Archiv für Januar 2010

Warmer Tricolorisalat unter Polentaschnitte

Aus der Resteverwertung ergab sich diesmal etwas überraschend Sauleckeres. Ich hatte hier zuvor einen Fenchel-Rotkohl-Salat entdeckt, jedoch steht mir der Appetit bei den winterlichen Temperaturen nicht nach Rohkost. Darum habe ich das Rezept etwas angepasst. Mangels Wildfleisch, gibt es endlich mal wieder Polenta dazu.

Zuerst habe ich Polenta mit Milch, Gemüsefond und Code Tatanka (Gewürzmischung aus Pfeffer, Steinpilzen, Knoblauch, Wachholderbeeren, Chili, Buschtomaten, Rosmarin, Gewürznelken, Thymian und Kardamon) gemäß der Packungsanleitung angerührt. Zum Ende hin etwas geriebenen Parmesan sowie Butter unterschmelzen. Auskühlen lassen und zwei verschlagene Eier untermengen. Witzigerweise fand ich dabei zwei Dotter in einem und habe das als ausreichend befunden. Salzen und pfeffern – eh klar. Eine kleine Auflaufform mit Aluolie auslegen und die Polenta mit nasskalten Händen darin austreichen. Kalt stellen.

Rotkohl und Fenchel in feine Streifen hobeln, dann in separaten Pfannen anbraten. Rotkohl mit Balsamicoessig und Orangensaft ablöschen und bei geschlossenem Deckel einige Minuten dünsten. Beim Fenchel dasselbe mit Pastis anleiern. Beides etwas abkühlen lassen und lauwarm mit Postelein, Olivenöl und Balsamicoessig vermengt anrichten.

Die ausgelöste Polenta in dicken Schnitten noch einmal durch Polentagrieß wälzen, dann in Butterschmalz rundrum goldbraun anbraten und auf dem Salat servieren.

Gebratene Polentaschnitte auf warmen Fenchel-Rotkohl-Salat

Winterliches Hamburger Alstervergnügen

Kennedybrücke

Hamburg Rutschbahn
Drachen Glück
Sehnsucht

Ausblick Karneval
Schiffchen Stößchen
Der alte Mann

Schnelle Chicoréenudeln

Vereinzelt zurück gebliebener Chicorée macht nicht wirklich erfinderisch, lässt sich aber durchaus noch zu einem Nudelgericht verbrutzeln. Die sind hier auf die Schnelle immer gern gesehen.

Während die Nudeln bis kurz vor bissfest kochen, werden schmale Streifen vom Chicorée mit einer Prise Zucker in der Pfanne angebraten. Mit Weißwein ablöschen und halbierte Kirschtomaten kurz durchschwenken. Frischer Thymian passt dazu. Die abgetropften Nudeln darin gar ziehen lassen und fix servieren.

Nudeln mit Chicorée

Winterlicher Küchenausblick

Nach ersten Ausblicken im Herbst, wünscht sich Barbara hier unsere Winterpanoramen. Echt plakativ wirkt das in Hamburg leider nicht. Ich wollte erst hoffnungsvoll abwarten, doch seit Tagen scheinen wir uns hier klimatisch zwischen Schneegewirbel und Tauwetter einzupendeln.

Schneetreiben

Tauwetter

In neuem Licht: Marinierter Halloumi

Vor über einem Jahr gab es ihn hier schon mal: Marinierter Halloumi mit Thymiankartoffeln. Diesmal jedoch bei Tageslicht, mit frischen Tomaten und Rosmarinkartoffeln.

Marinierter Halloumi mit Rosmarinkartoffeln

Kürbisrisotto mit Chicorée

Nach erstem, eigenen Risotto war für meinen vegetarisch orientierten Mitesser unser in Unkenntnis auferlegte Bann dieses Essens Geschichte, zumal er Reisgerichte besonders liebt. Großspurig kündigte er deshalb an, das gäbe es nun häufiger und sollte Recht behalten. Wenig später zog ich mit einem Posteleienrisotto an Kräuterseitlingen nach. Spätestens seitdem steht er natürlich in der Pflicht, seinen Worten auch selbst Taten folgen zu lassen.

Ich habe also kochen lassen, nämlich mit:
Kürbisrisotto mit orangiertem ChcoréeSchalotten
Risottoreis
Hokkaidokürbis
Weißwein
Gemüsefond
Parmesan
Chicorée
Orangensaft

Zwiebeln und Reis in Butter glasig schwitzen, Kürbiswürfel kurz mitdünsten und unter beständigem Rühren löffelweise Weißwein wie Gemüsefond beifügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Zuletzt geriebenen Parmesan unterschmelzen.

In Streifen geschnittenen Chicorée in einer separaten Pfanne anbraten, mit Orangensaft ablöschen sowie mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt zum Risotto anrichten. Ein paar Tropfen Kürbiskernöl machen das Ganze beinahe perfekt.

Gestern bei der Kochgruppe

Gestern bei der Kochgruppe, klingt nach dem Titel einer Serie und genau das wird es auch. Denn jeden Dienstag Abend, Ausnahmen bestätigen die Regel, treffen sich zehn Freunde zum gemeinsamen Essen. Vorspeise, Hauptgang, Dessert – reihum zeichnet sich jeweils einer als Koch verantwortlich und läd in bescheidene Hütte. Alle Gäste stellen die Getränke.

Diesmal kamen gemischter Salat, Lachsforelle auf erlauchtem Flusskrebsbett und Eierlikörtorte auf den Tisch. Hier nur ein Ausschnitt:

Links Rechts

Ich bin ganz frisch dazugestoßen und darf mich in den kommenden Wochen erstmal genüsslich verwöhnen lassen, wobei die Gedanken immer schon um meine eigene Kochpremiere kreisen. Es sind wenige Vegetarier dabei, die meisten essen zumindest Fisch, doch wieder andere sind erpicht auf fleischlich experimentelle Exkursionen. Nicht einfach also, aber machbar. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und für Tipps wie Tricks, besonders an dieser Stelle, dankbar!

Winter an der Elbe

Schollenturm Anleger
Aussicht

Brecher Enten
In den Untergang

Lange Schatten
Stille

Wittenberge Blumen
Abschied

Käsespätzle mit gebräunten Zwiebeln

PapageientulpenWährend sich Isis Spicy bei ihren Neujahrsvorsätzen unter anderem auf meine Gedanken zum Fleischkonsum besinnt, haben einige wohl völlig verirrte Geister bereits die Fastenzeit eingeläutet. Das alles, bei deutlich anhaltenden Minusgraden, scheint an meiner Realität vorbei. Jetzt brennt der Körper schließlich auf Hochtouren, um sich in Wohligkeit zu hüllen, an purzelnde Pfunde möchte ich derweil nicht mal denken und hole mir lieber erste Frühlingsboten, wie diese Papageientulpen ins Haus. Das bißchen Schönfärberei macht durchaus Sinn.

Weiß wie Schnee lautet der Aufruf des aktuellen Kochtopfevents zwar relativ eindeutig, jedoch unterliegt das hier in Hamburg meiner geprägten Definition, denn besagte Tiefsttemperaturen zeugen bei uns keinesfalls von weißen Winterwunderwelten. Ganz im Gegenteil glänzen solche zu Eisflächen ausgetretenen Schneereste und Streugut dieser Tage in einem städtischen Graubraun und das spiegelt sich entsprechend Blog-Event-LIII: Weiß wie der Schnee (Einsendeschluss 15. Februar 2010)in meiner Interpretation wider.

Käsespätzle mit gebräunten Zwiebeln aus:
350 g Dinkelmehl 630
knapper 1/4 l Wasser
3 Eier
Salz
Gereifter Gruyère
Butter
Eau de Chardonnay
Zwiebeln

Das gesiebte Mehl mit Wasser und Eiern zu einem Teig verrühren und mit einem Löffel kräftig durchschlagen, bis dieser Blasen wirft. Die Profis schaben das dann über ein Spätzlebrett in kochendes Salzwasser, aber damit kann ich nicht dienen . Statt dessen spüle ich eine Spätzlepresse, die mir in der Regel zur Kartoffelpüproduktion dient, mit kaltem Wasser aus. Angeblich soll der Teig dadurch besser flutschen, mir gelingt trotzdem noch eine mittelgroße Sauerrei ums Kochfeld herum, als sich die klebrige Masse zäh tropfend dem Nass nährt. Mit den Fingern muss ich nachhelfen, um feine Stränge zu trennen, doch im Ergebnis zeigt sich eine befriedigende Ausbeute. Etwa 3-5 Minuten garen die wenig formschönen Spätzle im Topf. Abgefischt lasse ich sie in einem Sieb abtropfen, um sie sodann in der gebutterten Pfanne goldbraun röstend zu schwenken.

In einer Auflaufform abwechselnd Spätzle, geriebenen Käse sowie Butterflöckchen schichten, dann für knapp 20 Minuten im Ofen gratinieren. Ich habe noch ein paar Löffelchen Eau de Chardonnay darüber gedröppelt, Kirschwasser passt sicher auch. Nebenher halbe Zwiebelringe in der Pfanne braun rösten und auf den Spätzlen garniert sofort servieren.

Käsespätzle mit gebräunten Zwiebeln

Wirsinggeschichte nachgebaut

Meine Wickelfertigkeiten, besonders bei Kohlrouladen, sind bloß rudimentär vorhanden und bevor da am Ende doch alles raussuppt und den Geschmack womöglich verwässert, greif ich gern zur geschichteten Variante, wie Arthurs Tochter hier, zurück. Das soll bei uns auch immer in vegetarischer Form ummodelbar sein. Kartoffeln gehören für mich sowieso zu Kohlgerichten, also bereite ich vorab fix einen Pü aus gedämpften Kartoffeln zur Füllung vor und verarbeite über Nacht eingeweichte und gar geköchelte weiße Bohnen mit einem Schlag Sauerrahm zu Muß. Prinzipiell wird das eine Abwandlung meines Wirsinggemüses.

Für mich gibt es außerdem Lammhack. Mit Schalotten sowie etwas Tomatenmark scharf angebraten, mit Harissa abgeschmeckt und dann abgekühlt mit einem Ei vermengt, landet das auf einer ersten Schicht blanchierter Wirsingkohlblätter in einer Auflaufform. Darüber kommt wieder eine Kohlschicht, danach Kartoffelpüree und zum Abschluss alles mit dem Bohnenmuß bedecken. Für mich noch mit einer Pancettadecke versehen, schiebe ich das dann für eine gute halbe Stunde im Ofen.

Derweil werkelt sich noch schnell eine Sauce aus Mehlbutter, mit Schlotten, Milch und Weißwein, die mit ihrer feinen Säure ganz ausgezeichnet dazu passt.

Geschichtete Wirsingroulade




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