Archiv für Dezember 2010

Frohes Neues!

Frohes neues Jahr

Frühstück in Israel

Nunja nicht ganz, denn ich bin mir sicher, dass die Welt dort unten nicht in weißen Schneemassen versinkt, während ich mich heute erstmals und hochoffiziell im Schnee festgefahren habe. Beim Ausparken. Nur um kurz nach meiner irrsinnigen Befreiung noch eine lautlos mäßig elegante Pirouette mitten auf einer vielbefahrenen Hauptstraße zu küren. Zum Glück ist nichts passiert, aber genau das will ich nicht weiter herausfordern und fahre morgen Bus und Bahn.

Ähnliche Aufregung verspricht das aktuelle Blogevent von Tobias: 15ter mediterraner Kochevent – Israel. Weil wir ja große Fans fremder Frühstückskulturen sind, hatte ich während der Feiertage eine deftige Shakshuka aufgesetzt und zur Bewerkstelligung begleitender Pita-Brote sogar meine Backmuffeligkeit überwunden. Ein letztes Mal, dieses Jahr, soviel ist sicher.

Israelische Pita

1 halbes Päckchen frischer Hefe mit 1 Tl Zucker und 1,5 Tassen lauwarmem Wasser verrühren. Solange an einem warmen Platz stehen lassen, bis Blasen aufsteigen, dann 5 Tassen Roggenmehl, 1,5 Tl Salz sowie 2 El Öl unterrühren und mit Brotgewürz (Koriandersaat, Kümmel, grüner Fenchelsaat, Macis, Selleriesaat, Sternanis, Kreuzkümmel, Kardamonsaat) abschmecken. Zu einem glatten Teig verkneten, in Öl bestreichen und abgedeckt eine Stunde aufgehen lassen.

Hefesud Pita-Teig
Teigportionen Aufgegangener Hefeteig

Den Teig in acht Stücke teilen und wiederum zu kleineren Kugeln formen. 30 Minuten gehen lassen. Den Ofen mit Backblech vorheizen. Die Teigportionen auf dem vorgewärmten Blech platt drücken, kurz ruhen lassen und dann bei voller Hitze auf unterster Schiene wenige Minuten backen, bis der Teig gerade Farbe annimmt.

Teigfladen Fladenbrot

Shakshuka – Frühstück aus Israel

Dieses Pfannengericht lässt sich gut vorbereiten und kann wie nebenher auf dem Herd fertig schmurgeln. Dazu einfach ein paar Frühlingszwiebeln, etwas Knoblauch und Paprikastücke andünsten und Tomaten dazugeben. Mit gemahlenem Kreuzkümmel abschmecken. Alles zusammen auf mittlerer Hitze einköcheln. Zuletzt vorsichtig ein paar Eier auf die Tomaten geben, das Eiweiß leicht anstechen und zerlaufen lassen, dann kurz pochieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Shakshuka Shakshuka mit Ei

Frisches Koriandergrüner hatte ich mit gehacktem Knoblauch, Meersalz sowie Zitronensaft zu einer groben Paste vermörsert und auf die Eier gegeben. Die frische Note tut dieser deftigen Frühstückspfanne ganz gut, finde ich.

Frische Korianderpaste Shakshuka - Frühstück aus Israel
15ter mediterraner Kochevent - Israel - tobias kocht! - 10.12.2010-10.01.2011

Winter am Altonaer Balkon

Winter am Altonaer Balkon

Landterrine von für untern Baum

X-MessDas war es also mal wieder gewesen, das Fest der Feste, und eigentlich ist es dieses Jahr verhältnismäßig entspannt abgelaufen. Mir ging es trotzdem ein wenig wie ilse bei 356, als ich mich am Donnerstag nach Feierabend noch durch die schneeregenumstürmte Hamburger Peripherie kämpfte, um schließlich die letzten Geschenke zu besorgen, nur um Freitagmorgen feststellen zu müssen, dass die eigene Voratshaltung für die freien Tage auch noch einiger Aufstockung bedurfte und ich mich direkt nochmal ins Getümmel stürzen konnte. Vorweihnachtliche Stimmung will da einfach nicht aufkommen, wenn Weihnachten so unstrategisch gewöhnlich auf ein Wochenende fällt. Da blieb auch dieses Jahr keine Zeit zum Dekorieren, bloß ein paar Kerzen leucheten uns heim, aber immerhin war es das erste mal seit Jahren, dass ich mich durch weiße Weihnachten zur Familie durchschlug.

HeiligabendAm Heiligabend gibt es bei uns traditionell Kleinigkeiten, damit keiner Ewigkeiten in der Küche verbringen muss, sondern jeder gelassen auffüllen kann, wann und wie es ihm gerade passt. Zur Bescherung hatte ich schon die Spinatsternnudeln und Bollis Landterrine vorbereitet, doch um nicht alle Überraschung vorwegzunehmen, hatte ich die hier bisher unterschlagen, dabei ist das wirklich ein ganz heißer Tipp und schmeckt toll. Eine erste Probe bei der Kochgruppe kam sogar so gut an, dass wir damit nochmal ein größeres Projekt in Angriff nehmen werden.

Eine handvoll trockener, geviertelter Cranberries in Sherry einlegen und einige Stunden ziehen lassen. Schalottenwürfel und Bauchspeckstücken in Entenschmalz andünsten, grob gestückelte Putenleber dazu geben und alles einmal runrum anbraten. Mit dem Cranberry-Sherry-Gemisch ablöschen, durchrühren und kurz auskühlen lassen. Pürieren, mit dem rohen Brät von Kalbsbratwürsten vermengen und eine handvoll Kapern unterrühren. Mit Piment d`Espelette und Quattre Epices vom Alten Gewürzamt (Schwarzer Pfeffer, Zimtrinde, Macis, Sternanis, Koriander, Nelken, Galanga, Piment, Zimtblüte) abschmecken.

Putenleber Terrine im Ofen

In Einmachgläser gefüllt, im Wasserbad, bei 120 Grad in den Backofen geben und 2-3 Stunden einköcheln. Im Ofen auskühlen lassen.

Eingekochte Landterrine Landterrine von der Putenleber

Best of Kochgruppe 2010

KochgruppeEin Jahr Kochgruppe – das bedeutet ein Jahr voller Drei-Gänge-Menues, doch wie ihr vielleicht wisst, haben mich nicht immer alle Rezepte oder gar Fotos erreicht. Eigentlich treffen wir uns jeden Dienstag mit 9 bis 12 Leuten und immer ist abwechselnd einer für das Essen verantwortlich. Alle Einträge, die mir bisher wenigstens einigermaßen vollständig vorliegen, nehmen darum zum Jahreswechsel an der Abstimmung teil, bei der auch ihr mitbestimmen könnt, wer in diesem grandiosen Jahr das stimmigste Menue auf die Beine gestellt hat.

Bitte klickt fleißig mit! Das Feld zur Umfrage findet ihr auf meiner Startseite, oben rechts, in der Sidebar. Die Abstimmung bleibt auf unbestimmte Zeit geöffnet, um ein möglichst realistisches Bild abzugeben. Zu gewinnen gibts nix, außer Ruhm und Ehre und vielleicht den ein oder anderen Motivationsschub. Ich danke euch und wünsche genüssliche Feiertage!

Gestern bei der Kochgruppe 1
von Steffo, Kochgruppe
Mein erster Besuch bei der Kochgruppe und damit das Premieren-Menue:
Gemischter Salat
Lachsforelle auf erlauchtem Flusskrebsbett
Eierlikörtorte

Gestern bei der Kochgruppe 2
von Tiana, Kochgruppe
Der Beginn der Rezeptaufzeichnung mit einem Menue aus:
Rote-Bete-Suppe mit Ingwer
Kohlrabi-Fenchel-Lasagne
Vanilleeis mit Olivenöl und Salz an einem Birnen-Zimt-Muffin

Gestern bei der Kochgruppe 3
von Phillip, Kochgruppe
Ein Menue bei dem ich das Fotografieren beinahe vergaß:
Roastbeef mit Bratkartoffeln, Remoulade und Salat
Mascarpone-Mango-Kuchen

Bei der Kochgruppe fliegen die Fetzen
von Oli, Kochgruppe
Klassiker der Küche mit jeder Menge Brimborium:
Rote Bete – Birnen Salat
Königsberger Klopse mit Petersilienkartoffeln
Apfelringe im Teigmantel frittiert

Kochgruppe, jetzt bin ich fällig
von Antje, Kochgruppe
Ich sag nichts weiter, außer das Menue:
Tricolorisalat
Ochsenschwanzragout mit Spätzle
Kürbiskernölparfait mit gebrannten Kürbiskernen

Halali, Kochgruppe
von Katha, Kochgruppe
Unsere erste Wild-Experience mit Jäger am Tisch:
Feldsalat
Rehrücken
Haselnusscreme mit gebackenen Bananen und Schokokeksen

Kochtrödel
von Phillip, Kochgruppe
Rezepte kamen besser spät als nie und das Menue war wie folgt:
Salat mit Birnen Ziegenkäse Medallions im Speckmantel
Kartoffelsuppe mit Croutons und Speckwürfeln
Sanfter Engel

Kochgruppe tanzt an
von Tiana, Kochgruppe
Ein vegetarisches Menue aus:
Eingelegte Auberginen an Feldsalat
Süßkartoffelsuppe mit Backrosinen und Mangobutter
Apfelcrumble

Kochgruppen Matjes Spezial
von Steffo, Kochgruppe

Ein Kochgruppe außer der Reihe:
Matjes nach Hausfrauenart
Wurst Käs Szenario

Veggie Kochgruppe
von Teresa, Kochgruppe
Vegetarisches von der einzig echten Halbvegetarierin in der Gruppe:
Brunnenkressesuppe
Österreichomelette mit gratinierten Pilzen
Pfirsichtorte

Kochgruppendoppelmoppel
von Oli, Kochgruppe
Während die eine Hälfte undokumentiert am Spargel schlürfte, genoss der andere Teil ein Menue aus:
Zweierlei Canneloni mit Salat
Schmandcreme mit Himbeeren

Grillage mit Kochgruppe
von Antje, Kochgruppe
Kochgruppe goes Kleingarten mit einem Menue aus:
Spargel-Erdbeer-Salat
Gegrillter Tafelspitz mit Grüner Sauce und Bohnen-Bratkartoffel-Salat
Tomatensorbet mit Vodka

Kochgruppenguerillagrilling
von André, Kochgruppe
Grillen in der Stadt, ohne Rezept oder Menue:
Grüner- und Nudelsalat mit gegrilltem Rind

Außer Konkurrenz: Kuchen für Alle
von Kochgruppe, Im Park

Kein Menue, dafür Kuchen und Torte für alle und ein paar schöne Erinnerungen

Kochgruppe – Back with Mojo
von Tiana, Kochgruppe
Erste Rückmeldung nach der Sommerpause mit einem Menue aus:
Ceviche
Kanarische Kartoffeln mit Mojo
Chocolate-Cheesecake und Heidelbeertorte

Kochgruppe going Wild
von Steffo, Kochgruppe
Keine Rezepte, aber ein Menue rund ums Wild:
Friséesalat
Hirschgulasch mit heißen Cranberries und Kartoffelgratin
Rhabarberkompott mit Vanilleeis

Kochgruppe mit Schwein im Glück
von Oli, Kochgruppe
Ein Menue wie aus dem Bilderbuch:
Feldsalat mit Birnen
Schweinefilet auf Süßkartoffelpüree mit Lebkuchenjus und Rosenkohl
Muffins ohne Rezept

Herbstklatsche mit Kochgruppe
von Andreas, Kochgruppe
Menue ohne Rezept:
Möhren-Apfel-Salat
Steinpilzrisotto mit Blattspinat
Grießpudding mit Pflaumenkompott

Kochgruppe – State of the Art
von Katha, Kochgruppe
Schnitzeltag bei der Kochgruppe mit:
Oma Käthe‘ s Kartoffelsalat
Schnitzel nach Wiener Art
Ying Yang Entspannungscreme mit lustig sauren Beeren

Chef Koch Gruppe
von Tiana, Kochgruppe
Ein halbvegetarisches Menue aus:
Lachsfrikadellen auf Gurkengemüse
Pumpkin Pamp mit Lorbeerkartoffeln
Mohnmuffins mit Kürbisschaum

Medallionjagd bei der Kochgruppe
von Phillip, Kochgruppe
Ein Menue ohne mich, dafür mit:
Pilzsuppe
Hirschmedallions auf Kartoffelpuffer an einer Dattel-Portweinjus mit Bohnenbündeln im Speckmantel
Kaiserschmarrn mit Apfelstücken und Vanilleeis

Meine weihnachtliche Kochgruppe
von Antje, Kochgruppe
Mein Menue zum Einläuten der Festtage:
Granatapfelsalat und Portwein-Feigen-Vinaigrette
Cassoulet au Confit de Canard
Anisbrownies mit Apfelkompott und Vanilleeis

Last Supper – Kochgruppe
von Oli, Kochgruppe
Das letzte Abendmahl der Kochgruppe, in diesem Jahr:
Möhren-Ingwer-Honig-Suppe
Putengeschnetzeltes mit Pilzen
Gefüllte Bratäpfel mit Baiserhaube

Last Supper – Kochgruppe

KochgruppeBei unserer letzten Kochgruppe in diesem Jahr haben wir endlich ein neues, hochmotiviertes und vor allem kochbegeistertes Mitglied in unseren Kreis aufgenommen, der sich in den kommenden frischen Wochen des neuen Jahres erst einmal genüsslich durchfuttern kann. Wir sind schon sehr gespannt und hauten uns derweil die Bäuche voll mit folgendem Menue:

Möhren – Ingwer – Honig Suppe

Zutaten:
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Möhren - Ingwer - Honig Suppe1 Zwiebel
50 g Butter
1 Zehe Knoblauch
1 EL Pflanzenöl
2 Stück Ingwer, wallnussgroß
1 Stange/n Staudensellerie
500 g Möhren, in feinen Scheiben
3/4 Liter Gemüsebrühe
1 EL Honig
2 EL Crème fraîche
Salz und Pfeffer
1 Zitrone, geriebene Schale, unbehandelt
Petersilie, zum Dekorieren
Zucker

Zubereitung:
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Zwiebeln klein hacken. Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden.Das Öl und die Butter erhitzen. Darin die Zwiebel mit dem Knoblauch anbraten, den Ingwer, Staudensellerie und die Möhrenscheiben dazu geben und mit einem Stück Butter dünsten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, etwas Salz hinzufügen und bei geschossenem Deckel ca. 12 Minuten köcheln lassen. Dann das gekochte Gemüse mit dem Honig, der Créme fraîche, einem Stich Butter und geriebenen Zitronenschale pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Zucker abschmecken und mit Petersilie garnieren.

Putengeschnetzeltes mit Pilzen

Zutaten:
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Vegetarische Alternative600 g Putenbrustfleisch, in Streifen
250 g Shiitake-Pilze und/oder Champignons
4 Scharlotten
3 EL Keimöl
20 g Butter
4-5 frische Estragonblätter
2 cl trockener Wermut
1/8 l Hühnerbrühe
200 ml Sahne
1 EL Dijon-Senf
1 Bund glatte Petersilie
Salz
Pfeffer

Zubereitung:
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Putenfleisch in Streifen schneiden, Pilze vierteln und Scharlotten würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Putenstreifen darin bei starker Hitze kurz anbraten. Herausnehmen und beiseite stellen. Die Butter in das Bratfett geben und die Scharlottenwürfel darin glasig dünsten. Pilze und Estragon hinzufügen und unter Rühren kräftig anbraten. Mit Wermut ablöschen, mit Brühe und Sahne aufgießen und bei mittlerer Hitze sämig einkochen lassen. Die Putenstreifen dazugeben, den Senf unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluß die frisch gehackte Petersilie daruntermischen und mit z.B. Reis servieren.

Putengeschnetzeltes mit Pilzen

Gefüllte Bratäpfel mit Baiserhaube

Zutaten für 12 Hälften:
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Bratapfel mit Baiserhaube2 Päckchen Dessert-Soße „Vanillegeschmack“ (für jeweils 1/2 l Milch; zum Kochen)
230 g Zucker
1 l Milch
2 Sternanis
ca. 1/2 TL gemahlener Zimt
3 Eier
200 g Marzipan-Rohmasse
2 EL Cointreau
6 kleine säuerliche Äpfel (à ca.150 g)
125 g rotes Johannisbeergelee
1 EL Zitronensaft
ca. 30 g Mandelblättchen
1-2 TL Puderzucker zum Bestäuben
Fett für die Formen

Zubereitung:
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Für die Vanillesoße Soßenpulver, 50 g Zucker und ca. 125 ml Milch glatt rühren. Restliche Milch, Sternanis und Zimt in einem Topf aufkochen. Topf von der Kochplatte ziehen, Soßenpulver einrühren und nochmals unter Rühren ca. 1 Minute kochen. Sternanis entfernen, Soße in eine Schüssel geben und unter Rühren abkühlen. Eier trennen, Eiweiß kühl stellen. Marzipan, Eigelb und Cointreau cremig verrühren. Äpfel waschen, trocken tupfen und halbieren. Kerngehäuse herausschneiden (eventuell mit einem großen Kugelausstecher ausstechen). 4 kleine ofenfeste Formen am Boden fetten. Apfelhälften in die Formen (oder eine große Form/oder Fettpfanne) verteilen. Jeweils 1 Teelöffel Gelee und die Marzipanmasse in die Apfelhälften verteilen. Im vorgeheizten Backofen, 2. Schiene von unten (E-Herd: 200 °C/ Umluft: 175 °C/ Gas: Stufe 3) ca. 15 Minuten backen. Inzwischen Eiweiß steif schlagen und 180 g Zucker nach und nach gut unterschlagen. Zitronensaft zum Schluss unterrühren. Mit einem Esslöffel jeweils einen Klecks Baiser auf jede Apfelhälfte geben und mit Mandelblättchen bestreuen. Weitere 15-20 Minuten goldbraun backen. Mit Puderzucker bestäuben und die Vanillesoße dazureichen.

BLT – Sandwich Deluxe

Ich komme ja in letzter Zeit nicht mehr so recht zum Kochen, esse hauptsächlich unterwegs oder versorge mich mit Schnittchen. Trotzdem bekomme ich jeden Abend wieder Gelüste auf eine warme Kleinigkeit, vielleicht was zu knabbern und für solche Snacks halte ich stets gute Anregungen aus der amerikanischen Diner-Küche in petto. Die Könige des Fast Foods sind keineswegs auf geschmacklose Burgerbuden zu reduzieren. Vielmehr gibt es in den kleinen Cornerstores-slash-Gasstations in der Regel noch so eine Art Bistro, an dessen Counter jeder mit schnellen Happen für auf die Hand glücklich gemacht wird und meist ist die Auswahl erstaunlich vielseitig und nicht vergleichbar mit unserer Wurst- und Bulettenfraktion an klinisch neonkalt erleuchteten Tankstellenservicestationen. An solchen Theken bekommt man dann auch frische Sandwiches in allen Variationen, kalt, warm und irgendwas leckers findet jeder. Sowas vermisse ich bei uns wirklich und nein, die studententisch geprägten Bagelbarlounges kommen nicht mal annährend in die gefühlvolle Nähe dieser traditionellen Schnellesserecken.

Speck ist das beste Beispiel zur Untermauerung meiner Anklage, denn den gibt es bei uns nie nicht knusprig frisch. Der labbert doch bloß noch irgendwo zwischen den Scheibchen durch, aber das ist einfach nicht dasselbe. Damals, während meines Austauschjahres im verschneiten Maine, entwickelte ich schnell eine unumstößliche Vorliebe für BLT: Bacon, Lettuce und Tomato. Das ist so einfach wie gut, darum schmeckt mir dieses Sandwich auch an solchen Abenden immer noch, wenn ich die systemgeprägte deutsche Fast-Food-Gastro mal wieder fluchend vorbeirauschen lasse, um mir doch zu Hause mein Brot zu buttern.

Bauchspeck bei mittlerer Temperatur ausbraten und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Getoastetes Weißbrot mit Salat, Tomaten und Speck belegen. Fehlte bloß noch ein Klacks Mayo, aber ein paar Stücken vom Ziegenkäse schmecken noch viel besser. Ist doch nicht zuviel verlangt, oder?!

BLT - Sandwich Deluxe
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Apfelschäler for Life

Es gibt so Jahre, da muss man doch wieder auf den letzten Drücker los, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen für Menschen, die sich wie immer gar nichts wünschen und eigentlich auch schon alles haben. Dinge, die der Mensch nicht braucht sind aber gar nicht so leicht zu erwischen, wenn man wenigstens noch einen kleinen Anspruch an Qualität stellt und jetzt stell ich euch einfach mal ein Gerät vor, welches es geschafft hat, meine Eltern, beide, zu absoluten Apfelfreaks mutieren zu lassen.

Den Profi-Apfelschäler

Profi Apfelschäler

Vom Hören-Sagen kannte ich dieses Wunderding bereits, doch war ich umso mehr überrascht, als mich die Frau Mama jetzt in rotwangiger Euphorie zu einer Sondervorstellung einberief, um meinen augenbrauenzuckenden Zweiflerblick eines Besseren zu belehren. So offenbarte sie mir nach einer leidenschaftlichen Einführung zum Apfelkonsum schließlich ein massives Gerät, welches man wohl eher auf einer Werkbank vermutete und ich bin mir vom ersten Moment an sicher, dieses Maschinchen hält ein Leben lang.

Apfel aufspießen Apfel schälen

Das Prinzip ist so simpel wie genial: Apfel aufstecken, drehen, fertig.

Apfel-Schäl-Bank Kerngehäuse und Schalen

Ja, da ist noch reichlich Schale dran, das hatte ich auch gleich bemäkelt, aber ein Blick zeigt eine nicht plan eingerastete Klemme als Verursacher dieses Schönheitsfehlers an. Nein, ich durfte das nicht korrigieren, nur gucken, nicht anfassen – manche Dinge ändern sich eben nie – und die resolute Mutter hielt auch gleich eine passende Erklärung parat, wie sie wohl nur dem rätselhaften Universum mütterlicher Logik entspringen kann: In der Schale stecken die meisten Vitamine.

Auge

Manches muss man dann auch nicht weiter hinterfragen, sondern einfach die Begeisterung aufnehmen und hingerissen juchzen, wenn schließlich die ebenmäßigen Apfelringe präsentiert werden. Apfelschäler for Life!

Geschälter Apfel Apfelspirale
Rosenstein & Söhne

Spinatsternnudeln zum 4. Advent

Winterliches WittenbergeUnsere Keksproduktion fand ein jähes Ende, nachdem auch andere Familienmitglieder bereits erste Chargen am Nikolaus zum Tausch anboten und die Vorräte bis zum Ende des Jahres damit ausreichend gefüllt sein dürften. Da gönnten wir uns letztes Wochenende einfach mal ne Pause. Heute wurde uns dann beinahe schon wieder langweilig, außerdem trieben mich Zahnschmerzen an den Rand des Wahnsinns und da lag es nur nahe, noch einen Schritt weiter zu gehen. Mir spukte nämlich noch das Rezept der New Kitch im Kopf herum, dessen Angaben wir, größenwahnsinnig wie wir manchmal sind, vervierfachten. Das reicht etwa für sechs Bleche. Dieses Jahr gibt es also Spinatsternnudeln für alle!

800 g Mehl, 8 Eier, 8 El Öl, 250 g pürierten Blattspinat und Salz fix zu einem Teig verrühren. Fix soll dabei keineswegs von Leichtigkeit zeugen, aber man muss sich wirklich ranhalten, sonst klebt das Zeug wie Teufel. Tut es sowieso, darum schlussendlich den Klumpen nochmal in reichlich Mehl wenden und in Folie gewickelt gute 30 Minuten ruhen lassen. Eine Arbeitsplatte mit reichlich Mehl bestäuben, den Teig dünn ausrollen, ausstechen und trocknen lassen. Mindestens zwei Tage brauchen die wohl, man kann jedoch etwas nachhelfen, indem man die bei knapp eingeschalteter Temperatur in den Backofen gibt.

Spinatnudeln in Sternchenform

Meine weihnachtliche Kochgruppe

KochgruppeEs war mir ein Fest, unsere Kochgruppe diese Woche mal wieder in den eigenen vier Wänden zu haben. Zwei Rezeptsammlungen aus der letzten Zeit werde ich die Tage noch nachreichen, denn wir treffen uns tatsächlich jede Woche und immer ist ein anderer für ein Menue aus drei Gängen verantwortlich.

Mit neun Leuten am Tisch ist meine Küche beinahe ausgefüllt, darum muss ich mir vorab genau überlegen, was machbar ist, ohne die gute Stimmung durcheinander zu wirbeln. Bestens eignen sich stets Schmorgerichte, oder Kleinigkeiten, die man nur noch kurz anrühren muss. Bloß keine Hektik am Esstisch. Außerdem hatte ich aus Frankreich zwei Dosen von Confit de Canard mitgebracht und so kurz vor Weihnachten ließ sich daraus gut ein kleines Festtagsmenue bauen.

Granatapfelsalat und Portwein-Feigen-Vinaigrette

Einen großen Friséesalat waschen und schneiden. Granatäpfel kräftig rollen, halbieren und die Kerne mit einem kleinen Löffel in den Salat schaben. Eine Vinaigrette von Olivenöl, weißem Balsamicoessig, Portwein, Feigen, Rohrzucker, Meersalz und Chili anrühren und über den Salat geben. Der Friséesalat war noch sehr fest, beinahe holzig, und konnte gut etwa eine Stunde in der Marinade stehen, bis schließlich alle vollzählig versammelt waren, ohne vollkommen zu zerfallen.

Geb ich doch gleich nochmal an den Gärtnerblog weiter, weils so schön passt.

Granatapfelsalat mit Portwein-Feigen-Vinaigrette
Garten-Koch-Event Dezember 2010: Granatapfel [31. Dezember 2010]

Cassoulet au Confit de Canard

Zwei Pakete getrockneter, kleiner, weißer Bohnen über Nacht in reichlich Wasser quellen lassen. Am nächsten Morgen fein gestückeltes Suppengemüse, gehackte Knoblauchzwiebel und Tomatenmark in einem Bräter anrösten, mit reichlich Sherry ablöschen. Die Bohnen mit dem Quellwasser dazu geben, noch ein wenig mehr Wasser sowie ein Glas Gemüsebrühe und zwei Flaschen passierte Tomaten angießen und einen Kräuterbund aus Lorbeer, Bohnenkraut, Oregano, Thymian einlegen. Alles einmal kräftig aufkochen und dann bei 200 Grad ohne Deckel etwa 2 Stunden schmoren. Man könnte das jetzt gut über den Tag auf kleinerer Flamme weitergaren lassen, aber beim letzten Mal ist mir das dabei zu sehr eingekocht und die Bohnen wurden dann schon arg matschig. Diesmal habe ich das darum ausgeschaltet einige Stunden stehen lassen, denn der Bräter speichert eh sehr gut die Wärme. Die Bohnen mit reichlich Semmelbröseln bedecken und schließlich nochmal drei Stunden bei etwa 150 Grad schmoren, dabei die Kruste immer mal wieder eindrücken.

Für die Vegetarier hat sich der halbvegetarische Mitesser dann einen Topf abgefüllt und einfach bloß eine Extrawurst aus Seitan reingeschnibbelt. Man muss ihnen lassen, dass sie sich auch dann äußerst genügsam zeigen, wenn sie die Sache selbst in der Hand halten. Extrawurst hin oder her.

Für alle anderen schließlich die konfierten Entenkeulen mit der Hautseite nach oben auflegen und nochmal bei voller Oberhitze knusprig backen.

Cassoulet auf Confit de Canard

Anisbrownies mit Apfelkompott und Vanilleeis

200 g Butter mit 220 g sehr dunkler Schokolade (hier: Lindt herb 85%) schmelzen und kurz auskühlen lassen. Nebenher vier große Eier und 200 g Zucker schaumig schlagen. In einem separaten Messbecher 170 g Mehl, zwei Tl. Safranbackpulver sowie zwei Tl. Anispulver vermengen. Die buttrige Schokolade schließlich unter die Eiermasse mischen, das Mehlgemisch kräftig unterrühren und alles in einer gebutterten Auflaufform ausstreichen. Bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen gute 15 Minuten backen, bis sich oben gerade eine feste Schicht bildet. Innen soll der Brownie noch schön klütschig bleiben. Kurz auskühlen lassen.

Nebenher zwei Äpfel fein würfeln, mit ordentlich Calvados, einem Schuss Reisessig, 2 El. Zucker und einer Prise Zimt auf kleiner Flamme einköcheln, sodass der Apfel gerade zerfällt, aber noch nicht zu matschig wird.

Alles zusammen noch warm mit einem Schlag vom guten Madagascarvanilleeis anrichten. Das Katzenhaar im Bild muss man sich wegdenken.

Anisbrownies mit Apfelkompott und Vanilleeis

PS: Ich liebe meine Spülmaschine.

Geschirrspülmaschine




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