Nachher

Nachher I Nachher II

Ofen auf!

Einige Tage Logierbesuch mit anschließend grippal infektierter Ruhephase ließen an dieser Stelle einen kaum geordneten Rückzug vermuten, aber damit ist jetzt Schluss. Heute erkläre ich die Plätzchenzeit für eröffnet! Mit einer Sorte geb ich mich da nicht zufrieden, denn wenn ich mich schon dem Mehlgewirbel aussetze, die Küche zum hemmungslosen Rühren, Kneten, Knuspern freigebe, dann soll schließlich auch was dabei rausspringen. Derweil geht zunächst nichts über strategische Ablaufplanung und das sieht hier folgendermaßen aus:

Weihnachtsbäckerei Vorher

Sugo aus getrockneten Paprika

In Abwechslung zur herkömmlichen Tomatensauce, wird diese hier mit getrockneten Paprika aufgepeppt. Die getrockneten Paprika in eine Schüssel geben, Wasser angießen und über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Tag die abgetropften Schoten in Würfel schneiden und mit gehacktem Knoblauch sowie noch einigen Tomaten pürieren. Mit Chili und Balsamicoessig abschmecken und etwas Olivenöl unterrühren.

Bei uns gab es das jetzt klassisch zu den wöchentlich obligatorischen Spaghetti, getoppt mit nebenher gewerkelten Sherrypaprika. Gleiches mit Gleichem zu mischen erweist sich dabei als nicht optimal, die Sauce an sich wird es aber wieder geben. Schmeckt bestimmt auch als Brotaufstrich.

Spaghetti mit Paprikasoße aus getrockneten Paprika

Rübenlasagne

GemüselasagneZugegeben, die Abbildung sieht jetzt wirklich nicht nach einer frischen Leckerei aus, die Zubereitung ist auch tatsächlich ein paar Tage her, aber ich erkläre mit feierlichem Ernst, dass uns diese Abwandlung der Möhrenlasagne wunderbar verträglich durchs Wochenende gebracht hat. Die Grundzutaten bleiben, allerdings werden diesmal statt Möhren Rote Bete reingeraspelt. Die Sauce ist weiterhin ein karottener Traum, mit einigen restlichen Dosentomaten aufgestockt, der hier zum Abschluss noch mit wenig Béchamel – aus Butter, Mehl, Milch, Muskat wild rührend aufgeköchelt – einerseits gekrönt, andererseits besagtem Ekelfinish durch erzielte Schimmelfarbigkeit preisgegeben wird. Ach was, nennen wir es herbstlich.

Ja, ist denn heut schon Weihnachten?

Hab ich kurz überlegt, als mir der Paketbote ein Päckchen unbekannten Absenders überbrachte. Beinahe wollte ich es schon achtlos zur Seite legen, in der einsichtigeren Annahme, dass das nur wieder irgend so ein Elektroschrott meines Mitessers sei, doch dann hat schließlich die Neugier gesiegt. Die der Katzen nämlich, die sich wie immer unumwunden heranschlichen. Als die Pappe bereits angenagt wurde, bin ich fix mit der Schere dazugetreten. Dann folgte dieses verheißungsvolle Knistern und es war um uns geschehen.

Paket Knistern

Dank Schnuppensuppes DFssgF 5 – Deutsche Foodblogs schicken sich gegenseitig Fresspakete – sind unsere Vorräte nun wieder aufgefüllt und vor allem mit ganz viel tollem Selbstgemachten von Chili und Ciabatta aus dem Bayrischen Wald:

Hütchen-Eiernudeln
Bärwurz
Waldlergeist
3-Sesseltropfen
Cassis aus eigener Herstellung, den wir noch heute Abend mit unserem luxemburgischen Cremant bekanntmachen wollen.
Heidelbeerkonfitüre mit Vanille aus selbstgesuchten Beeren
Bayerwald Honig
Tessiner Trauben Gelee aus eigenen Trauben im Ferienhausgarten
Tomaten Chili Konfitüre
Chipotle Chilis en adobo mit Rezeptverweis
Ein Stück selbstgebackenes Sauerländer Mengbrot, das ich gleich als erstes nur mit Butter und Meersalz angeknuspert habe. Sehr lecker!

Mein Fresspaketinhalt vom DFssgF 5

Das ging jetzt so verdammt schnell, dass ich beinahe vermute, die erste Empfängerin zu sein. Ich habe allerdings auch bereits einen Großteil zusammenkramen können. In der nächsten Woche darf sich auf jeden Fall schonmal der Nächste freuen. Ich bin jedenfalls begeistert und sage Danke schön!

Fenchelzitronenrisotto mit Ziegenschimmelkäsecrostini

Nie, niemals nie mach ich Risotto. Habe ich immer gedacht. Schlorzige Pampe. Viel zuviel Aufwand für etwas, das am Ende kaum mehr als eine Beilage sein kann. Das es jetzt doch soweit gekommen ist, das liegt vor allem an der Fenchelknolle, die sich hier in meinem Kühlschrankschub eingelagert hatte. Geschmort, auf Nudeln oder auf Ciabatta überbacken, das alles gab es hier schonmal und schmeckt wunderbar. Trotzdem konnte mich diesmal nix davon verleiten, diesem Knöllchen beizukommen. Da musste was Neues her.

So finde ich mich emsig rührend über einem Pott Risotto wieder. So schlimm ist das nämlich doch alles gar nicht. Den Reis mit klein gestückeltem Fenchel und Frühlingszwiebelringen in Butter andünsten. Nebenher im Mörser eine Paste aus Knoblauchzehe, Zitronenzesten, Thaibasilikum und Brotgewürz stampfen. Brotgewürz habe ich hier als fertige Mischung aus Korianderkörnern, Kümmel, grüner Fenchel, Macis, Selleriesaat, Sternanis, Kreuzkümmel und Kardamonsaat. Da ich ja sowieso nie, niemals nie Brot backen werde, kann ich das genauso gut hierfür verwenden.

Nachdem der Reis also glasig ist, nach und nach abwechselnd Gemüsefond und Weißwein einflößen. Zwischendurch etwas von der Paste hinzufügen und dabei immer fleißig weiterrühren. Rühren, das ist das A O. Ich habs doch gewusst. Alles in Allem dauert es dann aber nicht länger als eine halbe Stunde. Knapp mittlere Hitze, dann klappt das ganz gut. Zum Abschluss noch ein wenig Ziegenblauschimmelkäse unterschmelzen, Crostini mit selbigem im Ofen gratinieren. Abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, reichlich Zitronensaft und alles zusammen mit frischem Thaibasilikum anrichten.

Das ginge mir immernoch niemals als Hauptgericht durch, aber eine sehr schmackhafte Zwischenmahlzeit ist es auf jeden Fall.

Fenchelzitronenrisotto mit Ziegenschimmelkäsecrostini

Fruchtiger Chinakohlsalat

Langsam wird die Vorratsauswahl enger. Besonders deftige Kohlgerichte gehen mir schnell auf die Nerven, liegen schwer im Magen und vergrößern nur das Bedrückende dieser düsteren Monate. Da muss man kreativ werden und mit wenig Aufwand lässt sich dem ein fruchtiges Schnippchen schlagen.

Den Chinakohlsalat in schmale Streifen schneiden, ein paar Orangenfilets untermengen, das geht schnell von der Hand. Das zugehörige Dressing lässt sich ebenso zügig zusammenschütteln. Ich nehme dafür gern alte, ausgewaschene Marmeladen- oder Senfgläser. Da kommen dann einfach alle Zutaten rein. Hier nämlich eine gehackte Zwiebel, ein guter Schlag Buttermilchquark, ein Teelöffel Estragonsenf, gehackte Petersilie, Olivenöl, Sherryessig, etwas Zitronensaft und eine Prise Zucker. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, kurz schütteln und rüber damit.

Ja, das ist doch gleich was ganz anderes.

Fruchtiger Chinakohlsalat

Spinatvariation an Rosmarinkartoffeln

Spinat macht stark, wenn man Popeye glauben schenkt. Vor allem aber schmeckt er mir hervorragend. Leider neigen besonders die frischen Blätter dazu, nach dem Essen einen stumpfen Film auf den Zähnen zu hinterlassen. Die im Spinat enthaltene Oxalsäure bildet mit Calcium schwer lösliches Calciumoxalat. Das kann gemildert werden, indem man die gewaschen verlesenen Blätter vor der weiteren Zubereitung einmal mit heißem Wasser aus dem Kocher überbrüht und kalt abschreckt, so bleibt auch die Farbe erhalten. Auch das Beifügen von Milchprodukten soll helfen, gehört bei mir aber eh zum Standard.

So ein großer Beutel frischen Spinats sieht erstmal viel aus, jedoch fällt er nach dem ersten Überbrühen deutlich in sich zusammen. Trotzdem lässt sich noch zweierlei daraus zubereiten und Abwechslung auf den Teller bringen:

Die eine Hälfte kann man in einem Küchentuch gut ausdrücken, zu schmalen Streifen schneiden und mit reichlich Kartoffelstärke vermischen. Ein verschlagenes Ei darunter mengen, zu Spinatklößchen formen und in Polentagrieß rollen. Dann in etwas Butter und Olivenöl rundum knusprig braun braten.

Die andere, abgetropfte Portion mit Olivenöl vermengt in eine kleine Auflaufform schichten, mit Mascarponegorgonzola gespickt in den Ofen geben und wenige Minuten gratinieren.

Nebenher eine Sauce aus Weißwein sowie dem restlichen Mascarponegorgonzola zusammenköcheln. Falls die zu dünn wird, kann man mit etwas Kartoffelstärke binden.

Alles zusammen, z.B. zu Rosmarinkartoffeln, anrichten.

Spinatvariationen an Rosmarinkartoffeln

Wein, ja!

Nordisches WeinhausIn diesem Jahr haben wir auf unseren Reisen zwar einen beträchtlichen Vorrat an Weinen ansammeln können, aber besonders die Franzosen vom Sommeranfang gingen schnell weg. Von den Moselweinen sind noch einige Weiße übrig, aber zur immer noch dunkler werdenden Jahreszeit gelüstet es mich doch eher nach sattem Rotwein. Gerade wenn man gemütlich nur zu ein paar Stück Käse am Abend beisammen sitzt. Geschmacklich wird einem dazu zwar immer wieder ein Weißwein an Herz gelegt, ich weiß das zu schätzen, aber solchen Stimmungen muss man sich eben auch hingeben.

Daher haben wir uns hier in Ottensen auf die Suche begeben und sind im Nordischen Weinhaus abgestiegen. Die Inhaberin nahm sich Zeit, ging auf unsere Wünsche und Preisvorstellungen ein, ließ uns probieren und so stellten wir eine ansehnliche Mischung zusammen, auf die wir alleine wohl nicht gekommen wären. Rotwein sollte es sein und pro Flasche nicht mehr als 8 – 10 Euro kosten. Beginnend mit zwei Deutschen, einem Frühburgunder sowie einem Dornfelder, zwei Franzosen – aus dem Roussillon und Bergerac – landeten wir schließlich im osteuropäischen Raum. Jetzt sind wir sehr gespannt auf einen Wein aus Südungarn und einem der Melniker Rebe aus Bulgarien.

In diesem Familienbetrieb gibt es nicht nur eine große Auswahl an Weinen, sondern Tee, hausgemachte Pralinen, vor allem aber auch eine schöne Käsetheke, an der wir gleich das optimale Begleitprogramm wählten. So haben wir endlich wieder gute Beute nach Hause geschafft.

Beute Nordisches Weinhaus




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