



Die Blickrichtung verstärkt Spaß und Schmäh
Wir haben es getan – uns in die Büsche geschlagen, die Finger in Brennnesseln gewärmt und sind in demutsvollem Watschelgang durch Feld und Flur gekreucht, um dieser begehrten Wald- und Wiesenbewohner habhaft zu werden. Wir erkundeten sogar neues Terrain und machten dabei Bekanntschaft mit der Pilzmafia. Nature, Alta, Pilzesammeln ist Krieg!
Erst sah es tatsächlich so aus, als tischte uns die Wilderness da draußen groß auf. Doch bis der Pilzbann hin zu essbaren Exemplaren gebrochen werden konnte, verging die Zeit unsicher, dann wechselhaft und schlug endlich in berüchtigte Sammelwut um.


Mehr Kobold- als Elfengleich umstrichen wir Riesenschirme, Krause Glucke und scannten das Gelände.


Ein paar skurrile Exemplare waren dabei, wie diese außerirdisch anmutende Bovistenart in Braun oder die am Fuß eines Birkenstämmchen fest wachsenden Schwarzknollen. Wer beide bestimmen kann, der ist mein erklärter Held! Wir geben uns an dieser Stelle geschlagen.

Ein mickriger Steinpilz und eine handvoll Maronen zählt unsere schamhafte Ausbeute, die nach verlesenem Geputze und Geschnibbel schließlich doch noch zum Festmahl gereicht, aber auch nur, weil zwei unserer Mitstreiter ehrenvoll auf diesen Lohn verzichteten.


Zur sättigenden Beilage höhl ich zwei Kugelzucchini aus, deren Fruchtfleisch grob gehackt mit geriebenem Appenzeller sowie etwas Creme Fraiche vermengt wieder eingetüddelt, bei voller Hitze im Ofen brütet. Pilze erst ohne Öl scharf anrösten, mit etwas Butter und Frühlingszwiebelringen weitergaren. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und zuletzt noch einen Löffel Creme Fraiche unterrühren. Alles zusammen angerichtet, gibts für mich wieder einmal knusprig gebratene Bauchspeckwürfel obenauf. Eins ist klar, wir müssen nochmal los!
