Auf nichts ist mehr Verlass, als auf das Brechen von Vorsätzen und trotzdem melde ich mich heute einmal zaghaft zurück aus der Blogdiät und tische zur Abwechslung den Jahresrückblick unserer Kochgruppeneskapaden aus 2011 auf. An Erfahrung gut genährt, bin ich von dem Jahresrückblick 2010 und seinen Gewinnern noch so satt, dass ich das Folgende einfach mal ohne stimmungsvollen Firlefanz aufreihe:
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Kochgruppe – Nouvelle Cuisine von Melf, Kochgruppe Für unser neustes Kochgruppenmitglied ist Weihnachten noch nicht vorbei:
Kartoffelsuppe
Entenbrust á l`orange mit Rotkohlstrudel
Cappuccino-Mousse |
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Cucina Classica von Antje, Kochgruppe Italienisches Menue unter Volldampf:
Linsenschaumsuppe mit Räucheraal
Ragù alla Bolognese
Tiramisù |
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Wirtshausküche mit Kochgruppe von Antje, Kochgruppe Performance zur feuchtfröhlichen Wirtshausküche:
Fenchelsuppe mit Weißwurst
Schweinebraten mit Brezelknödeln und Apfelsauerkraut
Büffelmilcheis mit Kürbiskernkrokant |
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Nix SchniP – Kochgruppe! von Philip, Kochgruppe Klassische Kombo, statt Schnitzel mit Pommes:
Avocadosalat mit grünen Bohnen
Steinpilzrisotto, Kalbsschnitzel mit Steinpilzsauce
Apfelstrudel mit Vanillesauce |
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Asiatische Kochgruppe von Melf, Kochgruppe Melf tischt gleich mal fünf Gänge auf:
Asiatischer Nudelsalat, Pak Choi mit Sesamsauce
Masmancurry mit Rind, Schwein mit Chinakohl
Sago-Kokospudding mit Mango |
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Kochguppe, Vollzählig! von Phillip, Kochgruppe Die Urlaubszeit ist vorbei und die Kochgruppe hat Hunger!
Zukinisuppe mit Chips und Schwarzbrotcroutons
Spaghetti mit Scampi-Weißweinsauce
Vanilleeis mit heißen Himbeeren |
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BarbeQ Mai & Co. KG von Antje, Kochgruppe Burgerfeast im Kleingarten mit Maibowle und:
Spargel-Erdbeer-Salat, Schwäbischer Kartoffelsalat
Burgerparade
Süßkartoffeldoughnuts |
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Halseiden vegetarisch. Kochgruppe von Tiana, Kochgruppe Beinahe ohne Fleisch kommt dieses Menue:
Portwein-Schalotten-Küchlein,
Spargel-Käse-Quiche, Gratinierte Salatpäckchen, Käseblätter mit Schinken und Ruccola
Vanillecreme-Streuselkuchen mit Rhabarber |
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Olis Kochgruppe von Oli, Kochgruppe Kulinarische Kreativität ohne Firlefanz:
Crostini mit Olivenpaste,
Garnelen mit grünem Spargel,
Vanilleeis im Blätterteigkörbchen mit roter Grütze |
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Gartengelage mit Kochgruppe von Antje, Kochgruppe Kleingartenmenue mit Gastkuchen:
Blumenkohlrisotto mit Sardellencroutons,
Zickleingulasch mit Artischocken,
Himbeersorbet mit Vodka, Froilein Müllers Browniekuchen |
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Copa, Copacabana und Kochgruppe von Melf, Kochgruppe Melf verarbeitet sein Brasilientrauma:
Carpaccio mit Schokosoße, Garnelen mit Ananasmarmelade, Lachstartar mit Avocadocreme
Fischeintopf mit Kokosmilch
Zitronensorbet auf Promillanas |
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Herbstliche Veggiekochgruppe von Teresa, Kochgruppe Echtes vegetarisches Menue mit drei Gängen:
Kürbissuppe mit Wallnussbrot
Karottenbratlinge mit Pilzsoße und Kartoffelbrei
Feigen und Banane mit Honig |
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Kochgruppe: Oktoberfest von Tiana, Kochgruppe Oktoberfest bei der Nachtischqueen:
Bayrischer Vesperteller
Kassler mit Semmelknödeln und Jägerauce
Kuchen, Portweinfeigen und veganer Eierpunsch |
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Kulinarische Spielwiese Kochgruppe von Philip, Kochgruppe Heimische Produkte mit fernöstlichen Geschmacksnuancen? So soll das aussehen:
Sauerkraut Kimchi-Art, Chips und Speck
Hirschmedallions, Sesamkarotten, Kürbis mit Teriakisauce und Chilli-Ingwer-Rosenkohl
Grüntee-Honigmelonen-Sorbet mit Minz-Cocosnußcreme |
Kommt man, wie ich, nur noch selten zum Kochen, dann versuch ich mir die Fingerfertigkeiten der Küche wenigstens an den viel zu kurzen Wochenenden zu bewahren. Jetzt im Herbst denk ich da an Ommas gute Kohlrouladen im Bratensud, jedoch sollen solche Soulfoodambitionen bei gemeinsamen Mahlzeiten mit den Sonderlichkeiten des vegetarischen Mitessers kompatibel sein.
So entblätter ich vorsichtig die äußeren Schichten eines Wirsingkohls, hacke den inneren Teil in kleine Stückchen. In der Pfanne brat ich die Fleckerl rundrum an, gestückelte braune Champignons kommen auch noch dazu und in etwas angegossenem Gemüsesfond schmort das bei geschlossenem Deckel gemütlich vor sich hin. Perlgraupen kochen separat in Salzwasser gar.
Die Wirsingblätter tauche ich bloß für wenige Minuten in kochendes Wasser, schrecke sie dann in der kalt gewässerten Spüle ab und rolle die groben Enden mit dem Nudelholz platt. So lassen sie sich später besser wickeln. Ist die Füllung etwas abgekühlt, vermenge ich Wirsingklein, Pilze und Graupen mit einem verklepperten Ei, rolle davon jeweils eine handvoll im Wirsingblatt ein und fixier das Ganze mit einer Rouladennadel. In der geleerten Pfanne dünsten jetzt gehackte Schalotten in Butter, etwas Mehl schwitzt darüber bis alles mit frischem Gemüsefond aufgegossen wird und die Kohlrouladen wieder darin Platz nehmen. Bei geschlossene Deckel noch etwa 20 Minuten gar schmoren, dann alles zusammen anrichten.
Ja, derzeit muss es eben schnell gehen. So schnell, dass ich hier aus purer Verzweiflung bereits den 1. Sandwich Run ausgerufen hatte, um mich an euren Semmeltricks labend, durch karge Kochzeiten schummeln zu können. Doch es heißt wohl nicht umsonst, Brot mache dick und doof. Jeden Tag kann ich davon nicht leben und als mir beim Markthöker dieses Kotelett vom Wildschwein in die Hände fiel, wusste ich immerhin, was zu tun war. Darum kommt hier ein flotter Herbstteller:
Erstmal Sauerkraut anbraten, mit etwas Zucker karamellisieren und mit Weißwein abgelöscht einige Zeit auf mittlerer Flamme schmoren. Derweil das Wildschweinkotelett scharf, beidseitig in Gänseschmalz anbraten, gewürfelte Trauben mit dem Kraut vermengen und das Kotelette darauf gar ziehen lassen.

Da steckt die Querrippe. Ein unscheinbares Stück Fleisch, mit dem man gut und gern drei Tage durch den Herbst kommt. Genau das Richtige für mich also, weilt der halbvegetarische Mitesser doch gerade anderweitig und an so einem lieben langen Wochenende inklusive Zeitumstellung kann ich mich mit sowas wie Omas guter Bullion bestens auf die dunkle Jahreszeit einstimmen.
Erstmal buntes Suppengemüse mit einem Klacks Tomatenmark anrösten, reichlich Wasser aufgießen, einen Kräuterbund sowie die Querrippe einlegen. Kurz aufkochen und dann gemütlich drei Stunden simmern und abgekühlt über Nacht durchziehen lassen.

Danach das Fleisch heraus nehmen, die Suppe durch ein Tuch abseihen und das Gemüse kräftig ausdrücken. Frisches Gemüse in feinem Schnitt in die Suppe geben und zusammen mit dem Fleisch gar aufkochen. Nebenher Sternchennudeln in Salzwasser bissfest kochen. Abgegossen kommen die zum großen Rest hinzu.

Die Suppe mit einem kleinen Teil vom Fleisch und geriebenem Meerrettich zur Vorspeise anrichten oder als wärmenden Snack für den Abend.
Erinnert sich noch irgend jemand an unsere große Umfrage zum Best of Kochgruppe 2010? Rechts in der Leiste konnte jeder per Klick über das gelungenste Menue des Jahres abstimmen. Ganz einfach, oder? Immerhin sieben Votes sind eingegangen, was die Entscheidung nicht eben eindeutig hat ausfallen lassen. Das müssen wir dieses Jahr einfach nochmal üben. Ich freu mich schon!
Wie dem auch sei, das sind die Gewinner:
3. Platz
Niemand
2. Platz
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Halali, Kochgruppe von Katha, Kochgruppe
Erste Wild-Experience mit Jäger am Tisch:
Feldsalat Rehrücken Haselnusscreme mit gebackenen Bananen und Schokokeksen |
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Grillage mit Kochgruppe von Antje, Kochgruppe
Kochgruppe goes Kleingarten mit einem Menue aus:
Spargel-Erdbeer-Salat Gegrillter Tafelspitz mit Grüner Sauce und Bohnen-Bratkartoffel-Salat Tomatensorbet mit Vodka |
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Meine weihnachtliche Kochgruppe von Antje, Kochgruppe
Mein Menue zum Einläuten der Festtage:
Granatapfelsalat und Portwein-Feigen-Vinaigrette Cassoulet au Confit de Canard Anisbrownies mit Apfelkompott und Vanilleeis |
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Last Supper – Kochgruppe von Oli, Kochgruppe
Das letzte Abendmahl der Kochgruppe, in diesem Jahr:
Möhren-Ingwer-Honig-Suppe Putengeschnetzeltes mit Pilzen Gefüllte Bratäpfel mit Baiserhaube |
1. Platz
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Veggie Kochgruppe von Teresa, Kochgruppe
Vegetarisches von der einzig echten Halbvegetarierin in der Gruppe:
Brunnenkressesuppe Österreichomelette mit gratinierten Pilzen Pfirsichtorte |
Auch wenn mich im Herbst die Fleischeslust packt, kommt doch oft genug vegetarische Küche auf den Tisch. Nicht bloß Nudeln mit Sauce oder Reis mit Scheiß, denn immerhin bieten die Gemüsehöker immer noch reichlich Abwechslung, dass sich auch ohne Fleisch niemand in Verzicht üben müsste.
Während Kartoffeln in Salzwasser garköcheln, wende ich große Champignons in Olivenöl. Gefüllt mit einer Mischung aus Creme Fraiche und geriebenem Appenzeller landen die für den Rest der Zeit bei knapp 200 Grad im Backofen. Endiviensalat in feine Streifen schneiden, anbraten, mit einem Schuss Weißwein ablöschen und kurz bei geschlossenem Deckel schmoren lassen. Die Kartoffeln mit warmer Milch, etwas gehacktem Knoblauch sowie Butter gestampft unter den Schmorsalat rühren und alles zusammen anrichten.
Die letzten Weber des Altweibersommers spinnen unter den nächtlichen Sternen, als gäbe es ein Morgen und in der Frühe liegt bereits Raureif aus. Ich liebe den Herbst, wenn er schon so klar, kalt und doch sonnenhell übers Land zieht, während das Laub in den tollsten Farben hervorsticht.
Heute bau ich dieses malerische Bild mit einem lauwarmen Herbstsalat aus Chicorée, Feigen und Ziegenkäse nach:
Die Chicoréespitzen beiseite legen. Den restlichen Strunk in feine Scheiben schneiden und in einer Pfanne anbraten. Mit einer Prise Zucker karamellisieren, dann kurz in etwa angegossenem Weißwein schmoren. Zuletzt mit den Spitzen, gestückelten Feigen und zerbröckeltem Ziegenkäse vermengt anrichten.

Neigt sich die viel zu kurze Sonnensaison dem Ende, verfällt man als Laubenpieper zu gern dem Glauben, jetzt sei das Werk vollbracht. Alles neu, macht der Mai und der nächste Sommer kommt bestimmt. Pustekuchen! Will man die Knollen der ersten Frühlingsblüher akurat einsetzen und im folgenden Jahr wenigstens einigermaßen ansehnliches Gemüse zustande bringen,
dann geht es jetzt nochmal richtig rund. So wühlen wir uns ein letztes Mal wie eine Horde tosender Wildschweine durchs Gebeet. Schneiden, Rupfen bis der letzte dörre Stengel erledigt ist und dann hacken wir wie die Berserker das geschundene Erdreich auf. Umgraben, den Wildwurzeln nach, und alles eliminieren, was nicht hierher gehört. Ein wüstes Tagwerk ist es, das sag ich euch!
Zu meiner eigenen Motivation schmort derweil ein Wildschweinrollbraten vom Markthöker im Ofen. Mit Quitten. Den Baten vorab rundrum anbraten, gestückeltes Suppengemüse mit einem Klacks Tomatenmark ebenso. Mit Sherry ablöschen, Lorbeerblatt einlegen und reichlich Wasser aufgießen, aufkochen und alles zusammen bei 200 Grad für gute 90 Minuten im Ofen lassen. Den Braten ab und an mit dem Sud übergießen. Zuletzt noch eine geviertelte Quitte eingelegt mitgaren.

In einem separaten Topf einen Klacks Butter schmelzen, Mehl darin schwitzen und unter ständigem Rühren ein paar Kellen vom Bratensud einrühren. Ein guter Schuss Orangensaft kommt auch dazu, dann aufkochen und die Sauce etwa 20 Minuten köcheln lassen, damit sich der Mehlgeschmack verzieht.
Braten aufschneiden und mit Quitte und Sauce zusammen anrichten.
Die ersten Zugvögel ziehen gen Süden und jetzt beginnt wohl die Zeit für Erntedankfeste, Thanksgiving und wie diese Veranstaltungen alle heißen, bei denen wir uns als Nachwuchsgärtner gut umtun könnten. Zugegeben, unsere eigene Ernte erscheint in diesem Jahr äußerst übersichtlich. Als Laubenpieper gerät man angesichts abgenagter Gemüsebeete schonmal ins Grübeln, ob man sich im eigenen Garten tatsächlich noch an der Spitze der Nahrungskette befindet, oder diese vermeintliche Position längst an Schnecken, Raupen und sonstiges Kleingetier abtreten musste. Zum Glück stehen jedoch die Markthöker parat, die mit saisonalem Angebot diese Lücken in der Region zu schließen wissen.
Palbohnen sind typisches Saisongemüse, denn die Samen werden im Gegensatz zu anderen Bohnen in der Schote reif und dann erst geerntet. Ich verarbeite Palbohnen gern mit gestückeltem Suppengemüse aufgekocht, mit Tomaten weiter zu einem Ragout. Nebenher brät die Flugentenbrust rundrum in der Pfanne und landet dann auf dem Palbohnenragout im Ofen. Die eingeritzte Hautseite mit Honig bestreichen und noch knapp 30 Minuten bei 180 Grad schmoren lassen.