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Bergen, Kristiansund und Trondheim – 3 kulinarische Städtetrips in Norwegen

Bergen, Kristiansund und Trondheim - kulinarische Städtetrips

Nach einigen Tagen on the Road freuen wir uns immer, wenn ein eingeschobener Städtetrip zwischen den Wandertouren uns der vermeintlichen Zivilisation wieder etwas näher bringt. Schließlich besteht Norwegen nicht bloß aus nyddeligen Dörfern. Die Symmetrie der angelegten Straßen, kühle Architektur und kulturelle Highlights in Form von gutem Essen wissen wir nach der ersten warmen Dusche schließlich wieder zu schätzen. Unter diesen Vorzeichen sind auch unsere Tipps für Städtetrips entstanden, die sich gleich in eine Blogparade zum Thema einreihen.

Gourmetfestival in Bergen

Gourmetfestival in Bergen

Immer im September findet in der norwegischen Stadt Bergen das jährliche Gourmetfestival statt und die Promenade rund um den Hafen bis unter die bunten Häuser der Bryggen ist gepackt voll mit Leuten. Nicht bloß voller Touristen, die sich hier sonst an den völlig überzogenen Preisen des täglichen Fischmarktes die Zähne ausbeißen, sondern auch alle Norweger sind hier unterwegs und futtern sich durch die vielen Köstlichkeiten der unterschiedlichen Regionen des Landes. Wir sind mittendrin.

Schnick Schnack Schnuck in Bergen Seespinne am Fischmarkt
Tyttebeeren vom Markt Yachthafen
Bryggen in Bergen

Beim sogenannten Matsfestival stellen mehr als 300 Aussteller lokale Produkte und Gerichte vor, um eine größere Nähe zwischen Produzenten und Verbrauchern zu schaffen. Hier findet man wirklich alles, was das Land zu bieten hat: Fleisch, Käse, Würste und natürlich Fisch. Solche kulinarischen Höhepunkte lässt sich wohl kein Foodblogger entgehen. Wir reisen morgens mit leerem Magen an und probieren alles.

Pölser

Klippfisch vom Skrei Klippfisk und Bacalao
Frittierte Fischbällchen

Pölser hatten wir unterwegs schon mehr als genug gegessen. Wir konzentrieren uns deshalb erstmal auf Fisch, der auf unserer bisherigen Route ziemlich schwierig aufzutreiben war. Wir haben das zuerst gar nicht kapiert, doch die Norweger sind ob der überall präsenten Natur große Outddoorfreaks. Biken noch nach Feierabend den Hausberg hoch, wandern jedes Wochenende in Wälder und Berge und angeln wohl einfach alle ihr Abendessen selbst. Ohne Witz, Fischgeschäfte sucht man außerhalb großer Städte meistens vergeblich. Beim Gourmetfestival in Bergen kosten wir hingegen frittierte Bällchen vom Klippfisch und gebratene Sprotten. Norwegische Hipster stehen sonst hüben wie drüben eher auf Burger.

Sprottenkönig Frittierte Sprotten

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Sprottenkönig #roadtrip #norwegen #reiseblog #foodblog #schnickschnackschnuck

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Sucht man was Süßes, stößt man überall in Norwegen erstmal auf Pannekoken, die hier beidseitig gebraten und dann eigenhändig mit Marmelade und Sahnecreme befüllt werden. Ich entdecke jedoch hausgemachte Smurte Potetlefser. Das sind süße Hefestrudel auf Kartoffelbasis, deren hauchdünne Scheiben mit Karamell süß bestrichen aufgewickelt und roh verzehrt werden. Wahnsinnig lecker!

Pannekoken Norwegische Pfannkuchen
Gourmetfestival in Bergen: Smurte Potetlefser

Vafler - Waffeln

Von einer irrwitzig langen Schlange am Waffelstand lassen wir uns auch noch zum Anstehen verführen, essen das eher trockene Gebäck mit frischen Früchten und Sahne direkt am Hafen und während wir schließlich die Pfunde bei einem Stadtbummel wieder ablaufen, landen wir noch beim Bierfestival im Studentenviertel. In Norwegen brauen viele ihr eigenes Bier und so gibt es tausende Craftsbiere kleiner Hersteller. Ganz unterschiedliche Typen und Geschmacksrichtungen – fast wie in Brügge.

Militärparade im Hafen Port of Bergen
Tesla vs Harley Bergen: Fußgängerzone und Blumengeschäft
Bierfest in Bergen Studentenviertel unter Regenschirmen
Bierfest im Studentenviertel von Bergen Norwegisches Stadtviertel in Bergen
Haute Couture in Norwegen: Tolle Regenschirme

Kristiansund

Der beste Klippfisch von Kristiansund

Nach unserem Ritt über Norwegens berühmte Straßen fahren wir mittags zum Fischessen in der kleinen Hafenstadt Kristiansund direkt am Yachthafen ein. Leider öffnet das ausgeguckte Restaurant erst am Nachmittag, der Wagen ist schon geparkt und so schnallen wir endlich mal die Fahrräder ab und fahren gemütlich am Wasser längs.

Mit dem Fahrrad am Yachthafen

Yachten und Fischerboote Historische Bootswerft
Hafenanlage von 1865 Yachthafen von Kristiansund
Alte Fischerboote und moderne Trawler Brücke in Kristiansund

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Postkartenmotiv #roadtrip #reiseblog #norwegen #schnickschnackschnuck

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Kurz über die Brücke rüber und vorbei an Wohnvierteln ist man hier ganz schnell wieder in der Natur. Die Sonne scheint und wir nutzen die Gelegenheit für unser erstes Bad im Europäischen Nordmeer. Die lauschige Hafeneinfahrt ist hier sanft zerklüftet, sodass wir einfach kleine Felsen hinab zu diesem natürlichen Meerwasserpool klettern und zwischen Seeigeln und Tang wie Robben ins kühle Nass gleiten. Zur Stärkung essen wir zurück in Smias Fiskerestaurant am Yachthafen Bacalao norwegischer Art und den besten Klippfisch von Kristiansund.

Hafeneinfahrt in Kristiansund Rastplatz am Leuchtfeuer
Schwimmbecken unter der Brücke Wasserspaß am europäischen Nordmeer
Schwimmen in Krisitansund

Deep Ocean

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Bacalao und Klippfisch #roadtrip #reiseblog #norwegen #schnickschnackschnuck

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Trondheims Fischmarkt

Trondheims Fischmarkt

Wir sind etwas erstaunt, als wir die moderne, gläserne Halle der Ravnkloa auf der Suche nach Trondheims Fischmarkt betreten. Erwartet hatten wir rustikale Stände und rauhe Marktbeschicker und stehen statt dessen in einer Boutique. Allerdings einer mit angeschlossenem Bistro und wir haben Hunger im Gepäck. Für mich gibt`s endlich mal wieder Austern, der halbvegetarische Mitesser bestellt Fischsuppe und zum Nachtisch schmeckt ein Safraneis aus dem französichen Reims. Alles in allem genauso teuer, wie dieses eine Glas Riesling, das ich mir ob der feinen Küche hab aufschwatzen lassen. In Norwegen bleibt man besser beim Bier, sonst wird man arm.

Fischverkauf vom Kutter in Trondheim Fisch essen in Trondheim
Ravnkloa - Trondheims bekanntestetes Fischgeschäft Austern in Norwegen
Austern schlürfen Fischsuppe vom Fischmarkt
Fischbistro Ravnkloa - Fischmarkt in Trondheim

Trondheims Vikinger am Hafen Kirchturm
Altes Rathaus Wohnen in Trondheim
Restaurierte Bryggen

Trondheims moderne Architektur

Tipps von der Straße – Norwegens Camperedition

Tipps von der Straße - Norwegens Camperedition

Ein paar Tipps und Tricks für das Reisen mit dem Camper durch Norwegen hatten wir uns zwar im Vorfeld von versierten Kollegen eingeholt, aber was man davon umsetzen kann, hängt ganz von der individuellen Planung ab. Unsere war eher spontan ausgelegt, ein paar Hinweise halte ich hier doch mal für kommende Touren fest.

PKW, Camper, oder Wohnmobil?

PKW, Camper oder Wohnmobil? Wir entscheiden uns hier ganz klar für einen kompakten Camper, der sich einigermaßen wendig durch die oft sehr engen Straßen bewegen lässt. Gleichzeitig haben wir keine Lust, uns ständig nach einer Unterkunft für die Nacht umzusehen, was gerade in der Nebensaison ab September schwierig werden kann. Hotels und Pensionen waren nicht unser Fokus, wir sehen kaum welche unterwegs. Dafür bieten viele Campingplätze kleine Hütten, die man kurzfristig mieten kann. Allerdings ist die Saison ab September langsam so sicher vorbei, dass einfach vieles schon geschlossen hat. Ist man jetzt mit dem PKW unterwegs, bräuchte man zumindest ein Zelt, weil man oft vor verschlossenen Türen steht. Mit einem Wohnmobil oder Camper kann man sich hingegen noch auf Campingplätze stellen, die nicht mehr offiziell bewirtschaftet werden und findet sogar zugängliche Stromanschlüsse, für die man sonst knapp 4 Euro pro Nacht zahlt. Für einen Stellplatz werden an offenen Plätzen 25 – 30 Euro fällig. Warm Duschen zahlt man mit einer Krone zu jeder Jahreszeit direkt am Automaten der beheizten Waschhäuschen vor Ort.

Rastplatz mit Waschhäuschen

Wir finden unterwegs auch immer wieder kleine Rastplätze, die zwar keine Duschen, aber zumindest beheizte Waschräume und Toiletten vorhalten. Einen Platz zum Schlafen findet man in dieser Zeit sowieso überall, denn auch dort, wo „Camping verboten“ angeschlagen steht, hat niemand etwas gegen eine Übernachtung einzuwenden. Wenn in den Sommermonaten bis Ende August Straßen und Plätze überfüllt werden, sieht das sicher ganz anders aus.

WC auf den Lofoten Ode an ein Klohäuschen

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Camplife: Waterboarding Will do #roadtrip #norwegen #reiseblog #camperedition #schnickschnackschnuck

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Wasser kann man man überall einfach per Gießkanne nachfüllen, sich an Gartenschläuchen einklinken. An den Tømmestasjonen vieler Tankstellen wie an allen Campingplätzen läd man nicht nur Wasser auf, sondern kann das verbauchte Zeugs auch ablassen.

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Camplife: Ablassen und Auftanken

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Wohnmobile mögen innen etwas komfortabler ausgestattet sein, bieten mehr Platz und vollintegriert eine bessere Isolierung, aber frieren tun wir in unserem roten Blitz eigentlich nie. Wäre also eher eine Geschmacksfrage, wofür man sich entscheidet, kämen nicht noch norwegische Mautstellen sowie unzählige Fährverbindungen hinzu, die einem Gefährt unter sechs Metern günstigere Preise einräumen, als Wagen mit Überlänge.

Maut ist unproblematisch, sollte vorab in Deutschland als Autopass übers Internet freigeschaltet werden und wird dann automatisch abgebucht. Wir geben insgesamt etwa 50 Euro an Mautgebühren aus. Das ist im Vergleich zu Frankreich etwa darum so wenig, weil in Norwegen nur solange Maut erhoben wird, bis die Kosten für Bauarbeiten und Instandhaltung abbezahlt sind.

Fähren in Norwegen

Fährfahrten rechnen sich auf Dauer vor allem dann, wenn man sich rechtzeitg um eine Rabattkarte kümmert. Haben wir nicht. Gibt es dennoch mit Rabatten bis zu 50 % auf die Fahrpreise, die regulär mit etwa 10 Euro pro Fahrt zu Buche schlagen. Auf längeren Strecken entsprechend mehr. Solche Vertigkarten sollen solange ihre Gültigkeit bewahren, bis das eingezahlte Guthaben aufgebraucht ist, sind allerdings an bestimmte Regionen gebunden. Das behalten wir für`s nächste Mal auf jeden Fall im Auge.

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Fährenfutter: Fritten und Pölser #roadtrip #norwegen #reiseblog #foodblog #schnickschnackschnuck

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Außerhalb der Saison in der Pampa noch etwas zu Essen zu finden, ist nicht leicht. Pölser und Fritten gibts an der Fähre, einfache Diner in den Tankstellen und ansonsten steuert man eben den nächsten kleinen Coop-Supermarkt an. Ein Geheimtipp sind auch immer solche Yachthäfen, die neben offenem WLAN, Duschen und Waschräumen zusätzlich einen hübschen Restaurantbetrieb kleiner Karte mit Fish&Chips bieten.

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Fish&Chips #roadtrip #norwegen #reiseblog #foodblog #schnickschnackschnuck

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Telefonnetz in Norwegen Norwegen Online

Viele kleine Telefonanbieter stabilisieren für Mobiltelefone noch in den entlegensten Winkeln eine vergleichsweise gute Netzabdeckung und auch WLAN-Zugänge sind einigermaßen fix, solange man sich nicht gerade an einem brüchigen Hotspot einklinkt. Genutzt haben wir das aber auch bloß für kurzes Infosurfen und Hochladen von Fotos. Mit der Bildbearbeitung bin ich unterwegs ja schon mehr als genug beschäftigt, auch wenn dann ein einfacher Batchlauf ausreicht.

Richtig praktisch wird es, wenn man eigene Fahrräder dabei hat, denn gerade in den Städten liegen die kostenfreien Parkplätze meist etwas außerhalb. Da lassen wir die Drahtesel mal eben schnell frei und erkunden die Gegend auf zwei statt vier Rädern.

Mit dem Camper in Norwegen

Überlebenswichtig ist der passende Soundtrack zum Roadmovie. Wie dieser hier: Bill Callahan – Rough Travel for a Rare Thing.

Was geht im Gewächshaus?

Was geht im Gewächshaus?

Erst Anfang Mai hatten wir das Gewächshaus aufgebaut. Gleich Muttererde anliefern lassen und verteilen die drei Kubikmeter als humusreichen Oberboden im und um das Gewächshaus, als gerade ein sattes Gewitter über den Garten zieht. Die Pflanzen standen natürlich schon parat. Gurken, Tomaten, Rundenzucchini und Paprika finden als Erstbepflanzung hier Ihren besonderen Platz. Gestützt von Rankhilfen und Haltegittern. Freie Stellen füllen wir mit bunten Radi, Radiesschen und Pflücksalat. Trotz mitunter treibhausartiger Außentemperaturen, keimt und wächst das Gemüse im Glashaus locker dreimal so schnell, wie im herkömmlichen Beet.

Muttererde anliefern lassen Gewächshaus mit Muttererde füllen
Mutterboden rund ums Gewächshaus ausbringen Dreckspatz
Erstbepflanzung Gewächshaus
Gurken im Gewächshaus Tomaten im Gewächshaus pflanzen
Überdachte Zucchinipflanze

Weihnachtsmarkt Santa Pauli: Hart angewaffelt

Elbwaffeln beim Weihnachtsmarkt Santa PauliDer Weihnachtsmarkt auf dem Hamburger Kiez lässt als erster die Hüllen fallen und hat bereits eröffnet. Da war es ganz einfach, schon jetzt die besten Waffeln an der Elbe zu testen, von denen der Stand Elbwaffeln nicht zu wenig verspricht.

Für mich gibt`s einen Höhepunkt mit Sahne: Belgische Waffeln mit Ahornsirup, gehackten Walnüssen und extra Sahne sind schonmal der Knaller.

mit AhornsirupWaffeln mit gehackten Walnüssen

Elbwaffel: Höhepunkt mit Sahne
Elbwaffel Apfestecher mit Bratapfel und Vanillesauce
Die halbvegetarischen Mitesser halten sich an den Apfelstecher: getoppt mit Bratapfelmus und Vanillesauce.

Eine halbe Mahlzeit, mindestens.

Santa Pauli: Die besten Elbwaffelnl

German Abendbrot vom Schinkenhuber

German Abendbrot vom Schinkenhuber

Der Hamburger Wochenmarkt bei der Hammer Kirche ist ein bisschen zum Liebhaben. Gar nicht mal, weil man hier großen Budenzauber à la Isemarkt erwarten sollte, sondern wegen der Menschen: Gleich am Eingang klappt der Imbissstand die Luken hoch und manchmal esse ich nur noch ganz kurz ein Schaschlik. Das ist nämlich besonders lecker. Den Gesprächen der Stamm- und Laufkundschaft könnte ich dann ewig zuhören. Irgendwann kommentiert hier jeder jeden und man rückt ein bisschen zusammen, denn der Chef weiß mit Fragen und Anmerkungen hanseatische Verschlossenheit aufzulockern. Die älteren Damen vom Bardowicker Bauernstand gegenüber sind es also vermutlich gewöhnt, herüber zu lauschen. Sie trifft man entsprechend einsilbig. Gerade hardern sie so kurz vor Ladenschluss noch mit einem hier eher ungewöhnlichen Apfelexperten. Fast schon erfrischt scheint der seinem Büro entwichen und fachsimpelt jetzt in lockerer Ernsthaftigkeit über Apfelsorten. Die Antworten gibt er sich gleich selbst. An der Front reiben sie sich nur müde die Augen. Die Ruhe weg hat immer der skurrile Ingwermann, der über die Theke zwinkert. Bei dem drückt sich nicht eben Kundschaft die Nase platt. Kandiertes, Sirup und Co findet man hier und zweifelt gleichzeitg ein bisschen an der Ernsthaftigkeit seines Angebots. Meine Ingwerknollen kauf ich trotzdem immer an diesem Stand. Die eigenwillige Monothematik mag ich irgendwie doch. Genauso wie den benachbarten Gewürzgurkenstand, seit ich mitbekommen habe, wie der stämmige Ackerschnacker Schwangere mit Freigurken quasi gefügig macht. Für solche geht die erste nämlich auf`s Haus.

Butterbrot Butterbrot mit Senf

Gemüse, Fleisch, Fisch, eher regionales mit zugekaufter Vielfalt, die weiteren Stände werden von mir meist routinierter abgelaufen und sondiert bis ich zum Schinkenhuber komme. Von dem bin ich Fan! Auch wenn er es dem halbvegetarischen Mitesser beim Einkauf nie so ganz abnehmen mag, dass der kein Fleisch isst und vom besten Schinken der Welt kein Stück abbekommen möchte. Mit Speck fängt man Mäuse, weiß der nämlich und repräsentiert sein Produkt nicht ohne Stolz. Ohne marktschreierisches Getue. Leise, doch prägnant informiert er, wenn es gerade passt, über Tierhaltung und Fütterung auch wenn er damit in Zeiten von modischem Vegetariertum manchmal ins Leere läuft. Hier und wirklich nur bei ihm gibt es einfach den besten Schinken der Welt. Ich hab`s versucht. All diese trocken abgehangenen Stücke, die man als Delikatesse handelt, können niemals mithalten. Andere schaben zwar ebenso frisch vom Knochen, aber niemand bietet diese absolute Saftigkeit, die zart auf der Zunge schmilzt. Ehrlich gesagt, ich esse den Schinken von Schinkenhuber am liebsten pur.

Diesmal hat er diesen tollen Kochschinken da. Den kennt man ja oft nur noch als dröge Scheibe, schlimmstenfalls Formfleisch. Hier nicht. Der lebt! Satt glänzend lacht er einen an, tropft noch durch`s Packpapier als ich Zuhause ankomme und eigentlich ein Osso Buco aufkochen will. Das köchelt jetzt eben bis morgen. Bei mir gibt es heute ein Abendbrot. Und was für eins!

Himmelstour am Rittner Horn und die beste Buttermilch der Welt

Runder Tisch am Rittner Horn

Am nächsten Tag reißt prompt der Himmel auf. Keine Spur mehr vom Nebel in den Dolomiten und damit auch keine Zeit für Ausflüchte, denn heute wird gewandert. Was das Zeug hält. Davon hatten wir glücklicherweise ein paar Lagen mehr mitgenommen, denn so sonnig die Täler auch scheinen, bei Ankunft an der Seilbahn zum Rittner Horn bläst kalter Wind und in höheren Lagen liegt Schnee. Vereist. Statt Almabtrieb geht es jetzt stramm bergauf bis 2260 m Höhe. Der halbfahrradtrainierte Mitwanderer fühlt sich fit wie sein Turnschuh. Glücklicherweise hab ich aber inzwischen echte Wandertreter.

Seilbahn zum Rittner Horn Verschneite Latschenkiefer
Schnee im Wald

Wir nehmen selbstveständlich entgegengetzter Richtung die angezeichnete Himmelsroute in Angriff. Über Wälder, Barbianer Almen wie Berghütten. Durch den Dunst einer Latschenbrennerei kraxeln wir pilzesammelnd des Weges und denken manchmal ein bisschen neidisch zurück an die längst abgehängten Sonntagswanderer mit ihren lachhaften Stöckchen im Gepäck. Ab und an baldowern wir uns via kniffliger Kletterstellen, aber gerade das gefällt mir am Wandern. Man schlurft nicht einfach so vor sich hin, sondern tüftelt Schritt für Schritt voran.

Almkühe Flachlandtiroler
Almhütte

Hölzerne Hängebrücke Latschenkieferbrennerei
Wanderweg

Alm am Rittner Horn Frische Quelle an der Almhütte
Sütiroler Dolomiten

Wandern durch den Bergbach Pilz sammeln
Almenpanorama in den Sarntaler Alpen

Die spektakulären Almen- und Alpenpanoramen, die wir bei diesem Rundweg kreuzen, nimmt man erst richtig beim Anstieg wahr. Dann, wenn die Oberschenkel schon brennen und erste Verhandlungsversuche über Abkürzungen, Trink- und Wasserpausen ins Rollen kommen. Es hilft alles nichts. Das Rittner Horn ist kein Hörnchen, sondern Teil der Sarntaler Alpen. Da kann man sich schonmal durchbeißen. Und wird auch belohnt..

Himmelstour Gipfel am Rittner Horn
Kurz vor dem Gipfel

Südtiroler Wanderweg Gipfelanstieg

Siegerpose

Ausblick vom Rittner Horn

..mit vor Höhenluft sprudelndem Gipfelweizen oder der besten Buttermilch der Welt. Genauso sebstgemacht, wie der eingerührte Birnensaft. Obschon die latschenölige Küche geschlossen ist, weil wir unterwegs die Zeit mit eigenen Jausebretteln verdödelt hatten, schmeckt es in der Schutzhütte, dem Rittner Horn Haus, einfach. Aber grandios! Beschwingt geht`s über die direkte Abkürzung Schwarzseespitze zurück zur Seilbahn, runter nach Bozen. Gewachsen und glücklich.

Gipfelsturm Schutzhütte am Rittner Horn

Rückweg zur Seilbahn

Spektakuläres Dolomitenpanorama

Almkuh im Tal Abfahrt mit der Rittner Bahn

Südtiroler Weinbau in Bozen

Bozen

Lämmerfries an Tomatennachschlag

Lämmerfries

In kirchlichen Darstellungen zum Lämmerfries dackeln die kleinen Schäfchen meist aus zwei Richtungen heran, aus Bethlehem und Jerusalem nämlich, um in überirdisch-paradiesischer Verklärung die himmlische Herrlichkeit der Religion auszudrücken. Nahe bei findet man in diesen Mosaiken dann vier Wasserquellen, die sich zum Jordan vereinigen, der die ganze Szenerie umspült. Nunja, meine Lammchops sind aus dem Supermarkt und drum rum sprudeln immer noch reichlich Tomaten aus dem Garten, also nehmen wir es wie es kommt:

Tomatenernte im Kleingarten

Beidseitig jage ich meine Scheiben aus der Lammkeule durch die flammendheiße Pfanne und lasse sie dann bloß warm gar ziehen. Angerichtet mit Tomaten Mozzarella Salat aus eigener Ernte schmeckt das schonmal nicht schlecht. Richtig himmlisch wird dieses Geschmackserlebnis allerdings erst durch die persischen Gewürze Zatar und Sumach, die auch der völlig zu Recht verehrte Ottolenghi so gern benutzt.

Lamm Chops an Tomaten Mozzarella Salat

Zatar ist eigentlich eine traditionelle Kräutermischung nordafrikanischer Küchen aus Sesamsaat, Thymian, Oregano und eben Sumachfrüchten, Salz und Baumwollsaat. Das in der türkischen, arabischen und persischen Küche beliebte Sumach schmeckt leicht säuerlich-fruchtig und damit braucht man gerade beim Lamm nicht zu geizen.

Gewürze: Zatar und Sumach

Ans Eingemachte: Pflaumen in Rotweinsirup

Ans Eingemachte: Pflaumen in Rotweinsirup

Pflaumenbaum Pflaumenernte

Mit dem Einkochen hab ich`s eigentlich nicht so. Wenn ich ehrlich bin, beginnt für mich bereits die Langeweile, wenn die Ernte ansteht und es nichts mehr zu Ackern gibt. Diesen Stillstand mag ich anschließend nicht noch konservieren. Allerdings haben meine in Vodka eingelegten Mirabellen damals bleibenden Eindruck gelassen. Auch, aber nicht nur, weil die sich ganz hervorragend in silvesterlichem Crémant machten. Diesem Schema folge ich also auch diesmal, wenn ich die letzten Pflaumen aus dem großmütterlichem Baum mopse.

Rotweinsirup aufkochen Pflaumen entkernen
Pflaumen und RotweinsirupAuf dem Herd koche ich einen Teil Zucker mit zwei Teilen Wasser und einem Teil Rotwein zum Sirup, während ich die Pflaumen entkerne.

Einmachgläser sterilisiere ich in kochendem Wasser, schichte dann halbierte Pflaumen darin mit einem Zweig Rosmarin und gieße den Rotweinsirup bis kurz unter den Rand auf. Kurz nochmal drin rumgestochert, sollen sich mögliche Luftblasen verflüchtigen. Die verschlossenen Gläser sitzen dann für etwa 30 Minuten im Wasserbad eines großen Topfes und köcheln ein, bis die letzte Luft raus ist. Beim großen Glas hatte das nicht ganz geklappt, sodass ich nochmal nachstocher und die Prozedur wiederhole, indem ich den Wasserstand im Topf erhöhe. Das war zuviel. Beim neuerlichen Herausnehmen platzt mir der Boden weg, aber wo gehobelt wird, fallen eben Späne. Vier Gläser und reichlich übriger Rotweinsirup bleiben uns immerhin für winterliche Geschmackseskapaden.

Geplatztes Einkochglas

Yufka, Yufka, Tätärää!

Ich als Backmuffel bin immer froh, wenn es im Frischeregal fertige Teigvariationen gibt, mit denen ich ganz ohne Mehlgeflusel werkeln kann und das Ergebnis auch noch schmeckt. Jetzt im Winter hab ich diese hauchdünnen Yufkablätter schätzen gelernt, die in der Türkei traditionell mit langen, dünnen Holzrollen in Form gebracht werden. In Griechenland Fyllo, in Nordafrika Malsouka genannt, sind sie hier auch als Filoteig bekannt und haben inzwischen im Hause Schnick Schnack Schnuck die klassische Pizza abgelöst.

Knusprige Yufkablätter mit Kürbisstreifen

Die zarten Blätter nach und nach auf einem Backblech übereinander legen und jede Schicht dabei mit einer Ei-Milch-Mischung einpinseln. Creme Fraiche ausstreichen und mit Kräutern bestreuen. Jetzt mit dem Sparschäler Gemüse in dünne Streifen hobeln. Kürbis oder Zucchini zum Beispiel. Zum Abschluss geb ich etwas geriebenen Appenzeller darüber und Scheiben einer Rolle vom Ziegenkäse Soignon. Das Ganze bei 200 Grad im Ofen etwa 20 Minuten backen.

Gratinierte Yufkablätter mit Zucchini

DFssgF 8 – Die Post ist da!

Weihnachtsschmuck Küche

Kaum bimsel ich hier klammheimlich dezenten Weihnachtsschmuck in die Küche, landen auch schon erste Geschenke auf dem Tisch, für die sich diesmal – Dank Rosas Schnuppensuppe – eine Absenderin aus Griesheim verantwortlich zeichnet. Frisch aus dem CorumBlog kommt eine satte Wundertüte mit luftgetrockneter Blutwurst, zweierlei hausgemachtem Gelee, Pinienzapfen, Apfelwein, Ziegenkäse aus dem Odenwald, KiBa Trockenobst, Schokolade, Macademiaöl, Anisplätzchen, pikanter Keimsaatmischung, Tee-Adventkalender mit 24 unterschiedlichen Beuteln und einer Hand voll Chili im separaten Umschlag, weil die im Eifer des Gefechts zunächst auf dem Griesheimschen Küchentisch liegen blieben. Toll, vielen Dank!

DFssgF 8 Post und Paket
Post aus Griesheim Chili
Aniskekse und Tee-Adventkalender Keimsaatmischung, Apfelwein und Pinienzapfen
Zierquittengelee und Macademiaöl Ziegenkäse, geräucherte Blutwurst und Gelee aus Holunderblütenprosecco

DFssgF 8 - Die Post ist da!

Ein Fresspaket aus München
Ja, ist denn heut schon Weihnachten?
DFssgF 6 – Die Post ist da!
Dfssgf 7 – die Post ist da!




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