Especiales de la Casa

TürZu Hause ist es doch am schönsten und wir hatten es mit unserem kleinen Gartenhäuschen einer Finca nicht schlecht getroffen. Zwar warnte man uns kurz vorher völlig aufgelöst vor verschneitem Kälteeinbruch, versprach Wärmflaschen, plante gar Evakuierung, jedoch ließ sich dieses Szenario für uns höchstens noch beim Anblick der fern weißflimmernden Transmuntanagipfel erahnen. In den Hügeln von Arta fühlten wir uns an bollernder Gasheizung zur kühleren Nacht hin ausreichend geschützt. Die Temperaturen stiegen sogar stetig an, wir aßen unterwegs viele Kleinigkeiten und stießen darum bei abendlichen Deftigkeiten an unsere Grenzen. Schweinelende mit Chorizobrät im Wirsingwickel bei Artàs Es Passeig bot ebenso wie Blutwurst und im Kohl geschmorte Lammschulter auf der Finca Es Serral dennoch satte Einblicke in die regionale Küche.

Auf unserem tollkühnen Landsitz hielten wir es bescheiden. Pimientos de Padrón, mit Knoblauch in Öl gebratene Pimientos, bestreut mit reichlich Meersalz – kredenzt von el Patron persönlich. Zusammen mit Manchegovariationen, vielerlei Eingelegtem sowie mallorquinischem Rotwein stellten sich schnell erste Urlaubsgefühle ein.

El Patron Pimentos de Patron
La Casa

SteinMit allerlei Steingut ausgestattet, fanden wir hier auch einen Mörser. Diese spanische grüne Sauce, die oft zu Kartoffeln serviert wird – Mojo de Perejil – ließ sich darin ganz fix aus gehacktem Knoblauch, einem großen Bund Petersilie, gemahlenem bunten Pfeffer, reichlich Meersalz, Olivenöl, und Zitronensaft zu einer pestoartigen Masse klöppeln. Im Crossoververfahren haben wir deren Anwendung in den folgenden Tagen international variiert. Diesmal schlicht mit Nudeln und gereiftem Käse.

Gedeckter Tisch Nudeln mit Mojo Verde

Spanische Tabouleh, ja das gibt es. Ab jetzt. Einfach Couscous in aufgekochtem Wasser ziehen lassen, reichlich Mojo untermengen, gewürfelte Tomaten dazu und fertig ist der Salat. Grünzeug, gebratene Zwiebeln dabei und an den überall ausliegenden Artichocken kam ich auch nicht blindlings vorüber. Beschnitten im Salzwasser kochen und mit Zitronensaft marinieren. Ich hatte außerdem beim Schlachter noch einer Berner Wurst nachempfundene Kreation mit Schinken und Käse gefüllt gefunden. War ganz ok.

Spanische Tabouleh Kleinigkeiten
Von allem etwas

Wilde OrchideeMerklich frühlingshaft wurde es mit den Tagen. Vormals Verhageltes blühte in voller Pracht wieder auf, sodass wir auch endlich mal die hier übliche Draussenküche nutzen konnten. Deswegen hatten wir diese Hütte nämlich ursprünglich ausgewählt.

Morgens gab es bloß ein schmales Frühstück mit Spiegelei auf Röstbrot. Spanischer wäre wohl eine Tortilla, hatten wir auch, nur ohne Foto. Dazu eine saftigsüße Cherimoya. Die unzähligen Kerne haben wir fleißig in die Gegend gesp.. äh, verpflanzt.

Abends füllten wir die Teller mit Pa amb Oli: In Olivenöl geröstete Brotscheiben mit gegrillten Auberginen, Tomaten, Knoblauch und meinetwegen feuriger Salchichia. Ein doller Teller, der keine Wünsche offen lässt. Dazu schmeckt ein Weißer. Vollmundig fruchtiger Rioja.

Frühstück Pa amb Oli mit Salchicha

Der letzte Abend erwies sich trotz feintropfigem Regen als durchaus lauschigwarm. Zusammen mit Serienprogramm vom Notebook gings auf unserer überdachten Terrasse ans Resteessen. Natürlich mit Röstbrot. Ganz fix verrührt dazu Avocado mit Mojo und ein erfrischendes Glas Gazpacho zum Wein.

Pa amb Oli mit Avocadomojo Sternchen

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7 Antworten auf “Especiales de la Casa”


  1. 1 ilse aus Minga 27. März 2010 um 10:44 Uhr

    das sieht nach einem rundum gelungenen Foodie-Urlaub aus.

  2. 2 Freundin des guten Geschmacks 27. März 2010 um 12:14 Uhr

    Ein kulinarischer Urlaub ganz nach meinem Geschmack. Da blieben wohl keine Wünsche offen.

  3. 3 kulinaria katastrophalia 27. März 2010 um 19:07 Uhr

    Schön und gut die kulinarischen Köstlichkeiten, aber wie schmeckte jetzt das internationalisierte Mojo de Perejil mit Steinmoos?

  4. 4 Toni 27. März 2010 um 21:57 Uhr

    Schaut nach einem mehr als gelungenem Urlaub aus :) !

  5. 5 Flüge 29. März 2010 um 8:51 Uhr

    Das sieht wirklich nach einem gelungenem Urlaub aus. Und bei dem trübseeligen Wetter, das hier mal wieder herrscht, verspüre ich doch etwas Neid… ;)

  6. 6 Schnick Schnack Schnuck 29. März 2010 um 19:10 Uhr

    Wir haben es uns wirklich unverschämt gut gehen lassen, ich weiß.

    @ kk: Knackig natürlich.

  1. 1 Pa amb Oli « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 23. April 2010 um 8:57 Uhr
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