Archiv für Februar 2010

Frühling schmeckt durch

Bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und satten 10 Grad machte der heutige Wochenmarktbesuch endlich mal wieder Spaß und Lust auf einen frühlingsfrischen Kopfsalat mit Forellenkaviar. Dazu ein mildes Dressing aus Zitronensaft, wenig Estragondijonnaise, Joghurt sowie einer Prise Zucker.

Kopfsalat mit Forellenkaviar und Joghurt-Zitronen-Dressing

Purer Genuss: Porterhouse Steak

Porterhouse SteakUnsere anliegenden Schlachter bieten schon seit einigen Wochen diese saftig dicken Porterhouse Steaks an. Bisher drückte ich mich bloß drum herum, hatte ich mir doch eigentlich vorgenommen, dem Fleischkonsum von schnell dahergebratenen Schnitten zu entsagen und mich mehr dem ganzen Tier zuzuwenden. Andernorts liefert man dazu im Rahmen der Fastenzeit sogar rein vegetarische Alternativen, aber mein Fastenprojekt vom letzten Jahr muss ich so schnell nicht wiederholen. Vorsätze sind generell dazu da, gebrochen zu werden und immerhin handelt es sich hierbei um ein ungewöhnlicheres Stück, als reines Filet. Genau das bildet bei diesem amerikanischen Schnitt aus dem Roastbeef allerdings immer noch einen größeren Teil und unterscheidet sich in der Hinsicht vom T-Bone. Soweit war meine widersprüchliche Rechtfertigungsstrategie also abgeschlossen, als ich jetzt kurzentschlossen doch zugriff.

Zur Zubereitung eine Pfanne bis kurz vor dem Rauchpunkt erhitzen, wenig Butterschmalz rein und das Steak von jeder Seite etwa eine Minute scharf anbraten. In Alufolie gewickelt 10 Minuten ruhen lassen, bis sich die Fleischsäfte wieder in den Fasern gesammelt haben. Dann noch etwa 5 Minuten bei knapp 60 Grad im Ofen gar ziehen lassen. Salzen, Pfeffern, einen Klacks Beurre de Paris – ich bereue nichts! Dazu schmeckt ein einfacher Gurkensalat aus gesalzen abgetropften Spiralen mit Reisessig und Sesamöl.

Porterhouse Steak mit marinierten Gurkenspiralen

Bei der Kochgruppe fliegen die Fetzen

  • Kochgruppe
  • Während unserer Kochgruppe am Dienstag mussten ordentlich Federn gelassen werden. Zunächst kredenzte der Koch einen echten Klassiker zum Hauptgang, aber als mittendrin der Obstschnappes auf den Tisch kam, kriegte jeder sein Fett weg – seht selbst:

    Rote Bete – Birnen Salat

    Rote Bete Salat mit BirnenDrei Gänge haben sich als Gruppenstandard mittlerweile bewährt. Dabei ist eine klassische Abfolge nicht vorgegeben und gerade auch aus Geschirrmangel, wurde dieser Salat direkt zum Hauptgang serviert.

    Rote Bete und entkernte Birnen in Streifen hobeln. Ein Dressing aus 8EL kalt gepresstes Rapsoel, frischen Rosmarin (ca einen Zweig), Saft einer Zitrone, Salz und Pfeffer anrühren, über den Salat geben und ca 15 Min. ziehen lassen.

    Königsberger Klopse mit Petersilienkartoffeln

    Klopse, die hatte wohl jeder von uns als Kind geliebt oder gehasst, wegen der ekligen Kapern natürlich. Inzwischen sind die Geschmacksnerven jedoch weitestgehend ausgeschult und daher wurde dieser Klassiker allseits freudestrahlend entgegengenommen.

    Königsberger Klopse mit Petersilienkartoffeln400g gemischtes Hack, ein eingeweicht und ausgedrücktes, weißes Brötchen, fein gewürfelte Zwiebel, Bund gehackter Petersilie, 2 gehackten Sardellenfilets, 2 Eier, etwas Sahne, Salz und Pfeffer vermengt zu Klopse rollen. Die Klopse in der kochenden Brühe aus Nelken, Loorbeerblättern sowie einer Zwiebel ca. 20 Min. garen. Danach die Klopse entnehmen und die Brühe sieben. Im Topf eine Mehlschwitze (ca. 30g Butter, 4EL Mehl) herstellen und unter ständigem Rühren die gesiebte Brühe hinzugeben. Ein kleines Glas Kapern (oder auch frische) hinzugeben und die Sauce mit Zitronensaft und saurer Sahne verfeinern. Klopse hinzugeben, in der Sauce erwärmen, dann zusammen mit Petersilienkartoffeln anrichten.

    Apfelringe im Teigmantel frittiert

    Äpfel (z.B. Cox Orange) schälen, den Kern ausstechen und in ca. 1cm dicke Ringe schneiden. In einer Schüssel mit Zucker + Rum beträufeln und zugedeckt durchziehen lassen.

    Den dickflüssigen Teig aus 200g Mehl, 2 Eiern, 1/8 l Apfelsaft, 1/8l Weißwein und einer Prise Salz etwa 30 Min. quellen lassen. Derweil reichlich Pflanzenöl auf einem Backblech bei 180 Grad erhitzen. Die marinierten Apfelscheiben abtropfen lassen und schwimmend im heißen Fett ca. 2 Min. je Seite ausbacken. Herausnehmen und kurz abtropfen lassen. Auf Tellern zusammen mit Vanillesauce und den Preiselbeeren anrichten.

    Wär der Teigmantel nicht fürn Arsch gewesen – das Fett war leider noch nicht heiß genug – hätte ich die Apfelringe auch noch mit etwas Puderzucker bestreut.

    Ausgebackenen Apfelringe mit Vanillesauce und Preiselbeeren

    Ein im Vorfeld mütterlich verzapfter Haarschnitt wurde beinahe einstimmig als zu brav abgekanzelt, sodass zwischen zwei Gängen kurzerhand nachgebessert wurde. Die Reste vom Feste!

    Obstschnaps Das Ende vom Lied

    Knusprige Batatenwirbel mit Räucherlachs

    Die neusten Rezepte unserer Kochgruppe sind leider noch nicht bei mir eingetrudelt, aber auch heute sollen die Augen keinen Hunger leiden. Darum gibt es auf die Schnelle in Sonnenblumenöl frittierte Süßkartoffelspiralen mit einem Klacks Hüttenkäse sowie Abschnitten vom Räucherlachs. Ein Spritzer Zitrone darüber, Radieschensprossen und Kresse – kommt gut.

    Knusprige Batatenwürfel mit Räucherlachs

    Kohlrabi Tempura, kein Scheiß!

    Für die asiatischen Gerichte zeichnet sich hier mein zumeist vegetarischer Mitesser verantwortlich, der vor allem Reis liebt. Reis mit Scheiß, nenn ich das immer augenzwinkernd, denn auch wenn dieses weiße Gekrössel nicht zu meiner favorisierten Wahl gehört, kommt doch in seinen Kreationen durchaus Essbares zustande. Zugegeben, ich bin latent küchendiktatorisch veranlagt, kann schlecht ohne Eingreifen zusehen und um den Hausfrieden zu retten, ziehe ich mich während dieser Aktionen dann lieber ganz aus der Küche zurück. So weiß ich schließlich, das Resultat wohl zu genießen.

    Diesmal wendete er gedünstet aufgespießte Kohlrabiwürfel in einem Tempurateig aus 100 g Mehl, Ei und 200 ml Wasser, frittiert in Sonnenblumenöl. Dazu gibt es japanischen Sushireis, ein Schälchen Sojasauce mit Chiliflocken, Ingwer und Frühlingszwiebeln. Trotzdem mochte ich mir einen fruchtig scharfen Akzent mit zusätzlich bedatteltem Chinakohlsalat dann doch nicht verkneifen.

    Kohlrabi Tempura mit Sojadipp und fruchtigem Chinakohlsalat

    Chili con Grandeza

    Ein großer Topf Chili con oder sin Carne findet sich oft als zusammengeschusterter Partypott in feierlich besetzten WG-Küchen wieder. Schlimmstenfalls zur unkenntlichen Mußmasse verkocht. Mit ein bisschen Geduld lässt sich aber durchaus ein kräftiger Eintopf mit Bums fertigen. Bohnen sollten sowieso, nicht nur bei Vegetariern, mindestens einmal die Woche den Speiseplan bestimmen, das Wurzelcassoulet prägte hier zuletzt drei Tage. Diesmal spielen sie jedoch nicht unbedingt die Hauptrolle.

    Gehackte Zwiebel und Chili anbraten, mit reichlich Rotwein (Hier: Spätburgunder) ablöschen, Dosentomaten sowie Rinderfond dazugeben und Rindfleischwürfel einlegen. Wie beim Rotweingulasch, auf kleiner Flamme einige Stündchen köcheln lassen. Die vegetarische Variante geht natürlich schneller, lässt sich auch gut nebenher vorbereiten. Mit geröstet gemörserten Kreuzkümmel und Koriandersamen sowie getrocknetem Oregano abschmecken. Spät abgetropfte Bohnen, Mais, mit Streifen von Paprika darin gar ziehen lassen und zuletzt ein Stück sehr dunkle Schokolade unterschmelzen.

    Chili con Carne und knuspriger Kartoffelwirbel

    Derweil Kartoffeln zu schmalen Spiralen hobeln und in Sonnenblumenöl zu knusprigen Wirbeln frittieren. Die lassen sich noch gut im Ofen warmhalten. Zusammen mit Zwiebelbaguette, Tacochips und einem Schnitz Zitrone anrichten. Gehackte Petersilie drüber und losknattern!

    Chili mit Alles

    Zum Sonntagsfrühstück

    SonntagsfrühstückGinge es nach mir, dürfte jeden Morgen solch voll gedecktes Tischlein in den Tag leuchten. Auch unter der Woche stehe ich immerhin so rechtzeitig auf, dass sich gemütlich ein Heißgetränk – wahlweise Kakao oder Honigmilch mit Ingwerscheiben – trinken lässt, aber geschmierte Schnittchen packe ich dann lieber auf Tasch, um in Ruhe in der Bahn zu frühstücken. Ja, auf meiner Strecke geht das. Trotzdem liebe ich unsere wochenendlichen Gelage mit allem drum, dran und weichgekochtem Ei.

    Bei unserem Supermaschinchen Toast n`Egg muss man da etwas aufpassen. Nimmt man den Deckel nicht rechtzeitig ab, garen die Eier nach und werden hart. Kein absolutes No Go mehr für mich, lässt sich doch zumindest noch ein Eiersalat daraus werkeln: Hartgekochtes Ei stückeln, mit etwas Mayonnaise, Estragondijonnaise und Kresse verrühren – das geht ganz fix. Gekaufte Mayonnaise ist verständlicherweise oftmals verpönt, wir haben allerdings eine französische Salatmayonnaise entdeckt, mit der sich durchaus solche Ausnahmen rechtfertigen lassen. Es schmeckt!

    Eiersalat

    Und jetzt alle!

    Kinderteller Popeye revisited

    Rahmspinat, später schlicht Blubb, bei uns jedoch auch immer schon mit geschmolzenem Käse, dazu Kartoffeln und Spiegelei – das gehörte zu meinen liebsten Kindheitsessen, die des Alltags auf unseren Tellern landeten. Am besten schön verrührt zur Matschepampe, sodass man einfach alles mit einem Löffel wegschaufeln konnte. Eine besonders edle Variation davon, bot diesen Sommer die Hamburger Sterneküche vom Süllberg. Gesund? Ja, meinetwegen, aber eben vor allem auch immer noch stark lecker, wobei die Konsistenzen für mich heute gerne mehr Biss haben dürfen.

    Daher brate ich gewürfelte Kartoffeln in Butterschmalz zu goldbraunen Bratkartoffeln mit Röstzwiebeln und mische zuletzt ein verschlagenes Ei darunter. Den gewaschen verlesenen Spinat brühe ich nebenher bloß zweimal mit heißem Wasser aus dem Kocher über. Gut abgetropft, vermengt mit gehacktem Knoblauch, einem Schlag Sauerrahm sowie geriebenem alten Appenzeller landet das dann noch wenige Minuten zum Gratinieren im vorgeheizten Ofen.

    Kinterteller Popeye revisited

    Schwarzer Rettich gegen Husten

    Pünktlich gen Jahreszeitenwechsel hört man wieder Husten und Schnäuzen, Krächzen und Keuchen. Auch bei uns hat sich schon ein leichtes Unwohlsein eingenistet. Die Hühnersuppenvorräte gehen zu Neige, aber aus Schwarzem Rettich und Zucker lässt sich zumindest auf die Schnelle ein Hustensaft zum Hausmittelchen anzapfen.

    Dem Rettich eine Haube abschneiden, vorsichtig aushöhlen und mit einem Schaschlikstab nach unten ein Loch bohren. Das ausgeschabte Innere fein zerhackt mit braunem Zucker, Kandis oder Honig vermengen, wieder in die Rübe füllen und über Nacht auf einem Glas sitzend ziehen lassen. Den abtropfenden Sirup mehrmals täglich weglöffeln.

    Schwarzer Rettich gegen Husten

    Geht doch!

    Nämlich das gratinierte Sauerkraut, aber eben nicht wie hier mit Plastikkäsedeckel, sondern mit gutem Walliser Raclette. In neuem Licht:

    Gratiniertes Sauerkraut Sauerkraut aus dem Ofen




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