Unser Fischhändler hat gewechselt. Mein geliebter Höker direkt ums Eck, bei dem es die köstlichsten, täglich frischen Fischfrikadellen von der Welt und trockene Sprüche obendrauf gab, ist einfach weg. Jahrelang hatte er sich trotz beinahe täglicher Konkurrenz vom Wochenmarkt stets dem Druck erwehrt, ins angelegene Einkaufszentrum umzuziehen. Sein kleiner Eckladen bleibt glücklicherweise bestehen und die Übernahme scheint freundlich vonstatten zu gehen. Bei einigen kritisch beäugenden Streifzügen entlang der Fensterauslagen wurde ich Zeuge, wie er den Neuen einwies. Vom Ansehen könnten sie Geschwister sein, doch als ich jetzt erstmals wieder zum Handel eintrat, schien zumindest das Kassensystem noch Unsicherheit zu produzieren. Nicht ohne Stolz folgten dann aber gleich Ausführungen zu den vorhandenen Kühlräumen, der Hornhecht sei auch etwas ganz besonderes, den nehme er mir noch aus, Grillen wär gar kein Problem, aber nicht erschrecken: „Achtung, der hat grüne Gräten!“ Alles beim Alten, bemerkte ich erleichtert, doch dann meinte er noch salopp: „Rezepte gibt es ja genug. Bei Google.“ Wie bitte? Bei was? Nun ja, wir werden sehen was da noch kommt. Ich und die alte Dame, die hier wirklich jeden Freitag ihren Fisch kauft und nach mir Maischolle bestellt.
Eine handvoll weißer Garnelen hatte ich außerdem noch mitgenommen. Zu Hause geköpft, den Panzer rücklings aufgeschnitten, Darm gezogen. In einer Marinade aus Olivenöl und Knoblauch etwa eine Stunde einlegen. Eigentlich wollte ich die erst dekorativ aufspießen, beschloss dann jedoch, die im Panzer auf den Grill zu legen, damit sie nicht trocken werden.
Den Hornhecht etwas salzen, mit Limettenhälften und Estragonbutter füllen.


Der Fisch kommt in die Klemme und dann neben Garnelen sowie Tomatenrispe auf den vorgeheizten Grill. Alles gelegentlich mit der Garnelenmarinade bepinseln, später nochmal von der anderen Seite. Lieber kurz und heiß anfeuern, so bleibt alles schön saftig.

So weiß ich inzwischen, dass man die eben ohne größere Verluste schnibbeln kann. Mit Schalotten und Knoblauch in Olivenöl andünsten, Dosentomaten aufgießen und mit Cajun Spice feurig etwa zwanzig Minuten einköcheln. Eine handvoll eingelegter Kapern mitgaren. Schmeckt auch kalt, als Antipasti, ganz gut.
Oft sieht man dazu dann Reis, mein Mitesser riebe sich sicher schon die Hände, aber zu meinen Favoriten zählt diese Beilage nunmal nicht. Schon wieder Nudeln wär öde, Kartoffeln irgendwie zuviel des Guten, aber Polenta nehm ich gern. Drei Teile Milchwasser aufkochen, einen Teil Maisgrieß einrieseln und regelmäßig rührend bei schwacher Hitze quellen lassen. Mit etwas Butter und Sahne wird sie cremiger. Muskat, Salz, schließlich geriebenen Pecorino sowie gehackten Estragon untermengen und zu den tomatisierten Bohnen anrichten. Passt super!
Momentan nutzen wir jede freie Halbsonnenstunde, um Nachmittags nochmal fix im Garten rumzupusseln. Unkrautjäten geht immer, Teppiche rausreißen wird allerhöchste Eisenbahn, zwischendrin irgendwas anpinseln und pünktlich zum Sonnenuntergang meldet sich dann natürlich der kleine Hunger. Genug Reste
Lange Wochenenden sind toll, die besten, wenn auch noch die Sonne scheint. Endlich keinen Freizeitstress, die knappen freien Tagen auszupressen, bis man wochenanfangs beinahe urlaubsreif ist. Es sei denn, man unterjocht sich wieder mal so einer Ochsentour, wie meinem









- 2 Zwiebeln
- 800g Spinat
- Feldsalat
- 3 Becher Schmand
Ich wollte den Frühling nämlich schon abschreiben, als mich die niederen Temperaturen mit Grippe streckten, mir auch in der Küche nix Neues einfallen wollte und damit einhergehend dies Blöggchen beinahe verwaiste. Der jetzige Aufbau unseres neuen Profigrills ist jedoch als Startschuss in die offizielle Saison zu werten: Promt lässt sich die Sonne mal wieder blicken, der Flieder blüht. Darum gibt es hier schlicht einen bildhaften Abriss unserer jüngsten Tischszenen.


1 Eiweiß + 1 Prise Salz steif schlagen, 30 g Zucker einrieseln, 25 g Mehl unterheben, bzw. mixen, da unterheben eh nicht funktioniert. In einer mit Backpapier ausgelegten Springform 15 Min. bei 180° backen.
