Archiv der Kategorie 'Ernte23'

Pimpinelle

Pimpinelle

Kleingärtnern: Ackern und Grillen

Entenpaar Der erste Marienkäfer

Krötenwanderung zum Frühlingsanfang

Erste Bodenarbeiten im KleingartenKaiserwetter im März lockt emsige Laubenpieper wie uns schnellstens raus aus der Bude. Enten vögeln, Marienkäfer krabbeln aus ihren Löchern und die Krötenwanderung ist bereits im Gange, während wir den Winterspeck beim Bodenturnen im Garten abtrainieren. Hochbeet umbuddeln, Kompost lüften, Beete auflockern, Hornspäne und Bodenaktivator einarbeiten. Das volle Programm. Zur Belohnung wird angegrillt und selten haben Rippchen so lecker geschmeckt.

RohkompostHochbeet neu aufsetzen

Kompost lüften
Kopost umsetzen Hochbeet mit Rohkompost auffüllen
Angrillen im März Gegrillte Rippchen mit Gurkensalat

Mein erster Schwarzkohl und ein herbstliches Gartenmenue für die Kochgruppe

KochgruppeEndlich wieder Kochgruppe! Jetzt zum Herbst ernte ich dafür alles ab, was der Garten hergibt und eine kulinarische Erinnerung an unsere Norditalientour ist natürlich auch dabei. Regelmäßig und wöchentlich kocht bei uns außerhalb der Gartensaison jeweils einer reihum für eine ansehnliche Gruppe von derzeit acht festen Mitgliedern und wechselnden Gästen. Oder solchen, die es werden wollen. Drei Gänge sind Pflicht, aber im Sommer ist Pause. Ich war zuletzt im März dran, My private Oyster Bar, und das ist ja nun wirklich viel zu lange her.

Staudensellerie und Schwarzkohl aus dem Kleingarten

Omas gute Bullion

Wie Omas gute Bullion, das Rezept hatten wir hier also schonmal, und genau so muss eine herbstliche Suppe auch schmecken. In der kocht diesmal Querrippe als Suppenfleisch aus, das aber erst später zum Hauptgang serviert wird. Die Einlage aus Suppengemüse wie dem Staudensellerie aus eigener Ernte begleiten Bällchen von dreierlei Bratwurstbrät, nämlich gober, einer mit Bärlauch und scharfe Merguez. Außerdem Eierstich. Eigentlich hatte ich noch nostalgische Buchstabennudeln gekauft, aber die hätten schlichtweg keinen Platz mehr gehabt und wurden diesmal außen vor gelassen. Es gab einen am Tisch, der ganze vier Teller voll des guten Zeugs weggehauen hat. Omma hätte daran ihre helle Freude gehabt.

Suppeneinlage mit Bällchen aus Bratwurstbrät Omas gute Bullion mit Bratwurstbrät
Schwarzkohl aus dem Hochbeet

Ribollita mit Polenta Taragna

Schwarzkohl

Auch die Ribollita gab es hier schonmal, so dass ich das Rezept an dieser Stelle nicht nochmal runterleier. Neben Wirsing findet sich jedoch echter Schwarzkohl aus unserem Hochbeet in diesem kräftigen Eintopf wieder, wie es im Originalrezept italienischer Küchen verlangt wird. Auf dem Wochenmarkt habe ich den bei uns noch nie gesehen. Da zahlt es sich eben aus, wen man sein Essen selbst anbaut, denn Schwarzkohl schmeckt deutlich herber als Wirsing und auch als Grünkohl, der nach dem ersten Frost ja erst Zucker ansetzt. Davon gebe ich bei dieser Ribollita also noch eine gute Prise zu. Die gesottene Querrippe aus Omas guter Bullion findet auch ihren Platz. Beides lässt sich übrigens gut einen Tag im Voraus vorbereiten. Aufgewärmt schmeckt es am Besten.

Sämig pürierte Bohnen Ribollita mit zweierlei Bohnen

Ribllita mit Suppenfleisch aus der Querrippe

Als Beilage zur Ribollita passt eine erdige Polenta Taragna, wie sie in Bergamo und den Bergamasker Alpen regelmäßig serviert wird. Die ist nämlich neben Mais auch aus Buchweizengrieß, wie die Lorbeerkrone dazu ausführlich erläutert. Bei mir landet neben Butter noch ein großes Stück sahniger Taleggio darin, weil der Käse immerhin auch aus der Ecke stammt.

Ribollita mit Polenta Taragna

Marzipan-Blätterteig-Teilchen mit Nougateis und Rotweinpflaumen

Hat man sich bei Vorspeise und Hauptgang auf Eintöpfe konzentriert, was bei der Verköstigung solcher Gruppen in den heimischen Küchen immer praktisch ist, dann bleibt Zeit und Platz für die Kür zum Dessert. Bei mir gibt es dazu oft ein Eis. Schön cremig und zart schmelzend soll es werden und dafür muss man sich ein bisschen Zeit nehmen.

Ich koche also erstmal 300 ml Milch und 300 g Sahne in einem Topf auf. Nebenher verklepper ich in einer Metallschüssel 4 Eigelb mit 50 g Zucker und rühre dann die heiße Sahnemischung in dünnem Strahl ein. Die Schüssel kommt wiederum auf ein Wasserbad und dickt dort unter ständigem Rühren langsam ein. Zur Rose ziehen nennt man das. Vom Herd genommen, bröckel ich 200 g Nougat dazu und löse den in der warmen Masse auf. Abschließend noch im eisgekühlten Wasserbad kalt schlagen. In der Eismaschine zu einem cremigen Eis rühren lassen und im Eisfach kalt stellen, aber rechtzeitig zum Servieren wieder antauen lassen.

Dazu gibt es Blätterteigröllchen, für die ich fertigen Bätterteig aus dem Supermarkt mit ausgerollter Marzipanmasse belege und aufgerollt in eine Muffinform gebe. Aus Eigelb mit etwas Milch rundrum bepinselt, landet das für 15-25 Minuten bei 200 Grad im Ofen. Währenddessen köchel ich meine in Rotweinsirup eingemachten Pflaumen auf. Anschließend wird alles zusammen serviert.

Marzipan-Blätterteig-Teilchen mit Nougateis und Rotweinpflaumen

Erkältungstee: Kräuterbeet abgeerntet

Kräuterbeet abgeerntet

TrockenrahmenHerbst ist Erkältungszeit und während ich schon überlege, ob es sich überhaupt noch lohnt, die Beine zu rasieren, pflüge ich im Kleingarten alles um, was nicht niet- und nagelfest fest ist. Die Saison ist vorbei, der goldene Oktober hat nur den Schuss noch nicht gehört und wir sehen doch nochmal genauer nach, wie sich die Zeit ein bisschen verlängern ließe. Der halbvegetarische Mitgärtner, der mir gern jedes noch so unmögliche Kraut der Vernichtung abtrotzt, hat einen Trockenrahmen für Kräuter gebaut. Einfache Holzrahmen, mit Fliegengitter umspannt, nehmen mehrstöckig Minze, Zitronenmelisse, Thymian, Salbei, Bohnenkraut und Spitzwegerich auf. Ist dort die Luft raus, landet die Sammlung als Kräuterteemischung im Glas. Für schlechte Zeiten.

Kräutertrockner Getrocknete Kräuter im Glas
Kräutertee aus dem Kleingarten

Erntedankfest im Kleingarten

Erntedankfest im KleingartenJetzt wird bei den Laubenpiepern nochmal richtig geackert. Ein Rasenmäher röhrt und die Heckensäge summt ein letztes Mal dieses Jahr. Beete putzen, Böden umgraben und erste Frühlingsblüher als Abwrack- prämie für die vergangene Gartensaison im Erdreich versenken. Die letzten erntefrischen Knollen, Rüben & Co teilen wir dann in familiärer Nachbarschaft: Open Air Küche, Gärtnerinnenart.

Gemeinschaftliches Schnibbeln mit Zwiebeln, Möhren, Sellerie. Kartoffeln, Kohlrabi, Wirsing und Weißkohl, Feuerbohnen. Im großen Topf landet alles, was uns jetzt noch in die Finger gerät. Nebenher rollt jemand Pfannenbrot aus, bei Bedarf reiche ich gern das Rezept nach. Es ist zwar noch sonnig, manchmal, aber doch gut, dass der Ofen hier draußen feuert. Es wird nämlich merklich kühler. Da kommt so ein heißes Süppchen gerade recht.

Bohnen Sellerie schnibbeln Möhren und Kartoffeln stückeln Suppengemüse aus dem Kleingarten
Kochende Kleingärtnerinnen Zündelnde Laubepieper
Teig für Pfannenbrot Pfannenbrot auf dem Schwedenofen
Gussisenpfanne mit Pfannenbrot Rauchender Schlot
Ofenfeuer

Gemüseeintopf aus dem Schwedenofen

Apfelbaum ist ne Diva

Der macht, was er will! Woran kann das liegen? Am Anfang hieß es, es sei bloß ein Zierapfel, so klein und knollig wie er da im Beet wächst. Im Jahr darauf haben wir es drauf ankommen lassen und die winzigen Äpfel trotzdem gekostet. Hing nämlich rappelvoll, das Bäumchen. Die schmecken also doch. Frisch und knackig, leichte Säure. Genau so, wie ich es mag. Im letzten Jahr verhagelte die Blüte und dieses Jahr? Die Ernte können wir an den Händen abzählen, dafür sind diesmal richtig dicke Klopper heran gewachsen. Ein bisschen mehlig zwar, aber vielleicht legt sich das ja noch mit der Lagerung.

Apfelernte im Kleingarten

Meine ersten Kartoffeln…

.. sind eine kleine Überraschung, besser als Ostern, und kommen erst zu Tage, als wir einen großen Wirsing aus dem Hochbeet lösen. Während ich anschließend die Erde mit beiden Händen auflockere, stoße ich zufällig auf diesen Fund. Gerade zur rechten Zeit. Die anhängige Pflanze hatten wir wohl als Unkraut denunziert und längst verbannt. Selbst der halbvegetarische Mitgärtner mag sich nicht mehr daran erinnern, hier eine treibende Pflanzkartoffel eingeschummelt zu haben. Und doch, es gibt sie. Eine großen Gartenpranke voll fester Knollen, Sorte unbekannt. Genau die richtige Portion für ein Bauernfrühstück.

Kartoffelernte im Kleingarten

Auf Wirsing: Ribollita mit Waldpilzen und Fagioli bianchi di spagna.

Wirsing im Kleingarten Wirsing aus dem Hochbeet
..und die außerirdischen Kohlköpfe Wirsingernte im Garten
Entblätterter Wirsingkohl

Im frühsommerlichen Rom hatten wir so etwas wie Anies delightful Ribollita gar nicht gegessen. Kohl assoziiert man doch eher mit Herbst, erdig und wärmender Schmorküche, dabei ziehen wir die krausen Köpfe bereits seit Mitte August aus dem Kleingarten. Die Wirsingköpfe im Hochbeet sind jetzt schon riesig und wachsen weiter, obwohl wir die randständigen Blätter mit einer äußerst gefräßigen Kohlweißlingbrut teilen. Dank disziplinierter Bodenarbeit geraten auch die im Seitenbeet zunehmend dicke. Irgendwann darf jeder durch die Küche rollen.

Geschmorter Wirsing Weiße Bohnen in Waldpilzfond

Aus unseren getrockneten Waldpilzen setze ich einen köchelnden Sud auf, in dem große weiße Bohnen gar kochen. Fagioli bianchi di spagna. Nebenher braten in einem weiteren Topf Wirsingstreifen an, gieße reichlich Weißwein auf und lasse das vor sich hin schmoren.

Einen Teil der Bohnen und Pilze übersiedeln bald abgeschöpft zum Schmorkohl. Der Rest wird sämig püriert und dann ebenfalls untergerührt. Das reicht trotz der vorherigen Fressfeinde locker für mehrere Tage, aufgewämt schmeckt es eh am Besten, und die Katzen dürfen nächstes Jahr eben ein paar Schmetterlinge mehr jagen.

Pürierte weiße Bohnen in Waldpilzfond Geschmorter Wirsing mit Fagioli bianchi di spagna
Ribollita mit Waldpilzfond

Gratiniertes Beetgemüse – jetzt wird`s bunt!

Erntezeit im Kleingarten

AuberginenblüteIch pflücke immer mehr Tomaten, aber auch frische Zucchini mit Blüten und sogar die erste Aubergine aus dem Hochbeet, sodass es zum sommerlichen Wochenende nochmal richtig bunt wird. Dies ist unsere erste frei wachsende Aubergine. Klein, aber mein und weil immer noch Blüten nachwachsen hoffe ich auf weitere Früchtchen. Immerhin sollen die bis zum ersten Frost kommen. Mit dem kann man aber wohl auch jederzeit rechnen. Jedenfalls geraten wir mit dieser Ausbeute einer Selbstversorgung zumindest bildlich nahe.

Gebratene Zucchini Zucchini, Aubergine, Mozzarela

Gesalzene Zucchini- und Auberginenscheiben lassen erst Wasser ab und rutschen dann durch die heiße Pfanne. Die gebratenen Scheiben in eine Auflaufform schichten. Büffelmozzarella und Gartenkräuter darüber zerrupfen, frische Tomatenscheiben überlappen und dekorativ die Zucchiniblüten auslegen.

Tomaten mit Zucchiniblüte

Zucciniblüte mit Parmesan Salzen, Pfeffern und abschließend mit reichlich geriebenem Pecorino bestreuen. Bei 200 Grad im Ofen gratinieren und damit es nicht zu dröge wird, gebe ich noch einen Schuss Olivenöl darüber. Meinetwegen könnte diese Erntezeit ewig so weiter gehen.

Gemüsegratin aus eigener Ernte

Pilze schießen

Pilzjagd im Sachsenwald

Waldpilz Schwammpilz
PilzsucheEs ist schon fast peinlich, wie penibel sich das Wetter dieses Jahr an den Kalender hält, stellt neulich jemand zum meteorologischen Hebstanfang fest. In Hamburg nieselt es trübe vor sich hin und hätte ich nicht die alljährliche Pilzsuche im Blick, könnte es richtig ungemütlich werden. So machen wir einfach das Beste draus und kreuchen diesmal durch den Sachsenwald. Neues Revier erschließen und obschon nicht wenige Familien hier ihr Glück versuchen, werden wir schnellstens fündig. Manchmal meint man, die Pilze wachsen hinterrücks, wenn auf demselben Rückweg plötzlich neue Sprösslinge aufblitzen. Wir sind dieses Jahr immerhin früh dran. Manchmal sogar noch vor den Schnecken, die auch im Wald zu unseren größten Fressfeinden zählen.

Pilze sammeln Gesammelte Pilze
Frosch im Sachsenwald

Wildgulasch mit Waldpilzen im ForsthausDas Körbchen füllt sich mit bekannten Schwamm- und Röhrenpilzen, wenigen Pfifferlingen, Täublingen und Reizger, so dass wir schließlich reichlich Appetit angesammelt haben. Viel zu viel, um die heimische Weiterverarbeitung abzupassen, und beschließen, diese erste Fuhre für spätere Fondanlagen ins Trockene zu bringen. Statt dessen essen wir Wildgulasch mit Waldpilzen im nahegelegenen Forsthaus. Mit Spätzle, Rotkraut, ein richtig herbstliches Essen eben und das schmeckt. Zuhause verlesen wir putzend die gesammelten Pilze. In schmalen Spalten hängen die nun dörrend über der Heizung. Für schlechte Zeiten.

Getrocknete Waldpilze




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