Purer Genuss: Pferdehuftsteak

Wild ist das Zigeunerleben und auch wenn wir unsere Zelte an der Ostsee inzwischen abgebrochen haben, werden bereits am kommenden Wochenende wieder alle vier Winde herausgefordert, wenn wir in ähnlicher Montur an die Mecklenburgische Seenplatte ziehen. Zwischenzeitlich nährt uns übriggebliebener Reiseproviant. Ich neige ja zu ausufernder Lagerhaltung auch auf engstem Raum, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, schaffe es jedoch immer, mit den besten Sachen so hauszuhalten, dass am Ende noch genug zur Resteverwertung bleibt. Darum hatte mein Jagdtrieb mich vorab zu einem großen Lebensmittelsaloon ums Eck geführt. Leider musste ich feststellen, dass dort die Grillsaison abgehakt wurde, bloß Schweinebauchfackeln und Würste kullerten wie Tumbleweed in staubiger handreiche sogenannter Fachsheriffs und ich wollte schon enttäuscht von dannen traben, als aus der gepackten Frischeauslage eine wohlbekannte Melodei erklang:

Peng, hier lag tatsächlich Pferdefleisch. Zwei satte Huftsteaks, frisch von der Hamburger Prärie oder so und die galoppierten nun mit unserem Wochenendflitzer in den vermutlich letzten spektakulären Sonnenaufgang dieses Sommers. Allerdings auch wieder zurück, weil, ihr wisst schon. Zu Hause bleibt einem zumindest Muße, sich der Materie vertiefend anzunehmen und trotz ausgesuchter Lobpreisungen ob des Eiweiß-, Eisen- und Zinkgehalts, seien Bleichgesichter bei diesen fettarmen sowie cholesterinschwachen Stücken vor heißgegrillter Zähigkeit gewarnt. Deswegen brat ich das am heimischen Backofenfeuer im Salto rückwärts, nämlich erstmal sanft bei 80 Gad in der Röhre. Danach gehts mit einem rasanten Sprung durch die rauchheiße Pfanne direkt aufs Steingutplateau. Eingelegte Artischockenherzen schießen dem Freund schneller als jeder Schatten zur Seite – Showdown. Gibts wieder. Ich mag Pferde.

Purer Genuss: Pferdehuftsteak

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13 Antworten auf “Purer Genuss: Pferdehuftsteak”


  1. 1 My Kitchen in the Rockies 27. August 2010 um 2:34 Uhr

    Das ist hoffentlich nur ein ganz furchtbar unpassender Witz. Wer isst denn schon Pferdefleisch?? Das ist ja unvorstellbar.

  2. 2 Bolliskitchen 27. August 2010 um 7:53 Uhr

    ich esse, als Reiterin!, sehr gerne Pferdefleisch, das ist super zart!!!!!

  3. 3 Tina 27. August 2010 um 9:30 Uhr

    Mhm… Pferdsteaks… Müssen wir auch nochmal machen…
    Meine Mutter machte einen genialen Pferdesauerbraten, den wollte ich diesen Winter mal nachkochen..

    Tolles Fleisch und nette Story.. *kicher*

  4. 4 FrauSchmunzel 27. August 2010 um 10:42 Uhr

    O Gott – Im Gegensatz zu Bollis Kitchen kann ich als Reiterin echt kein Pferdefleisch essen.
    Kaninchen esse ich auch nicht.
    Das sind für mich irgendwie keine „Esstiere“ – ergibt das Sinn?

  5. 5 Claus 27. August 2010 um 14:04 Uhr

    Wenn meine Tochter wüsste, das ich sowas auch nur lese, würd´ sie mir die Augen auskratzen. No go bei uns, wie Karnikel – eigentlich schade…

  6. 6 Claus 27. August 2010 um 14:05 Uhr

    Übrigens: das Header-Foto ist ´ne Granate!

  7. 7 Schnick Schnack Schnuck 27. August 2010 um 16:57 Uhr

    Ich hatte schon vermutet, dass sich hier emotionale Esser zu Wort melden und finde es gut, wenn Tiere nicht achtlos verzehrt werden. Zur Anregung streu ich aber gern noch ein Zitat ein:

    In Deutschland werden pro Jahr etwa 4 Millionen Rinder, etwa 40 Millionen Schweine, knappe 1 Million Schafe und Ziegen sowie 17.500 Pferde geschlachtet. Dazu kommen rund 332 Millionen Masthühner, 24 Millionen »ausgediente« Legehennen, etwa 20 Millionen Puten, 14 Millionen Enten, 1 Millionen Gänse und rund 1.200 Perlhühner. Quelle

    und stell mal die Gewissensfrage: Esst ihr im Umkehrschluss nur Tiere, die ihr auf den Tod nicht leiden könnt?

  8. 8 Evi 27. August 2010 um 17:45 Uhr

    Ich werfe mal einen Artikel von der schmerzlich vermissten Frau Peppinella ein: http://peppinella.blogspot.com/2009/03/filets-von-furyoder-war-es-doch-black.html

  9. 9 Schnick Schnack Schnuck 28. August 2010 um 10:10 Uhr

    @ My Kitchen in the Rockies: USA sind der größt Exporteur an Pferdefleisch und ehrlich, wo genau liegt für dich der Unterschied zum von dir gepriesenem Bisonfleisch?

    @ Bolli und FrauSchmunzel: Ich habe auch lange Jahre geritten. Bei eigenen Tieren hätte ich wohl Skrupel, egal ob es meine Hühner, Kühe oder eben Pferde wären.

    @ Tina: Den Sauerbraten hab ich mir auch für die Kochgruppe vorgenommen.

    @ Claus: In dem Alter ist das normal, denke ich. Den Genuss sollte man aber ob dieser ganzen Moralisierung nicht vernachlässigen. Dafür steht auch das Foto im Header.

    @ Evi: Super, danke für den Link!

  10. 10 My Kitchen in the Rockies 28. August 2010 um 15:53 Uhr

    Schnick Schnack Schnuck said…

    Bisons also, hm? Diese stolzen, wilden Tiere der Urzeit? ;-)
    August 28, 2010 2:13 AM

    Tut mir leid. Fuer „Schlammschlachten“ bin ich nicht zu haben. Ich habe meine Meinung zum Pferdefleisch geaeussert. Ich habe nicht in Deinem Blog nach mir negativen Posts gesucht und finde es sehr schade, dass Du das nun meinem Blog fuer notwendig findest, nur weil Dir mein Kommentar zum Pferdefleisch nicht passt.
    Stehe doch bitte 100% hinter Deinen Posts oder loesche die Kommentare, die Dir nicht passen, wenn Du nicht damit leben kannst. Thanks.
    By the way: In den USA gibt es keine Pferdeschlachthoefe mehr. Die sind vor einigen Jahren alle gaschlossen worden.
    „The last remaining horse slaughter plant in the country was effectively shut down Sept. 21 2007.“

  11. 11 Schnick Schnack Schnuck 28. August 2010 um 16:53 Uhr

    Huch, deinen Beitrag zum Bison hatte ich noch im Hinterkopf und jetzt lediglich hieraus bezugnehmend kommentiert, mit Augenzwinkern. Das soll keineswegs bedeuten, dass ich meinen Post hier zurücknehmen wollte, warum auch, aber mit einer Schlammschlacht überraschst du mich selbst. Das Thema ist bisher viel zu unscharf, um einen klaren Streitpunkt zu definieren, findest du nicht?

  12. 12 Arthurs Tochter 01. September 2010 um 20:32 Uhr

    Ich hab’s gewusst, dafür kriegste Haue!

  13. 13 Larissa 07. September 2010 um 14:09 Uhr

    An Pferdefleisch kann ich mich einfach nicht ranwagen, die Tiere sind so edel und anmutig, ich könnte niemals davon essen, auch wenn es als Delikatesse gilt.

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