Über Pfingsten haben wir uns zu einer ganz anständigen Tour entschlossen, denn Reisen macht ja bekanntlich den Kopf frei, auch wenn sich die Haut vom intensiven Sonnenbaden bereits pellt. Die grobe Richtung war schnell klar und die jeweiligen Anlaufstellen nach spontanem Gusto festgelegt.
Zuerst gings durch Europas größte und besterhaltenste mittelalterliche Festungsanlage des alten Carcassonne im Katharerland, über dem Tal der Aude, die etwa Robin Hood als Filmkulisse diente und seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Bereits aus der Ferne beeindruckend, ließe es sich darin geradezu Rapunzelhaft herumspielen, wenn nicht leider das Innere von touristischen Büdchen und Cafés vollgestopft wäre. Beeindruckend ist es trotzdem.


Weiter fuhren wir durch die würzig duftende Montagne de la Clape, an unzähligen Weingütern vorbei an die Küste von Narbonne bis zum uralten Fischerort Gruissan, dessen Häuser sich konzentrisch rund um einen Felsen samt Burgruine aus dem 12. Jahrhundert drängen. Während im Dorf die alten Frauen strickend in den Straßen sitzen, hat man vom Felsen aus einen tollen Blick bis zu den Salins de l`Ile Saint-Martin.


Überall blüht und summt es.

Übernachtet haben wir dann in Pergignan – der Hauptstadt des Département Pyrénées-Orientales – welche aufgrund ihrer unübersichtlichen kleinen Straßen leider wenig Überblick in kurzer Zeit gestattet. Zwar umfuhren wir mehrfach den majestätischen Palais des Rois de Majorque, aber als wir schließlich unser Hotel im nordafrikanisch geprägten Viertel von St. Jacques fanden, wurden gerade die Bordsteine von palavernden Männergruppen in traditioneller Kleidung hochgeklappt und so ließ sich nur noch bei einem hakenschlagendem Spaziergang durch das Gassengewirr etwas städtisches Flair einatmen.









2 Antworten auf “Pfingstsonntagsochsentour”