Archiv der Kategorie 'Pro-dukt'

Thali – die indische Küchenplatte im kaalia Style

Beim kaalia im Hamburger Grindelviertel kann man am Wochenende Schlange stehen. Für dieses Special, welches in Indien zu besonderen Anlässen serviert wird, sind die Plätze schnell reserviert. Die Kaalia Street Cuisine bringt auf ihrer gemischten Platte einige der beliebtesten Leckereien der indischen Küche zusammen und regt damit alle Geschmacksnerven an. Die Gäste wählen zwischen Currys mit Rind, Fisch oder dem hausgemachten, indischen Käse Paneer. Mit Joghurt, Chutneys sowie salzig eingelegten Mixed Pickels kommt Mildes, Scharfes, Saures, Gebackenes, Rohes, Kaltes und Heißes zu einer Portion Reis auf den Tisch. Wer das Spektakel dieses Mal verpasst, kann sich zum Mittagstisch am
Dienstag auf indische Burger freuen!

Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – ein kulinarischer Streifzug durch Sevilla

Kulinarischer Stadtrundgang, Sevilla

Etwas zu Essen findet man in Sevilla an jeder Ecke. Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – überall bieten die Lokale stolz ihr Tapas, Raciones oder Platos als typisches Kneipenessen oder als Menü zu unschlagbar günstigen Preisen an. Einen schnellen Happen findet man hier für unterwegs ebenso, wie den ir de tapas, bei dem sich Portion um Portion in wechselnden Locations zum sozialen Event mit wachsender Teilnehmerzahl entwickelt. Bis sich die Gruppe schließlich in der letzten Bar noch eine ordentliche Platte zum Abschluss teilt. Am besten frittierten Fisch mit Essig, gegen den Kater.

Markthallen von Triana

Mercado d Triana

Das erste kühle Bierchen wird hier nämlich schon vormittags gezischt. Bei einem Bummel durch die Markthallen des Viertels lassen sich alle Zutaten für den weiteren Stadtrundgang in handhabbaren Portionen auf die Hand oder für Zuhause mitnehmen. Anschließend finden sich an jeder Ecke Einkäufer und Marktbeschicker zum Palaver zusammen, um die Angebote fangfrisch vor Ort zu zu verkosten. Aufgrund der vielen kleinen Teller, kann man mit Tapas die vielfältige Bandbreite spanischer Esskultur erleben.

Einkaufen Mercao Triana Caracoles, spanische Wegschnecken
Spanish Streetfood: Chorizo, Queso und Jamón auf die Hand Essen auf dem Markt

Getrockneter Fischrogen als Ceviche mit Paprika, Langostinos und Stabmuscheln – mitunter erfordert es ein wenig Mut, sich den vielen neuen Geschmackseindrücken zu stellen. Gerade auf den Märkten fällt mir das deshalb leichter, weil man in den Auslagen schonmal sehen kann, was kommt. So muss sich niemand auf geschriebene Anschläge oder multilinguale Erklärungen mit Halbwissen verlassen, sondern zeigt einfach und direkt, was man haben möchte. Genau das bekommt man dann auch. Kein dekoratives Beiwerk, kein Schnickschnack. Unglaublich lecker!

Huevos - Getrockneter Fischrogen Frischer Fisch vom Markt
Stabmuscheln essen

Markteinkauf Triana

Markthalle von Triana

Picknick im Grünen

Picknick in den Gärten von Alcázar

In den Gärten des mittelalterlichen Königpalastes von Alcázar lässt es sich nicht nur ganz wunderbar abseits belebter Gassen flanieren. Im Laubengarten, dem Jardín del Cenador, speisten schon Könige wie Karl V. in einem der Pavillions mit Blick ins Grüne. Trotz der flughafenähnlichen Eingangskontrollen bekommen wir unser Besteck sowie alle Zutaten im Rucksack mit rein. Breitet man sich im Garten nicht zu offensichtlich aus, findet man also die perfekte Kulisse für ein lauschiges Geburtstagspicknick mitten in der Stadt.

Estanque de Mercurio Laubengarten in Alcazar - Jardín del Cenador
Picknickplatz im Grünen Geburtstagskuchen to Go

Tapasbar La Entrañable Triana

Tapas im La Entrañable

Nach der Siesta ist Tapastime. So ungezwungen das Spektakel zunächst aussieht, verlangen die zahlreichen Variationen doch einige soziale Konventionen. So kann es schonmal passieren, dass man als Einzelner gar nichts zu Essen serviert bekommt, weil sich viele einig sind, dass man nicht alleine isst. Jedenfalls nicht am Tisch. Direkt an der Bar wird das nicht so eng gesehen. Man bestellt ein Getränk – para tomar algo, kommt mit anderen ins Gespräch und erst wenn sich so casual ein paar Bekanntschaften zusammenfinden, beginnt das eigentliche Ritual. Dabei folgt man am besten den jeweiligen Empfehlungen, snackt sich durch – para picar algo – und zieht dann auch bald weiter. Ansonsten kann es schonmal passieren, dass nach einer längeren Sitzung plötzlich die Kaffeemaschine kaputt ist, weil schon längst neue, hungrige Gäste – para tapear – warten. Fix die Rechnung ordern und dann geht es eben woanders weiter.

Tapas, Ceveza und Sardinas Typisch Sevilla: Caracoles, Schnecken und geschmorte Schweiebacke
Essen unter Nachbarn

Essen unter Nachbarn: Taberna Sol y Sombra

Während in den öffentlichen Bars nach allen Seiten hin viel Getue um die Tapas herrscht, geht es in den nachbarschaftlich orientierten Tabernas abends eher beschaulich zu. Hier treffen sich vor allem Familien beim Wirt um die Ecke, dessen Küche deshalb nicht weniger Spannendes zu bieten hat. Man beginnt mit etwas kühlem zum Sangria, Ibericoschinken oder Käse. Dann steigert man sich langsam zu warmen Happen, mit eher traditioneller Ausrichtung. So essen wir nach Jahren mal wieder Froschschenkel, folgen aber auch der Empfehlung zur geschmorten Schweinebacke gerne. Besonders lecker auch Tortilla de Camarones – Kartoffelpuffer mit Krabben, bzw. Krill.

Taberna Sol y Sombra Tortilla de Camarones
Gebratene Froschschenkel Taberna und Cruzcampo
Bar La Moderna, Santa Cruz Sevilla

Bar La Moderna in Santa Cruz

Ist man endlich eingegroovt in das Tapasgeschäft, hat man demnach mehrere Etablissements abgeklappert, einige schräge Blicke riskiert, aber eben auch viel getrunken, unglaublich leckere Kombinationen durch den Gaumen rutschen lassen und bestenfalls ein paar neue Freunde gefunden. Am Ende des Abends landet so eine Gruppe dann in einem Restaurant, wie der Bar La Moderna. Para comer, um endlich eine richtige Mahlzeit zu essen. Dazu wird man mit mehreren Leuten dann etwas separiert gesetzt, schließlich kann es lauter werden. Vor allem wenn die letzten Raciones auf den Tisch kommen. Man einigt sich auf größere Platten, die untereinander aufgeteilt und gegenseitig serviert werden. In der Regel übernehmen das hier ganz klar die Männer. In dieser Gesellschaft werden sie dann plötzlich selbst zum Wirt und können nachvollziehen, warum die abwechslungsreiche Tradition eben auch von solchen unausgesprochenen Regeln lebt. In Sevilla hat Tapaskultur eine besonders orientalische Atmosphäre.

Frittierter Fisch mit Essig

Sevillas Geschichte zwischen Triana und Santa Cruz – historischer Stadtrundgang

Altstadt von Sevilla - historischer Stadtrundgang

Die Altstadt von Sevilla in Andalusien ist eine der größten. Nur Venedig und Genua liegen im europäischen Vergleich noch eine nasenlänge vorn. Die historische Geschichte dieser Stadt, die bereits vor der Ankunft der Römer als wichtiges Handelszentrum und Brücke zum Orient galt, lässt sich anhand eines historischen Stadtbummels abspazieren. Von Game of Thrones über Carmen bis Star Wars – Sevilla bietet auch für unser Weekend Getaway die perfekte Kulisse.

Torre del Oro

Viele Brunnen der Stadt, welche vermutlich von Phöniziern gegründet wurde, werden über die Überreste römischer Aquädukte gespeist. Canos de Carmona, werden sie genannt. Am Ufer des Flusses Guadalquivir, der hier die Altstadt von der ehemaligen Vorstadt Triana trennt, leuchtet der Torre del Oro als eines der Wahrzeichen über das Wasser. Er ist dem Leuchtturm von Alexandria nachempfunden und stammt in seinen Grundmauern noch aus der Zeit der Mauren. Westgoten hatten während der Spätantike geherrscht und die Stadt zum Sitz des Erzbischofs Isidor von Sevilla erhoben. Bedeutend für die Konstruktion von Wirklichkeiten wurde Isidors universell anwendbares Verfahrens der Welterklärung mittels Wahrheitsfindung durch Sprache, das er Etymologie nannte.
Islamisierte Berber eroberten die Stadt 712 im Kampf bis Normannen die Stadt 844 zerstörten. Den Mauren galt dieser Turm am Fluss als militärisches Sperrwerk, um feindliche Schiffe abzuhalten. Das Kalifat von Córdoba, die Taifendynastie der Abbadiden, berberische Almoraviden und Almohaden verfügten während dieser islamischen Zeit über die iberische Halbinsel.

Giralda in Sevilla

Giralda

Isidor von Sevillas „etymologisch“ gewonnene Wesenserkenntnis eines Begriffes gilt als tiefgründiger, im Vergleich zu philosophisch oder naturwissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen. Seine Berichte begründeten den Mythos von der Überlegenheit der Goten und legitimierten später die Reconquista. In diesem Rahmen eroberte Ferdinand III. von Kastilien im November 1248 den Ort zurück, der seitdem im Besitz der christlichen Spanier blieb.
Die Giralda, das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt, ist das ehemalige Minarett der Hauptmoschee von Sevilla, die von der christlichen Reconquista geblieben ist. Während die zur Kirche umfunktionierte Moschee im 15. Jahrhundert niedergerissen und als spätgotische Kathedrale neu erbaut wurde. Die Giralda erinnert an den Turm der in Marrakesch erbauten Koutoubia-Moschee und galt zu der Zeit als höchstes Gebäude der Welt, welches nur von den ägyptischen Pyramiden in Gizeh übertroffen wurde.

Minarett der ehemaligen Moschee von Sevilla

Kathedrale von Sevilla Santa María de la Sede Palast Al-Muwarrak, Alcázar
Garten des Alcázar von Sevilla

Alcázar von Sevilla

Der mittelalterliche Königspalast von Sevilla, Reales Alcázares de Sevilla gegenüber der Kathedrale, war zunächst als maurisches Fort angelegt. Die Almohaden errichteten mit dem Al-Muwarrak einen ersten Palast, der von späteren Monarchien mehrfach erweitert wurde. Heute zählt der Alcázar mit seinen unter christlicher Herrschaft entstanden Bauten als am besten erhaltenes Beispiel für die Mudéjar – Architektur mit islamischem Einfluss – und als ältester Königspalast Europas. Ab 1364 wurde der größte Teil der modernen Anlagen auf den maurischen Ruinen für Peter I. gebaut.

König Peters Palast vom Patio de la Monteria

Fassade des Palasts von Don Pedro I, Alcazar Patio de Las Muñecas - Hof der Puppen
Salon de los Infantes - Gemächer der Königskinder

Islamische Rundbögen Salón de los Embajadores - Botschaftersaal
Patio de las Donceilas - Hof der Mädchen

Die Bäder von Doña María de Padilla

Estanque de Mercurio

Am 6. Februar 1481 fand das wahrscheinlich erste Autodafé in Sevilla statt. Das Castillo de San Jorge wurde, unter der Herrschaft katholischer Könige, zum Sitz der Spanischen Inquisition und blieb es bis 1626. Am Fuße der Puente de Triana, unterhalb der 1927 eingeweihten Capilla del Carmen, liegt das Gebäude heute im Keller der Markthallen von Triana. Einer ehemaligen Vorstadt von Sevilla am anderen Ufer des Flusses.

Capilla del Carmen

Plaza de España

Plaza de España

Amerigo Vespucci und Ferdinand Magellan begannen hier ihre Entdeckungsreisen und so erlangte Sevilla seine Blütezeit nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492. Im 16. und 17. Jahrhundert erhielt die Stadt als Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels und Zentrum der spanischen Kunst internationale wirtschaftliche Bedeutung. Seitdem die Spanier im Krieg mit den USA 1905 ihre letzten Besitzungen in Amerika aufgeben mussten, sollte die Iberoamerikanische Ausstellung 1929 zumindest die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den südamerikanischen Ländern festigen. Die Militärregierung in Madrid hegte Träume von einem hispano-amerikanischen Block, der in der Welt als Machtfaktor beachtet würde. Vor diesem Hintergrund entstand mit dem Plaza de España einer der bekanntesten Plätze in Sevilla, der im Kinofilm Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger als Schauplatz des Planeten Naboo gezeigt wurde.

Plaza de España, Südturm Detailansicht Plaza de España
Treppenhaus Plaza de España Plaza de España, Hauptportal
Kachelornamente der spanischen Provinzen

Rundbögen und Ornamente Deckenansicht Plaza de España
Plaza de España, Detailansicht Südansicht Plaza de España
1929 Iberoamerikanische Ausstellung

Campingküche – Rezepte für den Roadtrip Richtung Süden.

Campingküche - schnelle Rezepte für unterwegs

Wie lange noch? Ich muss mal! Und was essen wir? Wer kennt sie nicht, solche frei artikulierten Übersprungshandlungen zwischen zwei Reisezielen. Wenn einem die Zeit auf dem Bock doch zu lang wird, die Nächte im Camper wie im Flug vorbeiziehen oder Strapazen des Tages bis zu den Knien hängen. Gegessen wird immer und auch wenn auf dem Roadtrip Richtung Süden überall günstige Menüs, Tapas, Snacks und Knabberkram wie Streetfood zur Hand gehen, wird man früher oder später selber kochen müssen. Von den Basics aus der Küche über schnelle Rezepte bis hin zu abendfüllenden Genussmitteln hat man in seinem Wohnmobil eigentlich immer alles dabei. Was man halt braucht wird bei ausgewiesenen Travelfoodies durch Fundstücke und Leckereien ergänzt, an denen man unterwegs vorbei kommt. Einfach alles einpacken und ausprobieren! Schwalbe on Tour.

Der Kaffee ist fertig

Egal ob Zuhause oder unterweg mit dem Van, bevor morgens die Rödelei losgeht, gibt es erstmal einen Kaffee. Schnell gestippt, mit einem Croissant, Churros oder anderem Süßgepäck, kommen wir ganz gemächlich in die Gänge.


Petit Déjeuner

Frühstück

Ein Sprung ins Meer ist nach dem Aufstehen natürlich viel befriedigender als fixe Katzenwäsche in der Nasszelle so eines Wohnmobils. Solche Erfrischungen unter freiem Himmel wecken Lebensgeister und der Appetit kommt wie von selbst. Gesammelte Aufschnitte und Süßigkeiten sind schnell zur Hand. Stulle, Sandwich, Bemme, Bums. Es ist schon erstaunlich, was sich für kulinarische Köstlichkeiten ansammeln, wenn man mobil durch die Lande reist. Danach kann`s weitergehen.


Frühstück - Campingküche


Rührei

Huevos Rancheros – das spanische Bauernfrühstück

Eigentlich mag ich es morgens nämlich am liebsten Herzhaft. Schließlich kennt man Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages und die muss einige Zeit vorhalten, will man auf seiner Reise Strecke machen. Eier gibt`s überall, Würstchen in allen Farben und Formen lassen sich schnell verbraten und so entsteht diese Interpretation eines spanischen Bauernfrühstücks as we go. Huevos Rancheros!

Rührei braten Merguez braten
Rührei mit Merguez

Picknick on the Road

Gas geben, weiterfahren. Sehenswürdigkeiten oder Souvenirs sammeln wir auf dem Weg mit ebensolcher Leidenschaft ein, wie wir regionalen Zutaten hinterherjagen. Weil man kaum alles auskochen kann, eignen sich am Besten solche Komponenten für die Campingküche, die sich gleich als Ingredienzen in jedes Picknick fügen. Dabei bleibt die Küche zwar kalt, aber satt wird man trotzdem.

Picknick, die kleine Pause unterwegs Snacks zum Picknick


Picknickzutaten

Schnelle Küche vom Grill

Schnelle Küche vom Grill

Wetter gut, Essen auch. Schrieben wir auf der Fahrt Postkarten in die Heimat, sehe der Text wohl ähnlich aus. Schließlich will man sich in neuer Umgebung nicht unnötig lange mit alltäglicher Routine aufhalten. Für`s Gefühl zischen wir in der Wildnis den Grill heiß. Entrecote, Pimientos de Padron und ein kühler Sidra dazu – dann ist man bei aller Robustheit ganz schnell beim Glamping.

Canpingküche Deluxe

Schnelle Rezepte für den Campingurlaub

Abends kann man sich wieder Zeit lassen. Während es draußen dunkel wird, sieht man eh nicht mehr viel von der Landschaft. Viele Restaurants öffnen hier im Süden erst sehr spät und so findet man immer Muße, eine handfeste Grundlage für den nächsten Tag vorzubereiten. Einfach einen kräftigen Fond aus gestückeltem Suppengemüse und einer Speckschwarte aufkochen. Hülsenfrüchte über Nacht einweichen lassen und schon entsteht in der Campingküche ganz nebenbei ein satter Eintopf, der sich beliebig abwandeln lässt.

Der Absacker – don`t drink & drive

Gekrönte Navigatoren dürfen auf so einer Rundreise schonmal Fünfe gerade sein lassen, mittags ein Bierchen in der Sonne zischen und der nordspanische Sidra hat eh nicht viel Umdrehungen. Der Fahrer kann die Ereignisse des Tages jedoch erst spät abends bei einem kühlen Kaltgetränk Revue passieren lassen. Dann, wenn die Öllämpe im Bus für diffuse Stimmung sorgt und plötzlich die Apothekerfläschchen aus den hinteren Regalen purzeln, während man schon nachtblind nach dem Schlafkleid tastet. Auf die Tour haben wir Brandy entdeckt.

Llanes in Asturien – mit der Schwalbe on Tour in Nordspanien

Asturien - mit der Schwalbe durch Nordspanien

Die erste große Etappe unseres Roadtrips Richtung Süden haben wir hinter uns. Nachdem wir die schönsten Badeorte der französischen Atlantikküste abgeklappert hatten und heil von einem Wanderausflug ins Baskenland gestiegen sind, erreichen wir nach etwa einer Woche einen ersten, festen Zielpunkt in Llanes. Das Fürstentum Asturien in Nordspanien hatten wir uns eigentlich ausgeguckt, weil man hier neben tollen Landschaften der Costa Verde auch einen optimalen Startpunkt in die kantabrischen Pyrenäen findet. Die berühmten Picos de Europa sind hier schnell zu erreichen. Allerdings ist man gut beraten, sich nach dem Wetter zu richten. Während zur Seeseite bestes Spätsommerwetter zu den schönsten Stränden Nordspaniens zieht, kann es im bergigen Landesinneren oft wolkenverhangen sein. Wir nutzen die Zeit trotzdem, um einfach mal wieder in Ruhe aufzutanken.

Schwalbe on Tour - Llanes

Satt grüne Pyrenäenausläufer der Bergkette Sierra del Cuera fallen in Llanes direkt ins Meer und treffen antlang der Buchten auf ausgewaschene Kalkriffe, die zu malerisch geschützt liegenden Stränden in den Atlantik wachsen. Wir errichten unser Lager direkt oberhalb dieser Klippen, auf einem kleinen Campingplatz mit Blick auf den Golf von Biscaya. Kurz unterhalb der Kapelle de la Guía. Am nächsten Tag schnallen wir die Fahrräder ab und erkunden die Stadt, deren Mauer aus dem 13. Jahrhundert und Gebäude aus dem Mittelalter teilweise erhalten geblieben sind. Die historische Altstadt dieses kleinen Fischerortes von 12000 Einwohnern steht mit ihren Palästen der Gotik und des Barock heute unter Denkmalschutz.


Villa in Llanes

Altstadt von Llanes


Palacio Duque de Estrada in Llanes

Llanes Altstadt

Architektur in Llanes

Während in den Siderias der schmalen Gassen von Llanes am späteren Abend Apfelwein in Strömen fließt, hält man sich mittags mit ein paar Tapas über Wasser. Am Hafen sitzen wir mit Aussicht auf das geschäftige Treiben der Touristen vor allem mit Einwohnern in der Bar Uri. Eine klassische Tapasbar, in der man sich kleine und größere Gerichte frei Schnauze zusammenstellen lassen kann. Pulpo, Kutteln und eingelegte Anchovas kommen bei uns auf den Tisch und anschließend zieht man sich an einem der Stadtstrände zur Siesta zurück. Die ist hier schließlich heilig.

Tapasbar in Llanes

Siesta am Playa del Toró Kalksteinklippen
Herzen am Stand Kalksteinkliff am Stand von Llanes

Am Playa del Toró, kurz hinter unserem Campingplatz, bildet weicher Kalksteinsand eine natürliche Lagune aus der bizarre Felsformationen aus Spitzen und Höhlen Krabben und anderes Getier beheimaten. In den geschützten Pools dazwischen kann man wunderbar baden.

Playa del Toró

Bäume auf dem Paseo Pedro Schnick Schnack in Llanes
Paseo de San Pedro

Abends wandern wir ein Stück auf dem südlich gelegenen Paseo de San Pedro über die Steilklippen in den Sonnenuntergang und essen bei den unschlagbar günstigen Menüpreisen im Casa Canene schon wieder auswärts. Für nicht mal 20 Euro bekommt man hier drei einfach Gänge serviert, dazu einen Hauswein, eine Flasche Wasser inklusive. Keine Überraschungen, dennoch solide, einfache Küche mit tollen Produkten.

Morgens folgt ein Frühstück, in einem der ältesten Cafés der Stadt, wo man eine beeindruckende Auswahl feinster Trinkschokoladen vor sich hat. Dazu gibt es Churros, traditionelles Schmalzgebäck, das ich bisher von einigen Strandverkäufern in eher zäher Erinnerung hatte. Frisch ausgebacken, gestippt in so einen sämigen Kakao schmeckt es uns hier jedoch richtig gut. Wir genießen diesen gediegenen Start in den Tag gemeinsam mit altehrwürdigen Damen und Herren, die sich zum Wochenmarkt hin richtig schick gemacht haben. Man fühlt sich im Salon-Cafe Hotel Paraiso wie auf einer Zeitreise.

Rustikaler wird es unten am Hafen, dessen rauhes Flair früherer Walfänger trotz der modernen Sportboote immer noch zu spüren ist, wenn die Fischer hier ihre Thunfische an Land bringen. Im La Casa Del Mar bekommt man den ganzen Tag satte Fischplatten für wenig Geld. Sidra, noch einen Cortado und dann segeln wir mit unserer Schwalbe auch schon weiter.

Frischer Thunfisch Fischer in Asturien
Mittagsmenü im Casa del Mar
Hafen von Llanes

Französische Atlantikküste bis ins Baskenland – Schwalbe on Tour: Roadtrip!

La Charente-Maritime

Le Grand Sud-Ouest français nennt man die Gegend entlang der französischen Atlantikküste Richtung Baskenland. Sie umschließt u.a. die Départements Charentes bis Aquitaine. Wir lassen auf unserem Roadtrip mit dem Camper Richtung Süden Normandie und Bretagne hinter uns. Die Schwalbe segelt jetzt zielsicher zu den nächsten Austernhäfen und Surfspots. So langsam kommt Urlaubsstimmung auf.

Bassin de Marennes-Oléron

Marennes-Oléron

Die am Meer gelegene Seite Charente-Maritime ist vor allem für ihre hervorragende Austernzucht bekannt. Wir parken direkt neben so einer Hütte, essen hier mittags wie abends die besten Meeresfrüchte und radeln entlang der Zuchtbecken mit Blick auf die vorgelagerte Île d’Oléron. Spektakuläre Sonnenuntergänge kann man jedoch nur schwer genießen. Durch die seichten Gewässer ringsrum bereitet eine Mückenplage pure Pein. Für eine Nacht im Wohnmobil ist diese Lage dennoch hochromantisch.

Restaurant Le Cayenne


Gardiennage Marennes Marennes Plage
Schnick Schnack Schnuck - Fahrradtour

Marennes-Oléron

Schwalbe in Tour

Bassin d`Arcachon

Bassin d`Arcachon

Mit der Zeit kann man sich auf so einer Campingtour auch mal verschätzen. Wir geraten in den Wochenendverkehr der Franzosen rund um Bordeaux und bleiben vor allem doch aus Nostalgiegründen eine Nacht am Bassin d`Arcachon. Ganz in der Nähe habe ich früher immer meine Sommerferien verbracht. In den Cabannes der Austernfischer im Hafen von la Teste werden Muscheln pur mit etwas Pastete zum Hauswein serviert. Zarte Schnecken sind unbedingt zum Probieren empfohlen und bevor wir hier endgültig versacken, schickt uns der Kellner noch zu einem unbewachten Stellplatz am Strand de La Hume. Hier gibt es nämlich Außenduschen. Die brausen zwar kalt, aber dankbar sind wir für diesen Tipp trotzdem. Merci!

Austernfischer Meeresfrüchte
Pastete Frische Austern
Austern essen Port der la Teste
Plage de La Hume

Biscarosse Océan

Biscarosse Océan

Dem Tipp des Kellners folgen wir auch am nächsten Tag noch gern. Landen zum Mittag beinahe pünktlich beim Surfcup in Biscarosse Océan und genießen das Getue etwas erhaben auf einer Terrasse in den Dünen. Mit Austern. Dabei rangeln wir ambitioniert mit Groupies um die besten Plätze. Fahren zum Schwimmen noch ein Stück weiter und finden nach ein paar Badeorten schließlich wieder einen abgeschiedenen Schlafplatz für die Nacht.

Badeorte französische Atlantikküste Surfsport Aquitaine


Lou Bisca Surf Club


Contis Plage

Contis Plage

In Contis Plage ist während der Saison, wie in Biscarosse, sicher die Hölle los. Außerhalb der großen Ferien teilt man sich die hoch aufragenden Dünen bloß mit ein paar Sonnenuntergangsanbetern, die mit den letzten Strahlen von hier verschwinden. Unten gibt es einen kleinen Campingplatz und morgens hat man den Sonnenaufgang über den langgezogenen Pinienwäldern ganz für sich. Während wir oben noch maulfaul den ersten Kaffee schlürfen, zwacken sich die Surfer schon wieder in ihren Frack.

Sonnenaufgang in Contis Sonnenuntergang in Contis
Surfcamp Contis Plage


Campingplatz Contis

Saint Jean de Luz

Kurz vor Saint Jean de Luz – im französischen Teil des Baskenlandes – spitzt sich die Stellplatzsituation unerwartet zu. Die meisten Campingplätze scheinen fest in der Hand internationaler Dauercamper zu sein, die uns spät nachts noch das Schwarze unter der Fingernägeln gönnen. Nach einigen Versuchen, geben wir es auf, lassen den Anrainern ihre geräumigen Vorgärten und bleiben auf einem schnöden Parkplatz. Als es am nächsten Tag hell wird, freuen wir uns einfach über die grandiose Aussicht.

Roadtrip französische Atlantikküste – Bretagne: Schwalbe on Tour.

Bretagne - Schwalbe on Tour

Über die Normandie halten wir mit unserem Camper Kurs auf Nordspanien. Entlang der Kluften und Schluchten französischer Atlantikküste, segeln wir mit unserer Schwalbe über Honfleur – La Hague schließlich in die Bretagne ein. Die Route führt über Cancale – St-Malo – Pointe du Raz und weiter südlich geht es über Marennes – Bassin d`Arcachon – die Badeorte Biscarrosse und Contis bis Saint Jean de Luz ins Baskenland.

Austernbänke vor Cancale

Küstenwanderweg von Cancale bis St-Malo

In den Austernhütten bei Le Vivier-sur-Mer kurz vor Cancale essen wir die handtellergroßen Muscheln direkt vom Höker. Ich mag ja den Austernmarkt in Cancale. Mit Blick auf die vorgelagerten Austernbänke futtert man die Dinger ganz unprätentiös auf der Kaimauer sitzend. Probierstände finden sich aber bereits entlang der gesamten Rue de Baie ab den großen Salinen hinterm Mont St. Michel. Und in diesen Vororten kann man zumindest in den Restaurants deutlich günstiger essen, als in Cancale selbst. Wir kundschaften ein paar kleinere Häfen in Richtung der Point du Gruin aus und übernachten in einer Straßenbucht mit Blick auf eine Heidelandschaft der bretonischen Steilküste, die hier an den einen oder anderen Hitchcock-Klassiker erinnert.


Cancale

Pointe du Gruin

Am nächsten Morgen folgen wir trotz Regenwetters dem Küstenwanderweg ein Stück Richtung St-Malo. Entlang dieses alten Zöllnerpfades steigt man immer mal wieder hinab in einsame Buchten und so finden wir das perfekte Panorama für unseren nächsten Badetag. Die Duschvorrichtung im Camper ist doch eher für Notfälle gedacht.

Steilküste bei Cancale Küstenwanderung Bretagne
Strandbotanik Wanderstiefel

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Ein von Schnick Schnack (@schnickschnacksschnuck) gepostetes Foto am


Plage du Saussaye

Küstenwanderweg nach St-Malo

Saint-Coulomb

Baie Des Trépassés

Von der Druidenbucht zur Pointe du Raz

Zum weit abseits gelegenen Cap Sizun schlagen wir unser nächstes Lager kurz hinter der Pointe du Van in der Baie Des Trépassés im Département Finistère auf. Einer Legende nach, wurden sterbende Druiden in dieser Bucht von den Kelten zu ihrer letzten Reise auf die vorgelagerte Île de Sein gebracht. Die Seelen der Verstorbenen sollen hier auf das Totenschiff warten.

Badetag in der Druidenbucht Bucht der bretonischen Druiden
Möwen und Meer

Miesmuschelbänke

Zwischen Miesmuschelbänken und hunderten von Quallen steigen wir am nächsten Tag zum europäischen Fernwanderweg, der die nächsten 3050 km bis Venedig führt. Soweit schaffen wir es zwar nicht, aber der Ausblick auf die tosende Passage vor der Pointe du Raz ist auch schon sehr beindruckend.

Wanderweg zum Pointe du Raz

Pointe du Raz

Französische Atlantikküste: Bretagne

Baie Des Trépassés - Druidenbucht

Infused Water für Unterwegs – Pimp my Drink

Mineralwasser mit Früchten und Kräutern

Bei so einem Roadtrip ins Blaue reisen wir trotz eigenem Bus immer noch mit schmalem Gepäck. Ich ernte bloß ab, was Laubenpiepers Gemüsegarten gerade hergibt und fülle die Vorräte mit dem Notwendigsten auf. Was jetzt im Sommer nie fehlen darf ist Wasser! Damit das auch nach was schmeckt, werkel ich fix unter Zugabe von Gartenkräutern wie Minze, Melisse, Zitronenverbene, letzten Erdbeeren und frischen Brombeeren dieser Saison ein Mineralwasser mit Bumms: Infused Water.

Am Besten wirkt das, wenn man alles ein paar Stunden durchziehen lässt und dann einfach immer wieder aufgießt. Rezeptvariationen davon schmecken aber auch als Limettenwasser mit Salz oder im Frozen Berry Gin mit Ingwer.

Infused Water - Pimp my Drink

Sirup von der Felsenbirne

Rezept: Sirup von der Felsenbirne

Zurück im Kleingarten beginnt die Erntezeit mit der Felsenbirne. Deren feine weiße Blüten läuten schon früh im April zur frühlingshaften Gartensaison und ihre kleinen Früchte erinnern zum Sommeranfang eher an Vogelbeeren. Die ganze Brut der Umgebung sitzt hier schon pickend im Busch, aber von diesen süßen Beeren lassen wir dieses Jahr nicht alles wegfuttern. Giftig sind die nämlich nicht. Nur die feinen Kerne darf man nicht aufbeißen, denn darin ist Blausäure enthalten.

Felsenkirsche - weiße Blüte im Frühling Felsenbirnen mit zwei Teilen Wasser aufkochen

Das Rezept ist ganz einfach. Ich kämme unseren Busch mit einem grobzinkigen Kamm vorsichtig ab und köchel die Beeren mit zwei Teilen Wasser und einem Teil Zucker einfach zum Sirup auf. Anschließend seihe ich die Masse durch ein altes Küchentuch ab und fülle den Sirup von der Felsenbirne direkt in zwei ausgekochte Fläschchen ab. Auf den Kopf stehend kühlen die aus und halten sich so eine Weile.

Sirup mit zwei Teilen Wasser und einem Teil braunem Zucker Gekochte Felsenbirnen durch ein Tuch abseihen
Felsenbirnensirup abfüllen

Frühlingsarbeiten, Gärtnergold und Resteessen – Ernte im März

Frühlingsarbeiten, Gärtnergold und Resteessen - Ernte im März

Rote Bete Knollensellerie

Während Bienen im März den ersten schönen Frühlingstag zu einem Säuberungsflug nutzen und die Kroken der Umgebung belagern, ackern wir Kleingärtner durch Hochbeete und bearbeiten das Erdreich rund ums Gewächshaus, damit die neue Gartensaison in Schwung kommt. Dabei zupfen wir letzte Rüben, Rote Bete, Sellerie und Rosenkohl erntefrisch auf den Tisch. Aber dann wird es Zeit den Kompost zu lüften und umzusetzen. Inzwischen haben wir hierfür einen natürlichen Kreislauf entwickelt:

Frühlingsarbeiten im Gewächshaus.

Die letztjährige Muttererde im Gewächshaus ist über den Winter zur kargen Scholle verkommen, schließlich gießt außerhalb der Saison niemand. Darum müssen wir jetzt mit Spitzhacke und Grabgabel die starre Erde aufknüppeln und den gelockerten Boden mit reichlich Hornspänen füttern. Ist die letzte Schicht Kompost aufgebracht, kann auch schon gesät werden. Wir freuen uns erstmal auf Bunte Bete, zweierlei Salat, Rübchen und Paprika.

Rosenkohl aus dem Hochbeet Hochbeet ausbuddeln
Frühlingsarbeiten am Hochbeet

Unser DIY Hochbeet wird derweil komplett ausgebuddelt, ein Teil des feinen Komposts wird davon im Gewächshaus und den umliegenden Freilandbeeten eingearbeitet. Danach kommt grober Heckenabschnitt aus der Abdeckung des eigentlichen Komposthaufens als Drainage wieder ganz unten zwischen die Bretter. Gefolgt vom groben Kompost, in dem sich jede Menge Regenwürmer und andere Gartenhelfer tummeln. Schließlich landet noch gesiebtes Gärtnergold – feinster, frischer Humus gemischt mit Pflanzenerde – obenauf. Der erste Muskelkater ist der Beste.

Drainage aus Heckenschnitt

Heckenabschnitt und grober Kompost Hochbeet umgraben und neu befüllen
Natürlicher Kreislauf: Kompost, Hochbeet und Gewächshaus




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