über die Kartoffelspalten geben, Parmesan darüber reiben und kurz gratinieren. Mit Blattsalatpesto garniert anrichten.

Geschmorter Chicorée auf Kartoffelspalten mit Blattsalatpesto

Yeah, Blattsalat!

Nachdem ich mich einige Zeit über den erheblich Raum einnehmenden Blattsalat im Kühlschrank geärgert hatte, gab Sammelhamster schließlich den entscheidenden Anstoß zur Verarbeitung. BlattsalatpestoPesto aus Blattsalat, sehr gute Idee und flugs umgesetzt mit:

Blattsalat
Koriander
Zitronensaft
Gerösteten Pinienkernen
Geriebenem Parmesan
Gehacktem Ingwer
und Knoblauch
Leinöl

Das Grünzeug fix mit Zitronensaft pürieren, vorsichtig die restlichen Zutaten unterrühren und mit Leinöl bedeckt ziehen lassen.

Das fand dann sogleich erste Verwendung beim übrigen Salatverzehr. Dazu schmecken ein einfaches Joghurt-Zitronen-Dressing und Lachsforellenrogen.

Blattsalat und -pesto mit Lachsforellenrogen




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