
Le Grand Sud-Ouest français nennt man die Gegend entlang der französischen Atlantikküste Richtung Baskenland. Sie umschließt u.a. die Départements Charentes bis Aquitaine. Wir lassen auf unserem Roadtrip mit dem Camper Richtung Süden Normandie und Bretagne hinter uns. Die Schwalbe segelt jetzt zielsicher zu den nächsten Austernhäfen und Surfspots. So langsam kommt Urlaubsstimmung auf.

Marennes-Oléron
Die am Meer gelegene Seite Charente-Maritime ist vor allem für ihre hervorragende Austernzucht bekannt. Wir parken direkt neben so einer Hütte, essen hier mittags wie abends die besten Meeresfrüchte und radeln entlang der Zuchtbecken mit Blick auf die vorgelagerte Île d’Oléron. Spektakuläre Sonnenuntergänge kann man jedoch nur schwer genießen. Durch die seichten Gewässer ringsrum bereitet eine Mückenplage pure Pein. Für eine Nacht im Wohnmobil ist diese Lage dennoch hochromantisch.






Bassin d`Arcachon
Mit der Zeit kann man sich auf so einer Campingtour auch mal verschätzen. Wir geraten in den Wochenendverkehr der Franzosen rund um Bordeaux und bleiben vor allem doch aus Nostalgiegründen eine Nacht am Bassin d`Arcachon. Ganz in der Nähe habe ich früher immer meine Sommerferien verbracht. In den Cabannes der Austernfischer im Hafen von la Teste werden Muscheln pur mit etwas Pastete zum Hauswein serviert. Zarte Schnecken sind unbedingt zum Probieren empfohlen und bevor wir hier endgültig versacken, schickt uns der Kellner noch zu einem unbewachten Stellplatz am Strand de La Hume. Hier gibt es nämlich Außenduschen. Die brausen zwar kalt, aber dankbar sind wir für diesen Tipp trotzdem. Merci!





Biscarosse Océan
Dem Tipp des Kellners folgen wir auch am nächsten Tag noch gern. Landen zum Mittag beinahe pünktlich beim Surfcup in Biscarosse Océan und genießen das Getue etwas erhaben auf einer Terrasse in den Dünen. Mit Austern. Dabei rangeln wir ambitioniert mit Groupies um die besten Plätze. Fahren zum Schwimmen noch ein Stück weiter und finden nach ein paar Badeorten schließlich wieder einen abgeschiedenen Schlafplatz für die Nacht.



Contis Plage
In Contis Plage ist während der Saison, wie in Biscarosse, sicher die Hölle los. Außerhalb der großen Ferien teilt man sich die hoch aufragenden Dünen bloß mit ein paar Sonnenuntergangsanbetern, die mit den letzten Strahlen von hier verschwinden. Unten gibt es einen kleinen Campingplatz und morgens hat man den Sonnenaufgang über den langgezogenen Pinienwäldern ganz für sich. Während wir oben noch maulfaul den ersten Kaffee schlürfen, zwacken sich die Surfer schon wieder in ihren Frack.



Saint Jean de Luz
Kurz vor Saint Jean de Luz – im französischen Teil des Baskenlandes – spitzt sich die Stellplatzsituation unerwartet zu. Die meisten Campingplätze scheinen fest in der Hand internationaler Dauercamper zu sein, die uns spät nachts noch das Schwarze unter der Fingernägeln gönnen. Nach einigen Versuchen, geben wir es auf, lassen den Anrainern ihre geräumigen Vorgärten und bleiben auf einem schnöden Parkplatz. Als es am nächsten Tag hell wird, freuen wir uns einfach über die grandiose Aussicht.












