Meine fernreisende Schwester kehrt aus Neuseeland zurück, verlangt dekadent elterlichen Champagner zur Begrüßung und ist nach so einem Flugmarathon nicht wirklich erpicht auf einen kulinarischen Einkehrschwung. Daher versuch ich mich als bekennender Backfeind, trotzdem Anlass und Getränk entsprechend, an dieser Tarte als Mitbringsel. Das Wesentliche lässt sich sehr gut einen Tag vorher vorbereiten.
Für den Teig
180 Gramm Mehl60 Gramm Puderzucker
1 Prise Salz
120 Gramm Butter
1 Eigelb
1 Prise Zitronenzesten
Die Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und mindestens zwei Stunden lang kaltstellen, ausrollen, in die Tarteform geben und bis zum nächsten Tag tiefkühlen. Das erspart das für mich völlig mysteriöse Blindbacken mit Kichererbsen. Kann man die eigentlich nach sowas weiterverwenden? Ich wollts jedenfalls nicht riskieren, die in Tonne zu geben.
Für die Creme
285 g extrafeiner ZuckerFein abgeriebene Schale von 4 unbehandelten Zitronen
4 Eier
2 Eigelbe
Zitronensaft der vier Zitronen
80 g Butter
185 ml Creme double
Puderzucker und Zitronenzesten vermengen, Eier und Zitronensaft unterschlagen und im kochenden Wasserbad zu einer massigen Creme verrühren. Vom Herd nehmen und immer fleißig weiterrührend die Butter und Creme Double unterrühren, abdecken und bis zum nächsten Tag kaltstellen.
Für die Überraschung
RhabarberBalsamicoessig
Gelierzucker
Gestückelten Rhabarber mit Balsamicoessig einköcheln, mit Gelierzucker unter ständigem Rühren aufkochen, auf einen flachen Teller gießen und im Kühlschrank fest werden lassen. Die völlig unbeabsichtigten Reste in ein Schraubglas füllen, über Kopp stellen und diebisch freuen.
Zur Fertigstellung
Den Tarteboden aus dem Tiefkühler nehmen und etwa 10 Minuten bei 200 Grad backen, herausnehmen und die Rhabarberschicht auflegen.
Die Zitronencreme noch einmal aufschlagen, vorsichtig in der Form ausstreichen, bei 150 Grad 45 Minuten stocken lassen. Zum Abkühlen ruhen lassen.

Ich habe das Ganze jetzt wieder in den Tiefkühler gestellt und werde die Tarte kurz vor Abfahrt zum Flughafen mit Pudezucker bestreut noch einmal bei Oberhitze im Ofen karamellisierend erwärmen. Ob sich das dann alles heil aus der Form lösen lässt, bleibt zu hoffen. Vielleicht erreichen mich bis dahin ja noch irgendwelche Tricks.
Zusatz: Das Karamellisieren im Ofen hat leider nicht so hingehauen, wie ich mir das vorgestellt habe, aber der Patissier am Flughafen rückte dem kurzfristig mit einem Bunsenbrenner zu Leibe. Toll, dass das geklappt hat! Leider gibt es davon kein Foto mehr. Allerdings nutze ich jetzt doch noch die bisher ausgelassene Chance, hiermit an Kochtopfs Lemon Day teilzunehmen.








So eine Schwester hätte ich auch gerne! Und hat sich die Tarte aus der Form gelöst?
Haha, ja ich auch
Wir haben uns natürlich noch direkt am Flughafen darüber her gemacht, die daher nur Stückchenweise auf Papierservietten gleiten lassen. Das ging, nur mit dem Essen wurds dann schwieriger.