Archiv der Kategorie 'Ernte23'

Verklärte Hafenromantik: Supermond in Hamburg

Hafenromantik Hamburg

Prost Mahlzeit! Der Hamburger Hafen bleibt ein Sorgenkind. Der in Zeiten der Industrialisierung ehemals boomende östliche Teil des Elbebeckens versandet, wenngleich sich die Hamburg Port Authority ihren industriellen Partnern vertraglich verpflichtet hat, Wasserwege fahrbar zu halten. Durch regelmäßiges Ausbaggern kommt verseuchter Boden zutage, in dem sich Schwermetalle und Dioxine der Hafenwirtschaft seit Jahren ablagern.


Die wurden wahlweise mal nach Wilhelmsburg, Billbrook oder Richtung Finkenwerder und Moorburg geschafft, solange sich Anwohner nicht entsprechend gegen behördliches Bullshit-Bingo zur Wehr setzen konnten. Aufbereiteter Giftschlamm ginge sonst auch noch als Mutterboden zurück an Hamburger Kleingärtner. Inzwischen schippert der Dreck direkt in die Nordsee.

Hamburg Steinwerder Hafen

Das Nachbarland Schleswig-Holstein hat sich zu einer Aufstockung der Kubikmeter bereit erklärt, die jedes Jahr kurz vor Helgoland „verbracht“ werden. Bis es soweit ist, lagern die giftigen Hügel mäßig gesichert irgendwo im südlichen Hafengebiet bei den Kreuzfahrtschiffen, die selbst aufgrund ihnen einhergehender Umweltbelastungen in der Kritik stehen.

Sonnenuntergang Hamburger Hafen

Dabei reicht auch dieses fragwürdige Gebaggere nicht mehr aus, um neuen Containerschiffen Platz zu schaffen. So ein Schiff hält ja nicht ewig, wissen auch die Veranstalter der alternative Hafenrundfahrten. Erschreckend kurz ist tatsächlich die Lebensdauer so eines Ozeanriesens und die richtig großen Pötte laufen die Stadt längst nicht mehr an. Wie die so malerisch von Schleppern umgeben durch Nacht und Nebel die Elbe hochziehen und mit bunten Containern beladen wieder auf große Fahrt gehen – mit solchen Bildern verklärter Hafenromantik sollte es bald vorbei sein.

Containerschiff Hafen Hamburg

Ob Abgase der Kreuzfahrtschiffe, geldverschlingende Elbphilharmonie, Eventisierung der Stadtkultur oder vergeigte Olympiabewerbung, Hamburg scheint als vermeintliches Tor zur Welt bisher erschreckend blindlings von einem Megaknaller zum nächsten zu stolpern, um anonyme Touristen in Massen anzuziehen, anstatt auf nachhaltige Stadtentwicklung von Unten zu setzen und für ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Sowas braucht Zeit und eben keine normativen Automatismen. Die Rolle der Kunst? Bitte nur zur Dekoration!

Hafencity und Elbphilharmonie


Statt solidarisches Miteinander zu förden, spalten städtische Akteure beim Thema Wachstum als erstes solche Bewegungen, die sich längst selbst und kritisch mit dieser Entwicklung auseinander setzen, um Alternativen zur reinen Verwertungslogik zu entwickeln. Rassistische Kontrollen um die Hafenstraße, verzerrende Verhandlungen ums Gängeviertel oder Anspruchsgerangel auf dem Stockmeyergelände zeigen im Gegensatz zur fixen Bauentwicklung hochklassiger Appartements und Coworking Spaces für digitale Leistungsträger mit lean production einen Teil des Spannungsfeldes Kapitalismus.

Supermoon 2016 in Hamburg

Wenn beim G20 Gipfel im Juli 2017 die ganze Innenstadt zwischen Messehallen, Rathaus und der Elbphilharmonie von 10.000 Einsatzkräften zum schützenden Sperrgebiet der über 6.000 Teilnehmer der 19 reichsten und mächtigsten Staaten wird, zeichnet sich jenseits aller Beteiligungsverfahren ein ganz anderes Bild, wem die Stadt gehört. Anwohner sollen Besucher dann bitte persönlich am Absperrgitter der Gated Community abholen kommen.

Hamburger Hafen und Elbphilharmonie

Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – ein kulinarischer Streifzug durch Sevilla

Kulinarischer Stadtrundgang, Sevilla

Etwas zu Essen findet man in Sevilla an jeder Ecke. Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – überall bieten die Lokale stolz ihr Tapas, Raciones oder Platos als typisches Kneipenessen oder als Menü zu unschlagbar günstigen Preisen an. Einen schnellen Happen findet man hier für unterwegs ebenso, wie den ir de tapas, bei dem sich Portion um Portion in wechselnden Locations zum sozialen Event mit wachsender Teilnehmerzahl entwickelt. Bis sich die Gruppe schließlich in der letzten Bar noch eine ordentliche Platte zum Abschluss teilt. Am besten frittierten Fisch mit Essig, gegen den Kater.

Markthallen von Triana

Mercado d Triana

Das erste kühle Bierchen wird hier nämlich schon vormittags gezischt. Bei einem Bummel durch die Markthallen des Viertels lassen sich alle Zutaten für den weiteren Stadtrundgang in handhabbaren Portionen auf die Hand oder für Zuhause mitnehmen. Anschließend finden sich an jeder Ecke Einkäufer und Marktbeschicker zum Palaver zusammen, um die Angebote fangfrisch vor Ort zu zu verkosten. Aufgrund der vielen kleinen Teller, kann man mit Tapas die vielfältige Bandbreite spanischer Esskultur erleben.

Einkaufen Mercao Triana Caracoles, spanische Wegschnecken
Spanish Streetfood: Chorizo, Queso und Jamón auf die Hand Essen auf dem Markt

Getrockneter Fischrogen als Ceviche mit Paprika, Langostinos und Stabmuscheln – mitunter erfordert es ein wenig Mut, sich den vielen neuen Geschmackseindrücken zu stellen. Gerade auf den Märkten fällt mir das deshalb leichter, weil man in den Auslagen schonmal sehen kann, was kommt. So muss sich niemand auf geschriebene Anschläge oder multilinguale Erklärungen mit Halbwissen verlassen, sondern zeigt einfach und direkt, was man haben möchte. Genau das bekommt man dann auch. Kein dekoratives Beiwerk, kein Schnickschnack. Unglaublich lecker!

Huevos - Getrockneter Fischrogen Frischer Fisch vom Markt
Stabmuscheln essen

Markteinkauf Triana

Markthalle von Triana

Picknick im Grünen

Picknick in den Gärten von Alcázar

In den Gärten des mittelalterlichen Königpalastes von Alcázar lässt es sich nicht nur ganz wunderbar abseits belebter Gassen flanieren. Im Laubengarten, dem Jardín del Cenador, speisten schon Könige wie Karl V. in einem der Pavillions mit Blick ins Grüne. Trotz der flughafenähnlichen Eingangskontrollen bekommen wir unser Besteck sowie alle Zutaten im Rucksack mit rein. Breitet man sich im Garten nicht zu offensichtlich aus, findet man also die perfekte Kulisse für ein lauschiges Geburtstagspicknick mitten in der Stadt.

Estanque de Mercurio Laubengarten in Alcazar - Jardín del Cenador
Picknickplatz im Grünen Geburtstagskuchen to Go

Tapasbar La Entrañable Triana

Tapas im La Entrañable

Nach der Siesta ist Tapastime. So ungezwungen das Spektakel zunächst aussieht, verlangen die zahlreichen Variationen doch einige soziale Konventionen. So kann es schonmal passieren, dass man als Einzelner gar nichts zu Essen serviert bekommt, weil sich viele einig sind, dass man nicht alleine isst. Jedenfalls nicht am Tisch. Direkt an der Bar wird das nicht so eng gesehen. Man bestellt ein Getränk – para tomar algo, kommt mit anderen ins Gespräch und erst wenn sich so casual ein paar Bekanntschaften zusammenfinden, beginnt das eigentliche Ritual. Dabei folgt man am besten den jeweiligen Empfehlungen, snackt sich durch – para picar algo – und zieht dann auch bald weiter. Ansonsten kann es schonmal passieren, dass nach einer längeren Sitzung plötzlich die Kaffeemaschine kaputt ist, weil schon längst neue, hungrige Gäste – para tapear – warten. Fix die Rechnung ordern und dann geht es eben woanders weiter.

Tapas, Ceveza und Sardinas Typisch Sevilla: Caracoles, Schnecken und geschmorte Schweiebacke
Essen unter Nachbarn

Essen unter Nachbarn: Taberna Sol y Sombra

Während in den öffentlichen Bars nach allen Seiten hin viel Getue um die Tapas herrscht, geht es in den nachbarschaftlich orientierten Tabernas abends eher beschaulich zu. Hier treffen sich vor allem Familien beim Wirt um die Ecke, dessen Küche deshalb nicht weniger Spannendes zu bieten hat. Man beginnt mit etwas kühlem zum Sangria, Ibericoschinken oder Käse. Dann steigert man sich langsam zu warmen Happen, mit eher traditioneller Ausrichtung. So essen wir nach Jahren mal wieder Froschschenkel, folgen aber auch der Empfehlung zur geschmorten Schweinebacke gerne. Besonders lecker auch Tortilla de Camarones – Kartoffelpuffer mit Krabben, bzw. Krill.

Taberna Sol y Sombra Tortilla de Camarones
Gebratene Froschschenkel Taberna und Cruzcampo
Bar La Moderna, Santa Cruz Sevilla

Bar La Moderna in Santa Cruz

Ist man endlich eingegroovt in das Tapasgeschäft, hat man demnach mehrere Etablissements abgeklappert, einige schräge Blicke riskiert, aber eben auch viel getrunken, unglaublich leckere Kombinationen durch den Gaumen rutschen lassen und bestenfalls ein paar neue Freunde gefunden. Am Ende des Abends landet so eine Gruppe dann in einem Restaurant, wie der Bar La Moderna. Para comer, um endlich eine richtige Mahlzeit zu essen. Dazu wird man mit mehreren Leuten dann etwas separiert gesetzt, schließlich kann es lauter werden. Vor allem wenn die letzten Raciones auf den Tisch kommen. Man einigt sich auf größere Platten, die untereinander aufgeteilt und gegenseitig serviert werden. In der Regel übernehmen das hier ganz klar die Männer. In dieser Gesellschaft werden sie dann plötzlich selbst zum Wirt und können nachvollziehen, warum die abwechslungsreiche Tradition eben auch von solchen unausgesprochenen Regeln lebt. In Sevilla hat Tapaskultur eine besonders orientalische Atmosphäre.

Frittierter Fisch mit Essig

Eastcoast vs Rotkohl – Campingküche mit der Schwalbe

Eastcoast vs Rotkohl - Campingküche

Yes, we did it again. Raus ins Blaue, mit dem Schwalbenbus ran an die Ostsee und wenn es nur für ein knappes Wochenende sein soll. Für diese Zwecke reicht es völlig aus, sich auf die spätsommerlichen Erntefrüchte unseres Kleingartens zu verlassen. Wir ackern fix einen dicken Rotkohl aus dem Hochbeet, paar Würstchen dazu. Plündern die sonstigen Laubenvorräte und und dann geht`s ab ins Gelände.

Schwalbe on Tour

Campingküche mit der SchwalbeKaffeeprozeduren bei Regenwetter, Frühstück, Beachlife – das ganze Pipapo. Wer mir auf Instagram folgt, kennt manche Highlights von unserem Campingtrip an die mecklenburgische Bucht vielleicht.

Das Rezept für diesen scharfen Rotkohlteller mit Salsiccia servier ich erst jetzt: Schmal gehobelte Rotkohlscheiben vorab ordentlich mit Salz durchkneten und über Nacht stehen lassen. Scheiben von der Wurst scharf anbraten. Nach den Salsiccia bloß noch den massierten Rotkohl mit in den hohen Topf geben und unter Zugabe von etwas Balsamicoessig anschmoren. Vorgegarte Kartoffeln reinwürfeln – fertig ist die Camperküche. Guten!

Scharfer Rotkohleintopf mit Salsiccia

#beetslaw – Krauts go Home!

Beetslaw - Krauts go Home!

Der im englischen Sprachraum unter der Bezeichung Coleslaw verbreitete Krautsalat ist rund um die Grillsaison längst zum Klassiker avanciert. Wer mir via Instagram folgt, weiß um meine saisonelle Begeisterung ob der außerirdischen Kohlköpfe in unserem Hochbeet. Aber first things first. Neben Kraut, sind nämlich erstmal die Rüben fällig, erntereif und statt Roter Bete wirds Bunt.

Ich hobel rot-weiß geringelte Rübchen und einen Apfel mit einem Spritzer Zitronensaft in Griechischen Joghurt. Schmecke mit Chili, Salz, Pfeffer sowie einer Prise Zucker ab und fertig ist der gesunde Pausensnack fürs Büro. It´s Beetslaw and it`s delicious – Krauts go Home!

Rote Bete aus dem Kleingarten

Sirup von der Felsenbirne

Rezept: Sirup von der Felsenbirne

Zurück im Kleingarten beginnt die Erntezeit mit der Felsenbirne. Deren feine weiße Blüten läuten schon früh im April zur frühlingshaften Gartensaison und ihre kleinen Früchte erinnern zum Sommeranfang eher an Vogelbeeren. Die ganze Brut der Umgebung sitzt hier schon pickend im Busch, aber von diesen süßen Beeren lassen wir dieses Jahr nicht alles wegfuttern. Giftig sind die nämlich nicht. Nur die feinen Kerne darf man nicht aufbeißen, denn darin ist Blausäure enthalten.

Felsenkirsche - weiße Blüte im Frühling Felsenbirnen mit zwei Teilen Wasser aufkochen

Das Rezept ist ganz einfach. Ich kämme unseren Busch mit einem grobzinkigen Kamm vorsichtig ab und köchel die Beeren mit zwei Teilen Wasser und einem Teil Zucker einfach zum Sirup auf. Anschließend seihe ich die Masse durch ein altes Küchentuch ab und fülle den Sirup von der Felsenbirne direkt in zwei ausgekochte Fläschchen ab. Auf den Kopf stehend kühlen die aus und halten sich so eine Weile.

Sirup mit zwei Teilen Wasser und einem Teil braunem Zucker Gekochte Felsenbirnen durch ein Tuch abseihen
Felsenbirnensirup abfüllen

Frühlingsarbeiten, Gärtnergold und Resteessen – Ernte im März

Frühlingsarbeiten, Gärtnergold und Resteessen - Ernte im März

Rote Bete Knollensellerie

Während Bienen im März den ersten schönen Frühlingstag zu einem Säuberungsflug nutzen und die Kroken der Umgebung belagern, ackern wir Kleingärtner durch Hochbeete und bearbeiten das Erdreich rund ums Gewächshaus, damit die neue Gartensaison in Schwung kommt. Dabei zupfen wir letzte Rüben, Rote Bete, Sellerie und Rosenkohl erntefrisch auf den Tisch. Aber dann wird es Zeit den Kompost zu lüften und umzusetzen. Inzwischen haben wir hierfür einen natürlichen Kreislauf entwickelt:

Frühlingsarbeiten im Gewächshaus.

Die letztjährige Muttererde im Gewächshaus ist über den Winter zur kargen Scholle verkommen, schließlich gießt außerhalb der Saison niemand. Darum müssen wir jetzt mit Spitzhacke und Grabgabel die starre Erde aufknüppeln und den gelockerten Boden mit reichlich Hornspänen füttern. Ist die letzte Schicht Kompost aufgebracht, kann auch schon gesät werden. Wir freuen uns erstmal auf Bunte Bete, zweierlei Salat, Rübchen und Paprika.

Rosenkohl aus dem Hochbeet Hochbeet ausbuddeln
Frühlingsarbeiten am Hochbeet

Unser DIY Hochbeet wird derweil komplett ausgebuddelt, ein Teil des feinen Komposts wird davon im Gewächshaus und den umliegenden Freilandbeeten eingearbeitet. Danach kommt grober Heckenabschnitt aus der Abdeckung des eigentlichen Komposthaufens als Drainage wieder ganz unten zwischen die Bretter. Gefolgt vom groben Kompost, in dem sich jede Menge Regenwürmer und andere Gartenhelfer tummeln. Schließlich landet noch gesiebtes Gärtnergold – feinster, frischer Humus gemischt mit Pflanzenerde – obenauf. Der erste Muskelkater ist der Beste.

Drainage aus Heckenschnitt

Heckenabschnitt und grober Kompost Hochbeet umgraben und neu befüllen
Natürlicher Kreislauf: Kompost, Hochbeet und Gewächshaus

Violetter Spargelbroccoli – Urgemüse mit Geschmack

Spargelbroccoli - Urgemüse mit Geschmack

Eben frisch vom Biomarkt gepflückt: Violetter Spargelbroccoli. Eine besonders frühe, italienische Sorte, die pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang reift. Und wie schmeckt der jetzt? Kaum nach Spargel, obschon dessen Form in Richtung der blühend grünen Stangen geht. Statt dessen erinnert diese alte Gemüsesorte wohl daran, wie Broccoli ursprünglich mal geschmeckt hat, bevor er in jahrelanger Überkultivierung zur grauen Krankenhauskost verkommen ist. Der violette Spargelbroccoli schmeckt nämlich tatsächlich nach Kohl.

Violetter Spargelbroccoli

Spargelbroccoli braten und schmoren

Ich entferne bloß die holzigen Enden und brate den Spargelbroccoli sanft in einer Pfanne mit etwas Sesamöl an. Lösche mit einem Schuss Sojasauce und Blutorangensaft ab und lasse ihn dann einige Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren. Anders als herkömmlicher Sprossenkohl, hält er Hitze erstaunlich lange stand und verkocht nicht so schnell.

Geschmorter Endiviensalat mit Chorizo

Nebenher schmore ich Endiviensalat mit gestückelter Chorizo im eigenen Sud, für den halbvegetarischen Mitesser gibt es eine Variation mit Pilzen und Fischsauce. Dann alles zusammen anrichten.

Spargelbroccoli, warmer Endiviensalat und Chorizo

Ernte im Februar: Japanische Kristalle – Wasserkefir

Japanische Kristalle - Wasserkefir

Japanische Kristalle sind genau das Richtige, um uns Kleingärtner im Winter bei Laune zu halten. Die hellen Perlen lassen sich mit wenig Aufwand zu Wasserkefir züchten und bei guter Pflege ganz einfach vermehren. Ein bisschen wie Sauerteig, der kleine Hermann für Wasserratten von der Küste. Verwandt sind sie aber eher mit dem Teepilz Kombucha. Dabei entstehen diese Kefirkristalle sogar in wüstenähnlichen Regionen. Vermutlich stammen die Perlen nämlich urspünglich aus Mexiko, wo sie in dem zuckerhaltigen Wasser auf Opuntia-Kakteen wachsen.

Kefirkristalle

Kefirkristalle waschen Brauner Rohrzucker

Damit hat man also schonmal alle Grundzutaten beisammen. Die Perlen werden alle zwei Tage gewaschen. Dann mit einem Löffel Zucker, in Wasser gelöst, frisch aufgesetzt. Die gelartigen Konsistenz der Kefirperlen besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, Bakterien und Hefezellen, die in dieser Kombination ein symbiotisches Verhältnis eingehen. Durch den Abbau von Zucker zu Kohlensäure und organischen Säuren entsteht in wenigen Stunden ein gesundheitsförderliches, milchsäurehaltiges Gärgetränk.

Mit Wasser auffüllen Zucker in Wasser lösen
Zucker, Wasser, Kefirkristalle Wasserkefir neu aufsetzen
Wasserkefir mit Trockenobst füttern

Gefüttert wird unsere Melange mit Trockenobst, Cranberries oder Datteln, die zusätzlichen Geschmack liefern. Nach und nach vermehren sich auch die japanischen Kristalle, die regelmäßig abgegegossen wieder gewaschen und neu aufgesetzt werden. Der erhaltene Wasserkefir landet bei uns dann zum Beispiel als flüssige Grundzutat in grünen Smoothies.

Green Smoothie mit Wasserkefir

Confierte Entenmägen mit Granatapfel-Rosenkohl

Entenmägen mit Granatapfel und Rosenkohl

Roter Rosenkohl wächst in unserem Kleingarten dieses Jahr, wie die Flower Sprouts bei Paprika meets Kardamon. Diese Röschen blühen noch am Stamm blättrig auf und das Blattgrün ist von rot-violetten Adern durchzogen, was natürlich wahnsinnig dekorativ aussieht. So bildhübsch, dass wir diese vermutlich letzte Ernte zusammen mit confierten Entenmägen vom Wochenmarkt in Toulouse ins Winterqartier einfahren und gemeinsam verbraten.

Rosenkohl aus eigener Ernte

Den erntefrischen Rosenkohl ordentich putzen und verlesen, dann bloß kurz in kochendes Salzwasser geben, abgießen und kalt durchgespült blanchieren. Damit hält sich die Farbe.

Rosenkohl kochen Gekochten Rosenkoh blanchieren
Confierte Entenmägen

Die mitgebrachten Entenmägen sind bereits confiert und werden nur ganz sanft in der Pfanne angebraten, leicht mehliert und schmoren schließlich in angegossenem Weißwein bis der Sud bindet. Zuletzt noch den blanchierten Rosenkohl darin warm schwenken und alles zusammen mit ausgeklopften Granatapfelkernen anrichten.

Entenmägen anbraten Entenmägen in Weißwein schmoren
Confierte Entenmägen mit Rosenkohl

Zucchinischwemme über Norwegen – für die Kochgruppe

KochgruppeSagenhaft war die Zucchinischwemme, von der unser Kleingarten letztes Jahr überrollt wurde und immer noch stapeln sich die Kürbengewächse auf der heimischen Fensterbank. Schließlich waren wir auch einige Wochen in Norwegen, haben Klippfisch mit passenden Rezepten aus der Camperküche im Gepäck, so dass bei der letzten Kochgruppe an meinem Herd gleich alles zusammen verbraten wird. Reihum kocht sonst einer und drei Gänge sind Pflicht:

Zucchinischwemme im Kleingarten

Gebratene Zucchiniröllchen mit Frischkäse und Ruccola

Gebratene Zucchiniröllchen mit Ziegenfrischkäse, eingelegten Tomaten und Ruccola

Zucchini mit der Brotmaschine zu schmalen Streifen hobeln, beidseitig in ganz wenig Öl anbraten und abtropfen lassen. Mit Ziegenfrischkäse bepinseln. Gehackte, eingelegte Tomaten sowie einen Ruccolabund einlegen, aufwickeln und mit etwas Balsamicoessig benetzt anrichten.

Gebratene Zucchiniröllchen Zucchiniröllchen zur Vorspeise
Vorspeise: Zucchiniröllchen und Artischockendipp

Artischockendipp

Eingelegte Artischocken im Sud und mit dem restlichen Ziegenfrischkäse pürieren.

Artischockencreme

Klippfischeintopf mit Chorizo

Den Stockfisch einen Tag wässern. Dabei das Wasser gelegentlich auswechseln.
Dieses Rezept aus Norwegen ist eigentlich ziemilch einfach: Eine gestückelte Speckseite mit Suppengemüse anrösten, Wasser aufgießen und mit einem Teil Steckrübe gute zwei Stunden simmern lassen. Gern über Nacht abkühlend stehen lassen.
Danach das ausgekochte Suppengedöns abfischen, frische Steckrübenwürfel in den Fond geben und aufkochen. Zuletzt Stücke vom Stockfisch darin warm ziehen lassen und mit gebratener Chorizo auftischen.

Klippfischeintopf mit Steckrübe und Chorizo

Thorstens Orangen-Mandelkuchen

Für den Kuchen 300 g Zucker mit der abgeriebenen Schale von 2 unbehandelten Orangen und einer ebensolchen Zitrone vermengen. Anschließend 280 g gemahlene Mandeln dazugeben und mit einer Küchenmaschine zusammen mit 200 g Butter verrühren. Nun werden 4 Eier, 100 g Mehl und eine Prise Salz zur Masse geben und alles gut durchgemixt bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig in eine gebutterte Springform geben und bei 180 °C in den vorgeheizten Backofen für 30-35 Minuten backen. Er sollte schön saftig durchgebacken sein, wenn die Oberfläche eine leichte Bräunung annimmt.

Kurz bevor der Kuchen ausgebacken ist, den Saft von 4 Orangen auspressen und zusammen mit 80 g Zucker in einen Topf zu einem Sirup aufkochen. Wer mag, kann noch etwas Zitronensaft dazu geben.
Am besten darauf achten, dass der Kuchen im Ofen nicht zu braun wird, da dieser nun mit dem heißen Sirup löffelweise beträuft wird und somit noch weiter Farbe annimmt. Den gesamten Sirup verwenden, abschließend den Kuchen mit etwas Orangenzesten verzieren und auskühlen lassen.

Der Orangenkuchen schmeckt am Besten, wenn er einen Tag durchziehen konnte.

Thorstens Mandelkuchen




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