Archiv der Kategorie 'Blaue Stunde'

Norwegische Riviera: Leuchttürme, Sonnenspektakel und Champagnerlaune

Fähre Dänemark - Norwegen

Bordbuffet: Flusskrebse sattEndlich ist es also soweit und wir fahren nach Norwegen, als wir am nördlichsten Zipfel Dänemarks mit unserem Camper auf die Fähre nach Kristiansand rollen und dort direkt das Bordbuffet entern. Wie alle anderen auch. Die ersten Minuten herrscht hier dichtes Gedrängel, dabei werden alle Zutaten während der zweistündigen Fahrzeit regelmäßig nachgelegt. Für mich bedeutet das vor allem: Flusskrebse satt.

Während die ersten Leuchttürme von der Einfahrt in Norwegen künden, sind wir längst wieder an Deck. In historischem Dreierlei markiert erst das Leuchtfeuer der vorgelagerten Insel Grønningen den östlichsten Punkt, der Turm von Oksøy die westliche Einahrt und nach der Passage des denkmalgeschützten Leuchtturms von Odderøya liegen wir auch schon im Hafen von Kristiansand.

Einahrt in Kristiansand: Grønningen fyr Odderøya fyr
Lindesnes

Wir fahren die ersten Ecken weiter ab bis Lindesnes und erkunden die Gegend wie der Hubschauber, der hier Übungen für den kommenden Drehbeginn irgendeiner Serie fliegt, wie wir via Instagram erfahren. Für die erste Nacht können wir unser Camp direkt zu Füßen des historischen Leuchtturms aufschlagen, danach wird das Gelände für den mehrwöchigen Dreh abgesperrt.

Wir stöbern also noch ganz entspannt um das Lindesnes fyr, den ältesten und südlichsten Leuchtturm des norwegischen Festlandes, dessen Feuer bereits 1655 entzündet wurde. Der heutige Leuchtturm kam erst 1915 dazu und bereits im 15. Jahrhundert hieß es, dass diese Landzunge alle Seefahrer kennen. Laut Seefahrthistorikern vor allem als klassisches Schiffbruchgebiet zwischen Skagerrak und Nordsee.

Helikopterübung Steinpeffer
Steinkrautblüte Boot
Leuchtturmpanorama von Lindesnes

Leuchtturmdetail Leuchtturmtreppe
Leuchtturmtür Leuchtturmwärter
Alter und neuer Leuchtturm von Lindesnes

Wir erleben hier weder kräftige Winde noch Strömungen, sondern in bester Champagnerlaune diesen schon beinahe unverschämt kitschigen Sonnenuntergang, eine mondreiche Nacht und am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang mit heißem Kakao, der dem abendlichen Spektakel in Nichts nachsteht. Zum verrückt werden, aber für den ersten Urlaubstag eben auch die beste Einstimmung darauf, was Norwegen an Lichtsensationen zu bieten hat.

Champagner Reisesommelier
Champagnerlaune Champagner einschenken
Sonnenuntergang am Leuchtturm

Sonnenuntergang Sonnenuntergang
Abendstimmung am Leuchtturm

Der Mond geht auf Mond zwischen altem und neuem Leuchtturm
Nacht am Leuchtturm Sonnenuntergang am alten Leuchtturm

Sonnenaufgang in Lindesnes

Morgenstimmung Trolle und Leuchtturmmodell

Zum Biikebrennen nach Pellworm

Pellwormer Sonnenuntergang am 21. Februar 2014

Fackeln entzünden Kinder mit Fackeln auf Pellworm
Fackellauf unter dem Leuchttturm von Pellworm Die Biike brennt

Biikebrennen auf Pellworm

Whisky und Fritten am Leuchtturm Biiekbrennen

Biikebrennen unterm Deich

Feuer

Licht und Feuer Kwetsche und Gitarre
Musik im Festzelt Musik beim Biikebrennen
Deich im Feuerlicht Grünkohl und Erbsensuppe von Dörte

Eintopfbrenner

Pellworm: Biikebrennen 2014

Mac & Cheese und Krause Glucke aus dem Elsass

Kirchturm von Turckheim Winzerhof von Brand

Häuser von Turckheim

Dieses Wochenende gehts wieder in die Pilze, doch auch wenn es selbst gesammelt immer noch am besten schmeckt, bezeichne ich den Fang unserer Rückfahrt über das Elsass durchaus als gelungen. Wir übernachten bloß in Turckheims schwülstiger Kulisse und kommen doch morgens um den kleinen Markt nicht herum, der sich hier vor dem Stadttor aufgebaut hat. Pilze in allen Farben und Formen finden wir bei einem und nehmen entschieden die Krause Glucke in unser Reisegepäck auf. Der können die letzen Kilometer zurück nach Hamburg nichts anhaben.

Elsässer Fenster Turckheim Torbogen
Pilze vom Markt

Turckheim im Elsass

Domain de l`Oriel Weinernte

Weinzorn in Niedermorschwihr Wein aus dem Elsass

Etikettierung der Weinflaschen

Krause GluckeUnser Hotel aus dem letzten Jahr in Niedermorschwihr war belegt, aber zu einem Zwischenstopp beim Weinzorn lassen sich zumindest unsere Vorräte wieder mit frisch etikettierten Flaschen füllen und ein paar Tropfen veredeln unsere Pilzpfanne aus Mac & Cheese mit Krauser Glucke aus dem Elsass, als wir schon wieder Zuhause die Koffer auspacken.

Mac&Cheese mit Fetter Henne

Französische Urlaubsküche: Aquitaine

Strandurlaub in Aquitaine Im Hause Schnick Schnack Schnuck wird wieder gekocht! Ja, auch in den Ferien, denn anschließend an unsere Tour entlang der bretonischen Küste, landen wir wie vor zwei Jahren am Strand von Aquitaine, südwestlich von Bordeaux am Atlantik. Badeurlaub: Urlaubslektüre wegknallen und mit Strandmuscheln kämpfen – frische Seeluft macht Appetit. An den Fischerhütten und Cabanes rund um das Becken von Arcachon kommen Austern, Fisch und der Café Gourmand zwar noch frisch auf den Tisch geflogen..

Austernfischer am Becken von Arcachon gebratener Goldbutt
Café Gourmand Fischer-Cabanes in Andernos-les-Bains
Les Cabanes aux Oiseaux

Pinienwald

…in unserem Ferienhäuschen am Pinienwald übermannt mich dann aber der Geschmack auf erdige Zutaten und Fleischeslust. Zum Apéro gibt es Fromage, Schinken und anderes Gedöns. Dagegen lass ich die Beilagen zur gebratenen Hochrippe von einem satten Stück für zwei Personen lieber weg, weil der halbvegetarische Mitesser hier seine Auszeit nimmt. Wie brate ich eine Côte de Bœuf?, erlären andere. Ich genieße diese freien Tage.

Apéro auf der Terrasse Gebratene Côte de Bœuf

fast roh, blau, blue rare, very rare, bleu

Ein andern Mal schmeckt mir Confit de Canard und damit der halbvegetarische Mitesser nicht ganz vom Fleisch fällt, liegt ein Steinpilzomelette sowie gebratene Süßkartoffeln dabei. Das ist praktisch, denn die übrigbleibenden Bataten finden sich am folgenden Tag als Süßkartoffelstampf neben gebratener Blutwurst, Boudin Noir, und karamellisierten Apfelscheiben zur genussvollen Weiterverwertung wieder.

Sonnenuntergang im Wald Confit de Canard mit gebratenen Süßkartoffeln

Steinpilzomelette
Süßkartoffelstampf mit gebratener Blutwurst und karamellisierten Apfelscheiben

Muscheln Croissant mit Café au Lait

Trotz Muschelschubsen am Strand, machen wir kleine Ausflüge zum Markt von Andernos, frühstücken mit Croissant und Café au Lait in einer Bar Tabac und braten unseren Fang wieder Zuhause: Limande in Eihülle an Blattspinat. Bei Fisch kennt auch der halbvegetarische Mitesser kein Pardon.

Markt in Andernos Bassin d`Arcachon
Limande in Eihülle mit Blattspinat

Wolkenwirbel Sonnenuntergang bei Regen

Gewitter über dem Bassin
Abendstimmung am Becken von Arcachon

Manchmal zieht ein Gewitter auf, das Bassin d`Arcachon liegt im Regen, aber der Wind verbläst die Wolken fix, sodass wir am nächsten Tag wieder auf der Terrasse essen können. Diesmal streng vegetarisch: Linsenbolognese und Apfeltarte vom Wochenmarkt, für hinterher. Die ist nur leicht vorgebacken und wird am heimischen Herd bloß noch kurz aufgeknuspert und mit einem Schuss Calvados flambiert. Paradiesische Zustände, die selbst meiner vorherrschenden Backmuffeligkeit puren Genuss gönnen.

Frische Nudeln mit Linsenbolognese

knusprige Apfeltarte
Sonnenuntergang am Atlantik

Brügge: Fritten, Bier und Schokolade

Brugse Zot

Biertasting in Brügge: Käse und PastetenBrügge sehen und sterben – nein, den Film habe ich immer noch nicht gesehen – aber in diesem Städtchen wird das niemals ohne Bier vonstattengehen. Wir haben`s probiert, ehrlich. Bier gibt es in Brügge in allen Farben und Formen, denn jedes spezielle Gebräu kommt in einem eigens gestalteten Glas auf den Tisch. Armlange Flöten im Ständer, breite Kaltschalen und wenn es doch mal nicht passt, darf man mit einer Entschuldigung rechnen. Wollte man tatsächlich ein allumfassendes Geschmacksbild erstellen, ist man im Bierhaus ‚t Brugs Beertje bestens aufgehoben, dazu gibt es nämlich Snacks mit Pastete und Käse, sodass am Ende keiner vom Stuhl kippt.

Hollandfahrrad in BelgienWir hatten ernsthaft überlegt, Brügge in zwei Tagen per Fahrrad zu erkunden und sind dann doch froh, wenn wir uns halbwegs eigenständig zu Fuß durch die Touristenmassen bewegen können, ohne dass eine Kutsche rüberrollt oder jemand aus den vollgepackten Booten in die Kanäle plumpst. Das sind die gängigen Fortbewegungsmittel und wenn man an so einem Wochenende durch die Gassen dieser Altstadt treckt, die von der UNESCO komplett zum Weltkulturerbe erklärt wurde, muss man sich nicht wundern, wenn andere gleich busseweise rangekarrt werden und selbst den malerischsten Eckchen den Bolzencharme verkitschter Kulisse verleihen.

Fahrräder Großer Marktplatz in Brügge

Brügges Kanäle - Bootsfahrt
Brücke in Brügge

Kutschfahrt durch BrüggeEtwas kontemplativer geht es erst zu, wenn man sich gegenläufig zu diesen Strömen in entgegengesetzter Richtung und hin zu den äußeren Rändern der Stadt, entlang der Parks und Kanäle bewegt, fix mal in einen ruhigeren Hinterhof einbiegt sobald wieder so eine Gruppe um die Ecke kommt. Uns als Kleingärtner tritt der Angstschweiß auf die Stirn, lässt sich doch in diesen Höfen und Gärten an überakkuraten Heckenschnitten erkennen, dass hier in Brügge die Quadratur des Kreises erfunden worden sein muss.

Giebelhaus in der Brügger Altstadt Königlicher Park

Kanal
Brügger Hinterhof Heckenschnitt
Kirche

Häuser am Wasser Hof mit Garten in Brügge

Ruhige Ecke in Brügge

Klar, die Giebelhäuschen sind zuckersüß. Wie in Lüneburg. Schlicht und harmonisch wird es jedoch erst im Beginenhof, einem architektonischen Ensemble aus Wohnhäusern und Kapelle. Seelschwestern oder Polternonnen nannte man die ordensähnlich ansässigen und ehelosen Frauen christlicher Laiengemeinschaft. Keusch und züchtig, arbeitsam und verträglich sollten Jungfrauen und Witwen hier leben, ihr Vermögen blieb auch bei einem möglichen Austritt in ein bürgerliches Leben Eigentum der Gemeinschaft. Nach Vorwürfen der Häresie, Verfolgung durch die Inquisition oder Eingliederung in die Kirche, dient dieser Hof heute als Kloster der Benediktinerinnen.

Benediktinisches Frauenkloster und Brügger Beginenhof

Fritten Waffeln und Krokettje

Schokolade

Wir snacken uns durch Brügge: Kroketje mit undefinierbaren Füllungen, Waffeln und im Tea Room De Proeverie gibt es feinste Trinkschokolade zum Selbermischen. Richtig gute Fritten findet ihr bei den Büdchen am großen Marktplatz gleich unter dem Turm. Zumindest die mit der besten Saucenauswahl und wer es richtig wissen will, bekommt die Fritten noch mit sattem Ragout auf die Hand. So gestärkt wird der Blick frei für die Details mit denen Brügge doch auch Überraschungen vorhält.

Beste Frittenbude am Platz

Skulptur am Ufer Ave Maria
Stadtbild Drachenbank
Holzschnitt

Türelement Eingangstür
Pferdebrunnen Stadtmauer
MauerblümchenObschon unterwegs überall Fingerfood lockt, lohnt es sich abends die Bistros zu erkunden. Das Bistro den Huzaar ist ein richtiger Familienbetrieb, wo Opa kocht, die Mutter mit der Tochter kellnert, deren kleiner Sohn hinter der Theke die letzten Details am Dessert herrichtet während ein Neffe aushilft. Das Restaurant wird mit Herzblut geführt und mit der entspechenden Dynamik, die solche Konstellationen unweigerlich mit sich bringen. Da knallen schonmal die Türen, wehe dem, der einfach dazwischengreift und alle rackern sich ab um das Wohl des Gastes. Das schmeckt man:

Hasenterrine
Kroketje mit Kalbsbries oder Thunfischcarpaccio
Geschmorte Schweinebäckchen mit Gratin Duphinois
Marakujasorbet mit Likör

Kalbsbrieskroketten Hasenterrine

Thunfischcarpacchio

Geschmorte Schweinebäckchen Gratin Duphinois

Marakujasorbet und -likör
Hund am Fenster

Kulinarisches Istanbul

Chai und Adana Chai und Cola

Willkommen in Istanbul! Die Gastfreundschaft des Landes fließt durch die Samowaren allerorts als süßer Tee in unsere Kehlen. Schon auf der Fähre werden wir von jungen Kadetten dazu eingeladen und nach einem Snack Adana – scharf gewürzte Hackfleischspieße vom Grill – servieren uns auch die gläubigen Brüder Çay zu später Stunde. Alkohol bekommen wir hier nicht.

Türkischer FeinkostladenKaufen kann man natürlich alles. Die Ladeninhaber sind echte Stapelkünstler und selbst im Feinkostgeschäft um die Ecke wird der knappe Raum bis an die Decke hoch zum Warendisplay im Tetrisstil genutzt.

Türkisches GebäckSüße wird groß geschrieben. Gratinierten Reispudding gönne ich mir so schonmal zum Frühstück. Doch neben zuckertriefenden Baklava findet sich auch feinstes Mürbegebäck in allen Variationen. Und für den erfrischten Touristenlauf durch die Stadt sorgen unzählige Saftstände am Straßenrand.

Frischer Granatapfelsaft

Mehr Fisch

Getrocknet FischAuf der Insel gibt es natürlich Fisch. Mit fünf Personen am Tisch kann man sich endlich mal die dicken Klopper aussuchen und abwiegen lassen, denn bezahlt wird hier nach Gewicht. Während der Fisch, wie bestellt zubereitet wird, wählen wir zwischen allerlei Meze die Vorspeisen aus. Der Hauptgang kommt dann auf einer Platte zerlegt, nur mit ein paar Schnitzen Zitrone serviert auf den Tisch, purer Genuss und weil Wein als Haram gilt, mach ich halt Halal und trink Raki dazu. Immer.

Große Fischauswahl

Kopf vom  Steinbeißer Frischer Fisch

Gebratener Steinbeißer

Roter Fisch Gegrillter Fisch

Fisch muss Schwimmen
Raki

Chai-HighMorgens, mittags, abends Çay, da ist die professionelle Zahnreinigung bald vorprogrammiert und mit geselliger Kaffeesatzleserei lass ich mich auch fix einfach zum samt schwarzen Kaffee verleiten, der durch seine sämig feine Nussigkeit durchaus bei so einem Baklava gegenhalten kann. Ist der Satz etwas abgestanden, kommt der Unterteller aufs zarte Tässchen, alles wird in einem Schwung gedreht und nach einiger Zeit kann man aus den Resten dann lesen, was man will.

Türkischer Kaffee Kaffeesatz

Kaffeesatzlesen

Gegrillte LammkuttelnDie Istanbuler sind echte Snackkünstler. Neben den typischen Imbissen mit Köfte und Co finden sich immer wieder kleine Garküchen im Familienbetrieb, die Gemüse und Fleisch auf großen Serviertellern anbieten und wo man sich für wenig Geld satte Portionen zusammenstellen lassen kann. Wonach man inzwischen ein wenig genauer suchen muss, ist das heimliche Nationalgericht Kokoreç, das manchmal noch von einfachen Holzkohlegrills am Straßenrand verkauft wird. Einer brutzelt glücklicherweise direkt an unserem Fähranleger und nachdem wir die ersten Tage eher skeptisch um diese aufgewickelten Lammdärme schlichen, mochten wir am letzten Tag herzhaft zubeißen. Würzig, knusprig und ein wenig an Krustenbraten erinnert dieser mit Tomaten und Pepperoni im Kebab servierte Snack. Spottbillig, aber wirklich lecker!

Lammkutteln vom Grill Kutteln, Tomaten, Pepperoni
Würzige Lammkutteln Türkisches Nationalericht: Kokoreç

Frohe Ostern!

Osterfeuer in Hamburg

Wie war eigentlich..

…der Jahreswechsel? Es hinterlässt ja schon ein mulmiges Gefühl, wenn man sich so mir nichts, dir nichts dem Blogleben entzieht und dann kommen solche Fragen wie von selbst. Ich nehm eines gleich mal vorweg: Verhungert sind wir nicht. Allerdings reduzierten wir die Kocherei auf ein entspanntes Minimum und futterten anderweitig weiter, bis schließlich die Feiertage vor der Tür standen und festliches Drumherum wie Geschenke zu organisieren waren. Selbst in der Adventszeit blieben wir schmählich hinter der Rekordproduktion letzter Jahre zurück und haben bloß spontan mit diesen Lebkuchen die Küche gerockt. Das aber gleich zweimal, weil der erste, köstliche Schwung nicht lang liegen blieb.

Adventslebkuchen

Gans

Die duftende Bäckerei bringt einen dann doch langsam in Weihnachtsstimmung und so wurden auch die ersten Gaben für untern Baum still und heimlich am heimischen Herd hergewerkelt. Erste Versuche in der Herstellung hauseigenen Gänserillettes mit geköchelten Gänsestücken, müheselig ausgelöst und in Gänseschmalz zu dekorativen Gläschen eingekocht.

Gänseklein Eingekochtes Gänseklein
Gänserillette im Glas Selbstgemachtes Gänserillette
Gänsebraten

Um den obligatorischen Gänsebraten kommt niemand herum, es ist eine fette Zeit und das ist gut so. So gut, dass wir traditionell am Heiligabend nur noch Kleinigkeiten essen und bestimmt niemand endlos den Kochlöffel schwingen muss. Trotzdem hatte ich von meiner längst ausufernden Nachkochliste Englischen Weihnachtspudding zum Leben erweckt und bereue nichts.

Weihnachtspudding

Silvesteressen Fondue mit Mont D`Or
Silvestergeballer

Silvester dann das Übliche: Käsefondue, Fondue Fribourgeoise, Rumballern wie die Knallköppe und Anstoßen mit Cremant. Diesmal mit den eingelegten Mirabellen, Sloe Vodka, ganz köstlich und unbedingt empfehlenswert. Bei folgender Feierei quer durchs Gängeviertel hatten wir, wie schon im letzten Jahr, sowieso alles richtig gemacht.

Cremant mit eingelegten Mirabellen

Zug durch die Gemeinde

Altona Die Fabrik

Unser kleines Viertel ist im Umbruch und seit einigen Wochen hat es sich auch noch ein Geschwisterpärchen zur Aufgabe gemacht, das reichliche Angebot der umliegenden Markthöker um einen Nachbarschaftsmarkt aufzuwerten. Passend zur Jahreszeit findet ihre Marktkultur jetzt jeden Samstag von 9 – 14 Uhr in der Fabrik statt. Wechselnde Aussteller bieten kulinarisches von Käse, Schinken, Ölen, Kuchen bis Gebäck und Kleinkünstler liefern passendes Getüddel drum herum. Musikalische Untermalung gibts live von der Bühne.

Marktkultur in de Fabrik

Von der Galerie hat man einen guten Überblick auf das Getümmel um die Stände herum, kann kleine Snacks noch an Ort und Stelle verköstigen und auch für das sprituelle Wohl ist gesorgt, sodass mich das Ganze etwas an die berüchtigten Jazzfrühschuppen erinnert, zu denen meine Schwester und ich meinen Eltern früher so oft hinterher krabbelten. Für Kinder gibts hier sogar eine Spiel- und Bastelecke. Jeder kann sich außerdem an aromatisiertem Wasser von Zitronen und Kräutern bedienen. Guter Service!

Aromatisiertes Wasser für Alle

So kommen wir nicht ohne Mitbringels zurück. Neue Schälchen, Bonbons, Teeblüten, Nougat sowie Lemon-Curd-Crumble im Glas.

Bonbons, Teeblüten, Kuchen im Glas Schälchen und Nougat

Die Rückseite der Reeperbahn ist nicht nur immer wiederkehrendes Thema auf Matt Wagners Blog, auch wir schaffen es einmal mehr, abseits ausgetretener Feierpfade neue Kiezspur aufzunehmen.

Clown von St. Pauli

In der Talstraße bietet die Kuchnia osteuropäische Küche und nach eigenen Aussagen immerhin einunddreissichhundert Vodkasorten.

Kuchnia

Einen Borschtsch bekommen wir vorweg, den es wahlweise noch mit Ei- oder Fleischeinlage zu bestellen gibt. Der russische Heringssalat, mit Kartoffelstampf, Rote Bete, Gürkchen sowie Apfelscheiben garniert, ist an sich schon eine kleine Mahlzeit. Die Bratwurst mit Kartoffelsalat wird von einem Metzger aus der Nachbarschaft nach dem Rezept der Kuchnia hegestellt und schmeckt fein würzig und gut. Wir teilen alles in sozialistischer Brüderlichkeit, bis auf die Wurst natürlich.

Borschtsch Russischer Heringssalat
Bratwurst der Kuchnia

Zur Hauptspeise wirds teigig und nur dank ausgeklügelter Vodkapausen kommen wir hier noch einigermaßen sportlich durch. Allein die Blinis aus Hefeteig, mit zweierlei Kaviar und Sauerrahm sind schon echte Klopper. Gefüllte Blinis mit gebratenen Pilzen kommen noch dazu. Lecker, alles!

Hefeteigblinis mit Kaviar Gefüllte Blinis mit Pilzen
Charaktere und Häschen

Klösterlicher Mont Sainte-Odile

Mosaik

Wir hätten unsere erste Nacht im Elsass wohl unter keinem besseren Dach wählen können, schließlich gilt die klostergründende, heilige Odilie als Schutzpatronin des Storchenlandes. Dass es sich beim Odilienberg jedoch auch um den bedeutendsten Wallfahrtsort des Landes handelt, merken wir zu schnell an den Busladungen von Touristen, die mit uns zur Mittagszeit hier angespült werden, in Scharen herum pilgern und damit die Klostergänge in spürbare Unruhe versetzen.

Kloster 1 Kloster 2
Kloster 3 Die heilige Odilia

Wir setzen uns darum fix um den open air Kreuzgang herum in den Wald ab, bergab Richtung Quelle. Einst soll Odilia hier mit Stock auf Stein gekloppt haben bis ein Rinnsal entsprang und einen erschienen Blinden sehend machte. Heilig`s Bächle, heute ist es mit dem festen Glauben daran wohl weiter her. Gläubige reihen sich hier zwar flehenden Blickes auf, um aus dem Quell heraus ihre Augen zu benetzen. Dabei haben sie aber außerdem Einkaufstüten voll leerer Plastikflaschen. Um ganz sicher zu gehen, schöpfen sie gleich noch literweise H2O aus den Becken. Take Away, oder so. Die Szenerie wird noch etwas irdischer, als ein Wagen mit quietschenden Reifen am Straßenrand hält, der Fahrer seinen wollig hechelnden Hund heraus lässt und dieser es sich mit einem imposanten Satz in einer der Steinwannen bequem macht. Nein, malade sei der nicht, versichert Herrchen den Umstehenden. Die Quellzapfer lassen sich davon wenig beirren. Nur die Franzosen wissen jetzt noch den Moment kulinarisch zu wandeln und verlangen nach einem Pastis zum öden Gesöff aus dem Berg.

Kreuzgang Open Air Heilige Quelle
Klosterberg Kuchen im Klosterhof

Wir nehmen lieber einen Gewürztraminer zur satten Schokotarte im Klosterhof und lauschen dabei den gutturalen Gesängen aus der Kapelle. So echte Pilgerer werden wir wohl nie, darum umgehen wir auch das abendlich angebotene Pilgermenue mit einer grandiosen Choucroute au Poisson für den halbvegetarischen Mitesser. Entrecote und Fritten für mich, himmlisch.

Choucroute au Poisson Entrecote mit Fritten
Odilienkloster bei Nacht

Wir spuken des Nachts noch ein wenig durchs ruhig gewordene Gemäuer und lassen uns morgens von einem spektakulären Sonnenaufgang erwecken. Merke: Will man hier kontemplativ tätig werden, hält man sich besser an unchristliche Zeiten!

Die Heimsuchung Die Lichtgestalt
Sarkophag der heiligen Odilia Kapelle
Klostergang Das letzte Abendmahl?
Sonnenaufgang am Mont Sainte-Odile




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