Archiv für September 2010
Wir haben das Schicksal heraus gefordert, als wir heute mit mehr Glück als Verstand und einer ganzen Wagenladung aus den Pilzen kamen. Eigentlich haben wir bloß drei Sorten im Gepäck, von den Maronen reichlich, Krause Glucke fair geteilt und ich hab wohl noch drei Sommersteinpilze obenauf. Als Frischlinge können wir leider trotz Suchmaschinengeratter noch nicht sicher sein. Wer uns also vor einer möglichen Vergiftung bewahren mag, melde sich bitte bald oder möge für immer schweigen. So sieht`s aus:

Keine Angst, es gibt was zu Feiern. Mein Blogjubiläum nämlich und wenn schon nicht auf den Tag genau, stimmt zumindest diese Woche so feierlich, dass ich mich glatt ans Backwerk schaffe, um uns ein paar Cupcakes zu schustern. Cupcakes, genau. Muffins kann ja jeder, denkt jetzt bestimmt wieder irgendjemand, aber das lass ich nicht auf mir sitzen. Diese hier sind schließlich preisverdächtig. Jedenfalls für einen Backmuffel wie mich.

Muffins in Hülle und Fülle kommen außerdem wie gerufen zu Zorras monatlichem Blogevent, deren Kochtopf bereits satte sechs Jahre auf dem Buckel hat. Damit feiern wir schon bald generationsübergreifend, toll!

Für den Muffinteig 100 ml Olivenöl, 150 g braunen Zucker, zwei Eier, 1 Tl. Vanillezucker, 120 g Crème Double sowie zwei El. Milch verrühren. 120 g Dinkelmehl, 30 g Kakao, 1 Tl. Backpulver, 1/2 Tl. Natron, Prise Salz, Thymian und etwa 120 g dunkle Schokoladensplitter (Hier: 70%) untermengen.
Für die Füllung 100 g Frischkäse, 1 El. braunen Zucker und 1 Tl. Mehl vermengen.
Jetzt abwechselnd Teig und Füllung ins gebutterte Muffinbackförmchengedöns füllen und dann im 180 Grad vorgeheiztem Ofen 15 – 20 Minuten backen. Der Teig reichte für knapp 20 Stück.
Für das Topping 20 Himbeeren aus einem kleinen Schälchen beiseite sammeln. Den Rest pürieren und mit 50 g Frischkäse, 50 g Butter und 150 g Puderzucker zu einer glänzenden Creme verschlagen. In einen Spritzbeutel, oder wie ich in einen angeschnittenen Gefrierbeutel füllen und auf den ausgekühlten Schokoküchlein verteilen. Die Himbeeren aufdrücken, et voilá!


Da kommen sie wieder angerollt, Kohlköppe und Kürbis, in unserer wöchentlichen Gemüsekiste sogar im Doppelpack, und dank unseres kleinen Ausfluges bekam ich gleich die passende Inspiration vorgelegt. Jörn Sommer vom Ringhotel Sellhorn hat sich nämlich jüngst einen Stern erkocht, in den Hallen des Hamburger Großmarktes wunderbares Kürbiskraut zur Steinpilzwurst serviert und damit gleich seine Stärken verdeutlicht: Regionale Tradition mit besten Produkten. Ohne viel Chichi. Für uns die Entdeckung.
Verwurstet hab ich zwar nichts, dafür gibt es ein paar vegetarische Frikadullskis dazu. Fein gehackten Wirsing anbraten, in Gemüsebrühe schmoren, abkühlen lassen und in einem Tuch gut ausdrücken. Mit geröstet gemörsertem Koriander und Kreuzkümmel, Piment d`Espelette, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit etwas Mehl, Panko sowie verschlagenem Ei mit Senf zu Frikadellen kneten. In Polentagrieß flach drücken und in Rapsöl beidseitig knusprig braun braten.
Für das Kürbiskraut Wirsingstreifen und Hokkaidowürfel braten, in Weißwein gar schmoren. Salzen, Prise Zucker dazu und schließlich bei herunter geregelter Temperatur Schlagsahne unterziehen. Ich weiß nicht, wie der Chef das gemacht hat, aber geschmacklich kommt man so schon nah ran, auch wenn ich seines noch deutlich cremiger in Erinnerung habe. Ich brate nebenher noch gewürfelten Bauchspeck an. Dann alles zusammen anrichten.
Machen wir uns nichts vor, der Herbst ist da. Meteorologisch unzweifelhaft, verlangt auch die innere Magenagenda schon jetzt nach Soulfood in Reinkultur. Die norddeutsche Variante in Eintopfform mit Birnen, Bohnen, Speck ist zwar nicht jedermanns Sache, aber mit Pfifferlingen gespickt lässt sich dieses traditionell bäuerliche Rezept fix zu einem Pfannengericht ummogeln, dem selbst schwäbischer Kartoffelsalat grenzenlos gut zur Seite steht.

Grüne Bohnen in kochendem Wasser blanchieren, zuletzt Kochbirnen mitziehen lassen, abgießen und kalt abschrecken. Nebenher Pfifferlinge in der Pfanne anbraten, die Bohnen darin gar ziehen lassen.

Schließlich die gestückelten Birnen mitschwenken. Durchwachsenen Bauchspeck brate ich wegen meines vegetarischen Mitessers parallel, dann alles zusammen anrichten.
Spektakuläre Wolkenpanoramen waren ganz großartig anzusehen, solange Kurdirektor Sonnenschein noch Regie führte, aber mit der jetzigen Herbstklatsche tristgrauer Tönung droht selbst der Altweibersommer abzusaufen und die Wohnung wird merklich fußkalt. Glücklicherweise fand ich in der Frischetheke diese fertigen Flammkuchenböden, hauchdünn gewalzt, das kommt zumindest meiner Backmuffeligkeit sehr entgegen und auf dicken Socken schluppen wir zum Belaggelage vor den Ofen.


Die Böden mit reichlich Creme Fraiche ausstreichen, gehackte Petersilie sowie geriebenen Parmesan drüber geben und dann jeder wie er mag: Für mich getrüffelte Mortadellawürfel und mein vegetarischer Mitesser langt zum Räuchertofu. Währenddessen heizt der Ofen inklusive Backblech auf höchster Stufe vor, die nachgeschobenen Flammkuchen backen knapp 1o Minuten, landen schließlich knusprig gewellt und ohne viel Federlesen auf den Tellern.






