Mit Speck fängt man Mäuse

Wochenmarkt Hammer Kirche

Angesichts leer gefegter Plätze auf dem Wochenmarkt frage ich neulich den Schinkenhuber – um Konversation zu betreiben, während er mir vom saftigsten Schinken hinhobelt – ob seine Nachbarn streikten bei der schwülwarmen Hitze, die zwischen monsunartigen Regenfällen so typisch ist für diesen Hamburger Sommer. Richtig entgeistert sieht der mich an, wie ich mit großem Fingerzeig aushole: Der Blumenhändler habe quasi die gesamte Platzmitte offen gelassen als ziehe gleich Tumbleweed durch die Gassen, von den zwei Fischwagen sei dahinter nicht einer mehr zu sehen. Wo der Käseholger abgeblieben ist, weiß ich bis heute nicht. Schinkenhubers Gesicht droht zu entgleisen, so dass ich vermeintlich begütigend hinzu setze, es sei jawohl Urlaubszeit. Prompt zeigt kollegiales Grollen am Stand: Hier hat jemand ins Fettnäpchen gegriffen und die schwänzenden Anlieger sind bei ihrer Rückkehr besser auf ein Donnerwetter gefasst.
Schinkenhuber
Der älteren Dame, die nach meinem Übergriff ebenso achtlos versucht, den guten Schinken ohne Schwarte abzuluchsen, wiederfährt der oft gehörte Sermon von besten Bratkartoffeln mit Schinkenspeck sicher wie das jüngste Gericht. Bei aller liebenswerten Koberei wird so ein freier Tag von den tätigen Dranbleibern mit einer Verachtung gestraft, die mich mit großartigen Schinkenscheiben und einem beinahe fürchterlich schlechten Gewissen in den Feierabend schleichen lassen. Fettfreier Schinken und Urlaub sind hier tabu, soviel ist sicher.

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