Unter diesem Schlachtenruf versammelte sich unsere Kochgruppe gestern ganz weidmännisch an ehrenvoller Tafel und wie immer, wenn besondere Köstlichkeiten zu erwarten sind, bleiben Gäste nicht fern. So saßen wir einerseits gruppenvollständig zu zehnt, noch mit zwei weiteren Essern und sogar dem Jäger in illustrer Runde beisammen. Wilde Entschlossenheit hatte nämlich unsere Gastgeberin an den Tag gelegt, als sie den im Mitropaabteil eines ICEs zwischen Frankfurt und Hamburg aufgegabelten Grünrock sogleich in die Pflicht nahm.
Die Notwendigkeiten des forsthegenden Tötens legte der Rechtshauptberufler überzeugend dar, denn auch wenn es heißt, wer Gerechtigkeit will, würde eben kein Anwalt, ist so eine Quelle vor allem krisensicher. Laut Wikipedia stünde das Damwild den Rothirschen an Schnelligkeit und Gewandtheit in nichts nach, ist jedoch weniger scheu und vorsichtig, was insbesondere zwei Rehen aus dem Wendland wohl, allein nicht zu unserem Übel, zum Verhängnis wurde. Selbst eine langjährige Vegetarierin mochte sich die Gelegenheit zum verantwortungsvoll bestmöglichen Fleischkonsum nicht entgehen lassen. Allerdings hatte sie, gerade erst von unverschämt wochenlangem Mauritiusaufenthalt heimgekehrt, dort sogar Opossum gegessen, was ihre Integrität in dieser Sache haarspaltend fraglich erscheinen lassen mag.
Genug der Internas, auf gehts zum Menue! Die Rezepte müssen irgendwann nochmal nachgebessert werden, denn mit dem was wir da in strahlender Wirklichkeit präsentiert bekamen, hängen die bisher leider bloß thematisch zusammen. Bis auf das Dessert, wie es jetzt da steht.
Feldsalat
600 g Feldsalat, verlesen,600 g Ananas, frische, 1 cm große Würfel geschnitten
6 EL Balsamico
6 Prise Paprikapulver, rosenscharf
6 TL Honig, (Edelkastanienhonig)
1,5 TL Pfeffer, frisch gemahlenen, schwarzen
1,5 TL Salz
12 EL Crème fraîche
Zunächst den Feldsalat 1 x in Essigwasser waschen, nochmals waschen und sehr gut trocken schleudern. (Den Salat kann man bis zur endgültigen Zubereitung in einer Frischhaltedose oder einem Gefrierbeutel im Kühlschrank aufbewahren. So bleibt er beim Servieren schön knackig!)
Die Zutaten für die Sauce – Balsamicoessig, Rosenpaprika, Edelkastanienhonig, schwarzen Pfeffer, Salz und Creme fraiche – verrühren. Es ist sehr wichtig, zunächst Balsamico und Honig gut miteinander zu verrühren, damit sich die restlichen Saucenzutaten gut damit mischen lassen! Nun die Ananaswürfel dazugeben und 30 Min. ziehen lassen. Dann noch den Salat vorsichtig unterheben und servieren.
Dieser Salat eignet sich besonders gut als Beilage zu gedünstetem oder gebratenem Fisch, speziell Lachs und zu Geflügel. Als kleinen, leichten Imbiss kann man ihn auch mit Toast, Baguette oder Chiabatta genießen.
Rehrücken
2 Rehrücken, (etwa 1 1/4 kg)1,5 Liter Wasser, gesalzen
4 Karotten
2 Wurzeln Petersilie
2 kleine Knollensellerie
4 Zwiebeln
12 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblatt
2 TL Thymian, getrockneten
2 TL Majoran, getrockneten
16 Körner Pfeffer, schwarze
10 Tassen Bockbier
400 g Speck, geräucherten
Salz
100 g Margarine
500 ml saure Sahne
Gewürzkörner, nach Belieben
Den Rehrücken waschen, abtrocknen, enthäuten.
Für die Beize: die geputzten und gewaschenen Karotten, Petersilienwurzel und Sellerieknolle klein schneiden, in dem Salzwasser zum kochen bringen. Die Zwiebeln würfeln, hinzufügen, das Gemüse etwa 30 Minuten kochen lassen. Gewürzkörner, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt, Thymian, Majoran und Pfefferkörner dazugeben. Das Bockbier hinzugießen. Die Beize einmal kurz aufkochen, erkalten lassen.
Den Rehrücken in eine tiefe Schüssel legen, die Beize darüber gießen, das Fleisch zugedeckt 2-3 Tage darin ziehen lassen (an einem kühlen Ort), gelegentlich wenden.
Den Rehrücken aus der Beize nehmen, abtrocknen, mit Salz und Pfeffer einreiben. Den Speck in dünne Streifen schneiden. Die Margarine erhitzen, den Speck 5 Minuten darin braten, den Rehrücken dazugeben, rundherum anbraten. Das Gemüse aus der Beize nehmen, zu dem Fleisch geben, etwa 5 Minuten mitdünsten lassen. Den Bräter in den vorgeheizten Backofen schieben, den Rehrücken etwa 1 Stunde bei 180 Grad garen lassen, zwischendurch mit dem Bratenfond und etwas von der durchgesiebten Beize begießen.
Das gare Fleisch von den Knochen lösen, längs in schräge Scheiben schneiden, auf einer Platte anrichten, warm stellen.
Den Bratensatz mit 3-4 EL Beize oder Wasser loskochen, durch ein Sieb gießen, die saure Sahne unterrühren, die Soße mit Salz, Pfeffer, Whiskey, Zimt abschmecken.
Kartoffeln und Preiselbeeren dazu reichen.
Haselnusscreme mit gebackenen Bananen und Schokokeksen
1 Liter Sahne8 Bananen
2 Päckchen Kekse mit Schokoflocken
1 Teelöffel Zitronenabrieb
1 Glas Haselnusscreme
Sahne erwärmen, darin die Haselnusscreme schmelzen. Die Masse erkalten lassen und in den Kühlschrank stellen. Die Masse muss kalt sein, damit sie wieder steif geschlagen werden kann, soviel steht jetzt fest. Bananen in der Pfanne erhitzen und mit Zucker bestreuen. In Schichten werden erst die Kekse, dann die steif geschlagene Sahnehaselnusscreme und dann die Bananen geschichtet. Das Ganze zweimal. Fertig – ist leider nur nicht so gelungen wie erwartet – aber kann funktionieren. Habs gesehen !








Na, ihr habt ja Spass gehabt! Scheint ja ganz lecker gewesen zu sein.
das Logo der Kochgruppe erinnert ja nun eher an hysterische Lesben…..( das musste jetzt mal gesagt werden!)
Rehrücken mag ich gerne
Und zu jedem Gericht den passenden Wein, so ist’s recht
@ Freundin dgG: Ganz was Feines, auf jeden Fall.
@ Bolli: Wenns so arg belastet, immer raus damit! Warum auch nicht? Hingegen verwehre ich mich gegen explizit weiblich zugeschriebene Hysterie.
@ sammelhamster: Die Weine bergen immer wieder Überraschung, weil tatsächlich jeder eine eigene Flasche mitbringt.
Und was gab’s für ein Dessert?
also, ich find das logo super, muss ja auch mal gesagt werden..
Also, ein Oppossum als Kochgut wäre auch nicht schlecht
(das müsste wahrscheinlich auch nicht tagelang eingelegt werden)
mir gefallen logo wie Rehrücken. Mich stören die Damen nicht.
Tolle Truppe, da wird gezaubert, SUPER!
Sind da auch Schlangen auf dem Bild? – Ich gebs zu, besonders anregend finde ich das Logo nicht – aber den Rehrücken, den find ich super!
@ Toni: Steht doch da
@ susanne und Lamiacucina: Lust soll man sich nicht verkneifen.
@ kk: Ich bin auch ein bisschen neidisch!
@ Hannes: Im Schweiße des Angesichts, jawohl!
@ Nathalie: Fokus ist wichtig, das üben wir noch.
Ich sehe in Eurem Logo pralle Lebenslust, und die scheint in Eurer Kochgruppe auf jeden Fall reichlich vorhanden. Wildfleisch esse ich generell sehr gerne. Mein Schwager ist Jäger und so habe ich eine gute Quelle für Wild aus Hohenloher Jagd.
@ Linda: Oh, biste auch schonmal mitgekommen zur Jagd? Mit unserer vielköpfigen Truppe gestaltet sich sowas wohl eher schwierig. Bei Tisch schaffen wir es schon nicht, dass bloß einer zur Zeit redet.
Jagen und Wild ist jetzt nicht so meins, aber euer „wild entschlossener“ (lol)Kochclub rockt.