Die Haute-Normandie

Le Tréport - Cote d`Albatre
Badehütten Kieselstrand
Le Tréport am Fluss Bresle, direkt an der Grenze zwischen Normandie und Picardie, war ein Fischerort, der im 19. Jahrhundert als Seebad populär wurde. Inzwischen ist die Gegend um den Kieselstrand ziemlich verbaut, leidet unter Übererschließung wie unser Reiseführer sich diskret ausdrückt, aber die hoch aufragenden Klippen am Südwestende bilden einen eindrucksvollen Hintergrund. Vom Quai Francois 1er kann man die weißen Felsen über 350 Stufen erklimmen, die bei Weitem einfachste Art bietet jedoch die kostenlose Seilbahn, die von 1908 stammt.

Kiesel Seilbahn
Aussicht von der Terrasse

Auf einer Länge von 120 km erstrecken sich zwischen Le Havre und Le Tréport die weißen Felsen der Alabasterküste – die dramatischste Küstenlandschaft der Normandie. Diese Kreidefelsen, die an die Südküste Englands erinnern, umschließen steinige Strände und öffnen sich für Flusstäler; oben reichen Felder und Weiden bis an die Abbruchkante. Ansonsten wechseln sich an der Küste Fischerhäfen und Ferienorte ab.

Hafen von Dieppe Ausblick
Burg Café

Der Paris am nächsten gelegene Hafen von Dieppe am Ärmelkanal liegt im Schatten einer Burg und Kalksteinklippen und war wie alle normannischen Hafenstädte im Verlauf der Jahrhunderte eine begehrte Beute für eindringende Armeen. Wikinger, Preußen, Freibeuter, Engländer, Niederländer und die Pest. Die bekannteste Expedition startete Giovanni deVerrazano hier, der 1524 das Gebiet des heutigen New Yorks erkundete und im 17. Jahrhundert brachen von hier nach der Rücknahme des Edikts von Nantes Protestanten auf der Flucht vor Verfolgung in die neue Welt auf; viele von Ihnen landeten in Kanada.

Hinterhof Église St. Jaques

Mit einer Fahrt über die im Morgennebel liegenden Dörfer erreichen wir den an sich eher unspektakulären Ort Fécamp. Fécamp war bis zum 6. Jahrhundert, als auf wundersame Weise ein paar Tropfen des Blutes Christi ihren Weg hierher fanden, wenig mehr als in kleines Dorf. Dann kamen die Pilger zu der hier zwischen 1175 und 1220 auf Anregung von Richard Löwenherz gebauten, großen Benediktinerkirche Abbatiale de la Ste-Trinité, um den Tropfen des Blutes anzubeten, der im Stamm eines Feigenbaumes nach Fécamp getrieben sein soll. Der Anfang vom manchmal doch fragwürdigen Tourismusmarketing.

Dorf 1 Dorf 2

Wir wollten hier auf Anraten unseres Reiseführers im La Pyramide de Macarons frühstücken, aber die angeblich zugehörige Teestube existierte in dieser Boutique nicht mehr und die köstlichen Macarons gibt es überall drumherum zu wesentlich günstigeren Preisen. Also hielten wir es wie die Franzosen, stippten bloß einen Croissant in unseren Café einer der Brasserien am Platz und schossen das obligatorische Foto am Strand von den mit 126 m höchsten Klippen der Normandie.

Dorf 3 Fécamp

Étretat ist niedlich. Weil es keinen Hafen hat war es nie von besonderer Bedeutung, bis Maler und Schriftsteller im 19. Jahrhundert seine Schönheit verewigten. Als im die Fahrt in die Meeresfrische in Mode kam, ließen trendbewusste Pariser Adlige in diesem Seebad extravagante Villen bauen.

Karren Maler
Möwe La Manneport

Die Falaise d`Amont und d`Aval sind die berühmtesten Merkmale von Ètretat und ragen als weiße Klippen den Ort ein. Die Porte d`Aval beugt sich mit einem zarten Bogen hinunter ins Wasser. Hinter dem Bogen erhebt sich die 70 m hohe Aiguille, die wie ein Obelisk aus dem Wasser emporragt. Auf der anderen Seite des Bogens liegt die Grotte Le Trou à l`Homme, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist. Hinter der Grotte ist der atemberaubende Felsbogen La Mannporte zu sehen. Über einen ausgeschilderten Treppenweg kann man oben entlang wandern und zur Linken den Golfern zusehen, deren Platz an dieses beeindruckende Panorama angelegt ist.

Panorama

Motiv Villen

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5 Antworten auf “Die Haute-Normandie”


  1. 1 mipi 03. Oktober 2010 um 12:41 Uhr

    Sehr schöne Fotos. Das macht Lust, da auch mal hinzufahren.

  2. 2 Sylvia 03. Oktober 2010 um 22:15 Uhr

    Absolut tolle Fotos! Fernweh lässt grüßen… :-)

  3. 3 Schnick Schnack Schnuck 05. Oktober 2010 um 7:14 Uhr

    @ mipi und Sylvia: Oh ja, das Fernweh hat bei uns auch den Ausschlag zur Reise gegeben.

  1. 1 Die Basse-Normandie « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 04. Oktober 2010 um 10:10 Uhr
  2. 2 Bretagne: Austernessen in Cancale « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 30. September 2012 um 17:06 Uhr
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