Archiv für September 2011
Manchmal ist unser Kochgruppenkochkalender etwas undurchsichtig geraten, wenn wir Termine oder Zuständigkeiten vor uns herschoben. Auch in einem betont miserablen Sommer wie diesem kann sowas in der Urlaubszeit schonmal vorkommen. So verpasst nur leider der ein oder andere Teil unser Truppe ein komplettes Menue. Unser jüngstes Mitglied hingegen ist seit Anfang an kaum mehr von den Pötten wegzuholen, darum gibts hier gleich seinen nächsten Streich:

Flädlesuppe

Gemüsebrühe aus Sellerie (Stange+Knolle) Zwiebel, Karotte, Lauch usw. kochen und dann durchs Tuch passieren. Mit Ei, Mehl, Milch und etwas Mineralwasser einen dünnen Pfannkuchenteig mixen. Dünne Pfannkuchen (Flädle) braten. Die klare Brühe mit feinen Zwiebel- und Selleriestreifen erhitzen. Flädle in Streifen schneiden und dazu geben. Ab in die Schüssel. Frische Schnittlauchröllchen drauf.
Forellenfilets mit Apfel-Sellerie-Kartoffelsalat
Für den Salat festkochende Kartoffeln in Salzwasser mit 2-3 EL Kümmel kochen und pellen. Für die Marinade Sellerie mit Apfelessig, nem Lorbeerblatt und etwas von der Gemüsebrühe kochen (Sellerie soll knackig bleiben). Die Soße mit Senf und VIEL Salz verrühren.
Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und mit Apfelscheiben (Süß-Sauer, keine mehligen) und feinen roten Zwiebelscheiben mischen. Die Soße drüber verteilen und gut durchrühren. Salat soll so viel Soße haben, dass er schmatzt. Einziehen lassen und später Sonnenblumen oder Rapsöl drüber kippen und wieder umrühren. Radieschen können auch mit rein. Vorm Servieren Pfeffern, frische Petersilie drunter heben und frischen Meerrettich drüber reiben.
Die Forellenfilets mit Zitrone beträufeln salzen und pfeffern. Mehlen und ab in die Pfanne wo der heiße Schmalz wartet.
Dazu eine Fenchelzabaione:
Weißwein mit Lorbeerblatt und einigen Fenchelsamen einkochen. Auch gerne etwas Brühe und Zitronensaft dabei. Den Sud filtern und abkühlen lassen. 2 Eier trennen und die Eigelb schaumig schlagen. Überm Wasserbad den Sud einrühren und die Masse weiter schaumig schlagen und leicht abbinden lassen, bis die gewünschte Konsistenz da ist. Die Zabaione über die Forelle geben.

Kürbispudding
Hokkaidokürbis putzen und in Spalten schneiden. Diese im Ofen ca. 45 min. garen bis sie weich sind. Das Kürbisfleisch (600 g) zerdrücken. Dazu 1l Milch und 6 Eier, 200-300 g Zucker und 120 g Mehl. Das alles zu einer glatten Masse rühren (Pürierstab verwenden!!!). Mit Zimt, Muskat und einem EL Arganöl würzen, etwas Salz nicht vergessen. Die Masse in eine ausreichend große Form geben und im Ofen bei ca. 180° backen. Pudding verteilen. Dazu gibt es karamellisierte Mandeln.
Die Menge ist ausreichend, um eine Kochgruppe und ein Mietshaus zu versorgen.
Ich mag Spinat. Schon immer, glaub ich, und immer noch ist mir so ein Tiefkühlpaket mit Blubb, geschmolzenem, mittelalten Gouda sowie Spiegelei an Kartoffelmuß liebstes Kateressen. Davon kann heute jedoch keine Rede sein, denn im Garten warten wir händeringend auf einen Altweibersommer, um endlich mal wieder Ordnung in die Beete zu bringen. Säckeweise frühlingsblühende Blumenzwiebeln liegen bereits zur Neuordnung parat und zeugen einmal mehr davon, dass wir diese Saison längst abgeschrieben haben. Inzwischen bin ich schon froh, wenn unser Turbobrenner wenigstens ne schnelle Grillrunde zwischen zwei Schauern schieben kann, aber heute gibts am Wetter wirklich nichts zu meckern.
So kommt eben auch wieder Spinat ins Spiel. Gewaschen und verlesen überbrüh ich die frischen Blätter bloß zweimal mit Wasser aus dem Kocher. Grob gehackt mit Olivenöl, roten Zwiebeln, etwas Knoblauch und zebröseltem Fetakäse landet die Melange im Alupäckchen auf dem Warmhalterost und schließlich zur Beilage am Steak.
Kann sich noch jemand daran erinnern, wie eines unserer Kochgruppenmitglieder nach einem Brasilien durchreisenden Jahreswechsel ganz weinerlich in unsere heimischen Stuben zurückkehrte, um endlich ein deftiges Weihnachtsmenue nachzuholen, welches er dort drüben so schmerzlich vermissen musste? Zugegeben, unser Mitleid hielt sich angesichts seiner sonnenverbrämten Schilderungen genauso in Grenzen, drüber weg ist er wohl langsam und spätestens als er uns schließlich diese alte Geschichte am kulinarischen Objekt verdeutlichte, hätte er gut auch noch rückwirkend Klassenkeile kassieren können. Spiegel einer Ochsentour, beginnend mit einem Vorspeisenteller lateinamerikanischer Note:

Carpaccio mit Schokosoße

Carpaccioscheiben besorgen…
Für die Soße gehackte Zwiebeln in Butter anschwitzen und mit Rinderbrühe ablöschen. In Streifen geschnittene Chilis dazu tun. In die köchelnde Soße reine Schokolade (Kuvertüre) rein raspeln bis sie die gewünschte Sämigkeit erreicht. Anschließend mit Zucker und reinem Cacaopulver abschmecken. Salz nicht vergessen. Übers Fleisch kippen…
Garnelen mit Ananasmarmelade

Ananas klein schneiden und mit Zwiebeln und etwas Flüssigkeit einkochen. Frischen Ingwer mit kochen. Das Ganze pürieren und kochen bis es dick wird. Abkühlen lassen. Unter die Ananasmasse ordentlich viel gehackten Koriander mischen. Die Garnelen in Öl mit Knoblauch und Schale braten (mittlere Hitze). Kräftig salzen. Zusammen mit der Ananasgeschichte aufn Teller.
Lachstartar mit Avocadocreme

Lachsfilet in feine Würfelschneiden. Avocadofleisch freilegen und mit Salz, Zitrone, Pfeffer und etwas Sahne vermischen. Lachs salzen und mit Zitrone betreufeln und beides aufn Teller.
Fischeintopf mit Kokosmilch

Fischfilet (weißer Süßwasserfisch) in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebeln anschwitzen und mit Fischfond ablöschen. Zuckerschoten und Palmherzen zutun. Kokosmilch dazugeben. Alles kurz kochen lassen. Fisch zutun und kurz gar ziehen lassen. Bananenscheiben rein (handelt es sich um echte Kochbananen müssen diese natürlich mit gekocht werden). Dazu Reis. Außerdem noch eine Rotwein/Sojasoßen Mischung reichen, um zu würzen.
Zitronensorbet auf Promillanas
Oder hochwertiges Zitroneneis nehmen und auf einer Scheibe Ananas, die vorher in Schnaps (Cointreau) mariniert wurde, anrichten.



