Archiv für Juli 2010

Wamm, wa?

Während wir die heißesten Tage des Jahres im Garten abbrummten, und uns sonnenbeschirmt so richtig schön koppmallig schmoren ließen, zählte eigentlich für alle nur eins: Wasser! Wasser für uns, die Plümelchen und die ganzen sonst so emsig umherpusselnden Kleingärtner, die statt der üblichen Heckensägenmassaker und Rasenmäherrennen grad mal den Sprung in den Fluss schafften. Benachbarte Ufergrundstücke wurden flächendeckend geentert. Arschbombe, Flachköpper, aber kochen? Nein, danke!

Aufm Schlauch

Schirmchen Hitze
Fertig zum Entern

Nachbars Kirschen, nur einen Katzensprung entfernt inzwischen auf Augenhöhe hängend, wurden dank ratzeputzkahler Hecke zum Allgemeingut erklärt, einigen fiebrig dahergeschnibbelten Gurken schlicht weiteres Dressing verweigert. Ansonsten gab es Eis. Und Kaffee. Eiskaffe.

Kürschen Gurken
Eiskaffee

Beim Deutschlandspiel hätten wir wohl die berüchtigte Stecknadel fallen hören. Wirklich jeder hatte sich derweil in die kühleren Häuschen zurückgezogen. Gedämpfte Wellen von Euphorie waberten bloß zum Torjubel an uns heran und trotz eines sagenhaften 4:0 gegen die äußerst unsympathisch spielenden Argentinier dauerte es dann eine Weile, bis sich die Autokorsos formiert hatten. Als durchrauschende Trucker unseren Traum einer lauen Sommernacht schließlich hinforttröteten, kamen wir doch noch auf den Geschmack. Hunger? Hunger! Eichblattsalat mit Essig und Öl, Pestobohnen und feurig gebratener Salsiccia.

Italienischer Wurstsalat

Gold im Mund

Dröge bröckliges Rührei, was mancher als solches verbricht, lässt mir gedanklich Fusseln auf der Zunge wachsen. Kaum definierbare Pampe kann es werden, obschon sowas streng genommen zum kleinen Einmaleins jeder Frühstückskultur gehört und spätestens dann zusammengeschrubbt wird, wenn mal wieder die Spiegeleier innen Dutt gehen. Statt darum gar hexenhaft husch, husch unter Zugabe von Milch, Mineralwasser und anderen Ingredienzen an der Schadensbegrenzung zu tüfteln, erreicht Reduktion doch Wesentliches: Puren Genuss, Hingabe!

Eiern gebührt Aufmerksamkeit. Ihnen begegnet man bekanntlich bereits im rohen Zustand besser rücksichtsvoll, keinesfalls mit wild fuchtelndem Schneebesen oder Pfannenklatscher. In einen Topf im Wasserbad lässt man sie gleiten, nur eben den Dotter aufgestubbst, und bei mittlerer Temperatur so behutsam stockend, dass trotz gelegentlichem Umschieben mit dem Wender immernoch Weißes wie Gelbes erkennbar aufblitzen. Wenig, geriebener Parmesan und bereits eine Messerspitze getrüffeltes Steinpilzpesto offenbaren dabei kulinarische Welten, die mit nachfolgenden Butterflocken solch unfassbaren Schmelz bescheren, dass ich unbedingt auch in den Abend hinein davon träumen, ach was, luzidieren mag. Rechtzeitiges Zupacken ist dennoch angezeigt – die Eier garen nach. Cucina Rapida, gerade wegen alledem. Salzen und Pfeffern erst ganz zuletzt, bitteschön.

Gold im Mund




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