Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Mit dem Kajak durch die Schären vor Stockholm

Mit dem Kajak durch Schweden Schären

Die Schären um Stockholm erkundet man am Besten vom Wasser aus und da wir uns in Gräddö bei Kapellskär in sportlicher Fährdistanz zu Finnland und Estland befinden, schwingen wir uns nach dem Frühstück mit den obligatorischen Zimtschnecken am nächsten Morgen auf`s Fahrrad, um zum nächsten Hafen zu kommen. Nach einer kleinen Einführung springen wir in den Spritzschutz und greifen die Paddel. Ausgerüstet mit Karte und Kompass fühlen wir uns ausreichend gewappnet für eine Exkursion zur See.

Mit dem Fahrrad zum Kajakfahren

Wir umpaddeln ein paar Inseln und schaffen sogar ein Anlegemanöver auf so einem Möwenfelsen, ohne ins Wasser zu fallen. Wir picknicken am Ufer, wandern über die Felsen und kommen trockenen Fußes wieder ins Kajak. Unsere Orientierung ist mies, solange Google Maps aus dem Spiel bleibt, und so bleiben wir lieber in Sichtweite zum heimischen Hafen. Das Wetter haben wir nicht auf dem Schirm, und darum dümpeln wir langsam, aber sicher in eine Schauerfront rein, die uns zumindest von Oben noch nass werden lässt.

Glücklicherweise gibt`s auf unserem Campingplatz eine Sauna direkt am Wasser, wir heizen unter fachkundiger Aufsicht einer Finnin den alten Ofen an und palavern ein bisschen über diesen doch ansonsten so heißen Sommer für den sie hier im Norden einfach nicht gemacht seien, erfahren wir. Schöne Spätsommer mit dunstigen Wäldern entsprächen eher ihrem Gemüt, erzählt die Finnin bis schließlich der Ofen ballert. Drei Gänge sind Pflicht und zwischendurch springen wir in die Ostsee, um uns abzukühlen.

Wir fahren weiter von Badestelle zu Badestelle und über die Brücken von Furusund, auf den Spuren von Astrid Lindgrens Haus. Wir schießen Fotos dieser idyllischen Ansiedlung und werden prompt von einer grauhaarigen Dame mit langen Greetchenzöpfen angehalten, was wir denn hier wollten. Wir seien nur auf der Durchreise, reicht ihr als Erklärung und wir merken dennoch, wie man hier aufpasst, in einer Gegend, in der ansonsten wohlhabende Stockholmer ihren Urlaub verbringen.

Furusund - auf den Spuren von Astrid Lindgren

Wir entdecken unseren nächsten Campingplatz bei Tättö Haveskrog, der selbst auf einer der kleinen Inseln liegt. Zum Sonnenuntergang zünden wir die erste Schwedenfackel an und genießen die stille Mondnacht mit Blick auf das Wasser, in dem wir am nächsten Tag wieder die Paddel und uns ins Kayak schwingen werden.

Schwedenfackel bei Tättö Havskrog

Wir verfahren uns nach kurzer Zeit auf dem windigen Wasser, einen Spritzschutz hatten wir gar nicht bekommen und so reiten wir die kleinen Wellen der Ostsee von Insel zu Insel bis wir die für ostseeische Verhältnisse starke Brandung zum Anlegen an unserem Hafen nutzen. Unterwegs fahren wir das übliche Doppelkajak, Koordination und Teamgeist werden also gefordert und auch wenn wir uns nicht immer über die Richtung einig werden, kommen wir zumindest beim Picknick auf einer dieser kleinen Felsen zusammen. Die Manöver beim An- und Ablegen meistern wir inzwischen, wenn auch mit höchster Konzentration, und die Ausblicke vom Wasser sind grandios. Fast glaubt man hier auf Robben und Wale stoßen zu können. Gesehen haben wir diesmal keine.

Mit dem Kajak durchs Schärenmeer

Kajakfahren in Schweden

Schärenmeer bei Stockholm

Südschweden – Ein Roadtrip mit der Schwalbe

Südschweden - Ein Roadtrip mit der Schwalbe

Schwalbe on Tour! Nach der Fähre aus Dänemark verlassen wir Göteborg Richtung schwedischer Nordseeküste und fahren in unbeständigeres Wetter eines Tiefs aus Norwegen. Wir kommen bis Lysekil. Nachdem hier 1847 eine Kuranstalt eröffnet wurde, entwickelte sich die Stadt zu einem gut besuchten Badeort. Wir landen dort auf einem Campingplatz mit Blick auf die äußeren Schären, richten uns mit direktem Blick auf Wasser häuslich ein und gehen zu Bett, wo Fuchs und Igel sich Gute Nacht sagen. Tatsächlich sehen wir im Abendlicht einen Fuchs am Strand entlangstromern, der schließlich über die Felsen ins Gegenlicht kletternd, in der hiesigen Prärie verschwindet.

Lysekil

Roadtrip Vanlife. Schwalbe on Tour.

Bryggen in Smögen

Am nächsten Tag tüddeln wir den Campervan wieder frisch. Lassen Wasser ab und nehmen Neues auf, die Bordtoilette wandert ihren Weg ins vorgesehene Urinal. So kommen wir nach dem ersten Kaffee zurück auf die Straße und machen einen Ausflug nach Smögen. Der Ort besteht aus mehreren kleineren Inseln, die mit der Zeit „zusammenwuchsen“. Dort angekommen besuchen wir einen kleinen Fischhandel mit Delikatessen am Ortseingang und lassen uns für ein Picknick allerlei aufschwatzen. Kräfter und geräucherten Lachs, einige Saucen dazu – verhungern müssen wir nicht.

Tagesausflug nach Smögen

Es regnet und da kommt es gut gelegen, dass die umliegenden Fischerhütten der Smögenbryggen inzwischen zu Restaurants und Boutiquen umgewandelt wurden, zwischen denen es sich gut Bummeln lässt. Ich kaufe eine Regenjacke, wir stöbern durch eine schwedische Whiskeydistille. Es gibt Kunst und Loppes, die unumgänglichen Trödelmärkte der Region und so landen wir schließlich bei unserem wohlverdienten Picknick zwischen den Felseninseln, bevor die Tour weiter geht.

Smögenbryggen

Kinnekulle - Vanern am See

Nachdem wir auf einem Rastplatz eines ehemaligen Steinbruchs beinahe unseren Wagen versenkten – merke, auch bei kleinem Gefälle, immer die Handbremse festziehen – verschlägt es uns im bergigen Naturschutzgebiet Kinnekulle an einen der großen Seen in der Mitte Südschwedens. Der Himmel klart endlich auf, sodass wir die Sauna vor Ort erst viel zu spät entdecken, aber mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem See Vänern die übrigen Camper in Augenschein nehmen können. Ein deutsche Familie gleich nebenan. Ein junges Paar, das im Kofferraum schläft. Einige Franzosen und viele Schweizer treffen wir unterwegs. Am schnellsten beim Auf- und Abbau sind immer die Fahrradfahrer, die als Erste den Platz wieder verlassen.

Vanern am See

Der zweite große See heißt Vättern, das Wetter ist gruselig und damit genau richtig, um Strecke zu machen. Wir fahren am See entlang, halten unterwegs an einer Fischräucherei, um unsere Vorräte aufzustocken und schwupps landen wir schon wieder auf dem nächsten Campingplatz mit Blick auf den See, an dem einige Angler noch ihr Glück versuchen. Gegen Abend kommt die Sonne raus, wir sehen einen Regenbogen, den Vollmond aufgehen und dann sind wir am nächsten Morgen auch schon wieder unterwegs in die westliche Schären vor Stockholm.

Regenbogen Vollmond über Vanern

Vanlife - Schwalbe on Tour

Roadtrip Dänemark – Vanlife

Roadtrip Dänemark - Vanlife

Vollbepackt mit tollen Sachen, die das Vanlife schöner machen, fliegen wir mit dem Campervan Richtung dänische Grenze und direkt hoch bis Hvide Sande am Ringkøbing Fjord. Schwalbe on Tour! Wir finden einen schönen, kleinen Campingplatz direkt in den Dünen zur Nordsee. Die Nachbarn, eine gesunde Mischung aus den hier üblichen Kitesurfern, jungen Familien, Rentnern und außerhalb der Saison Reisenden unseres Alters. Wir suchen einen muckeligen Platz mittendrin und erkunden nach dem Essen den Strand.

Sonnenuntergang Hvide Sande

Die Kiter wissen`s zu schätzen, für uns ist dieser Tag noch zu stürmisch, um sich in die Fluten zu stürzen und so bleibt es beim obligatorischen Sonnenuntergangsfoto. Nix mit Anbaden, das können wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und so geht es am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück raus aufs Wasser, als der Wind nämlich nachgelassen hat. Vergleichsweise konstante 18 Grad spült die Nordsee hier, wie der Atlantik, dank des Golfstroms und dennoch kommt man so richtig in Abenteuerlaune, fühlt sich wild und verwegen, wenn man schließlich mit gebürsteter Strandmatte auf dem Kopf vor dem ersten Kaffee sitzt.

Schnick Schnack Schnuck on Tour

Weiter geht die wilde Fahrt anschließend über die Boutiquen des Urlaubsortes Hvide Sande, den wir schon von vorherigen Reisen kennen und genau wissen, wo es Zimtschnecken und den besten Fisch der Gegend zu Kaufen gibt. Wir düsen also weiter durch die unendlichen Weiten Dänemarks, picknicken am Oddesund mit geräucherten Krabben und genießen die Mittagswärme zwischen den Strömen mit Blick auf die Schwalbe.

Slettestrand

Gegen Abend kommen wir in Slettestrand an und parken hier nahe eines grünen Freiparkplatzes zwischen den Dünen am Meer. Mit Blick auf die alten Fischkutter, die hier mitten am Strand liegen. Bestes Badewetter nutzen wir morgens wie abends und während einige Jugendliche am Strand ein Feuer anzünden, um auf ausgefahrene Fischer zu warten, spazieren wir um die Schiffe an Land, die malerisch in der Abendsonne liegen.

Palmenstrand Fredrikshavn

Kurz vor der Abreise mit der Fähre ab Fredrikshavn Richtung Schweden vertreiben wir uns die übrige Wartezeit mit einem Besuch am karibisch anmutenden Palmenstrand gleich ums Eck vom geschäftigen Fährterminal. Salz in den Haaren und eine leichte Urlaubsbräune auf der Haut, fühlen wir uns gewappnet für die dreistündige Überfahrt und sagen Dänemark für`s Erste Adieu.

Fähre Dänemark Schweden

Wintercamping West – Cuxhaven

Wintercamping West

Eine neue Woche, ein neuer Roadtrip. Mit dem Camper passen wir am Wochenende bloß das gute Wetter ab, um bei schönstem Sonnenschein die Umgebung auszukundschaften. Schwalbe on Tour, heißt es dann und diesmal düsen wir über Cuxhaven nach Sahlenburg in den Wernerwald und in die Dünentherme nach Duhnen. Dabei erleben wir ganz unterschiedliche Campingplätze und richten es uns überall häuslich ein. Home is, where you park it!

In Cuxhaven übernachten wir direkt auf einem einfachen Parkplatz mit Strom- und Wasserversorgung. Toilettenhäuser sucht man hier vergebens, dafür finden wir gleich klassische Gastronomie vor Ort und essen erst im Fischereihafen-Restaurant bei Lloyd`s und gehen dann auf einen Absacker in die gegenüber gelegene Whiskybar. Hier kann man herrlich am Kamin vor sich hin palavern. Die Sonne ist jetzt im Winter längst untergegangen.

Whiskybar Cuxhaven

Wintercamping Cuxhaven


Wenn zum ersten Kaffee die Jalousetten aufgehen, steht man auf dem Campingplatz in Cuxhaven mitten im maritimen Fischereihafen Ambiente. Obwohl es hier nicht mal ein Klohäuschen gibt, sind wir nicht allein. Wir bummeln ein bisschen um den Platz bei den Fährterminals und fahren dann weiter.

Cuxhaven

Campingplatz Cuxhaven

Im Wernerwald bei Sahlenburg ist der Campingplatz schon eher nach unserem Geschmack. Hier steht man unter Kiefern direkt hinter den Dünen am Strand. Es gibt eine Surfschule, einen Kletterwald und bei etwa wärmeren Temperaturen kann man hier zu Fuß, auf Ponys oder mit der Kutsche eine Wattwanderung rüber nach Neuwerk unternehmen. Wir spazieren durch den Wald Richtung Westen und am Strand zurück zum Wohnmobil.
Auch an dieser Promenade gibt es einige Gastronomien. Wir essen im Il Giardino Pizza, ganz großartige Shrimps und so bleibt bei diesem Ausflug ins Blaue die Campingküche bis auf das Frühstück kalt.

Wanderlust Wintercamping

Wernerwald, Sahlenburg

Am nächsten Tag zieht es etwas zu, das Wetter vormittags ist wolkig und so fahren wir ein Stück weiter in die Dünentherme nach Duhnen. Das Örtchen zeigt sich beinahe autofrei, denn hier darf man für längere Zeit bloß auf den großen Parkflächen am Ortsausgang parken und fährt dann mit dem Linienbus weiter. Der Ausflug durch die kleinen Gassen hin ins Ahoi-Bad lohnt sich aber und wird mit Aufgüssen bei einem Ausblick direkt auf den Strand und das angrenzende Wattenmeer belohnt.

Roadtrip Wintercamping Sahlenburg

Wintercamping Nord – Sankt Peter Ording

Wintercamping Nord - Sankt Peter Ording

Schwalbe on Tour – mit dem Camper fahren wir raus ins wilde Nordfriesland, um uns beim Wintercamping mal wieder ordentlich Sturm um die Nase wehen zu lassen. Dabei starten wir ganz besinnlich unseren Wochenendausflug bei Seezunge und Eierpunsch im schönen Örtchen Tönning. An der Eidermündung zur Nordsee speisen wir hier im maritimen Ambiente im Hotel Godewind am alten Hafen. Auf der anderen Seite verkauft die Fischerei-Genossenschaft ihre Krabben nur noch unter Protest, denn eigentlich ist jetzt im Winter gar keine Saison. Die Touristen wollen sie aber inzwischen das ganze Jahr. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Hafen hier von großer Bedeutung. Die damals dänische Grenzstadt zum Heiligen Römischen Reich ist geprägt von der grenzüberschreitenden und wechselnden Herrschaft des dänischen Königs und verschiedener schleswig-holsteinischer Adelshäuser.

Wir erreichen den Campingplatz Olsdorf in Sankt Peter Ording erst im Dunkeln – Ankuft für Liebhaber – weil man das Gelände so nur schwer überblicken kann. Wir checken jedoch gleich im Saunabereich ein und haben Wellness mit Aussicht in die Nacht ganz für uns gepachtet.

Seezung im Hotel Godewind Eierpunsch in Tönning

Am nächsten Morgen frühstücken wir am Strand von Sankt Peter, oder SPO wie man hier sagt. Wir üben das übliche Kaffeepuzzle mit Mühle und Kocher und wandern nach Spiegeleiern und frischen Brötchen gestärkt über den Strand. Eigentlich kann man hier direkt am Ufer parken, aber nach den Überschwemmungen winterlicher Sturmfluten ist das Stück noch gesperrt und der Camper bleibt auf einem kleinen Parkplatz in den Dünen zurück. Wie überall auf der Welt findet man auch hier das übliche Plastik im Meer, obschon während der Saison immer wieder Aktionen laufen, um das angrenzende Wattenmeer zu schützen.

Kaffeepuzzle beim Wintercamping Frühstück am Strand
Sankt Peter Ording Strand

Strand Sankt Peter Ording


Leuchtturm Westerhever

Wir machen noch einen stürmischen Abstecher zum Leuchtturm Westerhever, zum Eidersperrwerk und passieren dabei das Natura-2000-Gebiet Katinger Watt. Dann widmen wir uns dem Abendessen mit Königsberger Klopsen vom Galloway, die wir hier vor Ort und quasi an der Frischetheke des nächsten Supermarktes eingekocht erjagt hatten.
Zum Frühstück gibt es Porridge und am nächsten Hafen von Nordstrand lassen wir den Camper schon wieder zurück für einen Ausflug auf die Nordseeinsel Pellworm.

Königsberger Klopse vom Galloway


Schwalbe on Tour - Wintercamping

Steifer Grog auf der Fähre

Ohne Auto kommt man aber auch auf Pellworm nicht sehr weit und die Fahrräder haben wir im Winter leider nicht dabei. So düsen wir im Vehikel der buckligen Verwandtschaft weiter über das Eiland, das bei einer leichten Drehung der Landkarte immer aussieht wie ein Totenkopf. Der Seenebel, der uns hier am ersten Tag erwartet ist auch wirklich gespenstisch. Aber die Hoffmannswarft bietet eine mollige Trutzburg gegen solche Widrigkeiten. Familientreffen!

Autoinsel Pellworm


Hoffmannswarft Pellworm

Ferienwohnungen unter Reet

Kohlroulade vom Lamm

Wie essen abends „beim Bürgermeister“ im Gasthaus Unter den Linden Kohlrouladen. Natürlich vom Lamm, davon gibt es nach dem traditionellen Lämmerkieken zum Biikebrennen bald wieder genug für alle. Wir frühstücken ein geradezu pittoreskes Frühstück mit selbstgerechten Marmeladen, frisch gebackenen Broten und einem köstlichen Porridge in der Lütt School. Danach gehts zum Stöbern in den Pellwormer Töpferei- und Kunsthandwerksladen von Hermann Petersen.

Pellwormer Töpferei

Töpferei Pellworm

Leuchtturm Pellworm

Wir machen noch einen Strandspaziergang am Leuchtturm und dann geht auf Pellworm auch schon wieder die Sonne unter. Abends essen wir die berühmten Rumpsteaks im Beer-Krog vom Ponyhof und schlafen von dem Reizklima der Insel wie der Sturmstein auf der Warft, der für heute lässig pendelnd eine ruhige Nacht voraus sagt.

Strandspaziergang am Leuchtturm

Nacht auf der Hoffmannswarft Pellworm

Winter auf Pellworm

Doch es friert über Nacht und bei strahlendem Sonnenschein, aber eisiger Kälte absolvieren wir unseren Spaziergang am Deich von der Nordermühle zur Hooger Fähre. Hier kann man mit der MS Gebrüder zu den Seehundbänken, zur Hallig Hooge, Hallig Oland, Hallig Langeneß, zum Norderoogsand oder für eine meeresbiologische Kutterfahrt mit Mitarbeitern der Schutzstation Wattenmeer übersetzen. Pellworm hat zu jeder Jahreszeit einiges zu bieten.

Nordermühle


Urlaub auf der Hoffmannswarft

Wir lösen die familiären Bande, nehmen ab Tammensiel die Fähre zurück zum Festland und landen nach einem kleinen Roadtrip für einen letzten Abstecher in Friedrichstadt. Der Ort wurde 1621 durch den gottorfschen Herzog Friedrich III. gegründet und ist heute ein hochrangiges Kulturdenkmal. Herzog Friedrich III. zielte auf die Errichtung einer Handelsmetropole und holte dazu niederländische Bürger, besonders die verfolgten Remonstranten, an den Ort und gewährte ihnen Religionsfreiheit. Die Architektur ist noch heute vom niederländischen Baustil geprägt.

Wir essen am gediegenen Mittagstisch im Aquarium von Friedstadt und lassen unseren Wochendendausflug langsam ausrollen.

Mittagsmenü im Aquarium Friedrichstadt

Marktplatz Frierichstadt

Wintercamping Ost – Insel Poel

Logo

Mit dem Camper unserer Schwalbe gehen wir auf Tour und starten unser erstes Wintercamping in der Wismaer Buch. Die Insel Poel liegt im Osten des Landes. Keine zwei Autostunden von Hamburg entfernt, finden wir hier unseren ersten Hafen für die Nacht, denn außerhalb der Saison haben die meisten Campingplätze noch geschlossen. Die Häfen sind dann oft ein guter Ausgangspunkt und bieten einen sicheren Platz. Hier hat meist noch eine kleine Gastronomie geöffnet, wenn man nicht gerade selber kocht und sanitäre Anlagen finden sich so auch vor Ort, wenn man die Toilette im Bus schonen möchte. Wir sind voll equipped und bleiben autark, aber einem Fischbrötchen am Abend oder Kaffee und Kuchen nach dem Spaziergang am Nachmittag sind auch wir immer aufgeschlossen. Wir nehmen euch mit auf eine kleine Inselrundfahrt.

Schwalbe on Tour

Sonnenuntergang am Hafen

Hier ist die Insel über einen Damm mit dem Festland verbunden, sodass man bequem mit dem Auto übersetzen kann. Als erstes erkunden wir die ehemalige Festung von Kirchdorf von 1620, die zwar nach dem Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt wurde, deren Dorfkirche aber manifest wie ein Trutz seit dem 13. Jahrhundert auf dem Gelände steht und als Landmarke die Einfahrt nach Wismar sicherte.
Wir spazieren ein Stück weiter über den Friedhof vor dem liebevoll restaurierten Haus des Apothekers auf der Suche nach der NS-Gedenkstätte. Die Beschilderung ist etwas spärlich. Am 3. Mai 1945 lösten sowjetische Truppen die britischen Einheiten von Poel ab. Am gleichen Tag versenkten britische Jagdflieger die Cap Arcona und drei weitere Schiffe mit über 7000 KZ-Häftlingen.

Woher der Name Poel kommt ist umstritten, er leitet sich wahrscheinlich aus dem altnordischen Phol ab, welcher in der germanischen Mythologie den Gott des Lichtes darstellt, Poel könnte aber auch aus der slawischen Bezeichnung für „flaches Feld“ herrühren.


Kirche auf Poel Haus des Apothekers


Schwäne in der Wismaer Bucht

Wismaer Bucht

Zwischen Naturschutzgebiet, Feldern und Strand finden wir auf einem kleinen Fahrradrastplatz unseren zweiten Ort für die Übernachtung unter freiem Himmel und frühstücken bei einer grandiosen Aussicht über die Bucht von Wismar. Schwäne ziehen sich hier Abends zurück und wir genießen morgens unseren ersten selbstgemahlenen Kaffee. Der Bus ist zwar ausgerüstet mit einer Solarablage, aber diese alte Mühle gehört doch irgendwie zum Gefühl dazu. Außerdem weiß man im Winter nie, wie lange sich das Sonnenlicht hält. Wir werden sparsam.

Kaffee beim Wintercamping


Strandweg

Bucht von Wismar

Am Strand

Wilde Küste Poel

Küstenerosion auf Poel

Der boshafte Riese

Im nächsten Hafen steht die Geschichte vom boshaften Riesen, der vom Timmendorfer Strand Anlauf nahm, um den neuen Kirchturm der Insel mit einem Findling zu zerschmettern. Er mochte nichts, was größer war als er. Der Findling flog nicht weit, sondern liegt noch heute am Redewischer Ufer und wo der Riese wütend aufstampfte entstand die Timmendorfer Bucht. Bei diesem seeseits gelegenen Hafen kann man bei gutem Wetter bis nach Timmendorf gucken. Die Fischer angeln hier überwiegend Heringe.

Pilot

Hering

Timmendorf - Poel

Kormoran

Heringsfischer

Ein Stück weiter kann man entlang der Abbrüche der Steilküste spazieren, die noch nicht so erodiert ist wie um die Bucht bei Kirchdorf herum.

Steilküste Felsen der Steilküste
Strand Insel Poel

Vanillekipferl zum Nikolaus

Zum Nikolaus gibt es mit Vanillekipferl nicht bloß einen Klassiker der Weihnachtsbäckerei aus der Adventszeit, sondern auch ein frisch aufgebackenes Rezept aus dem Blog. Immer ran an die Produktion von Keksen, Plätzchen & Co! Die besten Rezepte kommen eh alle Jahre wieder, aber die schmecken eben immer besonders gut.
Für denTeig einfach 50 g Mandeln, 50 g Haselnüsse, 280 g Mehl, 70 g Zucker und 1 Prise Salz mit 200 g zerlassener Butter und 2 Eigelb zum Mürbeteig kneten. Zu einer Rolle geformt 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Zu Hörnchen gerollt bei 200 Grad 10 Minuten im Ofen backen. Abgekühlt mit Puderzucker und Vanillezucker bestreuen.

Vanillekipferl zum Nikolaus

Winterliches Soulfood – die 3 besten Rezepte gegen den Winterblues

Tea Time gegen den Winterblues

Es ist schon wieder drei Jahre her, seit wir zur Weihnachtszeit in Toulouse die französischen Märkte nach Aligot und ähnlichen saisonalen Köstlichkeiten der Region abgeklappert hatten. Bald ist es wieder soweit. Denn das beste Heilmittel gegen den Winterblues besteht immer noch in voller Fahrt voraus. Mitten rein ins Getümmel der Krippenspiele und Weihnachtsmärkte stoßend, ziehen wir bald ein Stückchen gen Süden, um die letzen Geschenke für die bucklige Verwandtschaft im Ville en Rose an Land zu ziehen. Derweil machen wir uns um das leibliche Wohl unserer Leserschaft Gedanken und erwecken ein paar Rezepte aus der vergangenen Saison zu neuem Leben. Soulfood gegen den Winterblues.

Auch wenn die amerikanische Variante von Arme Ritter abseits seines Namens kaum mehr mit der Stadt am Ufer der Garonne zu tun hat, zählt French Toast in einem All American Breakfast zu den kleinen Köstlichkeiten, die einem schon morgens Freude bereiten. Das Rezept greift, denkbar einfach, auf altbackene Zutaten zurück, während ich den Speck inzwischen wegen seiner ebenmäßigen Knusprigkeit in der Mikrowelle ausbacke.

Last Flush, vor dem ersten Frost ernte ich hier noch fix das Kräuterbeet ab. Zur Tea Time hält man so neben dem beliebten Ostfriesentee eine Kräuterinfusion mit Ingwer bereit, mit der sich Nies- und Schnaubgeschichten solange in Schach halten lassen, bis die erste Hühnersuppe grippalen Infekten zu Leibe rücken muss.

Überhaupt halten Suppen und Eintöpfe in dieser Zeit wieder Hochkonjunktur. Soup of the Day ist diesmal die Kartoffelsuppe, die ich mit anderem Gemüse aus Wurzeln und Knollen mit schlagkräftigem Bums fabriziere.

Eintopf, diverse Zutaten und der gestiegene Appetit kurz vor dem Winterschlaf finden mit Süßkartoffeln am Ende bei Stew oder Gulasch in einem Kessel zueinander. Die Säure eingelegter Gurken fügt sich in diese internationale Mélange.
Wer uns auf unseren Reisen und Rezepten begleiten möchte, folgt einfach den Travelfoodies auf Instagram. Guten Appetit!

Thali – die indische Küchenplatte im kaalia Style

Beim kaalia im Hamburger Grindelviertel kann man am Wochenende Schlange stehen. Für dieses Special, welches in Indien zu besonderen Anlässen serviert wird, sind die Plätze schnell reserviert. Die Kaalia Street Cuisine bringt auf ihrer gemischten Platte einige der beliebtesten Leckereien der indischen Küche zusammen und regt damit alle Geschmacksnerven an. Die Gäste wählen zwischen Currys mit Rind, Fisch oder dem hausgemachten, indischen Käse Paneer. Mit Joghurt, Chutneys sowie salzig eingelegten Mixed Pickels kommt Mildes, Scharfes, Saures, Gebackenes, Rohes, Kaltes und Heißes zu einer Portion Reis auf den Tisch. Wer das Spektakel dieses Mal verpasst, kann sich zum Mittagstisch am
Dienstag auf indische Burger freuen!

Bremerhaven – ein historischer Stadtrundgang

Im historischen Morgenstern Museum, steht die Bronzeplastik „Kleine Welt“ von Bernd Altenstein. „Ein Museum zeigt nie die Wirklichkeit, sondern nur Abbilder von ihr. Die Künstler interpretieren sie auf ihre Weise. Betrachter mögen ihre eigene kleine Welt entdecken.“, ist im Text darunter zu lesen. Verlässt man das Museum am Holzhafen, steht man mitten drin, in der Stadtgeschichte. Mit dem Rückgang der Floßwirtschaft und nach einem Großfeuer bei der FA Kü(h)lken wurde das Hafenbecken um ein Drittel verkleinert und in einen Park umgewandelt. Zwischen Elbestraße und Hohenstaufenstraße durchläuft man gemischte Wohnquartiere. Vorne die herausgeputzten Bürgerhäuser, dahinter sozialer Wohnungsbau, der bloß noch lückenhaft instand gesetzt zu werden scheint.

Die alte Schifferklause an der Geeste steht seit 2012 leer. In der kleinen Fischbratküche in der Bismarckstraße ist dagegen der Teufel los. Für 8,50 Euro bekommt man hier eine riesige Portion Backfisch mit Kartoffelsalat. Mit oder ohne Mayo. Aus 10 – 12 Arten wählt man den Backfisch und der Laden brummt. Besonders zur Mittagszeit, wenn die Nachbarschaft Ihre Portionen direkt an der Durchreiche zur gekachelten Küche für Zuhause mitnimmt. Gäste, die von weiter weg kommen, sitzen im kleinen Restaurantvorraum, der in den ganzen Jahren bloß einmal neu eingerichtet wurde. Er habe nie vergrößern wollen, erzählt ein Gast über den Wirt des Hauses, der hier mit einer Baggage von bestimmt sechs Mitarbeitern in der Küche steht, während der Service bloß mitgemacht wird. In Bremerhaven esse ich den besten Fisch meines Lebens.

Ganz zeitgenössisch ist der Kunstverein, der mit seinem Kunstmuseum die Sammlung alter Maler bis hin zu modernen Installationen ebenso zeigt, wie eine Ausstellung rund um das Fluxus-Werk von Thomas Schmidt in der gegenüberliegenden Kunsthalle. Man hält Kontakt zu den Künstlern, die aus der Stadt und der näheren Umgebung kommen, oder die hier im Rahmen eines Atelierstipendiums tätig waren.

Wirtschaft und Wissenschaft ließen mit dem Hafen die Motoren aufheulen, um Touristen und Investoren anzuziehen. Mittendrin entstand das Klimahaus. Public Private Partnerships investieren in den Ausbau von Schulen, aber im Inneren bleibt Bremerhaven weiterhin eine arme Stadt. Auch der Blick auf die Geschichte verändert sich im Laufe der Zeit. So gibt es im Auswanderermuseum inzwischen auch ein Einwanderermuseum.

Während die Ausgaben für Bildung und soziale Aufgaben wie zuletzt bei der Jugendarbeit um 35% gekürzt wurden, steigt der Kriegsetat. Bremerhaven ist u.a. Drehscheibe für die Operation Atlantic Resolve.

Bei Finger am Theaterplatz kann man die kulturgeschichtliche Entwicklung der Fischereihafenstadt Bremerhaven erkunden. Während man über die Durchreiche im Eingang den Fisch aus der gekachelten Fischbratküche zum Mitnehmen bestellen konnte, bekommt man im angeschlossenen Restaurant das klassische Gedeck vom geschulten Service. Im oberen Stock dienen die ehemaligen Wohnungen für die Arbeiter heute als Hotel.

Zurück bleiben „Die Ungehobelten“. Mit der kollaborativ entstandenen Installation von Paloma Varga Weisz zeigt die Künstlerin Eindrücke ihres Bremerhaven Stipendiums: Hafen, Schiffahrtsmuseum und die Sex-Shops aus der Rickmersstraße.




Related Posts Plugin for WordPress, Blogger... HyperSmash

kostenloser Counter