Archiv für September 2018

Travelfoodie – Kochen für den Roadtrip mit dem Camper

Kräfter - Flusskrebse

Salzwasser, Süßwasser, bei unserem Roadtrip durch Dänemark und Schweden haben wir Glück und kommen pünktlich zur Saison der scharlachroten Krabbeltiere, die wir bei jeder Gelegenheit und in allen Farben und Formen zu uns nehmen. Mal geräuchert, aber meist im Dillsud gegart, gibt es die an jeder Ecke lebend oder bereits zubereitet zu kaufen und so ist schonmal klar, hungern müssen wir als Travelfoodies nicht.

Flamingos auf Öland

Krabben und Shrimps

Fisch in Eihülle braten

Außerdem gibt es Fisch, feine Filets vom Plattfisch wie Limandes oder filetierte Heringe werden einfach in Roggenmehl gewendet, durch eine Melange aus verkleppertem Ei mit etwas Senf gezogen und dann in Butter ausgebraten. Dazu schmeckt ein einfacher Gurkensalat mit Kartoffelstampf.

Gebratener Fisch mit Kartoffelstampf

Kochen im Camper

Aus der Konserve, bzw. aus dem Glas haben wir eingekochte Variationen vom Galloway an Board. Frikassee, Rouladen, Königsberger Klopse oder Kohlrouladen. Langeweile kommt da eigentlich gar nicht auf und das Kochen geht schnell, weil man das alles bloß warmmachen muss. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel erst gegen Abend an einem passenden Stellplatz ankommt und es schnell dunkel wird.

Königsberger Klopse

Frikassee vom Gelloway Kohlrouladen
Grapes of Wrath

Und dann finden wir noch die Entdeckungen aus den heimischen Supermärkten, die neben zuckersüßen Trauben, Dillchips, Lakritz und kleinen Kartoffelwürfeln sogar ein Eis mit Zimtschnecken Flavor vorhalten. Außerdem Free Wifi, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Typisch Schwedisch: Kartoffelwürfel - Krögarpytt

Zimtschnecken Eis

Foodmarket Saluhall Malmö

In den größeren Städten lohnt es sich, nach den Märkten und solchen Köstlichkeiten Ausschau zu halten. Wir landen so eines Tages in Malmös Saluhall, einer alten Fabrikhalle zwischen Bahnhof und Kunsthalle, wo wir nicht nur auf die besten Zimtschnecken der ganzen Reise stoßen, sondern auch eine hervorragende, internationale Küche mit Ramen und Pastrami serviert wird – typisches Hipsterfood, aber eben auch sehr lecker.

Markthalle Saluhall

Foodmarket Malmö Reuben Sandwich
Saluhall Malmö

Mit dem Kajak durch die Schären vor Stockholm

Mit dem Kajak durch Schweden Schären

Die Schären um Stockholm erkundet man am Besten vom Wasser aus und da wir uns in Gräddö bei Kapellskär in sportlicher Fährdistanz zu Finnland und Estland befinden, schwingen wir uns nach dem Frühstück mit den obligatorischen Zimtschnecken am nächsten Morgen auf`s Fahrrad, um zum nächsten Hafen zu kommen. Nach einer kleinen Einführung springen wir in den Spritzschutz und greifen die Paddel. Ausgerüstet mit Karte und Kompass fühlen wir uns ausreichend gewappnet für eine Exkursion zur See.

Mit dem Fahrrad zum Kajakfahren

Wir umpaddeln ein paar Inseln und schaffen sogar ein Anlegemanöver auf so einem Möwenfelsen, ohne ins Wasser zu fallen. Wir picknicken am Ufer, wandern über die Felsen und kommen trockenen Fußes wieder ins Kajak. Unsere Orientierung ist mies, solange Google Maps aus dem Spiel bleibt, und so bleiben wir lieber in Sichtweite zum heimischen Hafen. Das Wetter haben wir nicht auf dem Schirm, und darum dümpeln wir langsam, aber sicher in eine Schauerfront rein, die uns zumindest von Oben noch nass werden lässt.

Glücklicherweise gibt`s auf unserem Campingplatz eine Sauna direkt am Wasser, wir heizen unter fachkundiger Aufsicht einer Finnin den alten Ofen an und palavern ein bisschen über diesen doch ansonsten so heißen Sommer für den sie hier im Norden einfach nicht gemacht seien, erfahren wir. Schöne Spätsommer mit dunstigen Wäldern entsprächen eher ihrem Gemüt, erzählt die Finnin bis schließlich der Ofen ballert. Drei Gänge sind Pflicht und zwischendurch springen wir in die Ostsee, um uns abzukühlen.

Wir fahren weiter von Badestelle zu Badestelle und über die Brücken von Furusund, auf den Spuren von Astrid Lindgrens Haus. Wir schießen Fotos dieser idyllischen Ansiedlung und werden prompt von einer grauhaarigen Dame mit langen Greetchenzöpfen angehalten, was wir denn hier wollten. Wir seien nur auf der Durchreise, reicht ihr als Erklärung und wir merken dennoch, wie man hier aufpasst, in einer Gegend, in der ansonsten wohlhabende Stockholmer ihren Urlaub verbringen.

Furusund - auf den Spuren von Astrid Lindgren

Wir entdecken unseren nächsten Campingplatz bei Tättö Haveskrog, der selbst auf einer der kleinen Inseln liegt. Zum Sonnenuntergang zünden wir die erste Schwedenfackel an und genießen die stille Mondnacht mit Blick auf das Wasser, in dem wir am nächsten Tag wieder die Paddel und uns ins Kayak schwingen werden.

Schwedenfackel bei Tättö Havskrog

Wir verfahren uns nach kurzer Zeit auf dem windigen Wasser, einen Spritzschutz hatten wir gar nicht bekommen und so reiten wir die kleinen Wellen der Ostsee von Insel zu Insel bis wir die für ostseeische Verhältnisse starke Brandung zum Anlegen an unserem Hafen nutzen. Unterwegs fahren wir das übliche Doppelkajak, Koordination und Teamgeist werden also gefordert und auch wenn wir uns nicht immer über die Richtung einig werden, kommen wir zumindest beim Picknick auf einer dieser kleinen Felsen zusammen. Die Manöver beim An- und Ablegen meistern wir inzwischen, wenn auch mit höchster Konzentration, und die Ausblicke vom Wasser sind grandios. Fast glaubt man hier auf Robben und Wale stoßen zu können. Gesehen haben wir diesmal keine.

Mit dem Kajak durchs Schärenmeer

Kajakfahren in Schweden

Schärenmeer bei Stockholm

Südschweden – Ein Roadtrip mit der Schwalbe

Südschweden - Ein Roadtrip mit der Schwalbe

Schwalbe on Tour! Nach der Fähre aus Dänemark verlassen wir Göteborg Richtung schwedischer Nordseeküste und fahren in unbeständigeres Wetter eines Tiefs aus Norwegen. Wir kommen bis Lysekil. Nachdem hier 1847 eine Kuranstalt eröffnet wurde, entwickelte sich die Stadt zu einem gut besuchten Badeort. Wir landen dort auf einem Campingplatz mit Blick auf die äußeren Schären, richten uns mit direktem Blick auf Wasser häuslich ein und gehen zu Bett, wo Fuchs und Igel sich Gute Nacht sagen. Tatsächlich sehen wir im Abendlicht einen Fuchs am Strand entlangstromern, der schließlich über die Felsen ins Gegenlicht kletternd, in der hiesigen Prärie verschwindet.

Lysekil

Roadtrip Vanlife. Schwalbe on Tour.

Bryggen in Smögen

Am nächsten Tag tüddeln wir den Campervan wieder frisch. Lassen Wasser ab und nehmen Neues auf, die Bordtoilette wandert ihren Weg ins vorgesehene Urinal. So kommen wir nach dem ersten Kaffee zurück auf die Straße und machen einen Ausflug nach Smögen. Der Ort besteht aus mehreren kleineren Inseln, die mit der Zeit „zusammenwuchsen“. Dort angekommen besuchen wir einen kleinen Fischhandel mit Delikatessen am Ortseingang und lassen uns für ein Picknick allerlei aufschwatzen. Kräfter und geräucherten Lachs, einige Saucen dazu – verhungern müssen wir nicht.

Tagesausflug nach Smögen

Es regnet und da kommt es gut gelegen, dass die umliegenden Fischerhütten der Smögenbryggen inzwischen zu Restaurants und Boutiquen umgewandelt wurden, zwischen denen es sich gut Bummeln lässt. Ich kaufe eine Regenjacke, wir stöbern durch eine schwedische Whiskeydistille. Es gibt Kunst und Loppes, die unumgänglichen Trödelmärkte der Region und so landen wir schließlich bei unserem wohlverdienten Picknick zwischen den Felseninseln, bevor die Tour weiter geht.

Smögenbryggen

Kinnekulle - Vanern am See

Nachdem wir auf einem Rastplatz eines ehemaligen Steinbruchs beinahe unseren Wagen versenkten – merke, auch bei kleinem Gefälle, immer die Handbremse festziehen – verschlägt es uns im bergigen Naturschutzgebiet Kinnekulle an einen der großen Seen in der Mitte Südschwedens. Der Himmel klart endlich auf, sodass wir die Sauna vor Ort erst viel zu spät entdecken, aber mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem See Vänern die übrigen Camper in Augenschein nehmen können. Ein deutsche Familie gleich nebenan. Ein junges Paar, das im Kofferraum schläft. Einige Franzosen und viele Schweizer treffen wir unterwegs. Am schnellsten beim Auf- und Abbau sind immer die Fahrradfahrer, die als Erste den Platz wieder verlassen.

Vanern am See

Der zweite große See heißt Vättern, das Wetter ist gruselig und damit genau richtig, um Strecke zu machen. Wir fahren am See entlang, halten unterwegs an einer Fischräucherei, um unsere Vorräte aufzustocken und schwupps landen wir schon wieder auf dem nächsten Campingplatz mit Blick auf den See, an dem einige Angler noch ihr Glück versuchen. Gegen Abend kommt die Sonne raus, wir sehen einen Regenbogen, den Vollmond aufgehen und dann sind wir am nächsten Morgen auch schon wieder unterwegs in die westliche Schären vor Stockholm.

Regenbogen Vollmond über Vanern

Vanlife - Schwalbe on Tour

Roadtrip Dänemark – Vanlife

Roadtrip Dänemark - Vanlife

Vollbepackt mit tollen Sachen, die das Vanlife schöner machen, fliegen wir mit dem Campervan Richtung dänische Grenze und direkt hoch bis Hvide Sande am Ringkøbing Fjord. Schwalbe on Tour! Wir finden einen schönen, kleinen Campingplatz direkt in den Dünen zur Nordsee. Die Nachbarn, eine gesunde Mischung aus den hier üblichen Kitesurfern, jungen Familien, Rentnern und außerhalb der Saison Reisenden unseres Alters. Wir suchen einen muckeligen Platz mittendrin und erkunden nach dem Essen den Strand.

Sonnenuntergang Hvide Sande

Die Kiter wissen`s zu schätzen, für uns ist dieser Tag noch zu stürmisch, um sich in die Fluten zu stürzen und so bleibt es beim obligatorischen Sonnenuntergangsfoto. Nix mit Anbaden, das können wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und so geht es am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück raus aufs Wasser, als der Wind nämlich nachgelassen hat. Vergleichsweise konstante 18 Grad spült die Nordsee hier, wie der Atlantik, dank des Golfstroms und dennoch kommt man so richtig in Abenteuerlaune, fühlt sich wild und verwegen, wenn man schließlich mit gebürsteter Strandmatte auf dem Kopf vor dem ersten Kaffee sitzt.

Schnick Schnack Schnuck on Tour

Weiter geht die wilde Fahrt anschließend über die Boutiquen des Urlaubsortes Hvide Sande, den wir schon von vorherigen Reisen kennen und genau wissen, wo es Zimtschnecken und den besten Fisch der Gegend zu Kaufen gibt. Wir düsen also weiter durch die unendlichen Weiten Dänemarks, picknicken am Oddesund mit geräucherten Krabben und genießen die Mittagswärme zwischen den Strömen mit Blick auf die Schwalbe.

Slettestrand

Gegen Abend kommen wir in Slettestrand an und parken hier nahe eines grünen Freiparkplatzes zwischen den Dünen am Meer. Mit Blick auf die alten Fischkutter, die hier mitten am Strand liegen. Bestes Badewetter nutzen wir morgens wie abends und während einige Jugendliche am Strand ein Feuer anzünden, um auf ausgefahrene Fischer zu warten, spazieren wir um die Schiffe an Land, die malerisch in der Abendsonne liegen.

Palmenstrand Fredrikshavn

Kurz vor der Abreise mit der Fähre ab Fredrikshavn Richtung Schweden vertreiben wir uns die übrige Wartezeit mit einem Besuch am karibisch anmutenden Palmenstrand gleich ums Eck vom geschäftigen Fährterminal. Salz in den Haaren und eine leichte Urlaubsbräune auf der Haut, fühlen wir uns gewappnet für die dreistündige Überfahrt und sagen Dänemark für`s Erste Adieu.

Fähre Dänemark Schweden




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