Sevillas Geschichte zwischen Triana und Santa Cruz – historischer Stadtrundgang

Altstadt von Sevilla - historischer Stadtrundgang

Die Altstadt von Sevilla in Andalusien ist eine der größten. Nur Venedig und Genua liegen im europäischen Vergleich noch eine nasenlänge vorn. Die historische Geschichte dieser Stadt, die bereits vor der Ankunft der Römer als wichtiges Handelszentrum und Brücke zum Orient galt, lässt sich anhand eines historischen Stadtbummels abspazieren. Von Game of Thrones über Carmen bis Star Wars – Sevilla bietet auch für unser Weekend Getaway die perfekte Kulisse.

Torre del Oro

Viele Brunnen der Stadt, welche vermutlich von Phöniziern gegründet wurde, werden über die Überreste römischer Aquädukte gespeist. Canos de Carmona, werden sie genannt. Am Ufer des Flusses Guadalquivir, der hier die Altstadt von der ehemaligen Vorstadt Triana trennt, leuchtet der Torre del Oro als eines der Wahrzeichen über das Wasser. Er ist dem Leuchtturm von Alexandria nachempfunden und stammt in seinen Grundmauern noch aus der Zeit der Mauren. Westgoten hatten während der Spätantike geherrscht und die Stadt zum Sitz des Erzbischofs Isidor von Sevilla erhoben. Bedeutend für die Konstruktion von Wirklichkeiten wurde Isidors universell anwendbares Verfahrens der Welterklärung mittels Wahrheitsfindung durch Sprache, das er Etymologie nannte.
Islamisierte Berber eroberten die Stadt 712 im Kampf bis Normannen die Stadt 844 zerstörten. Den Mauren galt dieser Turm am Fluss als militärisches Sperrwerk, um feindliche Schiffe abzuhalten. Das Kalifat von Córdoba, die Taifendynastie der Abbadiden, berberische Almoraviden und Almohaden verfügten während dieser islamischen Zeit über die iberische Halbinsel.

Giralda in Sevilla

Giralda

Isidor von Sevillas „etymologisch“ gewonnene Wesenserkenntnis eines Begriffes gilt als tiefgründiger, im Vergleich zu philosophisch oder naturwissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen. Seine Berichte begründeten den Mythos von der Überlegenheit der Goten und legitimierten später die Reconquista. In diesem Rahmen eroberte Ferdinand III. von Kastilien im November 1248 den Ort zurück, der seitdem im Besitz der christlichen Spanier blieb.
Die Giralda, das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt, ist das ehemalige Minarett der Hauptmoschee von Sevilla, die von der christlichen Reconquista geblieben ist. Während die zur Kirche umfunktionierte Moschee im 15. Jahrhundert niedergerissen und als spätgotische Kathedrale neu erbaut wurde. Die Giralda erinnert an den Turm der in Marrakesch erbauten Koutoubia-Moschee und galt zu der Zeit als höchstes Gebäude der Welt, welches nur von den ägyptischen Pyramiden in Gizeh übertroffen wurde.

Minarett der ehemaligen Moschee von Sevilla

Kathedrale von Sevilla Santa María de la Sede Palast Al-Muwarrak, Alcázar
Garten des Alcázar von Sevilla

Alcázar von Sevilla

Der mittelalterliche Königspalast von Sevilla, Reales Alcázares de Sevilla gegenüber der Kathedrale, war zunächst als maurisches Fort angelegt. Die Almohaden errichteten mit dem Al-Muwarrak einen ersten Palast, der von späteren Monarchien mehrfach erweitert wurde. Heute zählt der Alcázar mit seinen unter christlicher Herrschaft entstanden Bauten als am besten erhaltenes Beispiel für die Mudéjar – Architektur mit islamischem Einfluss – und als ältester Königspalast Europas. Ab 1364 wurde der größte Teil der modernen Anlagen auf den maurischen Ruinen für Peter I. gebaut.

König Peters Palast vom Patio de la Monteria

Fassade des Palasts von Don Pedro I, Alcazar Patio de Las Muñecas - Hof der Puppen
Salon de los Infantes - Gemächer der Königskinder

Islamische Rundbögen Salón de los Embajadores - Botschaftersaal
Patio de las Donceilas - Hof der Mädchen

Die Bäder von Doña María de Padilla

Estanque de Mercurio

Am 6. Februar 1481 fand das wahrscheinlich erste Autodafé in Sevilla statt. Das Castillo de San Jorge wurde, unter der Herrschaft katholischer Könige, zum Sitz der Spanischen Inquisition und blieb es bis 1626. Am Fuße der Puente de Triana, unterhalb der 1927 eingeweihten Capilla del Carmen, liegt das Gebäude heute im Keller der Markthallen von Triana. Einer ehemaligen Vorstadt von Sevilla am anderen Ufer des Flusses.

Capilla del Carmen

Plaza de España

Plaza de España

Amerigo Vespucci und Ferdinand Magellan begannen hier ihre Entdeckungsreisen und so erlangte Sevilla seine Blütezeit nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492. Im 16. und 17. Jahrhundert erhielt die Stadt als Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels und Zentrum der spanischen Kunst internationale wirtschaftliche Bedeutung. Seitdem die Spanier im Krieg mit den USA 1905 ihre letzten Besitzungen in Amerika aufgeben mussten, sollte die Iberoamerikanische Ausstellung 1929 zumindest die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den südamerikanischen Ländern festigen. Die Militärregierung in Madrid hegte Träume von einem hispano-amerikanischen Block, der in der Welt als Machtfaktor beachtet würde. Vor diesem Hintergrund entstand mit dem Plaza de España einer der bekanntesten Plätze in Sevilla, der im Kinofilm Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger als Schauplatz des Planeten Naboo gezeigt wurde.

Plaza de España, Südturm Detailansicht Plaza de España
Treppenhaus Plaza de España Plaza de España, Hauptportal
Kachelornamente der spanischen Provinzen

Rundbögen und Ornamente Deckenansicht Plaza de España
Plaza de España, Detailansicht Südansicht Plaza de España
1929 Iberoamerikanische Ausstellung

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