
Unser kleines Viertel ist im Umbruch und seit einigen Wochen hat es sich auch noch ein Geschwisterpärchen zur Aufgabe gemacht, das reichliche Angebot der umliegenden Markthöker um einen Nachbarschaftsmarkt aufzuwerten. Passend zur Jahreszeit findet ihre
Marktkultur jetzt jeden Samstag von 9 – 14 Uhr in der Fabrik statt. Wechselnde Aussteller bieten kulinarisches von Käse, Schinken, Ölen, Kuchen bis Gebäck und Kleinkünstler liefern passendes Getüddel drum herum. Musikalische Untermalung gibts live von der Bühne.

Von der Galerie hat man einen guten Überblick auf das Getümmel um die Stände herum, kann kleine Snacks noch an Ort und Stelle verköstigen und auch für das sprituelle Wohl ist gesorgt, sodass mich das Ganze etwas an die berüchtigten Jazzfrühschuppen erinnert, zu denen meine Schwester und ich meinen Eltern früher so oft hinterher krabbelten. Für Kinder gibts hier sogar eine Spiel- und Bastelecke. Jeder kann sich außerdem an aromatisiertem Wasser von Zitronen und Kräutern bedienen. Guter Service!

So kommen wir nicht ohne Mitbringels zurück. Neue Schälchen, Bonbons, Teeblüten, Nougat sowie Lemon-Curd-Crumble im Glas.
Die Rückseite der Reeperbahn ist nicht nur immer wiederkehrendes Thema auf Matt Wagners Blog, auch wir schaffen es einmal mehr, abseits ausgetretener Feierpfade neue Kiezspur aufzunehmen.

In der Talstraße bietet die Kuchnia osteuropäische Küche und nach eigenen Aussagen immerhin einunddreissichhundert Vodkasorten.

Einen Borschtsch bekommen wir vorweg, den es wahlweise noch mit Ei- oder Fleischeinlage zu bestellen gibt. Der russische Heringssalat, mit Kartoffelstampf, Rote Bete, Gürkchen sowie Apfelscheiben garniert, ist an sich schon eine kleine Mahlzeit. Die Bratwurst mit Kartoffelsalat wird von einem Metzger aus der Nachbarschaft nach dem Rezept der Kuchnia hegestellt und schmeckt fein würzig und gut. Wir teilen alles in sozialistischer Brüderlichkeit, bis auf die Wurst natürlich.


Zur Hauptspeise wirds teigig und nur dank ausgeklügelter Vodkapausen kommen wir hier noch einigermaßen sportlich durch. Allein die Blinis aus Hefeteig, mit zweierlei Kaviar und Sauerrahm sind schon echte Klopper. Gefüllte Blinis mit gebratenen Pilzen kommen noch dazu. Lecker, alles!
