Norditalien: Ein Tag am Gardasee

Lago di Loppio

Über das Restbiotop des Lago di Loppio erreichen wir das vom Gebirgsmassiv Rocchetta und dem kleineren Monte Brione geschützte Riva del Garda. Frühe römische Herrschaft, Goten, Langobarden, Franken, Scaliger, Visconti und Venezianer regierten hier im nördlichen Teil des Gardasees. Sie hinterließen ihre Einflüsse in verschieden förmigen Baustilen, Villen und Türmen. Später erlangte der Ort die Aufmerksamkeit des gehobenen Bürgertums durch sein Sanatorium der Dichter und Denker.

Hier widmete sich der Wegbereiter der Homöopathie Christoph Hartung deren diffusen Leidenserfahrungen unter dem Begriff „Neurasthenie“. Als Symptome dieser ersten Zivilisationskrankheit wurden „‘reizbare Schwäche‘, halb hypochondrisches, halb somatisches Wollen-und-nicht-Können“ zwischen „befriedigungsloser Hyperaktivität und ruhelosem Phlegma“ diagnostiziert. „Er wird Sie auf Wienerische Art mit betäubender Liebenswürdigkeit geistig vergewaltigen, dass Ihnen kein Besinnen auf Ihre Krankheit mehr freisteht.“, heißt es in Heinrich Manns Romantriologie „Die Göttinen“. An Hartungens strikt verordnetes Lese- und Schreibverbot hielten sich aber wohl weder Heinrich noch Thomas.

Als Anti-Anarchist wandte sich Christoph (IV) Hartung von Hartungen außerdem gegen eine Massenbewegung der Arbeiterschaft und insbesondern gegen die modernen Wirtschaftstheorien von Saint Simon, Ch. Fourier, L. Blanc, F. Lassalle, K. Marx, weil diese auf einem „dunklen, instinctiven Gefühl der Massen“ beruhten, der „modernen Gesetzgebung“ jedoch keinen „Uebergang“ böten. Gegen moralischen Stumpfsinn und Bildungsanomalie forderte er im Zeitgeist der Entartung Staatsgefängnisse für „unheilbar defekte Menschen“.

Gegenüber der Altstadt von Riva steht das historische Wasserkraftwerk del Ponale als harmonisch integrierter Industriebau direkt am Ufer des alten Handelshafens. Dessen Fassade schmückt heroisches Dekor.

Riva del Garda Wasserkraftwerk del Ponale in Riva
Gadesana Occidentale

Olivenbäume Zypres- sen und Zitronengärten am GardaseeOlivenhaine, Zypressen und Zitronengärten säumen die 154,16 km lange, schmale Uferstraße Gardesana Occidentale mit ihren 70 Tunneln entlang der westlichen Seite des Gardasees. Nach unserer Überfahrt vom Trentino in die Lombardei halten wir mittags in Gargnano. Wir schlendern durch die Gassen und durchqueren den Markt am Hafen zum Mittagessen direkt am Ufer.

San Marino in Gargnano Kletterhortensien Gargnano Dame mit Hut
Wochenmarkt in Gargnano San Francesco
Aperol Sprizz Spaghetti Carbonara
Gargnano am Gardasee

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • email
  • MySpace
  • RSS
  • Google Bookmarks
  • Tumblr
  • del.icio.us
  • Digg
  • LinkedIn
  • PDF
  • Print
  • Reddit

3 Antworten auf “Norditalien: Ein Tag am Gardasee”


  1. 1 Ilse 30. September 2013 um 10:27 Uhr

    Aha, da bist du ja wieder – und so ein super Reisebericht. Sofort überkommt mich das Verlangen, an den Gardasee zu fahren. Ist ja nicht weit.

  2. 2 Schnick Schnack Schnuck 01. Oktober 2013 um 11:18 Uhr

    Stimmt. Ist wirklich schön da, die Ecke war mir gar nicht so bewusst.

  1. 1 Picknick Montebello: Irgendwo in den Bergamasker Alpen « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 05. Oktober 2013 um 14:16 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Related Posts Plugin for WordPress, Blogger... HyperSmash

kostenloser Counter