Archiv der Kategorie 'Gärtnerbeauty'

Zwiebelsuppe statt Eiskratzer


Wo ist eigentlich der Eiskratzer? Jedes Jahr dasselbe und ich vermute inzwischen, dass sich irgendwo eine konspirative Zelle dieser verlorenen Dinger gebildet hat, deren Abwesenheit mir so regelmäßig meine Morgenroutine durchkreuzt. Bei den Gegenstücken einzelner Socken etwa, die einem aus der Waschmaschine nachhängen. Dafür gibt es Zwiebelsuppe, denn es ist endlich wieder Kochgruppe.

Zwiebelsuppe, das heißt: Massig Zwiebeln in halbe Ringe schneiden und ohne Öl vorsichtig im Topf bräunen. Ein Schlag Schweineschmalz schadet nicht. Prise Mehl mitschwitzen, mit reichlich Sherry ablöschen und mit Gemüsefond auffüllen. Sherry allein ist mir dann doch zu lasch, darum gibts noch ein gutes Glas Restriesling oben drauf. Einmal aufkochen, noch 20 Minuten leise simmern lassen und derweil schonmal den Ofen vorheizen. Einen Schlag Restsahne rühr ich zuletzt noch unter, aber das kann man sich getrost sparen.

Die Suppe in Schüsseln umladen, keine Sorge, dieses System ist bereits sicherheitsgeprüft und für durchführbar befunden. Zwei Scheiben Baguette auflegen, Gruyère drüber streuen und im Ofen gratinieren. Vorsicht, heiß und fettig, aber das soll so. Unbedingt!

Zwiebelsuppe

Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – ein kulinarischer Streifzug durch Sevilla

Kulinarischer Stadtrundgang, Sevilla

Etwas zu Essen findet man in Sevilla an jeder Ecke. Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – überall bieten die Lokale stolz ihr Tapas, Raciones oder Platos als typisches Kneipenessen oder als Menü zu unschlagbar günstigen Preisen an. Einen schnellen Happen findet man hier für unterwegs ebenso, wie den ir de tapas, bei dem sich Portion um Portion in wechselnden Locations zum sozialen Event mit wachsender Teilnehmerzahl entwickelt. Bis sich die Gruppe schließlich in der letzten Bar noch eine ordentliche Platte zum Abschluss teilt. Am besten frittierten Fisch mit Essig, gegen den Kater.

Markthallen von Triana

Mercado d Triana

Das erste kühle Bierchen wird hier nämlich schon vormittags gezischt. Bei einem Bummel durch die Markthallen des Viertels lassen sich alle Zutaten für den weiteren Stadtrundgang in handhabbaren Portionen auf die Hand oder für Zuhause mitnehmen. Anschließend finden sich an jeder Ecke Einkäufer und Marktbeschicker zum Palaver zusammen, um die Angebote fangfrisch vor Ort zu zu verkosten. Aufgrund der vielen kleinen Teller, kann man mit Tapas die vielfältige Bandbreite spanischer Esskultur erleben.

Einkaufen Mercao Triana Caracoles, spanische Wegschnecken
Spanish Streetfood: Chorizo, Queso und Jamón auf die Hand Essen auf dem Markt

Getrockneter Fischrogen als Ceviche mit Paprika, Langostinos und Stabmuscheln – mitunter erfordert es ein wenig Mut, sich den vielen neuen Geschmackseindrücken zu stellen. Gerade auf den Märkten fällt mir das deshalb leichter, weil man in den Auslagen schonmal sehen kann, was kommt. So muss sich niemand auf geschriebene Anschläge oder multilinguale Erklärungen mit Halbwissen verlassen, sondern zeigt einfach und direkt, was man haben möchte. Genau das bekommt man dann auch. Kein dekoratives Beiwerk, kein Schnickschnack. Unglaublich lecker!

Huevos - Getrockneter Fischrogen Frischer Fisch vom Markt
Stabmuscheln essen

Markteinkauf Triana

Markthalle von Triana

Picknick im Grünen

Picknick in den Gärten von Alcázar

In den Gärten des mittelalterlichen Königpalastes von Alcázar lässt es sich nicht nur ganz wunderbar abseits belebter Gassen flanieren. Im Laubengarten, dem Jardín del Cenador, speisten schon Könige wie Karl V. in einem der Pavillions mit Blick ins Grüne. Trotz der flughafenähnlichen Eingangskontrollen bekommen wir unser Besteck sowie alle Zutaten im Rucksack mit rein. Breitet man sich im Garten nicht zu offensichtlich aus, findet man also die perfekte Kulisse für ein lauschiges Geburtstagspicknick mitten in der Stadt.

Estanque de Mercurio Laubengarten in Alcazar - Jardín del Cenador
Picknickplatz im Grünen Geburtstagskuchen to Go

Tapasbar La Entrañable Triana

Tapas im La Entrañable

Nach der Siesta ist Tapastime. So ungezwungen das Spektakel zunächst aussieht, verlangen die zahlreichen Variationen doch einige soziale Konventionen. So kann es schonmal passieren, dass man als Einzelner gar nichts zu Essen serviert bekommt, weil sich viele einig sind, dass man nicht alleine isst. Jedenfalls nicht am Tisch. Direkt an der Bar wird das nicht so eng gesehen. Man bestellt ein Getränk – para tomar algo, kommt mit anderen ins Gespräch und erst wenn sich so casual ein paar Bekanntschaften zusammenfinden, beginnt das eigentliche Ritual. Dabei folgt man am besten den jeweiligen Empfehlungen, snackt sich durch – para picar algo – und zieht dann auch bald weiter. Ansonsten kann es schonmal passieren, dass nach einer längeren Sitzung plötzlich die Kaffeemaschine kaputt ist, weil schon längst neue, hungrige Gäste – para tapear – warten. Fix die Rechnung ordern und dann geht es eben woanders weiter.

Tapas, Ceveza und Sardinas Typisch Sevilla: Caracoles, Schnecken und geschmorte Schweiebacke
Essen unter Nachbarn

Essen unter Nachbarn: Taberna Sol y Sombra

Während in den öffentlichen Bars nach allen Seiten hin viel Getue um die Tapas herrscht, geht es in den nachbarschaftlich orientierten Tabernas abends eher beschaulich zu. Hier treffen sich vor allem Familien beim Wirt um die Ecke, dessen Küche deshalb nicht weniger Spannendes zu bieten hat. Man beginnt mit etwas kühlem zum Sangria, Ibericoschinken oder Käse. Dann steigert man sich langsam zu warmen Happen, mit eher traditioneller Ausrichtung. So essen wir nach Jahren mal wieder Froschschenkel, folgen aber auch der Empfehlung zur geschmorten Schweinebacke gerne. Besonders lecker auch Tortilla de Camarones – Kartoffelpuffer mit Krabben, bzw. Krill.

Taberna Sol y Sombra Tortilla de Camarones
Gebratene Froschschenkel Taberna und Cruzcampo
Bar La Moderna, Santa Cruz Sevilla

Bar La Moderna in Santa Cruz

Ist man endlich eingegroovt in das Tapasgeschäft, hat man demnach mehrere Etablissements abgeklappert, einige schräge Blicke riskiert, aber eben auch viel getrunken, unglaublich leckere Kombinationen durch den Gaumen rutschen lassen und bestenfalls ein paar neue Freunde gefunden. Am Ende des Abends landet so eine Gruppe dann in einem Restaurant, wie der Bar La Moderna. Para comer, um endlich eine richtige Mahlzeit zu essen. Dazu wird man mit mehreren Leuten dann etwas separiert gesetzt, schließlich kann es lauter werden. Vor allem wenn die letzten Raciones auf den Tisch kommen. Man einigt sich auf größere Platten, die untereinander aufgeteilt und gegenseitig serviert werden. In der Regel übernehmen das hier ganz klar die Männer. In dieser Gesellschaft werden sie dann plötzlich selbst zum Wirt und können nachvollziehen, warum die abwechslungsreiche Tradition eben auch von solchen unausgesprochenen Regeln lebt. In Sevilla hat Tapaskultur eine besonders orientalische Atmosphäre.

Frittierter Fisch mit Essig

Es ist ein Rosenjahr

Rosen im Kleingarten

Es ist ein Rosenjahr

Alte Rosen an Gartenlaube Rosenblüte im Kleingarten

Kinder, die Rosen!

Rote Kletterrosen

Play hard and Shake!

Play hard and Shake!

Meine sportlichen Betätigungen außerhalb von Garten und Blogosphäre setzen sich aus einer wehrhaften Mischung zusammen: Yoga für Fokussierung und Körperspannung, Kickboxen für die Hand-Fuß-Koordination und Krav Maga zum effektiven Wegballern. Bis zu viermal die Woche und in manchen Doppelstunden geht`s zum Drillinstructor und der Drang, nach einer abschließenden Saunarunde noch an der Pommesbude zu halten ist groß. So groß, dass ich sogar einen neuen Lieblingsimbiss gefunden habe, in dem Marion noch wochentags nach zehn frische Fritten über den Tresen schiebt. Ich mag Marion, aber inzwischen habe ich ein Rezept entwickelt, das ebenso resolut meine Bedürfnisse stillt: Der ultimative After Sports Shake!

Yoghurt und Banana

Crunchy Erdnussbutter Honig

Ein Becher griechischer Yoghurt, eine überreife Banane, einen ordentlichen Klacks crunchige Erdnussbutter, jeweils einen Teelöffel Honig und Weizengraspulver, welches mir aus demselbem Arsenal dieser ominösen Superfood Ecke zufliegt, wie Chiasamen und anderes Gedöns.

Weizengraspulver

Sportshake mit Wasserkefir After Sports Shake

Neben seinem hohen Eiweißanteil soll das Chlorophyll von Weizengras den Zellstoffwechsel anregen und den Sauerstofftransport im Blut verbessern. Ich will das hiermit vor allem vom Tisch bekommen, gieße alles mit selbstgemachtem Wasserkefir auf und racker mit dem Pürierstab durch bis ein cremig grüner Shake entsteht. Bäm!

Der ultimative Sportshake

Violetter Spargelbroccoli – Urgemüse mit Geschmack

Spargelbroccoli - Urgemüse mit Geschmack

Eben frisch vom Biomarkt gepflückt: Violetter Spargelbroccoli. Eine besonders frühe, italienische Sorte, die pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang reift. Und wie schmeckt der jetzt? Kaum nach Spargel, obschon dessen Form in Richtung der blühend grünen Stangen geht. Statt dessen erinnert diese alte Gemüsesorte wohl daran, wie Broccoli ursprünglich mal geschmeckt hat, bevor er in jahrelanger Überkultivierung zur grauen Krankenhauskost verkommen ist. Der violette Spargelbroccoli schmeckt nämlich tatsächlich nach Kohl.

Violetter Spargelbroccoli

Spargelbroccoli braten und schmoren

Ich entferne bloß die holzigen Enden und brate den Spargelbroccoli sanft in einer Pfanne mit etwas Sesamöl an. Lösche mit einem Schuss Sojasauce und Blutorangensaft ab und lasse ihn dann einige Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren. Anders als herkömmlicher Sprossenkohl, hält er Hitze erstaunlich lange stand und verkocht nicht so schnell.

Geschmorter Endiviensalat mit Chorizo

Nebenher schmore ich Endiviensalat mit gestückelter Chorizo im eigenen Sud, für den halbvegetarischen Mitesser gibt es eine Variation mit Pilzen und Fischsauce. Dann alles zusammen anrichten.

Spargelbroccoli, warmer Endiviensalat und Chorizo

Gärtnern ist Kriech

Im Winter wäre dieser Kleingarten wie ausgestorben, hielten nicht rüstige Dauerbewohner aus Nachkriegszeiten im Generationenvertrag Stellung. Die freuen sich jetzt, weil im Frühling wieder Leben einzieht. Wenn einem nämlich so herzlich langweilig wird, wo nicht mal groß Schnee fiel, machen se sich mitunter übereinander her. Jeder gegen jeden. Eine lockt mit reichlich Köder fremde Katzen an, der anderen ihr Nachgeborenes spielt über die Gartengrenze im Futter. Links wollen se Ruhe und rechtens zur Abkürzung den röhrenden Motorroller ums Eck durchstarten. Springt der also plötzlich nicht mehr an, weil jemand über Nacht den Benzinhahn offen gelassen hat, dann mag man zumindest erahnen, woher der Wind weht. Ich hoffe sehr, die Stimmung hält sich, wenn demnächst wieder Mäher durch die Mittagszeit rasen, und öl schon mal die Heckensäge. Gärtnern is Kriech.

Gärtnern ist Kriech

Gärtnerbeauty: Water Only!

Dieses Internet.. Neulich gehen der halbvegetarische Mitesser und ich nach dem Sport auswärts essen und nehmen beim Inder neben einem Damenkränzchen Platz. Ein Bloggertreffen spekulier ich erst, als über fehlende Postingbekanntschaften hergezogen wird. Beautyblogger in freier Wildbahn, frohlockt es mich schon, während ein Nagellack zum Tausch angeboten wird. Doch die Teilnehmerinnen halten sich erhaben über dem Altersdurchschnitt meiner jüngsten Netzentdeckungen. Wohl eher irgendwas mit Basteln also, wenn sie sich jetzt über Anleitungen aus dem Forum unterhalten. Ich sag`s euch gleich, aber ich wette, da kommt keiner drauf.

Als ich zum Nachtisch vor die Tür eine Rauchen gehe, werde ich von einer Nachzüglerin überraschend offenherzig begrüßt. Klar, Rauchen verbindet, versichern wir uns gegenseitig bis sie fragt, wie lange ich schon dabei sei. Wie jetze, wird das etwa eine hintergründige Entwöhnung? Vielleicht kommen se doch eher aus der Life-Coach-Ecke. Nein, sie sieht hinter mich, ich drehe mich fragend um und erkenne niemanden, aber sie bewundert auch bloß meine Haare. Die sind nämlich alle vom Langhaar-Netzwerk. Ohne Witz! Über meine Ausflüchte, dass meine Mähne bloß so lang werden konnte, weil ich überhaupt keine Lust habe, ständig zum Friseur zu rennen, lacht sie wissend. So finge das bei den meisten an. Ihr Ziel sei der Bauchnabel. Bis dahin soll das Haar noch wachsen, ohne dass die Spitzen innen Dutt gehen. Spitzenfreundliche Hochsteckfrisuren sind darum deren Hauptthemen und auch eine einleuchtende Erklärung dafür, warum mir die langen Haare als Gemeinsamkeit eben nicht aufgefallen waren.

Bevor ich endgültig in dieses bisher völlig unbekannte Genre abgeworben werde, stecke ich ihr noch kurz meine Sommergeschichte, nach der es meinem Haar nämlich am Besten geht, wenn ich gar keine große Pflege betreibe. Schampoo, Conditioner und Kuren völlig ignoriere, nur mehrmals am Tag ins nächste Flüsschen neben unserem Kleingarten hüpfe und die Wolle fix an der Luft trocknen lasse. Aber den Trick kennt se natürlich schon. Water Only, nickt sie abgeklärt. Hätte ich geahnt, wie schwer man aus dieser Nummer rauskommt, hätt ich besser gleich gesagt, dit ich Chef bin – von‘t Janze.

Gärtnerbeauty: Water Only!

Gärtnerbeauty: Grand Canyon Sunset

Kennt Ihr eigentlich Beautyblogs? Eine ganz eigene Welt öffnet sich einem da, soviel sei schonmal verraten. Ich bin zufällig reingestolpert, als ich nach langer Knabberzeit feststelllte, dass meine Fingernägel wie von selbst wachsen, wenn ich sie nur möglichst aufwendig lackiere. Pflegelack, Nagelhärter, Farbe, Topcoat – das ganze Pipapo. Und weil ich so ungern die Katze im Sack kaufe, reise ich via Google plötzlich in dieses Neuland, welches sich irgendwo im Dunstkreis der Modemädchen als feistes Werbenetzwerk gebildet hat. Da gibt es Tauschringe, subjektive Testberichte, Goodiebags, jede Menge Fotos und eine ganz eigene Sprache. Gehen deren Autoren auf Shoppingtour und entdecken dabei ein neues „Produkt“, dann „darf der später vielleicht einmal mit nach Hause kommen“. Ohne Witz! Zugegeben, so weit weg von den „Gögas“ (=Göttergatten) mancher Foodies sind die damit nicht und wenn ich sowas lese wie „Göga verschmäht Gürkchen, was tun?“, dann ist das mindestens genauso gruselig. Wie dem auch sei, hier mein aktuelles Nagelselfie aus dem Garten:

Gärtnerbeauty: Grand Canyon Sunset




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