Archiv der Kategorie 'Eis'

Farben, Kontraste und Kochgruppe

KochgruppeNachdem ich mich mangels Zeit und Muße lang genug um die häuslichen Pflichten als Kochgruppenmitglied herumgedrückt habe, lass ich mich diesmal nicht Lumpen und zünde ein geschmackliches Farbfeuerwerk in der gemütlichen Enge meiner kleinen Wohnküche. Familiennachwuchs ist diesmal sogar zugegen, ein blinder Passagier auf unserem kulinarischen Dampfer. Bis wir den zur sättigenden Revanche verpflichten können wird es zwar noch einige Jahre dauern, den guten Geschmack saugt er aber derweil mit der Muttermilch auf. Vorbereitung ist schließlich alles.

Rotkohlsuppe mit glasierten Maronen

In einem Restaurant gleich ums Eck hatte ich erst kürzlich von fremden Tellern genascht und für gut befunden, sodass ich dieses Süppchen prompt nachköcheln muss. Mit Herzblut zu Streifen geschnitzter Rotkohlkopf, Zucker, Zwiebel, Nelken, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt landen von einem halben Liter Rotwein mariniert über Nacht im Kühlschrank.

Mein neuer MixerAm nächsten Tag schmore ich den abgetropften Kohl in Butter an, während der Sud mit etwas Zucker versehen langsam zum Sirup einköchelt. Mit Gemüse- und Entenfond aufgegossen, köchelt dann auch der Schmortopf für etwa zwei Stunden vor sich hin. Dann kommt mein neuer Mixer zum Einsatz, der alles ratzfatz zu einer cremigen Suppe püriert, bis noch etwas Sahne zugeführt wird.

Kurz vor dem Anrichten kochen Wasser und Zucker in einer Pfanne zu Sirup ein. Die vorgekochten Maronen darin geschwenkt, landen schließlich in den Suppentellern zu Tisch. Sanft eingekellte Rotkohlsuppe drum herum, einen Klacks verschlagener Sahne mit Schmand als Schlag oben auf, Schnittlauch und noch ein paar Tropfen von dem reduzierten Rotweinsirup.

Rotkohlsuppe mit glasierten Maronen

Geschmorter Lauch mit Aligot

Aligot aus einem TopfEin einfach guter Klassiker im Hause Schnick Schnack Schnuck macht auch die hungrigste Kochgruppe satt, sodass den blassen Tellern die zufriedene Erkenntnis folgt, dass Gutes doch so einfach sein kann. Sag ich doch!

Entblätterten Lauch portionsweise halbieren, in einer gebutterten Pfanne rundum anbraten, in einem ordentlichen Schuss Weißwein schmoren und schließlich mit geriebenem Parmesan versehen im Ofen gratinieren.

Gehackten Knoblauch mit einem Stück Butter im Topf der abgegossenen Kartoffeln erwärmen, mit Sahne ablöschen. Kartoffeln stampfen und gewürfelten Elsässer Weinkäse unterschmelzen, um den Franzosen zur Abwechslung mal den Käsehimmel streitig zu machen. Mit Muskatnuss würzen. Dann fix anrichten.

Geschmorter Lauch mit Aligot

Basilikumeis an Rotweinbirnen mit Cassis

Zum abschließenden Dessert wirds wieder knallendbunt und meine Eismaschine kommt ins Spiel, die mich immer wieder zum Austesten geschmacklicher Kombinationen und Entdeckungen treibt. Diesmal eben Basilikumeis, für das ich zwei Pötte von dem Grünzeug mit 350 ml Sahne im Mixer verquirl. Nebenher reichlich Zucker mit 5 Eigelb im Wasserbad schaumig zur Creme aufschlagen, ein paar gut gemeinte Tropfen Arganöl zugeben, unter die Basilikumsahne mengen und in die Eismaschine füllen. Rührend zum Eis gefrieren lassen und im Eisfach kalt stellen.

Zucker, Rotwein und reichlich Cassis dienen als Sud für die geschälten Birnen, darin nur kurz aufgekocht und dann über Nacht ziehend beiseite gestellt. Kurz vor dem Anrichten die Birnen herausnehmen, den Sud zum Sirup verkochen und alles zusammen zum Basilikumeis anrichten.

Basilikumeis mit Rotweinbirnen und Cassis

Kochgruppe? Ok, ich mach`s!

Blumiger TischschmuckDiese Woche ist die Kochgruppe bei mir zu Gast und wenn statt herbstlicher Gartengelage meine kleine Wohnküche zum Tatort wird, ist ein ausgeklügelter Ablaufplan von besonderer Bedeutung. Schließlich will niemand in einem Schlachtfeld speisen. Doch drei Gänge sind Pflicht, sodass ich besser schon einen Tag im Voraus die Messer wetze.

Das Menue ist mein Abgesang auf den leider viel zu kurzen Sommer, der hier noch ein letztes Mal so richtig aufglühen kann.

Gebeiztes Saiblingsfilet an Kartoffelpuffer

Den Saibling hatte ich bereits am Vortag bei meinem Fischhändler ums Eck zum Filletieren bestellt. Daheim rösten Kreuzkümmel und Koriandersamen in der Pfanne und werden dann mit dem Mörser fein zerstößelt. Reichlich Salz kommt dazu und damit den Fisch großzügig einreiben. Wenig gehacktes Koriandergrün kommt auch noch darüber. Limettenscheiben einlegen und die Filets paarweise fest in Frischhaltefolie zusammengewickelt, über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Gerösteter Kreuzkümmel und Koriander Saiblingsfilet
Saibling beizen

Auf den Punkt fix Kartoffeln grob reiben, etwas Mehl unterrühren und mit einem verklepperten Ei vermengen. Löffelweise in die heiße Pfanne geben, leicht andrücken, dann beidseitig in Woköl knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und im Ofen warmhalten.
Aus Joghurt, Balsamicoessig, wenig Senf, Olivenöl, Salz und Zucker eine Salatsauce zum Ruccola geben.
Den gebeizten Saibling vom groben Gerödel befreien, entlang der Hautseite in feine Streifen aufschneiden und alles zusammen anrichten.

Gebeiztes Saiblingsfilet an Kartoffelpuffern

Geröstete Tomatensuppe

Gute zwei Kilo Tomaten von der Vierländer Platte kommen vom Markthöker. Halbiert und mit der Schnittfläche nach oben, rösten die auf einem Backblech bei 200 Grad eine Stunde im Ofen. Nebenher mörser ich eine Gewürzpaste aus gehacktem Knoblauch, Thymian, Basilikum, Meersalz, Balsamicoessig und Olivenöl und beträufel die schmorenden Tomaten damit. Zuletzt kommt noch Zucker zum Karamellisieren darüber.

Vierländer Platte Würzpaste

Die gerösteten Tomaten mit dem entstandenen Sud in einen Topf umfüllen, aufpürieren und einen halben Liter Geflügelfond angießen. Das darf jetzt noch 1-2 Stündchen auf kleiner Flamme weiterköcheln. Etwas Brot im Ofen rösten, mit einem Hammer zu Semmelbröseln zerkleinern und ebenfalls mit der Suppe pürieren.

Geröstete Tomaten Semmelbrösel
Tomatensuppe mit Semmelbröseln

Zuletzt noch Sherry sowie gerieben Parmesan einrühren und die Suppe mit reichlich Zucker abschmecken. Mit frischem Basilikum garniert in Suppenschüsseln auftischen. Dazu reiche ich knusprig aufgebackenes Pane.

Geröstete Tomatensuppe

Parmesaneis mit Quittenkompott

KochgruppeEinen 3/4 Liter Sahne im Topf erhitzen, nach und nach gute 200 g geriebenen Parmesan unterschmelzen. Abkühlen und entweder unter beständigem Rühren gefrieren lassen oder fix in die Eismaschine geben.
Nebenher gestückelte Quitten mit Zucker karamellisieren, mit reichlich Gewürztraminer ablöschen und zum Quittenkompott einköcheln lassen.
Balsamicoessig mit Zucker einköcheln und über das Parmesaneis geben.
Alles zusammen anrichten.

Parmesaneis mit Quittenkompott und Gewürztraminer

Wirtshausküche mit Kochgruppe

KochgruppeEin bisschen Tumbleweed zog hier zuletzt bloß noch durch und ebenso verlassen wie dieser Blog, fühlen wir uns derzeit bei unserer wöchentlichen Kochgruppe. Da sitzen wir auf einmal zu Dritt am Tisch und müssen uns auswärtige Mitesser ins Boot holen, während der unternehmungslustige Rest sich über Indien und Afrika Richtung Sonne abgesetzt hat. Prompt reißen wieder die miesen Sitten ein, auf manche Rezepte warte ich heute noch, doch was wir uns derweil nicht entgehen lassen, ist das regelmäßige Menue aus drei Gängen, welches abwechselnd einer von uns auf den Tisch bringt. Darum schieb ich an dieser Stelle auch schon wieder meine jüngste Performance zur feuchtfröhlichen Wirtshausküche ein und die verbliebenen Herren müssen sich dann halt einfach mal ranhalten.

Fenchelsuppe mit Weißwurst

Gemüsesuppe mit FenchelFür die Suppe hatt ich zunächst eine Zwiebel halbiert und die Schnittseiten auf einem Stück Alufolie direkt auf der Herdplatte kräftig angeröstet. Nebenher gestückeles Suppengemüse (Knollensellerie, Lauch, Möhren, Petersilienwurzel und Fenchelstrunk) mit etwas Tomatenmark im Topf anbraten, dann mit reichlich Sherry ablöschen. Mit Wasser aufgießen, die Zwiebeln hinzugeben, zwei Stunden köcheln und über nacht ausgeschaltet ziehen lassen. Ein Lorbeerblatt sowie ein paar Fenchelsamen kommen auch noch dazu.

Zuletzt die Suppe durch ein Sieb gießen, dann noch einmal mit wenig frischer Brunoise und vor allem der restlichen Fenchelknolle versehen aufkochen. Darin zieht mundgerechte Weißwurst gar und angerichtet wird das mit einer würzigen Gremolata aus gehackter Petersilie, Fenchelgrün und Knoblauchzehe, Zitronenzesten und Meersalz, die bloß grob durchgemörsert werden.

Fenchelsuppe mit Weißwurst

Schweinebraten mit Brezelknödeln und Apfelsauerkraut

Schweinebraten Sous VideDen Schweinebraten wollte ich sanft vorgaren. Deshalb zog der erst mit Senf und Code Tatanka (div. Pfeffer, Steilpilze, Knoblauch, Wacholderbeeren, Chili, Buschtomaten, Rosmarin, Gewürznelken, Thymian, Kardamon) massiert, mehrlagig in Frischhalte- und Alufolie umwickelt über Nacht im Kühlschrank. Am nächsten Tag habe ich dann einen großen Topf mit Wasser aufgekocht, den Braten da rein gegeben und bei mittlerer Hitze simmernd beinahe drei Stunden köcheln lassen. Ich weiß nicht, ob diese Zeit schon zu viel war, oder das spätere Krusteln im Ofen einfach zu lange gedauert hat, aber ein bisschen dröge ist der leider am Ende trotzdem geworden und das entspricht sicherlich nicht dem Sinne des Erfinders. Eigentlich soll diese Methode nämlich besondere Saftigkeit garantieren, aber da habe ich auf die herkömmliche Art letztes Mal mehr Schwein gehabt.

Brezelknödel mit Apfelsauerkraut Zur Beilage schmorte Sauerkraut mit Weißwein, Wacholderbeeren und etwas Ahornsirup einige Stunden auf kleiner Flamme in einer Pfanne und zuletzt werden noch ein paar Apfelstückchen untergerührt, die nur kurz warm ziehen.

Brezeln sind hier im hohen Norden nicht so leicht zu bekommen, aber Laugenstangen tun es eben auch, wenn die grob zerrupft etwas altbacken rumliegen. Zimmerwarme Milch mit Eiern verschlagen mit den gerupften Semmeln vermengen, reichlich gehackte Petersilie dazu geben und mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Ein Stunde ziehen lassen und dann in Rollen, auf Frischhalte- und Alufolie verteilt, fest einwickeln. Schließlich in heißem Wasser 20 Minuten ziehen lassen, aufwickeln und in Scheiben aufschneiden.

Den Braten zuletzt in eine ofenfeste Form setzen, etwas Wasser angießen. Die Kruste abwechselnd mit Salzwasser und Honig bepinseln und bei voller Oberhitze langsam durchkrusteln lassen. Das hat bei mir nochmal eine gute Stunde gebraucht und war vielleicht auch ein Grund dafür, warum der Braten zuviel Saft ließ, den ich nichtmal mehr zum Montieren einer Sauce nutzen konnte, sondern zerlassene Butte dazu reichte. Dann kann mans besser gleich in der Röhre machen und sich das Wassergedöns getrost sparen.

Alles zusammen anrichten und Senf dazu reichen.

Schweinekrustenbraten mit Brezelknödeln und Apfelsauerkraut

Büffelmilcheis mit Kürbiskernkrokant und -öl

Da Eis ist gekauft, da weiß man, was man hat. Für den Krokant hatte ich sanft braunen, mit Vanilleschote aromatisierten, braunen Zucker in einer Pfanne flüssig werden lassen. Die Kürbiskerne, wie bei den Gebrannten, einrühren, etwas Meersalz sowie Piment d`Espelette aufstreuen und zügig auf einem Backblech ausstreichen. Ist der Zucker ausgehärtet, kann man das entweder einfach so wegknabbern, oder einen Teil mit einem Hammer zu feinem Krokant zerstoßen.

Das Eis mit etwas Kürbiskernöl und dem Krokant servieren.

Kandierte Kürbiskerne Kürbiskernkrokant
Büffelmilcheis mit Kürbiskernöl und Kürbiskernkrokant

Wamm, wa?

Während wir die heißesten Tage des Jahres im Garten abbrummten, und uns sonnenbeschirmt so richtig schön koppmallig schmoren ließen, zählte eigentlich für alle nur eins: Wasser! Wasser für uns, die Plümelchen und die ganzen sonst so emsig umherpusselnden Kleingärtner, die statt der üblichen Heckensägenmassaker und Rasenmäherrennen grad mal den Sprung in den Fluss schafften. Benachbarte Ufergrundstücke wurden flächendeckend geentert. Arschbombe, Flachköpper, aber kochen? Nein, danke!

Aufm Schlauch

Schirmchen Hitze
Fertig zum Entern

Nachbars Kirschen, nur einen Katzensprung entfernt inzwischen auf Augenhöhe hängend, wurden dank ratzeputzkahler Hecke zum Allgemeingut erklärt, einigen fiebrig dahergeschnibbelten Gurken schlicht weiteres Dressing verweigert. Ansonsten gab es Eis. Und Kaffee. Eiskaffe.

Kürschen Gurken
Eiskaffee

Beim Deutschlandspiel hätten wir wohl die berüchtigte Stecknadel fallen hören. Wirklich jeder hatte sich derweil in die kühleren Häuschen zurückgezogen. Gedämpfte Wellen von Euphorie waberten bloß zum Torjubel an uns heran und trotz eines sagenhaften 4:0 gegen die äußerst unsympathisch spielenden Argentinier dauerte es dann eine Weile, bis sich die Autokorsos formiert hatten. Als durchrauschende Trucker unseren Traum einer lauen Sommernacht schließlich hinforttröteten, kamen wir doch noch auf den Geschmack. Hunger? Hunger! Eichblattsalat mit Essig und Öl, Pestobohnen und feurig gebratener Salsiccia.

Italienischer Wurstsalat

Sesameis zum Heckensägenmassaker

IdylleUnsere inzwischen üppig erblühte Kleingartenoase gleicht einem Paradies, Garten Eden und der Arche in einem, wenn die Entenfamilien vom Fluss die schmalen Gassen herwatscheln, Spatzen im Gestrüpp palavern bevor Hase und Igel sich gute Nacht sagen und Schnecken beim Bierumtrunk einfallen – hier herrscht Harmonie. Beinahe unerträglich für uns räudige Städter. Wir brauchen Krach, Action, den fiesen Mob, denn ohne ein anständiges Massaker ziehen wir nicht vom Platz.

Erst ist der Rasen fällig. Den hatte ich im April bereits in einem frühlingshaftem Anfall von Wahnsinn per Hand vertikutiert. Mir nen Wolf geharkt, das Moos von fünfzig Jahren bis in alle Ewigkeiten zu vernichten und ja, das hat richtig gut getan. Mir zumindest, aber auch die grüne Wolle zeigt sich inzwischen bestens erholt in voller Pracht. Wer braucht schon englischen Rasen? Der Weg ist das Ziel. Für maximalen Output schickt man zum Mähen dann den heuschnupfenaffinen Partner ins wildkräuterdurchzogene Schlachtfeld. Adrenalin, Blut, Schweiß und Tränen, damit ackert man sich so richtig in Laune zum alljährlich am 26. Juni gemeinschaftlich zelebrierten Heckensägenmassaker. Keifende Weiber, röhrende Maschinen. Hier tobt das Leben und es ist genug für alle da.

Heckensägenmassaker Hecke

Sesameis zum Runterkommen hat sich als Volltreffer erwiesen. 350 ml Sahne steif schlagen. 3 Eigelb mit 80 g braunem Zucker im Wasserbad schaumig rühren und 0,1 l dunkles Sesamöl untermengen. Drei Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee mixen. Die Eigelbmasse mit der Sahne verrühren, zuletzt den Eischnee unterheben und alles landet für gute drei Stunden im Eisfach. Zunächst alle 10 Minuten nochmal durchspachteln und nach hinten raus etwa im Halbstundentakt. Eine Übung in Demut, aber das ist es wert, wenn man sich nicht mit noch einer Maschine herumärgern will.

Sesameiskomponenten

Eigelb zur Sahne Eischnee unterheben

Grillage mit Kochgruppe

Pünktlich zum Sommerbeginn lässt sich die Kochgruppe nicht zweimal bitten, entert den Kleingarten vom Wasser aus und die Versammlung am Grill startet mit einem Spargel-Erdbeer-Salat in die Sonnensaison.
Am Steg Kanuten
Spargel Erdbeer Salat mit Ruccola Bohnen-Bratkartoffel-Salat

KochgruppeBohnen-Bratkartoffel-Salat und Frankfurter Grüne Sauce gibts zum Hauptgang, dem gegrillten Tafelspitz. Tafelspitz vom Salzwiesenrind der Insel Öhe, vornehmlich als Siedfleisch bekannt, hing gute drei Wochen vakuumverpackt im Kühlschrank ab. Somit schön mürbe gemacht und mindestens 24 Stunden mariniert mit diversen Pfeffer, Steinpilzen, Knoblauch, Wacholderbeeren, Chili, Buschtomaten, Rosmarin, Gewürznelken, Thymian und Kardamon (Code Tatanka), massiert mit Estragonsenf, wird das einmal rundrum bei starker Hitze angegrillt, um dann einige Stunden bei Temperaturen zwischen 60 und 90 Grad im Niedergarverfahren rosig zu werden. Erfahrungswerte von einem kilomäßig vergleichbaren Stück Entrecôte ließen eine Garzeit von 3-4 Stunden erwarten, aber hier stieg die Kerntemperatur nicht wie eben da um etwa 10 Grad pro Stunde, sondern wesentlich langsamer. Vermutlich liegt das daran, dass das Fleisch eben nicht so durchmarmoriert war und diese Fettstruktur womöglich weniger Hitze leitet.

Nach guten sechs Stunden und bei einer Kerntemperatur von 45 Gad holten wir den Braten schließlich aus seiner Röhre: Im Anschnitt gerade rotrosa, durchaus genießbar und wunderbar saftigzart. Allerdings kühlt es sich dann leider viel zu schnell ab, sodass vorgeheizte Teller unbedingt ratsam wären. Die Scheiben lassen sich aber auch nochmal kurz auf dem Grill beidseitig erwärmen und diejenigen, die es wider besserer Empfehlungen doch lieber durcher als durch mögen, können sich ihren Teil dann eigenhändig weiterbrutzeln.

Gegrillter Tafelspitz mit Grüner Sauce

Desserts spielen beim Grillen wohl eine eher untergeordnete Rolle, eisgekühlte Verteiler kommen dagegen mit Sicherheit auf den Tisch, aber sowas lässt sich ja auch verbinden: Tomatensorbet mit Vodka. Würziger Tomatensaft, hier 1,5 Liter, wird mit einigen Esslöffeln Vodka, etwas Tabasco sowie Worcestershiresauce verschärft etwa eine Stunde im Kühlschrank angeeist. Nebenher 6 Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen und vorsichtig unter die Tomatenmasse ziehen. Das muss jetzt mindestens drei Stunden im Eisfach durchfrieren. Alle halbe Stunde muss man nochmal durchrühren, um die Eiskristalle aufzubrechen.

Zum Anrichten hatte ich kleine Gläser angefroren, mit einem Salzrand versehen und das Sorbet eingefüllt. Gehackte Oliven und ein Minzspross bilden die essbare Dekoration.

Tomatensorbet mit Vodka

Kochgruppe, jetzt bin ich fällig

MittendrinSo sah es hier zwischenzeitlich aus: Mittendrin, statt nur dabei – gestern hatte ich meine Premiere für die 11 Leute unserer Kochgruppe. Möchte man dann auch noch halbwegs stilvoll in dieser Küche speisen, erfordert das einiges an organisatorischer Planung. Meine Auswahl fiel damit einzig und allein unter der Prämisse, dass sich alles noch vor Eintreffen der Gäste wenigstens soweit vorbereiten lässt, dass das ganz große Chaos nicht mehr zu erkennen ist. Die Rezepte sind zudem mein Abgesang auf den Winter mit Ausblick auf sonnigere Zeiten.

Heute Morgen staksel ich dann mit mulmigem Bauchgefühl an den Ort des Geschehens zurück. Draussen scheint auch wirklich die Sonne, als sei sie nie weg gewesen, doch auf dem Tisch ragen geköpfte Flaschen wie ein Mahnmal und über der Küchenzeile hängt zumindest noch der Dunst von Blut, Schweiß und Tränen. Es ist vollbracht!

Sonne Mahnmal
Blut, Schweiß und Tränen

KochgruppeDienstag, KochgruppeSowohl zur Vorspeise, als auch begleitender Beilage hatte ich meinen bewährten Tricolorisalat aus Rotkohl, Fenchel und Portulak serviert. Zunächst argwöhnisch als womöglich gesund beäugt, ging der dann doch klar durch.

Zum Hauptgang hatte ich außerdem Spätzle vorgegart und dann kurz vorher in Olivenöl und Butter angebraten. Die nahmen mir die Wartezeit allerdings übel und blieben leider matschig. Die vegetarische Alternative der Käsespätzle kam da besser raus.

Ochsenschwanzragout

– das war jetzt tatsächlich der Oberknaller. Hatte ich ja selbst noch nie gemacht. Drei ganze Schwänze hatte mir mein Schlachter vorab in Stückchen zersägt, gute vier Kilo brachte das auf die Waage und wurde für 48 Stunden zusammen mit Petersilienwurzel und Stangensellerie in ein 2,5 Liter Rotweinbad gegeben. Glücklicherweise hatte ich in Anbetracht der Menge dann schon am Montag mit der weiteren Zubereitung begonnen, denn meine Töpfe stießen bei diesem Volumen deutlich an ihre Grenzen und erst in mehreren Schmorschichten konnte ich der Sache Herr werden.

Das gut abgetropfte Fleisch mehlieren, in Schweineschmalz im Bräter rundrum anbraten und Beiseite stellen. Ebenso mit dem marinierten Gemüse verfahren, ohne Mehl, dafür aber mit einem Klacks Tomatenmark rösten. Die Marinade angießen, das Fleisch wieder einlegen, eine Dose Tomaten sowie Kräuterbünde dazu geben und aufköcheln. Das landet bei 150 Grad für 3 Stunden bei geschlossenem Deckel im Ofen. Etwas abkühlen lassen und dann vorsichtig von Knochen und Sehnen trennen. Das anhängige Fett verkocht weitestgehend von selbst. Ganz dicke Stücke besser auch abtrennen, denn darauf mögen die wenigsten rumkauen. Den Sud sowie das verkochte Gemüse durch ein Sieb passieren und die gelösten Fleischstücke wieder einlegen. Das überschüssige Fett lässt sich abgekühlt einfach oben abschöpfen. Ich hatte noch frische Streifen vom Stangensellerie zugegeben, die beim schlussendlichen Warmmachen bloß kurz gar zogen. Bei Tisch konnten sich die Gäste außerdem frischen Meerrettich nach Geschmack drüber reiben.

Ochsenschwanzragout

Kürbiskernölparfait

Für den Nachtisch habe ich mich an mein erstes selbstgemachtes Eis, bzw. Parfait, gewagt und dankend Mipi`s Rezept auf die ungefähre Gästezahl hochgerechnet.

1 Liter Sahne mit einer Prise Salz steif schlagen. Außerdem 9 Eigelb, 300 g Zucker und 9 cl gutes Kürbiskernöl schaumig rühren. Unter die Sahne gehoben, landet das dann für einige Stunden im Eisfach. Drei Stunden steht im Originalrezept, aber bei dieser Masse sollte man schon eine Nacht einrechnen. Anfänglich habe ich alle paar Stunden nochmal durchgerührt, wenn sich die Masse zu trennen drohte. Geschmeckt hat es herrlich nussig und wird es so ganz sicher und nicht nur bei mir wieder geben!

Dazu gab es

gebrannte Kürbiskerne,

die ich erst vorsichtig im Ofen röstete, bis sie leicht aufgingen und knackten. In einer Pfanne nebenher braunen Zucker in Sesamöl aufkochend lösen, die gerösteten Kerne unterrühren und schnell in einer Mischung aus braunem Zucker mit Salz, Pimet d`Espelette und Garam Masala wenden. Auf einem Blech ausstreichen und auskühlen lassen, dann vorsichtig auseinander brechen. Das ist eine minutiöse Angelegenheit, bei mir leider etwas verbrannt, aber geschmacklich durchaus einen weiteren Versuch wert.

Kürbiskernölparfait mit gebrannten Kürbiskernen

Das Geschirr ist dank Geschirrspüler bereits wieder sauber, doch augenscheinlich hat auch diesmal wieder jemand, wenn auch stillschweigend, Federn gelassen. Ich rangel jetzt noch etwas mit meinem Kater und freue mich schon auf die Reste vom Feste.

Sauberes Geschirr Federn




Related Posts Plugin for WordPress, Blogger... HyperSmash

kostenloser Counter