Sesameis zum Heckensägenmassaker

IdylleUnsere inzwischen üppig erblühte Kleingartenoase gleicht einem Paradies, Garten Eden und der Arche in einem, wenn die Entenfamilien vom Fluss die schmalen Gassen herwatscheln, Spatzen im Gestrüpp palavern bevor Hase und Igel sich gute Nacht sagen und Schnecken beim Bierumtrunk einfallen – hier herrscht Harmonie. Beinahe unerträglich für uns räudige Städter. Wir brauchen Krach, Action, den fiesen Mob, denn ohne ein anständiges Massaker ziehen wir nicht vom Platz.

Erst ist der Rasen fällig. Den hatte ich im April bereits in einem frühlingshaftem Anfall von Wahnsinn per Hand vertikutiert. Mir nen Wolf geharkt, das Moos von fünfzig Jahren bis in alle Ewigkeiten zu vernichten und ja, das hat richtig gut getan. Mir zumindest, aber auch die grüne Wolle zeigt sich inzwischen bestens erholt in voller Pracht. Wer braucht schon englischen Rasen? Der Weg ist das Ziel. Für maximalen Output schickt man zum Mähen dann den heuschnupfenaffinen Partner ins wildkräuterdurchzogene Schlachtfeld. Adrenalin, Blut, Schweiß und Tränen, damit ackert man sich so richtig in Laune zum alljährlich am 26. Juni gemeinschaftlich zelebrierten Heckensägenmassaker. Keifende Weiber, röhrende Maschinen. Hier tobt das Leben und es ist genug für alle da.

Heckensägenmassaker Hecke

Sesameis zum Runterkommen hat sich als Volltreffer erwiesen. 350 ml Sahne steif schlagen. 3 Eigelb mit 80 g braunem Zucker im Wasserbad schaumig rühren und 0,1 l dunkles Sesamöl untermengen. Drei Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee mixen. Die Eigelbmasse mit der Sahne verrühren, zuletzt den Eischnee unterheben und alles landet für gute drei Stunden im Eisfach. Zunächst alle 10 Minuten nochmal durchspachteln und nach hinten raus etwa im Halbstundentakt. Eine Übung in Demut, aber das ist es wert, wenn man sich nicht mit noch einer Maschine herumärgern will.

Sesameiskomponenten

Eigelb zur Sahne Eischnee unterheben

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8 Antworten auf “Sesameis zum Heckensägenmassaker”


  1. 1 Barbara 27. Juni 2010 um 12:12 Uhr

    Sesameis hatte ich glaube ich noch nie… Mal was anderes. :-)

    Seitdem wir unsere ca. 40 m lange Hecke rausgehauen haben, fühle ich mich viel wohler. Alles heller, sonniger. :-)

  2. 2 kulinaria katastrophalia 28. Juni 2010 um 16:57 Uhr

    Ah — sogar die Igelzucht wird betrieben! Tipp: Igel in Ton aus der Glut, superlecker :o

  3. 3 Isi 28. Juni 2010 um 20:05 Uhr

    Ich genieße immer nur den Garten unserer Freunde, selber haben wir keinen. Das ist wirklich viel, viel Arbeit. Sesameis finde ich als Idee toll. Gefällt mir

  4. 4 ilse aus Minga 29. Juni 2010 um 17:42 Uhr

    was es alles gibt! Deine Kleingartensoap ist übrigens ein Genuss.

  5. 5 Hannes 29. Juni 2010 um 18:13 Uhr

    Dieses, ja genau dieses Eis wird gemacht! Ihr wohnt im Paradies………ein Traum! :-)

  6. 6 Toni 29. Juni 2010 um 21:22 Uhr

    Für mich noch ein paar Sesamsamen darüber. Fein! Und immer schön das Bier für die Schnecken nachschenken ;o)

  7. 7 Schnick Schnack Schnuck 30. Juni 2010 um 11:15 Uhr

    @ Barbara: Wir fuchsen noch aus, wie wir zumindest einige Stellen über das vorgeschriebene Stockmaß von 1,20m tricksen können. Über Lichtmangel können wir uns glücklicherweise nicht beklagen.

    @ kk: Igel schmatzen auch so schön beim Essen.

    @ Isi: Für uns auch ein ganz neuartiges Unterfangen. Früher bin ich schon auf die Barrikaden gegangen, wenn wir mal wieder Laub harken sollten.

    @ ilse: Mit Eis ist alles möglich.

    @ Hannes: Inzwischen sogar mit Feigenbaum.

    @ Toni: Unbedingt! Hatte vergessen, die mit in den Garten zu nehmen. Bier ist dagegen immer vorrätig.

  1. 1 Wamm, wa? « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 05. Juli 2010 um 8:47 Uhr
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