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Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – ein kulinarischer Streifzug durch Sevilla

Kulinarischer Stadtrundgang, Sevilla

Etwas zu Essen findet man in Sevilla an jeder Ecke. Cervezeria, Bodega, Taberna oder Tapasbar – überall bieten die Lokale stolz ihr Tapas, Raciones oder Platos als typisches Kneipenessen oder als Menü zu unschlagbar günstigen Preisen an. Einen schnellen Happen findet man hier für unterwegs ebenso, wie den ir de tapas, bei dem sich Portion um Portion in wechselnden Locations zum sozialen Event mit wachsender Teilnehmerzahl entwickelt. Bis sich die Gruppe schließlich in der letzten Bar noch eine ordentliche Platte zum Abschluss teilt. Am besten frittierten Fisch mit Essig, gegen den Kater.

Markthallen von Triana

Mercado d Triana

Das erste kühle Bierchen wird hier nämlich schon vormittags gezischt. Bei einem Bummel durch die Markthallen des Viertels lassen sich alle Zutaten für den weiteren Stadtrundgang in handhabbaren Portionen auf die Hand oder für Zuhause mitnehmen. Anschließend finden sich an jeder Ecke Einkäufer und Marktbeschicker zum Palaver zusammen, um die Angebote fangfrisch vor Ort zu zu verkosten. Aufgrund der vielen kleinen Teller, kann man mit Tapas die vielfältige Bandbreite spanischer Esskultur erleben.

Einkaufen Mercao Triana Caracoles, spanische Wegschnecken
Spanish Streetfood: Chorizo, Queso und Jamón auf die Hand Essen auf dem Markt

Getrockneter Fischrogen als Ceviche mit Paprika, Langostinos und Stabmuscheln – mitunter erfordert es ein wenig Mut, sich den vielen neuen Geschmackseindrücken zu stellen. Gerade auf den Märkten fällt mir das deshalb leichter, weil man in den Auslagen schonmal sehen kann, was kommt. So muss sich niemand auf geschriebene Anschläge oder multilinguale Erklärungen mit Halbwissen verlassen, sondern zeigt einfach und direkt, was man haben möchte. Genau das bekommt man dann auch. Kein dekoratives Beiwerk, kein Schnickschnack. Unglaublich lecker!

Huevos - Getrockneter Fischrogen Frischer Fisch vom Markt
Stabmuscheln essen

Markteinkauf Triana

Markthalle von Triana

Picknick im Grünen

Picknick in den Gärten von Alcázar

In den Gärten des mittelalterlichen Königpalastes von Alcázar lässt es sich nicht nur ganz wunderbar abseits belebter Gassen flanieren. Im Laubengarten, dem Jardín del Cenador, speisten schon Könige wie Karl V. in einem der Pavillions mit Blick ins Grüne. Trotz der flughafenähnlichen Eingangskontrollen bekommen wir unser Besteck sowie alle Zutaten im Rucksack mit rein. Breitet man sich im Garten nicht zu offensichtlich aus, findet man also die perfekte Kulisse für ein lauschiges Geburtstagspicknick mitten in der Stadt.

Estanque de Mercurio Laubengarten in Alcazar - Jardín del Cenador
Picknickplatz im Grünen Geburtstagskuchen to Go

Tapasbar La Entrañable Triana

Tapas im La Entrañable

Nach der Siesta ist Tapastime. So ungezwungen das Spektakel zunächst aussieht, verlangen die zahlreichen Variationen doch einige soziale Konventionen. So kann es schonmal passieren, dass man als Einzelner gar nichts zu Essen serviert bekommt, weil sich viele einig sind, dass man nicht alleine isst. Jedenfalls nicht am Tisch. Direkt an der Bar wird das nicht so eng gesehen. Man bestellt ein Getränk – para tomar algo, kommt mit anderen ins Gespräch und erst wenn sich so casual ein paar Bekanntschaften zusammenfinden, beginnt das eigentliche Ritual. Dabei folgt man am besten den jeweiligen Empfehlungen, snackt sich durch – para picar algo – und zieht dann auch bald weiter. Ansonsten kann es schonmal passieren, dass nach einer längeren Sitzung plötzlich die Kaffeemaschine kaputt ist, weil schon längst neue, hungrige Gäste – para tapear – warten. Fix die Rechnung ordern und dann geht es eben woanders weiter.

Tapas, Ceveza und Sardinas Typisch Sevilla: Caracoles, Schnecken und geschmorte Schweiebacke
Essen unter Nachbarn

Essen unter Nachbarn: Taberna Sol y Sombra

Während in den öffentlichen Bars nach allen Seiten hin viel Getue um die Tapas herrscht, geht es in den nachbarschaftlich orientierten Tabernas abends eher beschaulich zu. Hier treffen sich vor allem Familien beim Wirt um die Ecke, dessen Küche deshalb nicht weniger Spannendes zu bieten hat. Man beginnt mit etwas kühlem zum Sangria, Ibericoschinken oder Käse. Dann steigert man sich langsam zu warmen Happen, mit eher traditioneller Ausrichtung. So essen wir nach Jahren mal wieder Froschschenkel, folgen aber auch der Empfehlung zur geschmorten Schweinebacke gerne. Besonders lecker auch Tortilla de Camarones – Kartoffelpuffer mit Krabben, bzw. Krill.

Taberna Sol y Sombra Tortilla de Camarones
Gebratene Froschschenkel Taberna und Cruzcampo
Bar La Moderna, Santa Cruz Sevilla

Bar La Moderna in Santa Cruz

Ist man endlich eingegroovt in das Tapasgeschäft, hat man demnach mehrere Etablissements abgeklappert, einige schräge Blicke riskiert, aber eben auch viel getrunken, unglaublich leckere Kombinationen durch den Gaumen rutschen lassen und bestenfalls ein paar neue Freunde gefunden. Am Ende des Abends landet so eine Gruppe dann in einem Restaurant, wie der Bar La Moderna. Para comer, um endlich eine richtige Mahlzeit zu essen. Dazu wird man mit mehreren Leuten dann etwas separiert gesetzt, schließlich kann es lauter werden. Vor allem wenn die letzten Raciones auf den Tisch kommen. Man einigt sich auf größere Platten, die untereinander aufgeteilt und gegenseitig serviert werden. In der Regel übernehmen das hier ganz klar die Männer. In dieser Gesellschaft werden sie dann plötzlich selbst zum Wirt und können nachvollziehen, warum die abwechslungsreiche Tradition eben auch von solchen unausgesprochenen Regeln lebt. In Sevilla hat Tapaskultur eine besonders orientalische Atmosphäre.

Frittierter Fisch mit Essig

Sevillas Geschichte zwischen Triana und Santa Cruz – historischer Stadtrundgang

Altstadt von Sevilla - historischer Stadtrundgang

Die Altstadt von Sevilla in Andalusien ist eine der größten. Nur Venedig und Genua liegen im europäischen Vergleich noch eine nasenlänge vorn. Die historische Geschichte dieser Stadt, die bereits vor der Ankunft der Römer als wichtiges Handelszentrum und Brücke zum Orient galt, lässt sich anhand eines historischen Stadtbummels abspazieren. Von Game of Thrones über Carmen bis Star Wars – Sevilla bietet auch für unser Weekend Getaway die perfekte Kulisse.

Torre del Oro

Viele Brunnen der Stadt, welche vermutlich von Phöniziern gegründet wurde, werden über die Überreste römischer Aquädukte gespeist. Canos de Carmona, werden sie genannt. Am Ufer des Flusses Guadalquivir, der hier die Altstadt von der ehemaligen Vorstadt Triana trennt, leuchtet der Torre del Oro als eines der Wahrzeichen über das Wasser. Er ist dem Leuchtturm von Alexandria nachempfunden und stammt in seinen Grundmauern noch aus der Zeit der Mauren. Westgoten hatten während der Spätantike geherrscht und die Stadt zum Sitz des Erzbischofs Isidor von Sevilla erhoben. Bedeutend für die Konstruktion von Wirklichkeiten wurde Isidors universell anwendbares Verfahrens der Welterklärung mittels Wahrheitsfindung durch Sprache, das er Etymologie nannte.
Islamisierte Berber eroberten die Stadt 712 im Kampf bis Normannen die Stadt 844 zerstörten. Den Mauren galt dieser Turm am Fluss als militärisches Sperrwerk, um feindliche Schiffe abzuhalten. Das Kalifat von Córdoba, die Taifendynastie der Abbadiden, berberische Almoraviden und Almohaden verfügten während dieser islamischen Zeit über die iberische Halbinsel.

Giralda in Sevilla

Giralda

Isidor von Sevillas „etymologisch“ gewonnene Wesenserkenntnis eines Begriffes gilt als tiefgründiger, im Vergleich zu philosophisch oder naturwissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen. Seine Berichte begründeten den Mythos von der Überlegenheit der Goten und legitimierten später die Reconquista. In diesem Rahmen eroberte Ferdinand III. von Kastilien im November 1248 den Ort zurück, der seitdem im Besitz der christlichen Spanier blieb.
Die Giralda, das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt, ist das ehemalige Minarett der Hauptmoschee von Sevilla, die von der christlichen Reconquista geblieben ist. Während die zur Kirche umfunktionierte Moschee im 15. Jahrhundert niedergerissen und als spätgotische Kathedrale neu erbaut wurde. Die Giralda erinnert an den Turm der in Marrakesch erbauten Koutoubia-Moschee und galt zu der Zeit als höchstes Gebäude der Welt, welches nur von den ägyptischen Pyramiden in Gizeh übertroffen wurde.

Minarett der ehemaligen Moschee von Sevilla

Kathedrale von Sevilla Santa María de la Sede Palast Al-Muwarrak, Alcázar
Garten des Alcázar von Sevilla

Alcázar von Sevilla

Der mittelalterliche Königspalast von Sevilla, Reales Alcázares de Sevilla gegenüber der Kathedrale, war zunächst als maurisches Fort angelegt. Die Almohaden errichteten mit dem Al-Muwarrak einen ersten Palast, der von späteren Monarchien mehrfach erweitert wurde. Heute zählt der Alcázar mit seinen unter christlicher Herrschaft entstanden Bauten als am besten erhaltenes Beispiel für die Mudéjar – Architektur mit islamischem Einfluss – und als ältester Königspalast Europas. Ab 1364 wurde der größte Teil der modernen Anlagen auf den maurischen Ruinen für Peter I. gebaut.

König Peters Palast vom Patio de la Monteria

Fassade des Palasts von Don Pedro I, Alcazar Patio de Las Muñecas - Hof der Puppen
Salon de los Infantes - Gemächer der Königskinder

Islamische Rundbögen Salón de los Embajadores - Botschaftersaal
Patio de las Donceilas - Hof der Mädchen

Die Bäder von Doña María de Padilla

Estanque de Mercurio

Am 6. Februar 1481 fand das wahrscheinlich erste Autodafé in Sevilla statt. Das Castillo de San Jorge wurde, unter der Herrschaft katholischer Könige, zum Sitz der Spanischen Inquisition und blieb es bis 1626. Am Fuße der Puente de Triana, unterhalb der 1927 eingeweihten Capilla del Carmen, liegt das Gebäude heute im Keller der Markthallen von Triana. Einer ehemaligen Vorstadt von Sevilla am anderen Ufer des Flusses.

Capilla del Carmen

Plaza de España

Plaza de España

Amerigo Vespucci und Ferdinand Magellan begannen hier ihre Entdeckungsreisen und so erlangte Sevilla seine Blütezeit nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492. Im 16. und 17. Jahrhundert erhielt die Stadt als Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels und Zentrum der spanischen Kunst internationale wirtschaftliche Bedeutung. Seitdem die Spanier im Krieg mit den USA 1905 ihre letzten Besitzungen in Amerika aufgeben mussten, sollte die Iberoamerikanische Ausstellung 1929 zumindest die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den südamerikanischen Ländern festigen. Die Militärregierung in Madrid hegte Träume von einem hispano-amerikanischen Block, der in der Welt als Machtfaktor beachtet würde. Vor diesem Hintergrund entstand mit dem Plaza de España einer der bekanntesten Plätze in Sevilla, der im Kinofilm Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger als Schauplatz des Planeten Naboo gezeigt wurde.

Plaza de España, Südturm Detailansicht Plaza de España
Treppenhaus Plaza de España Plaza de España, Hauptportal
Kachelornamente der spanischen Provinzen

Rundbögen und Ornamente Deckenansicht Plaza de España
Plaza de España, Detailansicht Südansicht Plaza de España
1929 Iberoamerikanische Ausstellung

This Week: Sevilla im spanischen Andalusien

Sevilla – the Weekend Getaway. Wer meinem kulinarischen Stadtrundgang in Andalusien via Instagram gefolgt ist, hat sich vielleicht schon Appetit geholt. Diese Woche serviere ich die Zusammenfassung im Blog.

Campingküche – Rezepte für den Roadtrip Richtung Süden.

Campingküche - schnelle Rezepte für unterwegs

Wie lange noch? Ich muss mal! Und was essen wir? Wer kennt sie nicht, solche frei artikulierten Übersprungshandlungen zwischen zwei Reisezielen. Wenn einem die Zeit auf dem Bock doch zu lang wird, die Nächte im Camper wie im Flug vorbeiziehen oder Strapazen des Tages bis zu den Knien hängen. Gegessen wird immer und auch wenn auf dem Roadtrip Richtung Süden überall günstige Menüs, Tapas, Snacks und Knabberkram wie Streetfood zur Hand gehen, wird man früher oder später selber kochen müssen. Von den Basics aus der Küche über schnelle Rezepte bis hin zu abendfüllenden Genussmitteln hat man in seinem Wohnmobil eigentlich immer alles dabei. Was man halt braucht wird bei ausgewiesenen Travelfoodies durch Fundstücke und Leckereien ergänzt, an denen man unterwegs vorbei kommt. Einfach alles einpacken und ausprobieren! Schwalbe on Tour.

Der Kaffee ist fertig

Egal ob Zuhause oder unterweg mit dem Van, bevor morgens die Rödelei losgeht, gibt es erstmal einen Kaffee. Schnell gestippt, mit einem Croissant, Churros oder anderem Süßgepäck, kommen wir ganz gemächlich in die Gänge.


Petit Déjeuner

Frühstück

Ein Sprung ins Meer ist nach dem Aufstehen natürlich viel befriedigender als fixe Katzenwäsche in der Nasszelle so eines Wohnmobils. Solche Erfrischungen unter freiem Himmel wecken Lebensgeister und der Appetit kommt wie von selbst. Gesammelte Aufschnitte und Süßigkeiten sind schnell zur Hand. Stulle, Sandwich, Bemme, Bums. Es ist schon erstaunlich, was sich für kulinarische Köstlichkeiten ansammeln, wenn man mobil durch die Lande reist. Danach kann`s weitergehen.


Frühstück - Campingküche


Rührei

Huevos Rancheros – das spanische Bauernfrühstück

Eigentlich mag ich es morgens nämlich am liebsten Herzhaft. Schließlich kennt man Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages und die muss einige Zeit vorhalten, will man auf seiner Reise Strecke machen. Eier gibt`s überall, Würstchen in allen Farben und Formen lassen sich schnell verbraten und so entsteht diese Interpretation eines spanischen Bauernfrühstücks as we go. Huevos Rancheros!

Rührei braten Merguez braten
Rührei mit Merguez

Picknick on the Road

Gas geben, weiterfahren. Sehenswürdigkeiten oder Souvenirs sammeln wir auf dem Weg mit ebensolcher Leidenschaft ein, wie wir regionalen Zutaten hinterherjagen. Weil man kaum alles auskochen kann, eignen sich am Besten solche Komponenten für die Campingküche, die sich gleich als Ingredienzen in jedes Picknick fügen. Dabei bleibt die Küche zwar kalt, aber satt wird man trotzdem.

Picknick, die kleine Pause unterwegs Snacks zum Picknick


Picknickzutaten

Schnelle Küche vom Grill

Schnelle Küche vom Grill

Wetter gut, Essen auch. Schrieben wir auf der Fahrt Postkarten in die Heimat, sehe der Text wohl ähnlich aus. Schließlich will man sich in neuer Umgebung nicht unnötig lange mit alltäglicher Routine aufhalten. Für`s Gefühl zischen wir in der Wildnis den Grill heiß. Entrecote, Pimientos de Padron und ein kühler Sidra dazu – dann ist man bei aller Robustheit ganz schnell beim Glamping.

Canpingküche Deluxe

Schnelle Rezepte für den Campingurlaub

Abends kann man sich wieder Zeit lassen. Während es draußen dunkel wird, sieht man eh nicht mehr viel von der Landschaft. Viele Restaurants öffnen hier im Süden erst sehr spät und so findet man immer Muße, eine handfeste Grundlage für den nächsten Tag vorzubereiten. Einfach einen kräftigen Fond aus gestückeltem Suppengemüse und einer Speckschwarte aufkochen. Hülsenfrüchte über Nacht einweichen lassen und schon entsteht in der Campingküche ganz nebenbei ein satter Eintopf, der sich beliebig abwandeln lässt.

Der Absacker – don`t drink & drive

Gekrönte Navigatoren dürfen auf so einer Rundreise schonmal Fünfe gerade sein lassen, mittags ein Bierchen in der Sonne zischen und der nordspanische Sidra hat eh nicht viel Umdrehungen. Der Fahrer kann die Ereignisse des Tages jedoch erst spät abends bei einem kühlen Kaltgetränk Revue passieren lassen. Dann, wenn die Öllämpe im Bus für diffuse Stimmung sorgt und plötzlich die Apothekerfläschchen aus den hinteren Regalen purzeln, während man schon nachtblind nach dem Schlafkleid tastet. Auf die Tour haben wir Brandy entdeckt.

Heiliger Bimbam – Roadtrip durch Nordspanien. Schwalbe on Tour in Galicien.

San Andrés de Teixido

Die Wallfahrt ist entlang des Jakobsweges das beherrschende Thema in ganz Nordspanien. Hier in Galicien mischen sich christliche Vorstellungen mit den heidnischen Bräuchen der Kelten. So gilt der Sternenweg als Synonym für den Jakobsweg. Das Sternenlicht der Milchstraße ist dabei der Kompass, der den Seelen auf ihrer Wanderung als Orientierung dient und den Weg zum Paradies zeigt. Das Tor zwischen diesen Welten vermutete man früher, wie in der galicischen Mythologie, am Ende der Erde. Irgendwo hier. Oder im Himalaya. Es soll mehrere solcher Durchgansorte geben.
San Andrés de Teixido war lange der wichtigste Wallfahrtsort, bis der offizielle Jakobsweg entstand und dadurch Santiago de Compostela dem kleinen Küstendorf den Rang ablief. Das galicische Wort teixido leitet sich ab von teixo, bezeichnet also einen Ort, an dem es viele Eiben gibt. Die Baumart der Eiben geht bis ins Jura zurück, die Zeit der Dinosaurier. Daher wird sie von Botanikern mitunter Urbaum genannt. Diese Bäume wachsen besonders langsam und während andere Bäume irgendwann absterben, erneuert sich die Eibe von Innen. Wenn Jahrhunderte später die fragile Hülle des ursprünglichen Stammes wegbricht, wächst ein junger Baum, wie ein uraltes Wesen in einem neuen Körper weiter.
An dem Küstenabschnitt westlich von San Andrés de Teixido passierten viele Schiffsunglücke. Costa da Morte – Küste der Toten, wird sie genannt und die Absicht so einer Wallfahrten soll ja darin bestehen, die Seele mit dem Weg vertraut zu machen, den sie nach dem Tod gehen muss. Ein galicisches Sprichwirt lautet:

Ao San Andrés de Teixido vai de morto, o que no foi de vivo – Wer nicht als Lebender nach San Andrés pilgert, muss es als Toter tun

Santuario De San Andres De Teixido

Santuario De San Andrés De Teixido

Das Santuario De San Andrés De Teixido müsse nach der Überlieferung also jeder Galicier mindestens einmal im Leben besucht haben. Die Kirche des Heiligen André liegt im Zentrum eines kleine Dorfes über den Klippen der Halbinsel Serra da A Capelada und zeigt überwiegend gotische Elemente. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahre 1789. Seit dem 12. Jahrhundert soll es im Ort ein Kloster gegeben haben. Den Apostel Andreas soll Jesus persönlich an diese Küste befördert haben, um die Gegend zu missionieren.
In den Souvenierständen der nachbarschaftlichen Gassen reihen sich Souvenirs, wunderliche Mittelchen und Kräuter, wie die Herba de Nomorar. Eine Grasnelke, die bei Liebesproblemen helfen soll. Schutzamulette und Figuren aus Weißbrot, Kekskringel für sanfte Geburten – beten soll schließlich auch helfen. Wer hierher pilgert, liebt solche Rituale. Als Beweis seines Besuchs legt man einen Stein auf einem Haufen ab und richtet ein Wunschgebet an den ortsansässigen Heiligen, nachdem man vom Wasser an der Quelle La Fuente de los Tres Caños getrunken hat. Dabei gniddelt man ein Stück Brot ins Wasser und wenn das untergeht, hat man Pech gehabt. Man geht hier also lieber auf Nummer sicher.

Kapelle Santo André San Anrés de Teixido
Hauptaltar des Heiligen André Jesus in San Andrés de Teixido
Hauptaltar Santo André de Teixido

Kreuz Santuario De San Andres De Teixido

La Fuente de los Tres Caños

Wallfahrtskirche an den Rías Altas

Auf dem Jakobsweg

Santiago de Compostela

Mit unseren gesammelten Devotionalien laufen wir pünktlich nach der Siesta in Santiago de Compostela ein. Dieser Name wurde erst ab dem 10. Jahrhundert verwendet und auch seine Herleitung gibt einige Rätsel auf. Allgemein bedeutet „Campus Stellae“ Sternenfeld und steht in Beziehung zur Milchstraße und dem Licht, das auf dem Sternenweg zur Grabentdeckung des alten Apostels hier vor Ort geführt haben soll. Alchemistische Autoren lesen „compos“ als den Empfänger und „Stella“ als den Stern, der in der Transmutation als ein Zentrum des strahlenförmigen Lichts erscheinen soll. Das Wort „Compostum“ deutet ebenfalls auf solche Gräberfunde sowie auf den Zusammenhang von Tod und Auferstehung hin. Einer der alten Ortsnamen – „Liberum Donum“ – ist laut keltischer Herleitung von „llywbr“ ein Durchgangsort der Höhe „dunum“. Alle beziehen sich jedoch auf das Geheimnis von Leben und Tod, dem in Santiago de Compostela als galicische Hauptstadt vor allem schwer vergoldet gehuldigt wird.

Jakobspilgerer

Santiago de Compostela

Tapasbar in Santiago Universität Santiago de Compostela
Die zwölf Apostel Touch the Prophet
Altar oben

Altar mitte

Altar unten

Schwarze Maria de Compostela Jesusbild Santiago
Altarbild Jesusstatue
Taufbecken Kapelle
Heiligtum Compostela Kapelle Santiago
Deckenrelief Santiago de Compostela

Deckenmalerei Auge Santiago


Reliquiensammlung Pantheon
Kirchturm Santiago de Conmpostela

Meigas, Mythen und Mondfinsternis – Roadtrip durch Galicien. Schwalbe on Tour in Nordspanien.

Meigas, Mythen und Mondfinsternis - Roadtrip durch Galicien: Schwalbe on Tour in Nordspanien.

Durch weitläufige Bergketten vom restlichen Spanien lange abgeschottet, schaffte es die Christianisierung in Galicien kaum, alte Mythen wie den Volksglauben an heilbringende oder verfluchende Wesen auszutreiben. Ähnlich wie in Norwegen, stößt man auch hier in Nordspanien immer wieder auf okkulte Orte und zauberhafte Geschichten über die örtlichen Hexen. Verzeihung, Meigas – so werden diese weisen Frauen genannt. Sie sehen sich als weibliche Nachfahren keltischer Druiden und hielten bisher noch jeder Dämonisierung durch die Kirche stand. Die Magie der Meigas bezieht sich auf die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde. So ähnlich geht es uns ja auch, auf unserer Campingtour mit der Schwalbe. Wir touren durch Galicien von einem Wasserkult im heiligen Wald durch eine christianiserte Himmelspforte zur Super Full Moon Eclipse hoch in die Berge.

Meigas - keltische Magie in Galicien

Santa Eulalia De Bóveda

Rund um Lugo liegen dichte Waldgebiete. Entstanden ist die älteste Stadt Galiciens aus einer Keltensiedlung, von der auch der Name „Lug“ stammen soll. Heiliger Wald. Während wir hier mitten in der Nacht zum Vollmond im Dorf Santa Eulalia De Bóveda einfahren und unser Lager zwischen knorrigen Eichen und keltischen Mauern aufschlagen, wirkt diese Gegend schon sehr unheimlich. In der Nähe bellt ein Hund. Eher stammt das Jaulen noch von einem Lobishome oder Home de Unto, wie Wolfsmenschen hier genannt werden. Eulen rufen. Menschen würde man in dieser abgeschiedenen Gegend kaum vermuten, dabei ist die Kirche im Ort von besonderer Sehenswürdigkeit. Unterhalb ihrer Fassade aus dem xten Jahrhundert legte man erst zur Jahrtausendwende einen Tempel mit feinen Wandmalereien frei, der wahrscheinlich auf einen antiken Wasserkult zurückzuführen ist. Während Sonntags für die wenigen Nachbarn aus der Umgebung eine Messe per Lautsprecher aus Lugo übertragen wird, spökern wir ein bisschen um die einsamen Gemäuer und fühlen uns doch unter strenger Beobachtung.


Schindeldächer Katze oder Wolfsmensch
Dorf bei Lugo

Santa Eulalia De Bóveda

Tempeleingang zum Wasserkult

Auf den Spuren galicischer Kelten

Ein Stück weiter, in der Kirche San Cristóbal in Donalbai, bestaunen wir eine Himmelspforte, die im Zuge der Christianisierung einfach zum Hauptportal des Gotteshauses verbaut wurde. Hexen sind hier aber immer noch beliebter als jeder Pfarrer, heißt es:

Zuerst war da der Stein der Meigas, dort haben wir uns versammelt, unsere Kulte gelebt. Dann kam die katholische Kirche und hat auf die Steine Granitkreuze gesetzt. Glauben Sie, das stört uns?
Was ist eine Meiga

Überall trifft man in dieser Gegend von Galicien auf die Spuren der Kelten, die sich ihre Bräuche aufgrund der Abgeschiedenheit lange ohne äußere Einflüsse bewahren konnten. Dolmen und Hügelgräber, heilige Steine. Man stolpert immer wieder über die Zeichen vergangener Geschichte, wenn man sich etwas abseits der ausgetretenen Pfade durch Nordspanien bewegt. Im relativ gut erhaltenen Castro De Viladonga liegen die Überreste einer keltischen Siedlung, deren typische Rundbauten noch an manchem Dorfeingang zu finden sind. Früher waren sie mit Stroh gedeckt.

Christianisierte Himmelspforte - Puerta del Cielo

Galicische Dörfer

Castro De Viladonga

Wildpferde in den Bergen Roadtrip Galicien
Wildpferde Galicien

Galicische Passstraße Zauberpilze

Totale Mondfinsternis in Nordspanien

Ich präsentiere unser „lauschiges“ Plätzchen für die Mondfinsternis. In den Bergen kurz vor La Coruña stürmt es wie Hulle aus NNO. Das einzige Wolkenband in ganz Nordspanien zieht verdächtig nah vor unserer Nase längs. Aber hey. Meigas und so. Wir haben Glück und dieser Blutmond entwickelt sich zum absoluten Highlight unseres Campingtrips durch Galicien. Der Vollmond steigt kurz über die Wolken. Wir wandern durch eine unwirklich ausgeleuchtete Heidelandschaft, ohne einen Schatten zu werfen. Bizarre Formen zeichnen die Büsche um uns herum gegen das fahle Licht, während verblasene Wolkenfetzen – einer Santa Compaña gleich – als ruhelose Seelen unter dem Supermond vorbei ziehen. Dann legt sich der Schatten der Erde über die Scheinwerferscheibe am Himmel, deren Konturen auf einmal sichtbar werden. Der Mond färbt sich langsam rot und wirkt mit dem wandernden Lichtkegel plötzlich wirklich so plastisch, dass man erkennt, wie naheliegend sich hier ein kugeliger Planet ins Firmament gedreht hat. Ein großartiges Schauspiel. Bis 2033 müsste man wieder darauf warten.


Sonnenuntergang Chao de Monte

Vollmond


Blutmond und Mondfinsternis

Full Moon Eclipse

Totale Supermondfinsternis

Nächste Supermondfinsternis 2033

Sonnenaufgang nach Mondfinsternis

Galicien – Tour de Praia. Roadtrip mit der Schwalbe durch Nordspanien.

Galicien - Tour de Praia

Lange weiße Sandstrände wechseln sich im nordspanischen Galicien mit hohen Steilküsten ab. Die meisten Galicier leben entlang der Küste. Die nördlich gelegenen Rías Altas sind lange, schlauchförmige Flussmündungen, die wie norwegische Fjorde bis ins Meer reichen. In ihnen mischt sich Süßwasser mit dem Salzwasser des Atlantiks. Meeresfrüchte und Muscheln wachsen in diesem Klima besonders gut. Hier im Norden Galiciens wirken die Klippen rauh und die Küste schroffer als weiter südlich Richtung Portugal oder entlang der Costa Verde in Asturien. Die schönsten Buchten dieser nordspanischen Region, fahren wir mit dem Camper unserer Schwalbe ab.

La Playa De Las Catedrales

Kurz hinter der asturischen Grenze, zwischen Ribadeo und Foz, liegt der Playa de las Catedrales. Aguas Santas, heißt dieser Strandabschnitt eigentlich. Während bei Flut die Gischt hoch gegen die Felsen schlägt, kann man bei Ebbe runter zum Strand wandern, um die steinigen Galerien aus der Nähe zu bewundern, die hier durch Wassererosion entstanden sind. Mit wechselndem Tageslicht verändern diese bizarren Felsformationen auch ihre Farben.

Spiegelung Praia Catedrais

Schnick Schnack Schnuck Catedrais beach

Klippen und Strand Galicien Catedrais Höhle
Playa de Catedrais

Tour de Praia Catedrais

Roadtrip Galicien

Ria de Viveiro

Arealonga und Praia San Roman

Die galicische Nordküste zählt zu den abwechslungsreichsten Küstenlandschaften in Nordspanien. Hinter Foz fahren wir über den fjordartigen Rias de Viveiro runter in die Bucht von Barqueiro. Der Küstenabschnitt zwischen dem Praia de San Román und dem großen Praia de Area Grande zählt zu Recht zu den absoluten Traumstränden Nordspaniens.
Wir finden einen ruhigen Stellplatz am Ufer, wandern zwischen Muschelbänken in den Sonnenuntergang und erkunden am nächsten Tag die kleinen Felsenhöhlen am Ufer. Danach geht es weiter zwischen dem Ría de Barqueiro im Osten und der westlich gelegenen Ría de Ortigueria über Porto de Bares hinauf zum Kap Punta Estaca de Bares.

Höhlen am Strand Klippenklettern
Praia Arealonga

Schwalbe on Tour in Galicien

Galicien, Nordspanien

Cabo Ortegal

Auf dieser schroff abfallenden Landzunge treffen Golf von Biskaya und der offene Atlantik aufeinander. Es stürmt wie Hulle, hier am nördlichsten Zipfel Spaniens, auch wenn man das den Bildern kaum ansieht. Bevor wir uns den Heiligtümern des Landes zuwenden, jagen wir erstmal der nächsten Mondfinsternis entgegen. Wir haben Vollmond.

Ortegal in Galicien Cabo Ortegal
Espanha - Roadtrip Nordspanien

Roadtrip Asturien – Fischerdörfer und Badestrände. Nordspanien: Schwalbe on Tour.

Roadtrip Asturien - Schwalbe on Tour

España Verde, das „grüne Spanien“, wird das autonome Asturien in Nordspanien deshalb genannt, weil die kantabrischen Gebirgsketten hier für sattes Weideland entlang der Küste sorgen. Während das Landesinnere noch vom Kohlebergbau geprägt ist, Asturien war u.a. Ausgangspunkt der spanischen Arbeiterbewegung, sieht man entlang der Küste viele Kühe und Kornspeicher. Diese Hórreos schützen frei stehend die Ernte vor Feuchtigkeit und deren Verzierung soll böse Geister abhalten. Südlich der kleinen Stadt Llanes fährt man über eine enge Passstraßen mit toller Aussicht auf die Küste zur Rechten und erkennt bei guter Sicht die Picos de Europa landeinwärts.
Die Gegend zeigt immer wieder Spuren vom Mithraskult, dessen Gott des Lichts in der vorchristlichen römischen Welt in Kosmos und Schöpfung als Lebensfeuer existiert. Sterne sind nach persischer Überlieferung Löcher im Himmelsgebirge, durch die dieses Licht scheint. Wir entdecken auf dem Weg nach Galicien mit dem Camper unserer Schwalbe kleine Fischerdörfer und die schönsten Strände des Landes.

Costa Verde

Kornspeicher Asturien

Lastres in Nordspanien

Lastres

Wie Llanes, steht das am Hang gelegene Städtchen Lastres heute ebenfalls unter Denkmalschutz. An der Küste hat man Knochenfunde und versteinerte Spuren aus der Zeit der Dinosaurier vor 150 bis 200 Millionen Jahren gefunden. In den schmalen Gassen trifft man neben vereinzelten Touristen auch eher betagte Einwohner.
Im Hafen gibt es ein modernes Restaurant für die Yachtensegler, aber das Dorfleben spielt sich in der kleinen Tapasbar ums Eck ab. Wir sitzen auf einer Terrasse mit Blick über das kantabrische Meer, während in der Bar del Puerto hitzig diskutiert wird. Wahrscheinlich geht es um die berühmten Riesenkalmare, die in einem grandiosen Unterwassercanyon vor der Küste leben sollen. Wein wird vom resoluten Patron der Bodega immer wieder nachgeschenkt. Ein missmutiges Kopfnicken genügt. Die Tagessuppe kommt in einer großen Terrine auf den Tisch und ist man sich schließlich einig geworden, düsen nachbarschaftliche Fahrgemeinschaften mit quitschenden Reifen davon.


Hafenstadt Lastres

Playa de Rodiles

Playa de Rodiles

Wir übernachten ein Stück weiter am Strand von Rodiles, der vor allem bei Surfern sehr beliebt ist, weil der kräftige Ría de Villaviciosa hier direkt aus den Bergen ins Meer fließt und für eine besonders gute Strömung sorgt. Zwischen Eukalyptusbäumen parkt man geschützt hinter einem kleinen Dünenstreifen. Der Strand ist eingesäumt von hoch aufragenden Klippen, auch außerhalb der Saison noch von Rettungsschwimmern bewacht und Duschen gibt es auch.


Cudillero in Asturien

Cudillero Fischfabrik Humilladero-Kapelle, Cudillero
Mirador el Picu Cudillero Centrum

Cudillero

Im nächsten Dorf setzen wir uns nach einem kleinen Rundgang gleich zu den Einheimischen in eine etwas abseits gelegene Pinte. Es gibt Sidra, den typischen Apfelwein aus Asturien und es dauert nicht lange, dann schimpft man auch hier kräftig um die Wette. Einig ist man sich zumindest, dass die touristischen Restaurants unten am Platz nur bei solchen Dummköpfen Gewinn machen können, denen das Geld noch zu locker sitzt. Einer Legende zufolge wurde die Stadt von den Wikingern gegründet. Frühere Besiedelung in der Steinzeit ist erwiesen und in Cudillero wird ein völlig eigenständiger Dialekt gesprochen. Das sogenannte Pixueto. Wir erraten kaum ein Wort, verstehen uns jedoch prächtig.


Puerto de Cudillero

Playa del Silencio

Cabo Busto

Playa del Silencio – Cabo Busto – Playa de Cueva

Hinter Cudillero lohnen sich immer wieder kleine Abstecher hinunter zur Küste, um die schönsten Strände der Region kennenzulernen. Playa del Silencio ist nach einem etwas abenteuerlichen Abstieg zu erreichen und bietet einen phantastischen Blick entlang der felsigen Steilküste Asturiens. Im winzigen Dorf vor dem Cabo Busto fahren wir uns mit der Schwalbe das erste mal fest. Enge Straßen, Sackgasse. Nichts geht mehr, außer der Rückwärtsgang. Die Dörfler sind einigermaßen entgeistert. Klapprige Kühe zeugen davon, dass das Leben hier seit der Krise mit Sicherheit nicht einfacher geworden ist. In Zeitlupe navigieren wir uns schließlich frei. Am Playa de Cueva heißt es dann: Parole Badetag!

Playa de Cueva


Luarca in Asturien

Luarca

Die weiße Stadt an der grünen Küste erreichen wir gegen Abend kurz vor der galicisischen Grenze. Die große Sturmflut hat hier 2014 mit zehn Meter hohe Wellen einigen Schaden angerichtet und u.a. ein Museum für Riesenkalmare zerstört. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Wir campen mit der Schwalbe direkt am Stadtstrand, fahrend mit dem Fahrrad durch den Ort und lassen das maritime Treiben beim Tapasessen in einer Sideria am Hafen an uns vorbeiziehen. Morgens springen wir zur Erfrischung direkt ins Meer und dann kann der Roadtrip durch Nordspanien weitergehen.

Puerto de Luarca Sideria in Luarca


Stadtstrand in Luarca

Llanes in Asturien – mit der Schwalbe on Tour in Nordspanien

Asturien - mit der Schwalbe durch Nordspanien

Die erste große Etappe unseres Roadtrips Richtung Süden haben wir hinter uns. Nachdem wir die schönsten Badeorte der französischen Atlantikküste abgeklappert hatten und heil von einem Wanderausflug ins Baskenland gestiegen sind, erreichen wir nach etwa einer Woche einen ersten, festen Zielpunkt in Llanes. Das Fürstentum Asturien in Nordspanien hatten wir uns eigentlich ausgeguckt, weil man hier neben tollen Landschaften der Costa Verde auch einen optimalen Startpunkt in die kantabrischen Pyrenäen findet. Die berühmten Picos de Europa sind hier schnell zu erreichen. Allerdings ist man gut beraten, sich nach dem Wetter zu richten. Während zur Seeseite bestes Spätsommerwetter zu den schönsten Stränden Nordspaniens zieht, kann es im bergigen Landesinneren oft wolkenverhangen sein. Wir nutzen die Zeit trotzdem, um einfach mal wieder in Ruhe aufzutanken.

Schwalbe on Tour - Llanes

Satt grüne Pyrenäenausläufer der Bergkette Sierra del Cuera fallen in Llanes direkt ins Meer und treffen antlang der Buchten auf ausgewaschene Kalkriffe, die zu malerisch geschützt liegenden Stränden in den Atlantik wachsen. Wir errichten unser Lager direkt oberhalb dieser Klippen, auf einem kleinen Campingplatz mit Blick auf den Golf von Biscaya. Kurz unterhalb der Kapelle de la Guía. Am nächsten Tag schnallen wir die Fahrräder ab und erkunden die Stadt, deren Mauer aus dem 13. Jahrhundert und Gebäude aus dem Mittelalter teilweise erhalten geblieben sind. Die historische Altstadt dieses kleinen Fischerortes von 12000 Einwohnern steht mit ihren Palästen der Gotik und des Barock heute unter Denkmalschutz.


Villa in Llanes

Altstadt von Llanes


Palacio Duque de Estrada in Llanes

Llanes Altstadt

Architektur in Llanes

Während in den Siderias der schmalen Gassen von Llanes am späteren Abend Apfelwein in Strömen fließt, hält man sich mittags mit ein paar Tapas über Wasser. Am Hafen sitzen wir mit Aussicht auf das geschäftige Treiben der Touristen vor allem mit Einwohnern in der Bar Uri. Eine klassische Tapasbar, in der man sich kleine und größere Gerichte frei Schnauze zusammenstellen lassen kann. Pulpo, Kutteln und eingelegte Anchovas kommen bei uns auf den Tisch und anschließend zieht man sich an einem der Stadtstrände zur Siesta zurück. Die ist hier schließlich heilig.

Tapasbar in Llanes

Siesta am Playa del Toró Kalksteinklippen
Herzen am Stand Kalksteinkliff am Stand von Llanes

Am Playa del Toró, kurz hinter unserem Campingplatz, bildet weicher Kalksteinsand eine natürliche Lagune aus der bizarre Felsformationen aus Spitzen und Höhlen Krabben und anderes Getier beheimaten. In den geschützten Pools dazwischen kann man wunderbar baden.

Playa del Toró

Bäume auf dem Paseo Pedro Schnick Schnack in Llanes
Paseo de San Pedro

Abends wandern wir ein Stück auf dem südlich gelegenen Paseo de San Pedro über die Steilklippen in den Sonnenuntergang und essen bei den unschlagbar günstigen Menüpreisen im Casa Canene schon wieder auswärts. Für nicht mal 20 Euro bekommt man hier drei einfach Gänge serviert, dazu einen Hauswein, eine Flasche Wasser inklusive. Keine Überraschungen, dennoch solide, einfache Küche mit tollen Produkten.

Morgens folgt ein Frühstück, in einem der ältesten Cafés der Stadt, wo man eine beeindruckende Auswahl feinster Trinkschokoladen vor sich hat. Dazu gibt es Churros, traditionelles Schmalzgebäck, das ich bisher von einigen Strandverkäufern in eher zäher Erinnerung hatte. Frisch ausgebacken, gestippt in so einen sämigen Kakao schmeckt es uns hier jedoch richtig gut. Wir genießen diesen gediegenen Start in den Tag gemeinsam mit altehrwürdigen Damen und Herren, die sich zum Wochenmarkt hin richtig schick gemacht haben. Man fühlt sich im Salon-Cafe Hotel Paraiso wie auf einer Zeitreise.

Rustikaler wird es unten am Hafen, dessen rauhes Flair früherer Walfänger trotz der modernen Sportboote immer noch zu spüren ist, wenn die Fischer hier ihre Thunfische an Land bringen. Im La Casa Del Mar bekommt man den ganzen Tag satte Fischplatten für wenig Geld. Sidra, noch einen Cortado und dann segeln wir mit unserer Schwalbe auch schon weiter.

Frischer Thunfisch Fischer in Asturien
Mittagsmenü im Casa del Mar
Hafen von Llanes

Wandern in Nordspanien – baskische Mythologie im Urkiola Nationalpark. Schwalbe on Tour!

Roadtrip Nordspanien - mit der Schwalbe on Tour

Nach einigen Tagen on the Road entlang der französischen Atlantikküste verbringen wir im nordspanischen Teil des Baskenlandes eine Nacht in den Bergen. Im Naturpark Urkiola schlafen wir in einer grandiosen Waldlandschaft aus der kahle Kalkberge ragen. Diese Gegend mit ihrem höchsten Gipfel, dem Amboto auf 1337 m, ist das magische Reich baskischer Mythologie. Die Erdgöttin Mari, soll hier bei schönem Wetter in einem roten Gewand vor einer Höhle sitzen und ihr blondes Haar mit einem goldenen Kamm kämmen. Manchmal sieht man sie nachts als Feuerball am Amboto vorbei zum nahegelegenen Berg Oiz ziehen. Je nachdem wohin sie reist, wird es gutes oder schlechtes Wetter geben.


Wandern in Nordspanien

Urkiola Nationalpark - Untzillatx

Heiligtum des Sankt Antonius, Urkiola

Im Gegensatz zum heiligen Bimbam in Santiago de Compostela beeindruckt der katholische Wallfahrtsort Santuario de San Antonio im baskischen Euskal Herria, oder Euskadi, durch moderne Schlichtheit innerhalb seiner imposanten Mauern. Wir finden hier in der Nähe ein kleines Besucherzentrum und lassen uns eine zeitlich passende Wanderroute mit Händen und Füßen erklären. Der Orientierungssinn geht uns Flachlandtirolern in den Bergen sonst als erstes verloren.


Wandern in Nordspanien - Urkiola Baskenland

Schafe in den baskischen Bergen

Bergkühe Schlangen und Echsen
Knorrige Eichen Bäume und Wurzeln
Wanderweg im Urikola Nationalpark

Amboto - Wandertour durchs spanische Baskenland

Bergadler statt Schwalben on Tour

Urkiola Nationalpark - Wandern im Baskenland, Nordspanien




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