Süllberg Schlemmer Sommer „Erlebnisküche“

Süllberg

Im Hamburger Schlemmer Sommer bieten zahlreiche Restaurants ihren Gästen ein mehrgängiges Menü. Eine gute Gelegenheit, die Küchen der renommierten Häuser kennenzulernen, denn zwei Personen zahlen hierfür zusammen schlappe 59,00 Euro. Wir haben am Sonntagabend dem Bistro am Süllberg einen Besuch abgestattet. Auf der Terasse, mit Blick über die Hügel Blankeneses wurden wir mit einem Aperitif begrüßt und dann im Restaurant zu Tisch geführt.

Als Vorspeise brachte man großzügige Tapasvariationen an den Start. Interessanteste Neuentdeckung davon bot der leicht geräucherte Pilzsalat mit Kräutern im Weckglas, die beste Kombination das Rote Beete Carpaccio mit gepökeltem Iberico Spanferkelbäckchen und Meerrettichkruste. Sehr lecker auch das würzige Tartar vom Rinderfilet mit Röstzwiebeln und Schnittlauch. Der Kabeljau in Senfgelee auf feinem Rahmgurkensalat war in Ordnung, das geeiste Kartoffelsüppchen mit spanischem Honigschinken leider versalzen und damit geschmacklich schwer einzuordnen. Die Gambas auf Wakame Algen, sphärischer Kokosmilch und Ingwerluft bot Einblicke in die Molekularküche, kam auf der Zunge dann aber leider gar nicht mehr durch.

Mit Spannung erwarteten wir den Zwischengang: Eine Stunde gegartes Bio-Hühnerei mit Rahmspinat, Trüffelravioli, Champagnerschaum und gehobeltem Sommertrüffel. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass das Ei bei 61,8 Grad im Wasserbad im Ofen gegart wird. Für mich tatsächlich das Highlight dieses Menüs – eine tolle Kombination aus altem Kindheitsessen und feinster Aufarbeitung. Leider war der unterliegende Rahmspinat mir wieder etwas zu salzig, die feinen Geschmacksnoten leiden einfach unnötig darunter, aber alles in allem ein ganz großartiges Gericht.

Der folgende Hauptgang, mit Aromen gebratener Milchkalbsrücken, zweierlei Pfeffersaucen, Pfifferlingen, Tomate, Limone und Kartoffelmousseline war gut. Das Fleisch perfekt angebraten und vorab vermutlich mit niedrigtemperatur rosig durchgegart. Die besagten Aromen gingen weiter an mir vorbei, an die Limette habe ich gar keine Erinnerung, aber es war ein solides Gericht und das Fleisch war toll.

Zum abschließenden Nachtisch gab es dann eine feine Interpretation vom Milky Way: Nougatschokoladenumhüllter Milchschaum von weißer Schokolade auf einem dünnen Schokokuchenboden. Darunter ein Pfirsichgelee und Madagaskar Vanille Papayaeis dabei.

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6 Antworten auf “Süllberg Schlemmer Sommer „Erlebnisküche“”


  1. 1 kulinaria katastrophalia 04. August 2009 um 15:28 Uhr

    Ob das Hühnerei nach derart langer Niedriggradköchelei noch bio ist :D
    Wie wurde denn der Pilzsalat geräuchert?

  2. 2 Administrator 05. August 2009 um 9:03 Uhr

    Das würde mich jetzt auch nochmal interessieren. Vielleicht gibt es einen siebartigen Einsatz für das Rauchgut im Weckglas?

  1. 1 Schlemmen im Piment « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 06. August 2009 um 9:46 Uhr
  2. 2 Kinderteller Popeye revisited « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 20. Februar 2010 um 10:34 Uhr
  3. 3 Schlemmersommer im WA-YO « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 28. Juli 2010 um 10:00 Uhr
  4. 4 Verlorene Eier im Schneegestöber « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 28. November 2010 um 10:21 Uhr
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