Roadtrip Asturien – Fischerdörfer und Badestrände. Nordspanien: Schwalbe on Tour.

Roadtrip Asturien - Schwalbe on Tour

España Verde, das „grüne Spanien“, wird das autonome Asturien in Nordspanien deshalb genannt, weil die kantabrischen Gebirgsketten hier für sattes Weideland entlang der Küste sorgen. Während das Landesinnere noch vom Kohlebergbau geprägt ist, Asturien war u.a. Ausgangspunkt der spanischen Arbeiterbewegung, sieht man entlang der Küste viele Kühe und Kornspeicher. Diese Hórreos schützen frei stehend die Ernte vor Feuchtigkeit und deren Verzierung soll böse Geister abhalten. Südlich der kleinen Stadt Llanes fährt man über eine enge Passstraßen mit toller Aussicht auf die Küste zur Rechten und erkennt bei guter Sicht die Picos de Europa landeinwärts.
Die Gegend zeigt immer wieder Spuren vom Mithraskult, dessen Gott des Lichts in der vorchristlichen römischen Welt in Kosmos und Schöpfung als Lebensfeuer existiert. Sterne sind nach persischer Überlieferung Löcher im Himmelsgebirge, durch die dieses Licht scheint. Wir entdecken auf dem Weg nach Galicien mit dem Camper unserer Schwalbe kleine Fischerdörfer und die schönsten Strände des Landes.

Costa Verde

Kornspeicher Asturien

Lastres in Nordspanien

Lastres

Wie Llanes, steht das am Hang gelegene Städtchen Lastres heute ebenfalls unter Denkmalschutz. An der Küste hat man Knochenfunde und versteinerte Spuren aus der Zeit der Dinosaurier vor 150 bis 200 Millionen Jahren gefunden. In den schmalen Gassen trifft man neben vereinzelten Touristen auch eher betagte Einwohner.
Im Hafen gibt es ein modernes Restaurant für die Yachtensegler, aber das Dorfleben spielt sich in der kleinen Tapasbar ums Eck ab. Wir sitzen auf einer Terrasse mit Blick über das kantabrische Meer, während in der Bar del Puerto hitzig diskutiert wird. Wahrscheinlich geht es um die berühmten Riesenkalmare, die in einem grandiosen Unterwassercanyon vor der Küste leben sollen. Wein wird vom resoluten Patron der Bodega immer wieder nachgeschenkt. Ein missmutiges Kopfnicken genügt. Die Tagessuppe kommt in einer großen Terrine auf den Tisch und ist man sich schließlich einig geworden, düsen nachbarschaftliche Fahrgemeinschaften mit quitschenden Reifen davon.


Hafenstadt Lastres

Playa de Rodiles

Playa de Rodiles

Wir übernachten ein Stück weiter am Strand von Rodiles, der vor allem bei Surfern sehr beliebt ist, weil der kräftige Ría de Villaviciosa hier direkt aus den Bergen ins Meer fließt und für eine besonders gute Strömung sorgt. Zwischen Eukalyptusbäumen parkt man geschützt hinter einem kleinen Dünenstreifen. Der Strand ist eingesäumt von hoch aufragenden Klippen, auch außerhalb der Saison noch von Rettungsschwimmern bewacht und Duschen gibt es auch.


Cudillero in Asturien

Cudillero Fischfabrik Humilladero-Kapelle, Cudillero
Mirador el Picu Cudillero Centrum

Cudillero

Im nächsten Dorf setzen wir uns nach einem kleinen Rundgang gleich zu den Einheimischen in eine etwas abseits gelegene Pinte. Es gibt Sidra, den typischen Apfelwein aus Asturien und es dauert nicht lange, dann schimpft man auch hier kräftig um die Wette. Einig ist man sich zumindest, dass die touristischen Restaurants unten am Platz nur bei solchen Dummköpfen Gewinn machen können, denen das Geld noch zu locker sitzt. Einer Legende zufolge wurde die Stadt von den Wikingern gegründet. Frühere Besiedelung in der Steinzeit ist erwiesen und in Cudillero wird ein völlig eigenständiger Dialekt gesprochen. Das sogenannte Pixueto. Wir erraten kaum ein Wort, verstehen uns jedoch prächtig.


Puerto de Cudillero

Playa del Silencio

Cabo Busto

Playa del Silencio – Cabo Busto – Playa de Cueva

Hinter Cudillero lohnen sich immer wieder kleine Abstecher hinunter zur Küste, um die schönsten Strände der Region kennenzulernen. Playa del Silencio ist nach einem etwas abenteuerlichen Abstieg zu erreichen und bietet einen phantastischen Blick entlang der felsigen Steilküste Asturiens. Im winzigen Dorf vor dem Cabo Busto fahren wir uns mit der Schwalbe das erste mal fest. Enge Straßen, Sackgasse. Nichts geht mehr, außer der Rückwärtsgang. Die Dörfler sind einigermaßen entgeistert. Klapprige Kühe zeugen davon, dass das Leben hier seit der Krise mit Sicherheit nicht einfacher geworden ist. In Zeitlupe navigieren wir uns schließlich frei. Am Playa de Cueva heißt es dann: Parole Badetag!

Playa de Cueva


Luarca in Asturien

Luarca

Die weiße Stadt an der grünen Küste erreichen wir gegen Abend kurz vor der galicisischen Grenze. Die große Sturmflut hat hier 2014 mit zehn Meter hohe Wellen einigen Schaden angerichtet und u.a. ein Museum für Riesenkalmare zerstört. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Wir campen mit der Schwalbe direkt am Stadtstrand, fahrend mit dem Fahrrad durch den Ort und lassen das maritime Treiben beim Tapasessen in einer Sideria am Hafen an uns vorbeiziehen. Morgens springen wir zur Erfrischung direkt ins Meer und dann kann der Roadtrip durch Nordspanien weitergehen.

Puerto de Luarca Sideria in Luarca


Stadtstrand in Luarca

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