Man soll zwar nicht immer davon reden, wenn aber doch am ausgeguckten Grillwochenende das Wetter so ein großartiger Mitspieler ist, dann gibts dafür von hier aus satte Punktzahl, Einsamitsternchen und Kusshand. Der Sommer ist zurück. Flugs landen Gartenblümchen auf dem Tisch, Gäste mit Sonnenhut herausgeputzt drumherum. Dann faucht der Gasgrill und aus der Hitze des Gefechts heraus erfrischt erstmal ne Limo.
Chili und Ciabattas Wassermelone-Ingwer-Limonade. Die Melone, weitestgehend kernlos, halbiert, püriert und durch ein Sieb gestrichen, liefert noch viel mehr saftige Grundlage als erwartet. Gerade mal eine Hälfte gebrauchen wir für acht Leutchen, der Rest des Rezeptes lässt sich entsprechend anpassen. Saft von vier Limetten mit einer Prise Salz verrührt dazupressen. 250 g geschält gehobelte Ingwerscheiben mit 300 g Zucker in 400 ml Wasser zum Sirup kochen, Knollenreste raussieben und löffelweise das gewünschte Verhältnis in der Limonade abschmecken. Bei uns waren das etwa 20 Esslöffel. Im Glas strecken wir die Limonade mit Mineralwasser.
Über Eiswürfel und Limettenstücken in einer Karaffe anrichten. Damit kommt nochmal ordentlich Farbe ins Spiel.
Derweil brutzeln Fenchel und Zucchini in der Grillzange, Tomaten indirekt auf dem Warmhalterost, bis sie gerade aufplatzen. Daraus entsteht mein Grillgemüsesalat, diesmal mit Ziegen- statt Schafskäse und per Friséesalat aufgestockt für die hungrige Kompanie.
Dazu gibts auch gleich den ersten Gang: Mit Estragonbutter und Limettenmonden gefüllte Makrelen, natürlich vom Grill in der Zange gebraten. Davon geraten grad mal drei Stück in die Klemme, aber die werden gerecht geteilt.
Langsam gehen alle Flammen an, denn beim Hauptgang soll für jeden was dabei sein. Gemüsespieße und Veggiegedöns für die Vegetarier, aber immer auch ein anständiges Stück Fleisch. Amerikanische Maispoularde aus dem Kochtopf. Daher habe ich jedenfalls den Schnitt: Butterfly. Diese Bezeichnung wollte mir tags zuvor an der Geflügeltheke nicht prompt einfallen, so ließ meine emotionsgeladene Umschreibung „Rückgrat aufsäbeln, Schlüsselbeine brechen und den Vogel plattmachen“ die Umstehenden erschauern. Ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen! Das ausgewaschene Tier über Nacht in einer Marinade aus Olivenöl, Knoblauch sowie Zitronenscheiben einlegen, zu Grillbeginn mit Cajun Spice (Knoblauch, Zwiebeln, Chili Pasilla, Pfeffer, Kreuzkümmel, rote Chilis, Koriander, Salz, Chili Chipotle, Fenchel, Kardamom, Thymian und Oregano) massieren und tiefenentspannt auf der Hautseite goldbraun knusprig braten. Umgedreht bei runterregulierter Hitze durchgaren.


Nachtisch zum Schluss – gegrillte Wassermelone mit Pfeffer. So lässt sich die andere Hälfte nämlich prima verbraten. Frisch aus dem Kühlschrank heraus in Scheiben aufschneiden und beidseitig bis zur leichten Rostzeichnung grillen, etwas Olivenöl drüber dröppeln und bunten Pfeffer übermahlen. So schmeckt sie erst richtig nach Melone, beinahe karamellisiert, durch den Wasserverlust verdichtet sich das Aroma. Dieser Schnabbelteller kam erstaunlich gut an, das ist auch was fürs Blogevent.










In der Toskana heißt das Huhn „toscanisches Platthuhn“, ich liebe das sehr. Bei Euch sieht es sehr gur aus!
Ich mag das Huhn auf diese weise viel lieber, als eine knochenlos gegrillte Hähnchenbrust. Mehr Saft und mehr Geschmack!
Wie alles andere einfach perfekt!
Ingwer tat ich bis anhin nur in Tee, Wassermelonen noch nie gegrillt, bei Früchten nur ab und an Bananen. Gute Anstösse gabst Du, ich danke.
Und will man es im Ofen zubereiten, wird’s mit einem im Alufolie gewickelten Backstein beschwert. Ich glaube, Biolek hat das vor 20 Jahren populär gemacht.
Es sieht alles so lecker aus! Die Limo ist der Hit!
Aber auch das ausgebeinte Huhn gefällt mit sehr gut. Auch potisch
Super…Die Poularde wird so bestimmt super auf dem Grill. Schöne Anregungen
@ Freundin dgG: Haha, auch ein sehr schöner Name.
@ Suse und Isi: So wirds grandios und ich bin wahrlich kein Hühnchenfreund. Dabei ist es wunderbar zart und saftig triffts.
@ Erich: Hier ist für jeden was dabei.
@ Arthurs Tochter: Wo hat der nur den Backstein her? Eine Auflaufform täte es vielleicht auch.
@ nina: Super Farbe, oder?!
…da verdichtet sich der Melonengeschmack. Sehr interessant…. will das auch mal ausprobieren. Vielen Dank fürs Mitmachen!!
Und wie saftig wird das unplatte Huhn erst mit einem Kugelgrill ;o
Besser so als bestellt und nicht abgeholt.
Und die Gesichter der Umstehenden hätte ich ja liebend gerne gesehen. Köstlich!
@ estrellacanela: Gern, ging in diesem Fall ja wirklich ganz schnell.
@ kk: Unser Gasgrill ist zwar nicht rund, aber der Deckel kommt natürlich trotzdem zum Einsatz.
@ zorra: Oh, ja!